Der zweite Italienzug Ottos III.: Der „römische Erneuerungsgedanke“

Eine Diskussion


Hausarbeit, 2012

19 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

INHALTVERZEICHNIS

EINLEITUNG

VORGESCHICHTE

DER ZWEITE ITALIENZUG

DIE NEUE DEVISE: „RENOVATIO IMPERII ROMANORUM“

DER HISTORIKERSTREIT

FAZIT

QUELLENVERZEICHNIS
LITERARISCHE QUELLEN
LITERATURVERZEICHNIS
ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Einleitung

Die Ottonen - ein mächtiges Geschlecht, die sehr oft als die Begründerdynastie eines deutschen Imperiums gelten. Doch ist diese Betitelung gerne ein übertriebener Pathos, denn von einem deutschen Reich kann da noch nicht gesprochen werden. Jedoch liegt der Grundstein für Grundstein für die Entstehung eines mächtigen Reiches auf deutschen Boden definitiv bei den Ottonen begründet.

Wir befinden uns im 10. Jhd. Genauer gesagt am Anfang des 10. Jahrhunderts. Es herrschen auf dem Gebiet des späteren Deutschlands, Österreichs und der Schweiz verschiedene Stämme. Das Frankenreich begründet durch Karl den Großen ist in Westfrankenreich, Lothringen und dem Ostfrankenreich gespalten. Die Herrschaftsverhältnisse sind unklar, weil es regelmäßige innere Streitereien um die Königskrone gibt. Zudem stellen die regelmäßigen Einfälle der Ungarn eine weitere Gefahr dar. Die Ottonen stammen aus dem Geschlecht der Luidolfinger, einem sächsischen Adelsgeschlecht. Otto I., auch später als Otto der Große bekannt, schafft es die großen Stämme wie die Bayern, Schwaben, Böhmen und Sachsen miteinander zu verbünden und bei der großen Schlacht auf dem Lechfeld die Ungarn endgültig zu besiegen. Auch gilt er als Stifter von Bistümern und Städten. Seine besondere Perle war dabei das spätere Erzbistum Magdeburg an der Elbe. Am 02. Februar 962 erhielt er für seine Bemühungen die Kaiserkrone und konnte sich ab diesem Zeitpunkt als „Kaiser des Heiligen Römischen Reiches“ betiteln. Sein Sohn Otto II. starb leider sehr früh und konnte nicht die Erfolge seines Vaters vorweisen. Nach seinem Tod hinterließ er einen dreijährigen Sohn, Otto III. Er war bereits zum König gekrönt wurden, doch aufgrund seines Alters regierungsunfähig. Seine Mutter Theophanu und seine Großmutter Adelheid übernahmen die Vormundschaft und agierten als Mitregenten. Mit 14 Jahren übernahm Otto III. die Herrschaft und führte ab diesen Zeitpunkt die Regierungsgeschäfte.[1] Wie auch sein Vater verstarb Otto III. sehr jung mit 22 Jahren. Einen Aspekt seiner kurzen Herrschaft soll in dieser Hausarbeit näher beleuchtet werden. So fand von Dezember 997 bis Mai 998 der zweite Italienzug statt.[2] Die Auswirkungen dieses Feldzuges erhitzen auch heute noch die Gemüter von diskutierfreudigen Historikern. Doch dazu später näheres. Ziel dieser Hausarbeit ist es, die Vorgänge zu schildern und die Zusammenhänge und Auswirkungen zu erläutern. Auch wird der Historikerstreit bezüglich der „Renovatio“-These ausführlich beleuchtet. Zum Schluss werde ich dazu argumentativ Stellung beziehen.

Vorgeschichte

Die Lebensgeschichte von Otto III. ist stark mit dem Papsttum und Italien verbunden. Ende des 10. Jahrhunderts herrschte Johannes XV. als Bischof von Rom. Seine Herrschaft war von Habgier, Intrigen und einen immensen Vertrauensverlust der römischen und christlichen Gemeinschaft in der Kirche verbunden. So stand Johannes XV. unter dem Einfluss des römischen Stadtadels. Diese Bevölkerungsschicht vermochte es schon seit Jahren einen großen Einfluss auf die Papstwahl und die Regierung des Papstes auszuführen. Dies betraf auch die Herrschaft von Johannes XV, der auf Betreiben von Crescentius I. Nomentanus oder Johannes I. Crescentius zum Papst ernannt wurde. Wer von den beiden Söhnen Crescentius de Theodora den Papst nun endgültig zur Erhebung verholfen hat, ist nicht zweifelsfrei geklärt. Crescentius I. Nomentanus war ein wichtiger Vertreter des römischen Stadtadels und Patrizier, der als sehr machthungriger und habgieriger Mann galt.[3]

995 bedrängte Crescentius I. Nomentanus den Papst Johannes XV. so sehr, dass der Papst aus Rom in die Toskana flüchtete. Er bat Otto III. um Hilfe und bot ihm gleichzeitig die Kaiserkrönung an.[4] Während Otto III. sich auf den Weg nach Italien begab, legten Johannes XV. und Crescentius I. Nomentanus ihren Streit bei. Im Jahr 996 starb Johannes XV. in Rom, noch bevor der König des Heiligen Römischen Reiches die Stadt erreichte.[5] Otto III. ernannte daraufhin seinen Verwandten Bruno von Kärnten als neuen Papst. Bruno von Kärnten war ein Sohn seines Cousins Otto von Wormsgau. Er war seit 996 königlicher Hofkaplan von Otto III.[6] Nach seiner Wahl durch den römischen Klerus und dem Volk zum Papst am 03. Mai 996, nannte er sich Gregor V. und war somit der erste „deutsche“ Papst. Das Wort "deutsch" wird hier bewusst in Anführungszeichen gesetzt, da man zu dieser Zeit noch von keiner deutschen Nationalität sprechen konnte. Diese Wahl rief beim römischen Stadtadel Unzufriedenheit hervor. Aufgrund dessen, dass vorher der Papst durch das Volk, insbesondere dem Adel, gewählt wurde, bestanden viele politische Intrigen. Durch die Ernennung von Otto III. wurde dem Stadtadel diese Möglichkeit der Machtgewinnung genommen.

Aufgrund dessen, das Crescentius I. Nomentanus gegen Johannes XV. eine Rebellion auch gegen den König, wurde ein Gericht einberufen, das über ihn richten sollte. Otto III. verurteilte Crescentius I. Nomentanus zum Tode. Jedoch setzte sich Gregor V. für ihn ein und begnadete ihn.[7] Daraufhin musste Crescentius I. Nomentanus Otto III. und auch Gregor V. einen Treueeid leisten. Am 21.05.996 krönte Gregor V. Otto III. zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.[8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Kaiserkrönung von Otto III.

Dieser Krönungsakt wurde Mitte des 15. Jahrhunderts von einem unbekannten Künstler verarbeitet und ist als Abb. 1 im Abbildungsverzeichnis mit aufgeführt. Auf der Abbildung ist Gregor V. mit der Papstkrone und Otto III. mit der Kaiserkrone zu erkennen. Zwei Höflinge betrachten die Szene aus dem Hintergrund. Gregor V. ist in einem roten Umhang gekleidet und sitzt hinter Otto III. Der Kaiser hingegen trägt ein grünes Gewand mit bräunlichen Stiefeln. Er sitzt vor Gregor V. Das ist ungewöhnlich, da normalerweise der Kaiser vor dem Papst kniete, während dieser die Krönung und Salbung vornahm. Diese Darstellung zeigt den enormen Einfluss von Otto III. auf den Papst.

[...]


[1] Helmut Beumann, Die Ottonen, Stuttgart 2000, S. 137.

[2] Ekkehard Eickhoff, Kaiser Otto III.: Die erste Jahrtausendwende und die Entfaltung Europas, Stuttgart 1999, S. 196.

[3] Jan Dhondt (Hrsg.), Fischer Weltgeschichte Band 10: Das frühe Mittlelater, Frankfurt a.M. 1997, S, 214.

[4] Gerd Althoff, Die Ottonen: Königsherrschaft ohne Staat, Stuttgart 2000, S. 175.

[5] Ebenda, S. 175

[6] Gerd Althoff, Otto III., in: Peter Herde (Hrsg.), Gestalten des Mittelalters und der Renaissance, Darmstadt 1996, S. 83

[7] Althoff, Die Ottonen, S. 178-179.

[8] Beumann, Die Ottonen, S. 140.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Der zweite Italienzug Ottos III.: Der „römische Erneuerungsgedanke“
Untertitel
Eine Diskussion
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Institut für Geschichte)
Veranstaltung
Otto der Dritte
Note
2,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
19
Katalognummer
V211380
ISBN (eBook)
9783656392934
ISBN (Buch)
9783656395232
Dateigröße
1267 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
italienzug, ottos, erneuerungsgedanke, eine, diskussion
Arbeit zitieren
Christin Pinnecke (Autor), 2012, Der zweite Italienzug Ottos III.: Der „römische Erneuerungsgedanke“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211380

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