Private Equity ist von privaten und institutionellen Anlegern bereitgestelltes Eigenkapital oder ein eigenkapitalähnliches Mittel, mit dem Gesellschaften Unternehmensanteile eines Unternehmen für einen begrenzten Zeitraum erwerben, um eine Rendite zu erzielen. Dabei handelt es sich um Private- Equity- Gesellschaften, die nicht börsennotierten Unternehmen zum Zweck der Wachstumsfinanzierung, der Turnaround- Finanzierung oder zur Durchführung von Management Buy- Outs finanzielle Mittel bereitstellen. Es handelt sich hierbei um eine Kapitalüberlassung auf Zeit. Beide Parteien partizipieren daran, indem dem Unternehmen Kapital zur Verfügung gestellt wird und der Investor anschließend an dem wirtschaftlichen Erfolg beteiligt wird.
Der Begriff stammt ursprünglich aus den USA und bildet das Gegenstück zu Public Equity, welches börsennotiertes Beteiligungskapital zur Verfügung stellt. Charakteristisch für die angelsächsische Form ist, dass sowohl das Management der Beteiligungsgesellschaft, als auch des zu finanzierenden Unternehmen an dem Erfolg partizipieren.
Die folgende Arbeit gibt einen kleinen Einblick in die Thematik Private Equity und bezieht sich anschließend auf die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten dieser Form der Finanzierung. Dabei wird ebenfalls auf die primären Unterformen Bezug genommen, die sich speziell auf verschiedene Entwicklungsphasen bzw. Situationen der zu finanzierenden Unternehmen bezieht. Anschließend ist jeweils ein Beispiel für eine positive und negative Nutzung von Private Equity anhand der Firmen Cognis und Wincor Nixdorf angegeben, worauf im Schlussteil eine kritische Würdigung folgt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Private Equity
2.1. Nutzung von Private Equity
2.2. Ziele
3. Einsatzmöglichkeiten
3.1. Wachstumsfinanzierung
3.2. Eigentümerwechsel
3.3. Zwischenfinanzierung vor einem Börsengang
3.4. Restrukturierungsbegleitung
3.5. Venture Kapital
3.6. Mezzanine Kapital
4. Praxisbeispiel
4.1. Wincor Nixdorf
4.2. Cognis
5. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten von Private Equity als Finanzierungsinstrument für Unternehmen in verschiedenen Entwicklungsphasen und analysiert kritisch sowohl die Chancen als auch die potenziellen Risiken für die betroffenen Gesellschaften.
- Grundlagen und Definition von Private Equity
- Kriterien für die Vergabe von Beteiligungskapital und Durchführung einer Due Diligence
- Spezifische Einsatzbereiche wie Wachstumsfinanzierung, Restrukturierung und Venture Capital
- Praktische Gegenüberstellung positiver und negativer Nutzung anhand von Unternehmensbeispielen
- Volkswirtschaftliche Bedeutung und kritische Würdigung der Finanzierungsform
Auszug aus dem Buch
3.1 Wachstumsfinanzierung
Unter Wachstumsfinanzierung versteht man die Finanzierung etablierter Unternehmen zur Realisation interner oder externer Wachstumsvorhaben durch Wachstumskapital. Zu den finanzierenden Vorhaben gehören u.a. die Ausweitung des Produktprogramms, der Produktions- und Vertriebsstandorte oder die Durchführung von Akquisitionen.16
Wachstumsphasen führen i.d.R. zu einer Wertsteigerung des Unternehmen und ermöglich den Eigentümern und Finanzinvestoren eine attraktive Rendite. Dies kann sowohl aus organisatorischen Gründen oder aufgrund der Akquisition neuer Unternehmen erfolgen. Hierbei ist wesentlich, wie hoch das Finanzierungsvolumen sein muss, um immaterielle Investitionen in Märkte, Regionen und Produktgruppen abdecken zu können. Der Zugang von Anlagevermögen stellt parallel eine neue Besicherungsbasis dar und könnte als Grundlage für Bankkredit gelten. Es entstehen auf der anderen Seite jedoch Kosten, die in erster Linie Anlaufkosten darstellen und nicht zur Besicherung genutzt werden können. Hierbei handelt es sich um Marketingaktivitäten, Vertriebsniederlassungen, Kooperationen und andere Tätigkeiten, die langfristig chancenreich sind, aber am Anfang zusätzliche Kosten darstellen und unumgänglich für ein Wachstumsprojekt sind. Bei langfristiger Planung werden sie dem Unternehmen neue Rendite ermöglichen und nicht nur als materielle Investition abzugelten sein. In diesem Fall gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten, um die Eigenkapitalbasis zu verbessern – Industrielle Beteiligungspartner, Private Finanzinvestoren (sog. „Business Angels“) oder Institutionelle Beteiligungsgesellschaften.17
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definition von Private Equity als zeitlich begrenzte Kapitalüberlassung und Skizzierung der Zielsetzung der Arbeit.
2. Private Equity: Erläuterung der verschiedenen Finanzierungsformen, der Rolle der Fondsmanager und der wesentlichen Auswahlkriterien bei der Due Diligence.
3. Einsatzmöglichkeiten: Detaillierte Betrachtung von Anwendungsfeldern wie Wachstumsfinanzierung, Eigentümerwechsel, Restrukturierung und Venture Capital.
4. Praxisbeispiel: Analyse der konträren Auswirkungen von Private-Equity-Investitionen am Beispiel der Unternehmen Wincor Nixdorf und Cognis.
5. Schluss: Zusammenfassende Bewertung der volkswirtschaftlichen Bedeutung und Notwendigkeit einer sorgfältigen Prüfung der Investoren.
Schlüsselwörter
Private Equity, Beteiligungskapital, Wachstumsfinanzierung, Due Diligence, Venture Kapital, Mezzanine Kapital, Eigenkapital, Finanzinvestoren, Management Buy-Out, Unternehmenskrisen, Unternehmenswert, Risikokapital, Business Angels, Fremdkapital, Restrukturierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit Private Equity als Finanzierungsform für Unternehmen und beleuchtet deren praktische Anwendungsmöglichkeiten sowie die damit verbundenen Chancen und Gefahren.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentral sind die verschiedenen Formen der Kapitalbeteiligung, die Auswahlkriterien für Investitionen, spezifische Finanzierungsanlässe sowie die Rolle der Investoren bei der Entwicklung der Zielunternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie und unter welchen Voraussetzungen Private Equity sinnvoll zur Unternehmensfinanzierung eingesetzt werden kann, unter Berücksichtigung sowohl erfolgreicher als auch kritischer Beispiele.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Ausarbeitung basierend auf Fachliteratur sowie die Analyse von Praxisbeispielen, um die theoretischen Konzepte zu veranschaulichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung der Finanzierungsform, eine detaillierte Analyse der Einsatzbereiche (z.B. Wachstumsfinanzierung, Sanierung) und eine praxisnahe Darstellung anhand von Fallstudien.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Private Equity, Venture Kapital, Mezzanine Kapital, Finanzinvestoren, Due Diligence, Wertsteigerung und Management Buy-Out.
Welche Rolle spielt die Due Diligence bei Private-Equity-Investitionen?
Die Due Diligence fungiert als entscheidende Prüfung des Unternehmens durch den Investor, bei der Geschäftsmodell, Marktstellung und Managementkompetenz bewertet werden, um das Investitionsrisiko zu minimieren.
Warum gibt es kontroverse Ansichten über Private Equity?
Die Kontroverse rührt daher, dass Private Equity zwar Innovation und Wachstum fördern kann, bei negativen Beispielen aber auch zu Arbeitsplatzverlusten oder einer Ausbeutung des Unternehmens durch hohe Dividendenzahlungen an die Investoren führen kann.
- Quote paper
- Melanie Rüthenbudde (Author), 2011, Einsatzmöglichkeiten für Private Equity, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211393