Der Fernsehmarkt in Irland

Ein regulatorischer Überblick


Seminararbeit, 2012

24 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Der Fernseh-Markt in Irland
2.1 Grundsätzliches
2.2 Massenmedien in Irland
2.3 Einordung in ein Mediensystem

3. Fernsehen in Irland
3.1 Medienpolitische Grundlagen
3.2 Technologie und Diffusion
3.4 Öffentlich-Rechtliches Fernsehen
3.5 Privat-kommerzielles Fernsehen
3.6 Lokales, regionales und Community-Fernsehen

4. Synthese

5. Literatur

1. Einleitung

Die Fernsehen-Landschaft Irlands hat im Vergleich zum restlichen Europa viele Besonderheiten zu bieten, die es vom restlichen Europa unterscheiden. Neben der kleinen Größe des Landes und der geringen Einwohnerzahl, die eine Finanzierung von Rundfunkunternehmen grundsätzlich schwierig gestaltet, ist sowohl die Pay-TV als auch die Kabel/Satellit-Penetration sehr hoch ausgeprägt.

Das Free-TV Irlands (das ca. 50% der Marktanteile aufweist) besteht - in der noch immer vollzogenen analog-terrestrischen Ausstrahlung - nur aus vier Sendern, wobei drei davon zum öffentlich-rechtlichen Rundfunkunternehmen RTÉ gehören. Natürlich wird die von der EU geforderte Digitalisierung vollzogen, doch ändert sich im nationalem, für die Konsumenten frei-zugänglichen, Rahmen im Endeffekt nicht viel.

In diesem Paper sollen nun die wichtigsten Fakten über das Fernsehen-System in Irland zusammengefasst werden. Dazu wird folgendermaßen vorgegangen:

Zuerst wird - um einen Kontext zu bilden - auf das Land selbst eingegangen. Danach wird kurz der Massenmedien-Markt Irlands dargestellt, insbesondere der Print-, der Radio- und der ICT-Sektor. Im Hauptteil des Papers wird das Fernsehen-System untersucht. Begonnen wird mit den medienpolitischen Grundlagen, die durch ihre historische Kontinuität stark bedingend für die Geschichte des Systems in Irland sind. Danach wird die technische Seite beleuchtet. Im Anschluss wird zuerst der öffentlich-rechtliche Rundfunk behandelt, wobei auch auf die Finanzierung eingegangen wird. Danach wird im gleichen Modus mit den privat-kommerziellen Sendern verfahren. Am Ende werden kurz die regionalen und Community-Sender und deren gesetzliche Grundlage behandelt. Abschließend werden in einer Synthese die wichtigsten Fakten und Besonderheiten des irischen Fernsehen-Systems zusammengetragen.

2. Der Fernseh-Markt in Irland

Um einen generellen Kontext für die spätere Fernsehen-spezifische Untersuchung herzustellen, müssen - vor allem in einem historisch bedingten so “speziellen” Land wie Irland - zuerst die sozialen, historischen und kulturellen Hintergründe dargelegt werden, wozu dieses kurze Kapitel dienen soll.

Dazu wird anfangs kurz auf die Geschichte und auf die Sozial- und Ökonomiestruktur des Landes eingegangen und diese in einen europäischen Vergleich gesetzt. Danach wird der massenmediale Hintergrund beleuchtet, wobei vor allem der Print-, der Radio- und der ICT-Sektor im Vordergrund stehen. Im Anschluss daran wird versucht, mit Hilfe der “Bausteine zu einer Theorie der Mediensysteme” (vgl. Blum 2005) Irlands Medienmarkt in ein Medienmodell einzuordnen.

2.1 Grundsätzliches

Irland ist mit einer Fläche von ca. 70.000 km² eines der flächenmäßig kleinsten Ländern der EU (vgl. CIA Factbook 2012). Mit einer Bevölkerung von 4.670.000 (Stand 2011) zählt es auch hier im europäischen Vergleich zu den kleinsten Ländern, was sich natürlich auch auf die Bedingungen des irischen Medien-Marktes auswirkt.

Das Land ist dabei nicht ausgewogen bevölkert: Bei einer Rate von 50 Einwohnern pro km² konzentrieren sich 62% der Bevölkerung auf urbanes, der Rest auf rurales Gebiet. Ungefähr eine Million Irinnen und Iren leben dabei in der Hauptstadt, Dublin (vgl. ebd.).

Das Bevölkerungswachstum ist relativ gering und wird hauptsächlich durch Immigration gebildet, die vor allem durch den stark entwickelten ICT-Markt her rührt (vgl. ebd.).

Irland hat zwei Amtssprachen, englisch und irisch. Laut einer Studie von 1991 spricht ungefähr ein Drittel der Bevölkerung irisch (vgl. Kelly/Truetzschler 1997: 110). Dies kommt daher, dass in den Schulen die irische Sprache als Fach verpflichtend ist. Natürlicherweise ergeben sich daraus auch Konsequenzen für den Medienmarkt, die aber im späteren Verlauf noch genauer besprochen werden.

Das Regierungssystem Irlands ist eine parlamentarisch-demokratische Republik, die zur Zeit herrschende Partei ist dabei christdemokratisch-konservativ (vgl. CIA Factbook 2012).

In der Wirtschaft Irlands ist vor allem der ICT-Sektor stark vertreten:

Neben Google, Apple und Microsoft hat auch Facebook sein europäisches Hauptquartier in Irland (vgl. IDA Ireland 2012). Der hohe Anteil an ausländischen Unternehmen rührt vor allem von den schwachen staatlichen Regulierungen und den niedrigen Unternehmenssteuern, die ausländische Investoren zahlen müssen (vgl. Hardiman 2000):

“Central to the state’s industrial strategy [...] has been the attraction of export-oriented foreign companies to invest in Ireland” (Kelly/Truetzschler 1997: 111).

Das BIP pro Kopf beträgt in Irland ca. 35.000 €, wobei es - obwohl in den letzten Jahren massiv gefallen - damit immer noch zu den höchsten in Europa zählt (vgl. CSO 2012).

Irland hat eine sehr bewegte Geschichte hinter sich (vgl. Breuer 2007), die sich auch spezifisch auf das irische Mediensystem auswirkt:

Nach den Kämpfen um die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich wurde der Staat Irland im Jahr 1937 gegründet. 1949 folgte der Austritt aus dem Commonwealth und 1973 der Beitritt in die EU (damals noch EG). Es kam zu einem starken wirtschaftlichen Aufschwung (Stichwort “keltischer Tiger”), der durch die Finanz- und Marktkrisen 2007 abrupt endete. Seitdem sinkt das Wirtschaftswachstum Irlands stetig, bis das Land 2010 sogar durch Finanzhilfen seitens der EU unterstützt werden musste (vgl. Neuhaus 2010).

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten haben natürlich auch Folgen für den Medienmarkt in Irland, wobei in erster Linie das öffentlich-rechtliche Medienunternehmen RTÉ durch Sparmaßnahmen betroffen ist (vgl. Kapitel “Öffentlich-rechtliches Fernsehen”), doch auch die privat-kommerziellen Sender durch die mit den Krisen einhergehenden sinkenden Werbeeinnahmen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Der Fernsehmarkt in Irland
Untertitel
Ein regulatorischer Überblick
Hochschule
Universität Salzburg  (Kommunikationswissenschaft)
Veranstaltung
UE Fernsehen in Europa
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
24
Katalognummer
V211469
ISBN (eBook)
9783656393870
ISBN (Buch)
9783656395164
Dateigröße
523 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Irland, Fernsehen in Irland, Öffentlich-Rechtliches Fernsehen in Irland, RTÈ, TV3, Blum, Roger Blum, Mediensysteme, Broadcast Act, ComReg, FreeTV Irland, Community TV Irland, Community Fernsehen in Irland, Kabelfernsehen in Irland, PayTV in Irland, Mediensystem-Modell, Nordeuropäisches Service Public Modell, Atlantisch-pazifisches Liberalismus Modell, Broadcasting Authority Act, Fernsehen Finanzierung Irland, Fernsehen Finanzierung, Broadcast Act Irland, Broadcast Act Ireland, TV in Ireland, license fee, license fee Ireland
Arbeit zitieren
Alexander Schimming (Autor), 2012, Der Fernsehmarkt in Irland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211469

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