Frauenkriminalität. Geschichte, Erklärungsansätze und Struktur


Hausarbeit, 2012

14 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Definition

2. Frauen als Rechtssubjekte – geschichtlicher Abriss
2.1 Im antiken Rom (ca. zw. dem 8. Jahrhundert v. Chr. und dem 7. Jahrhundert n. Chr.)
2.2 Im Mittelalter (ca. 6. bis 15. Jahrhundert)
2.3 Frühe Neuzeit (16. – 17. Jahrhundert)

3. Erklärungsansätze
3.1 Kriminalbiologische Erklärungsansätze
3.2 Sozialwissenschaftliche Erklärungsansätze
3.3 Feministische Erklärungsansätze
3.4 Sozialisationstheoretischer und psychologischer Erklärungsansatz

4. Struktur weiblicher und männlicher Kriminalität
4.1 Deliktstrukturelle Unterschiede
4.2 Altersstrukturelle Unterschiede

5. Literaturverzeichnis

1. Definition

Der Begriff Frauenkriminalität bezeichnet die Gesamtheit strafbarer Handlungen von Personen des weiblichen Geschlechts, auch von Kindern und Jugendlichen.[1]

2. Frauen als Rechtssubjekte – geschichtlicher Abriss

2.1 Im antiken Rom (ca. zw. dem 8. Jahrhundert v. Chr. und dem 7. Jahrhundert n. Chr.)

Im alten Rom besaßen Frauen keine Bürgerrechte. Bei Straffälligkeit waren sie den Nichtbürgern gleichgestellt und die Vollstreckung der Strafe wurde meist dem Ehemann oder den Verwandten übertragen.

Die „ lex Iulia de adulteriis“ ist das erste uns überlieferte Gesetz über Sexualstraftaten. Die häufigste und bekannteste Straftat welche von Frauen begangen wurde war in dieser Zeit der Ehebruch. Dieser galt im römischen Reich als ein Verbrechen welches nur von Frauen begangen wurde.

Das Vergehen des Ehebruchs wurde zur damaligen Zeit sehr hart bestraft. So durfte zum Beispiel der „ pater familias“ eine unkeusche Tochter töten. Außerdem musste der Ehemann sich von seiner Frau scheiden lassen oder seine untreue Gattin und ihren Liebhaber anzeigen, wollte er nicht selbst als Zuhälter gelten.

Eine betrogene Ehefrau dagegen besaß nicht das Recht ihren Mann anzuklagen. Sie konnte sich jedoch scheiden lassen und ihre Mitgift zurückfordern.

Des Weiteren haben verurteilte Ehebrecher einen Großteil ihres Vermögens verloren und wurden oftmals auch verbannt. Verurteilte Frauen wurden auf die gleiche Stufe wie Prostituierte gestellt und verloren das Recht vor Gericht als Zeuginnen aufzutreten, einen römischen Bürger zu heiraten und zu erben. Spätere Kaiser verschärften diese Gesetze noch, trotzdem waren Prozesse wegen Ehebruchs eher selten.[2]

2.2 Im Mittelalter (ca. 6. bis 15. Jahrhundert)

Erst im Verlauf des Mittelalters wurden Frauen in das öffentliche Strafrecht einbezogen. Aufgrund der zugeschriebenen Prozessunfähigkeit der Frau wurde damals dem Mann die Einstandspflicht gegenüber Dritten zugewiesen. Frauen sowie Fremde, Priester, Mönche und Sklaven waren weder eid- noch kampfberechtigt. Um diese Gesellschaftsgruppen trotzdem in Verfahren, in denen die Wahrheit in Streitfällen ermittelt werden sollte, einzubeziehen, wurde im Mittelalter auf sogenannte Gottesurteile zurückgegriffen. Solche Urteile konnten entweder sogenannte "Losordale" - dies waren kleine, in magischen Ritualen geschnitzte und mit Runen versehene Stäbe, welche in die Luft geworfen wurden und das Bild anschließend interpretiert wurde, oder "Ermittlungsordale" sein.

Bei den Ermittlungsordalen unterschied man beispielsweise folgende:

1. "Feuerproben" € bei diesen musste entweder ein glühendes Stück Eisen in der Hand gehalten werden, mit bloßen Füßen über glühende Holzstöße gegangen werden oder aber man musste mit einem, in Wachs getränkten Hemd zwischen zwei brennenden Holzstößen durchgehen.
2. „Die Kesselprobe“ € Kesselproben waren zur damaligen Zeit am häufigsten. Bei diesen musste die beschuldigte Person einen Gegenstand aus einem Kessel mit siedender Flüssigkeit genommen werden. Verheilte die Wunde die dabei entstand relativ gut, war die Unschuld bewiesen.
3. "Wasserproben" € Hierbei wurde der Beschuldigte gefesselt und in das kalte Wasser eines Flusses geworfen. Ging er unter, war er unschuldig.
4. "Die Bissprobe" € Bei dieser Probe musste der Beschuldigte ein Stück Brot oder Käse, bei der "Abendmahlprobe" eine Hostie unzerkaut hinuntergeschluckt werden.

In beiden Fällen sollten die Kräfte der Natur zeigen wer im Recht und wer im Unrecht war. Diese Gottesurteile waren stets von vielen Ritualen umgeben, um die äußere Beeinflussung so gering wie möglich zu halten. So musste der Betroffene beispielsweise oft nackt sein oder seine Haare scheren lassen damit er ja nichts verstecken konnte, das ihm helfen konnte. Oftmals mussten sie auch vorher fasten oder eine Messfeier besuchen. Zudem wurden die Gegenstände feierlich geweiht.

Bedenkt man die Glaubensauffassung der Menschen, so fürchteten sie mehr die Strafe Gottes oder der Heiligen, die sie bei einem Meineid erwartete, als die Folgen ihres Geständnisses.[3]

2.3 Frühe Neuzeit (16. – 17. Jahrhundert)

Die wohl bekannteste Form weiblicher Kriminalität zu dieser Zeit war wohl die „Hexerei“. Schon mit der Publikation des „Malleus Maleficarum“ dem „Handbuch für Hexenjäger“, der Hexenhammer im Jahre 1486 begannen damals ca. zwei Jahrhunderte der Hexenverfolgung.

Bevorzugte Hinrichtungsmethoden für Frauen welche als Hexe galten waren Ertränken, die Pfählung oder sie wurden lebendig begraben. Frauen wurden zu dieser Zeit als außerordentlich anfällig für Hexerei beschrieben, da sie durch ihre weibliche Schwachheit besonders empfänglich für die Versuchungen des Bösen seien.

In Österreich wurde 1740 die letzte Hexe hingerichtet und erst im Jahr 1788 erfolgte die Streichung aller Gesetzesstellen, welche mit Hexerei und Zauberei in Verbindung standen. In anderen europäischen Ländern gab es ähnliche gesetzliche Entwicklungen. Die letzten Hinrichtungen wegen Hexerei gab es beispielsweise in England im Jahr 1736, in Deutschland 1775 und in Polen 1792.[4]

[...]


[1] vgl. Feest in Kaiser u.a 1993, S. 142

[2] vgl. Gardner 1995, S. 118–135.

[3] Vgl. Scheja

[4] Vgl. http://www.taeterinnen.org/material_de/kap_iii_frauen_als_taeterinnen.pdf

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Frauenkriminalität. Geschichte, Erklärungsansätze und Struktur
Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)  (Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Kriminologie
Note
1,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
14
Katalognummer
V211488
ISBN (eBook)
9783656393795
ISBN (Buch)
9783656394549
Dateigröße
615 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kurzer, abriss, frauenkriminalität
Arbeit zitieren
Rebi K. (Autor:in), 2012, Frauenkriminalität. Geschichte, Erklärungsansätze und Struktur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211488

Kommentare

  • Nicole Smith am 14.9.2014

    Möbius schrieb sicherlich nicht: "Nach dieser Theorie begehen Frauen weniger Straftaten, weil ihnen die dazu erforderliche Körperkraft und Intelligenz fehle"! Er verwendete, ausdrücklich nicht, und das beton er ganz am anfang auf der ersten Seite das Wort "Frauen" nicht, sondern Weiber und in dem Buch selbst kommt nicht einmal das Wort straftat vor, zumindest nicht in der Ausgabe von 1902! Da fehlt sowieso die Seitenangabem die es ja gar nicht geben kann...

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