Das 2003 initiierte IBSA-Dialogforum, welches mit Indien, Brasilien und Südafrika drei Schwellenländer inkludiert, die eine Führungsposition in der jeweiligen Region einnehmen, bedingt vielseitige Kooperation und Kommunikation zwischen den beteiligten Staaten, wobei Brasilien wiederum innerhalb der Initiative eine richtungsweisende Position eingenommen hat und versucht, wesentliche nationale außenpolitische Interessen auf die IBSA-Agenda zu setzen. Neben einer Ausweitung des Handelsvolumens, einer stärkeren Positionierung im Weltgeschehen und dem Versuch einer Umstrukturierung der internationalen Organisationen und des finanziellen Weltmarktes hin zu einer stärkeren Einbindung der Entwicklungs- und Schwellenländer, ist insbesondere die Entwicklung des Südens ein wesentliches Anliegen der IBSA-Staaten. Jene Betonung der Entwicklungshilfe ist es, die das Forum zu einer komplementären Ergänzung der BRICS-Initiative, die überwiegend wirtschaftspolitische Ziele nennt, macht. Zu den wesentlichen Erfolgen des Forums gehört nunmehr auch die Einrichtung eines funktionstüchtigen Entwicklungsfonds, mit welchem verschiedene Hilfsprojekte unterstützt werden konnten. Dennoch hat die Initiative nach wie vor große Hürden zu überwinden, die zum Teil durch die geografische Entfernung der beteiligten Länder bedingt sind.
Inhaltsverzeichnis
Einführung
Forschungsinteresse
Quellen und Quellenkritik
Theoretischer Rahmen
Historischer Hintergrund & Entstehung des IBSA-Dialogforums
Süd-Süd-Kooperationen
Gründung des IBSA-Dialogforums
Ziele des IBSA-Dialogforums
Ausbau der wirtschaftlichen Kooperation & Handelsbeziehungen
Positionierung in den Internationalen Beziehungen
Umstrukturierung der Internationalen Beziehungen und Institutionen
Erhöhung des Lebensstandards & Entwicklungshilfe
Erfolge des IBSA-Dialogforums
Ausbau der wirtschaftlichen Kooperation & Handelsbeziehungen
Positionierung in den Internationalen Beziehungen
Umstrukturierung der Internationalen Beziehungen und Institutionen
Erhöhung des Lebensstandards & Entwicklungshilfe
Strategie und Positionierung Brasiliens innerhalb des IBSA-Dialogforums
Abgrenzung zur Gemeinschaft der BRICS-Staaten
Prognose & Conclusio
Quellen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die strategische Rolle des IBSA-Dialogforums zwischen Indien, Brasilien und Südafrika als Instrument zur Machtsteigerung und zur Förderung der Interessen von Schwellenländern. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie dieses Forum, insbesondere aus brasilianischer Sicht, zur Positionierung auf der globalen Bühne beiträgt und inwieweit es komplementär oder redundant zu den BRICS-Staaten existiert.
- Strategien zur Machtsteigerung im Rahmen internationaler Kooperation
- Die spezifische Rolle und außenpolitische Strategie Brasiliens innerhalb von IBSA
- Vergleich und Abgrenzung von IBSA gegenüber der BRICS-Initiative
- Herausforderungen und Erfolge der Süd-Süd-Kooperation
- Entwicklungshilfe und sozioökonomische Ziele der IBSA-Staaten
Auszug aus dem Buch
Historischer Hintergrund & Entstehung des IBSA-Dialogforums
Das IBSA-Dialogforum dient als Basis für die trilateralen Kooperationen und Verhandlungen zwischen Indien, Brasilien und Südafrika. Die drei Staaten aus drei Kontinenten sind, wie bereits erwähnt, Schwellenländer, die in ihrer jeweiligen Umgebung eine Führungsrolle einnehmen und eine rasante Entwicklung hinter sich haben. Die Kooperation der drei Staaten basiert auf unterschiedlichsten Motiven, auf die an späterer Stelle eingegangen werden soll, ist aber keineswegs vorbildlos.
So besteht das Konzept der Süd-Süd-Kooperationen bereits seit Jahrzehnten, wurde in der letzten Dekade aber stark transformiert (Vgl. Morais, 2010: S.3). Die Ursprünge des Konzeptes können bereits auf die diskursive Konstruktion eines unzulässig kohärenten, homogenisierenden Bildes der blockfreien „Dritte-Welt-Länder“, die gegen die Konsequenzen des Kolonialismus ankämpften, durch Harry Truman in den 1940er-Jahren zurückgeführt werden (Vgl. ed.). Bereits in den 1960ern begann die Idee schließlich an Bedeutung zu gewinnen und blieb bis in die 1980er-Jahre hinein höchst relevant (Vgl. IBSA/RIS, 2008: S.196). Dies liegt darin begründet, dass die Entwicklungsländer ihre ähnliche Vergangenheit und die ähnlichen Ziele einer neuen sozioökonomischen Weltordnung und des Ankämpfens gegen den Eurozentrismus als Basis einer erfolgreichen Zusammenarbeit erkannten (Vgl. Morais, 2010: S.3). Der Grund für jene frühen Süd-Süd-Kooperationen, die auch als die Wurzeln des IBSA-Forums gesehen werden können, kann auch wie folgt beschrieben werden: „Lack of financial and technological resources and the western apathy forced them [die Entwicklungsländer, Anm. der Autorin]to look to collective self-reliance as an engine of growth“ (IBSA/RIS, 2008: S.196).
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Legt das Forschungsinteresse dar, stellt die zentralen Leitfragen und definiert den theoretischen Rahmen sowie die methodische Vorgehensweise.
Historischer Hintergrund & Entstehung des IBSA-Dialogforums: Beleuchtet die Wurzeln des Forums im Kontext der Süd-Süd-Kooperationen und beschreibt die Gründungsumstände des Zusammenschlusses.
Ziele des IBSA-Dialogforums: Analysiert die angestrebten wirtschaftlichen, politischen und sozialen Ziele der Initiative auf internationaler und nationaler Ebene.
Erfolge des IBSA-Dialogforums: Evaluierte die bisherigen Errungenschaften, insbesondere bei der politischen Koordination und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit.
Strategie und Positionierung Brasiliens innerhalb des IBSA-Dialogforums: Untersucht die spezifische Rolle Brasiliens, dessen Interesse an einem assertiven internationalen Profil und dessen Instrumentalisierung des Forums.
Abgrenzung zur Gemeinschaft der BRICS-Staaten: Vergleicht die Strukturen, Ziele und Mitglieder von IBSA und BRICS und diskutiert das Potenzial von Doppelgleisigkeiten.
Prognose & Conclusio: Fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet die Zukunftsfähigkeit des Forums und gibt einen Ausblick auf die Rolle der Süd-Süd-Kooperation.
Quellen: Listet die verwendete wissenschaftliche Literatur, Reden und Berichte auf.
Schlüsselwörter
IBSA-Dialogforum, Brasilien, Indien, Südafrika, Süd-Süd-Kooperation, BRICS, Außenpolitik, Schwellenländer, internationale Beziehungen, Neo-Realismus, Weltwirtschaft, Machtpolitik, Entwicklungshilfe, globale Governance, Diplomatie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das 2003 gegründete IBSA-Dialogforum, das die drei führenden Schwellenländer Indien, Brasilien und Südafrika in einem trilateralen Rahmen zur Zusammenarbeit und Kommunikation vereint.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Schwerpunkte sind die politische und wirtschaftliche Kooperation zwischen den Mitgliedsstaaten, deren Bestreben nach globalem Einfluss sowie der Umgang mit entwicklungspolitischen Herausforderungen im Globalen Süden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es zu verstehen, welche Strategie das Forum zur Machtsteigerung verfolgt, wie Brasilien seine Position innerhalb des Zusammenschlusses stärkt und inwieweit das Forum neben den BRICS-Staaten eine Existenzberechtigung besitzt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin geht qualitativ und hermeneutisch vor und wertet deskriptive Sekundärliteratur, offizielle Reden, Kooperationsberichte und Protokolle aus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung, die detaillierte Analyse der Ziele und bisherigen Erfolge, die spezifische Rolle Brasiliens sowie einen Vergleich mit der BRICS-Initiative.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Süd-Süd-Kooperation, IBSA-Dialogforum, Machtsteigerung, brasilianische Außenpolitik, BRICS und globale Governance.
Warum wird IBSA als "Laboratorium" für den Globalen Süden bezeichnet?
Der Begriff unterstreicht, dass das Bündnis aus drei unterschiedlichen demokratischen Gesellschaften als ein Erprobungsraum für neue Formen der internationalen Kooperation und für die Stärkung von Demokratie in Entwicklungsländern angesehen werden kann.
Welche Rolle spielt die "Imagepolitik" bei der Mitgliederstruktur des Forums?
Die Arbeit deutet an, dass die bewusste Beschränkung auf drei Demokratien dazu diente, ein stabiles Netzwerk zu bilden und sich durch das "Image" als transparente Demokratien von autokratischeren Akteuren wie China oder dem historisch vorbelasteten Russland abzugrenzen.
Gibt es Konkurrenz zwischen IBSA und den BRICS-Staaten?
Es wird eine gewisse Redundanz und starke Überlappung konstatiert. Während BRICS stärker ökonomisch fokussiert ist, legt IBSA einen größeren Wert auf politische und soziale Ziele, was eine komplementäre Koexistenz möglich macht.
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- Claudia Liebeswar (Author), 2012, Brasilien im IBSA-Dialogforum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211568