In unserer heutigen Zeit gehört das Internet sowohl beruflich wie auch privat zum täglichen Gebrauch. Nicht nur die Kommunikation erfolgt über das weltweite Datennetz, auch alltägliche Tätigkeiten verlagern sich immer mehr in die virtuelle Welt. Angefangen mit Büchern und kleineren Gegenständen, werden große Internet-Auktionshäuser und –vermittler mittlerweile von Millionen Menschen zum Verkauf und zur Vermittlung von verschiedensten Dingen genutzt. Allein die Ebay GmbH, welche in Deutschland zu den Pionieren der Internetvermittlung gehört, hat ca. 23.85 Millionen angemeldete Mitglieder und erreicht damit nach eigenen Angaben 46,9 % aller Internet Nutzer in Deutschland. Auch im Automobilbereich hat sich der Internet-Trend etabliert. Im Gebrauchtwagensektor werden heute 95 % des Marktes von Online Portalen abgedeckt. Die Portale bieten hierbei die Plattform mit der sich Verkäufer und Käufer finden. Die Finanzierung erfolgt über Werbeeinblendungen und einem Beitrag der Benutzer, wobei für Privatnutzer dies auch teilweise kostenfrei ist. Im Bereich von Neufahrzeugen sind solche Modelle bisher noch weniger bekannt und etabliert, obwohl sich mittlerweile 32% der Deutschen vorstellen könnten ihr Fahrzeug auch im Internet zu kaufen. In anderen Ländern ist dieser Prozentsatz noch deutlich höher, speziell in Wachs-tumsmärkten wie Brasilien, Indien oder China.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Hinleitung zum Thema und Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
1.3 Begriffliche Abgrenzung
2. Entwicklung der Branche
2.1 Entwicklung Neuwagenmarkt 2002-2011
2.2 Entwicklung der Kfz-Vermittlung im Internet
3. Internet-Neuwagenvermittlung
3.1 Geschäftsmodell
3.2 Vermittlungsablauf
3.3 Rechtliche Rahmenbedingungen
3.3.1 Kaufprozess und seine Transaktionen
3.3.2 Vermittlungsvertrag aus Kundensicht
3.4 Zielgruppe für Internetvermittlung
3.5 Praxisbeispiele
3.5.1 SEAT @Mii
3.5.2 Preisvergleich Internetvermittler – Vertragshändler - UVP Hersteller
4. Marktsituation und -entwicklung
5. Handlungsakteure am Markt und ihre Chancen und Risiken
5.1 Internet-Vermittler
5.2 Autohäuser/Autohändler
5.3 Autohersteller
5.4 Kunden
6. Schlussbetrachtung
6.1 Tendenzen und Prognosen
6.2 Kritische Bewertung der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Geschäftsmodell der Internet-Neuwagenvermittler in Deutschland, analysiert deren Erfolgschancen im Vergleich zum konventionellen Autohandel und erforscht die Auswirkungen auf die beteiligten Handlungsakteure wie Hersteller, Händler und Kunden.
- Analyse der bestehenden Geschäftsmodelle für Internet-Neuwagenvermittlung.
- Untersuchung des Vermittlungsprozesses und der rechtlichen Rahmenbedingungen.
- Identifikation der Zielgruppen für den Online-Fahrzeugkauf.
- Bewertung von Marktpotentialen sowie Chancen und Risiken für beteiligte Akteure.
- Preisvergleich zwischen Online-Vermittlern und klassischen Vertragshändlern.
Auszug aus dem Buch
3.1 Geschäftsmodell
Nach eigenem Bekunden bildet Meinauto.de, eines der marktführenden Unternehmen im Bereich der Neuwagenvermittlung, „das fehlende Bindeglied zwischen Internetkunden und klassischem Filialhandel“. Mit klassischem Filialhandel sind die rund „18.000 Markenbetriebsstätten“, also Vertragshändler und Niederlassungen, in Deutschland gemeint. Diesen Markenbetriebsstätten gegenüber stehen nach Recherche des Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen etwa 30 Neuwagenvermittlungsplattformen im Internet, wobei die Studie vier Plattformen als die Wichtigsten bezeichnet. Dies sind Autohaus24, Carneoo, MeinAuto und PriceOptimizer.
Wie bereits in der Hinleitung zum Thema erläutert, werden mittlerweile 95% der Gebrauchtwagen in Deutschland über Online-Plattformen vermittelt. Allein die Plattform AutoScout24.de umfasst nach eigenen Angaben mittlerweile rund zwei Millionen Fahrzeuge.
Etwa seit 2006 hat sich diese Geschäftsidee auch auf den Neuwagenmarkt übertragen. Teilweise erwirtschaften Autohäuser mittlerweile bis zu 30% ihres Endkundengeschäfts über das Internet. Nach Professor Brachat, einem Experten auf dem Gebiet des Autohausmanagements, stellt das Internet heute sogar „einen weiteren Verkäufer“ dar. Auch finanzielle Aspekte spielen eine Rolle. Nach Professor Dudenhöffer, vom Center Automotive Research in Duisburg, fallen in Autohäusern jährlich 7,9 Milliarden Euro an Kosten für den Neuwagenvertrieb an. Internetvermittler müssen dem gegenüber nur etwa die Hälfte an Kosten aufbringen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die zunehmende Bedeutung des Internets beim Neuwagenkauf und stellt die Forschungsfrage nach den bestehenden Geschäftsmodellen und Erfolgschancen der Internetvermittler.
2. Entwicklung der Branche: Dieses Kapitel beleuchtet die Marktentwicklung des Neuwagengeschäfts von 2002 bis 2011 und den Aufstieg der Kfz-Vermittlung im Internet.
3. Internet-Neuwagenvermittlung: Das Hauptkapitel detailliert die Geschäftsmodelle, den konkreten Vermittlungsablauf, rechtliche Rahmenbedingungen sowie Praxisbeispiele inklusive eines Preisvergleichs.
4. Marktsituation und -entwicklung: Hier wird die aktuelle Marktsituation analysiert und eine Prognose für die kommenden Jahre anhand von Vermittlungszahlen erstellt.
5. Handlungsakteure am Markt und ihre Chancen und Risiken: Dieses Kapitel bewertet die spezifischen Auswirkungen und strategischen Optionen für Internet-Vermittler, Autohäuser, Hersteller und Kunden.
6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit endet mit einer Einschätzung zukünftiger Tendenzen und einer kritischen Bewertung der Gesamtergebnisse.
Schlüsselwörter
Internet-Neuwagenvermittlung, Geschäftsmodell, Neuwagenmarkt, Online-Plattformen, Vertragshändler, Preistransparenz, Vermittlungsvertrag, Kaufprozess, Automobilwirtschaft, Online-Konfigurator, Kundenzufriedenheit, Marktpotenzial, Preisvorteil, Mobilitätskonzepte, Autokauf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit befasst sich mit der Rolle von Internet-Neuwagenvermittlern als neuer Vertriebskanal in der deutschen Automobilbranche.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Schwerpunkte sind die Geschäftsmodelle der Online-Vermittler, der Vergleich der Preisstruktur zum klassischen Handel sowie die Analyse von Chancen und Risiken für alle beteiligten Marktakteure.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, bestehende Internet-Geschäftsmodelle für Neuwagen zu identifizieren, deren Erfolgschancen zu bewerten und Handlungsempfehlungen für Akteure in diesem Marktumfeld abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einer Analyse bestehender Studien, Branchenzahlen (z.B. vom Center Automotive Research) und dem Vergleich von Preismodellen anhand von Fallbeispielen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert den Vermittlungsprozess, die rechtliche Einordnung von Kauf- und Vermittlungsverträgen sowie die Marktbedeutung durch einen Preisvergleich zwischen Online-Angeboten und stationären Händlern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Internet-Neuwagenvermittlung, Online-Vertrieb, Preisvorteil, Markttransparenz und strategische Kooperationen definieren.
Wie unterscheidet sich der Vermittlungsprozess im Internet vom klassischen Kauf?
Während beim klassischen Kauf der Kunde direkt beim Autohaus bestellt, schaltet der Internet-Vermittler einen Vermittlungsvertrag zwischen Kunde und Händler, wobei er selbst auf Provisionsbasis vom Händler vergütet wird.
Warum ziehen Kunden den Online-Kauf vor?
Laut Studie sind die Hauptgründe die erwarteten Preisnachlässe, die Einfachheit und Geschwindigkeit der Abwicklung sowie die Vermeidung direkter Preisverhandlungen mit dem Händler.
- Citation du texte
- Heiko Garbe (Auteur), 2012, Geschäftsmodelle und Erfolgschancen deutscher Neuwagenvermittler im Internet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211620