Die Oktoberrevolution war die Vollendung des Lebenswerks Lenins. Ein Komplex von
öconomischen und militärischen, von politischen und historischen, von nationalen und
internationalen Umständen, worunter wieder die öconomischen die entscheidenden waren,
dann auch die durch den ersten Weltkrieg aufgerüttelten Volksmassen, gaben ihm die
Gelegenheit, die vorwiegend von ihm ausgearbeitete Theorie des Bolschewismus in die
gesellschaftliche Praxis seines Geburtslandes umzusetzen. Russland brach im Krieg als erste
Nation zusammen, erwies sich nach einem geflügeltem Wort Lenins als "schwächstes Glied
in der Kette" des Imperialismus. Man kann daher getrost von einer "Leninschen
Oktoberrevolution" sprechen und schreiben. Der Anspruch dieser Revolution war in der Bahn
der marxistischen Theorie kein geringer, sie, laut Lenin die tiefste der Weltgeschichte, sollte
die "Vorgeschichte der menschlichen Gesellschaft" beenden, wie Karl Marx es im Vorwort
zur "Kritik der politischen Ökonomie" aus dem Jahre 1859 formuliert hatte. Hundert Jahre,
nachdem David Ricardo sein Werk "On the Principles of Political Economy" veröffentlicht
hatte, in dem er widerlegte, dass der Arbeitslohn den Warenpreis bestimme, schickten sich
Lenin und seine Bolschewiki an, das Lohnsystem und den Charakter des Arbeitsproduktes als
Ware überhaupt aufzuheben. Eine neue Arbeit hat die Menschheit mit der Oktoberrevolution
nicht begonnen, ihre bisherige alte Arbeit sollte nur mit Bewußtsein ausgeführt werden.
"Die Natur hat Millionen Jahre gebraucht, um bewußte Lebewesen hervorzubringen, und nun
brauchen diese bewußten Lebewesen Tausende von Jahren, um bewußt zusammen zu
handeln; bewußt nicht nur ihrer Handlungen als Individuen, sondern auch ihrer Handlungen
als Masse; zusammen handeln und gemeinsam ein im voraus gewolltes gemeinsames Ziel
verfolgend. Jetzt haben wir das beinahe erreicht. Und diesen Prozess zu beobachten, diese
sich nähernde Herausbildung von etwas in der Geschichte unserer Erde noch nie
Dagewesenem, scheint mir ein Schauspiel, das des Betrachtens wert ist, und während meines
ganzen vergangenen Lebens konnte ich die Augen nicht davon wenden". [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1. Dialektik der Oktoberrevolution
2.2. Rolle der Räte und der Partei
2.3. Sozialismus und Imperialismus
2.4. Scheitern der Revolution und historische Bilanz
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die dialektischen Prozesse und widersprüchlichen Entwicklungen der russischen Oktoberrevolution unter Lenin, mit einem besonderen Fokus auf das Spannungsfeld zwischen Theorie und gesellschaftlicher Praxis sowie der globalen Dimension der Revolution.
- Die Rolle von Lenins Theorie in der Oktoberrevolution
- Die Dynamik der Doppelherrschaft und die Bedeutung der Sowjets
- Das Verhältnis zwischen Russland und Deutschland im Kontext der Weltrevolution
- Die Transformation von der revolutionären Aufbruchsstimmung zur autoritären Diktatur
- Die Kritik am Personenkult und die Analyse der marxistischen Ideologie
Auszug aus dem Buch
Zur Dialektik in Lenins Oktoberrevolution
Die Oktoberrevolution war die Vollendung des Lebenswerks Lenins. Ein Komplex von öconomischen und militärischen, von politischen und historischen, von nationalen und internationalen Umständen, worunter wieder die öconomischen die entscheidenden waren, dann auch die durch den ersten Weltkrieg 1. aufgerüttelten Volksmassen, gaben ihm die Gelegenheit, die vorwiegend von ihm ausgearbeitete Theorie des Bolschewismus in die gesellschaftliche Praxis seines Geburtslandes umzusetzen. Russland brach im Krieg als erste Nation zusammen, erwies sich nach einem geflügeltem Wort Lenins als "schwächstes Glied in der Kette" des Imperialismus. Man kann daher getrost von einer "Leninschen Oktoberrevolution" sprechen und schreiben. Der Anspruch dieser Revolution war in der Bahn der marxistischen Theorie kein geringer, sie, laut Lenin die tiefste der Weltgeschichte, sollte die "Vorgeschichte der menschlichen Gesellschaft" beenden, wie Karl Marx es im Vorwort zur "Kritik der politischen Ökonomie" aus dem Jahre 1859 formuliert hatte.
Hundert Jahre, nachdem David Ricardo sein Werk "On the Principles of Political Economy" veröffentlicht hatte, in dem er widerlegte, dass der Arbeitslohn den Warenpreis bestimme, schickten sich Lenin und seine Bolschewiki an, das Lohnsystem und den Charakter des Arbeitsproduktes als Ware überhaupt aufzuheben. Eine neue Arbeit hat die Menschheit mit der Oktoberrevolution nicht begonnen, ihre bisherige alte Arbeit sollte nur mit Bewußtsein ausgeführt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die dialektische Betrachtung der Oktoberrevolution als Vollendung des Lebenswerks von Lenin innerhalb eines komplexen Gefüges aus ökonomischen und historischen Umständen.
2. Hauptteil: Analyse der revolutionären Dynamiken, der strategischen Entscheidungen Lenins, der Rolle der Sowjets und des gescheiterten Versuchs der Weltrevolution im Kontext des Ersten Weltkriegs und der frühen Sowjetunion.
Schlüsselwörter
Oktoberrevolution, Lenin, Bolschewiki, Sozialismus, Imperialismus, Sowjets, Doppelherrschaft, Weltrevolution, Dialektik, Klassenkampf, Marxismus-Leninismus, Räterepublik, NEP, Arbeiterklasse, Revolutionäre Praxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die historische und dialektische Bedeutung der russischen Oktoberrevolution und ihre Einordnung in die marxistische Theorie sowie ihre Auswirkungen auf die Entwicklung der Sowjetunion.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Rolle Lenins, die Funktion der Räte, die Interdependenz von russischer und deutscher Revolution sowie die Problematik des Übergangs zum Sozialismus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Oktoberrevolution nicht nur als historisches Ereignis, sondern als dialektischen Prozess mit all seinen Widersprüchen und dem Anspruch auf eine fundamentale gesellschaftliche Umwälzung zu verstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine historisch-dialektische Methode, die sich auf klassische marxistische Schriften und deren Anwendung auf die konkreten historischen Ereignisse von 1917 bis in die Zeit der Sowjetunion stützt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der Verlauf der Revolution, die Bedeutung der Aprilthesen, die Rolle der Sowjets gegenüber der Provisorischen Regierung und die kritische Auseinandersetzung mit späteren Entwicklungen wie der NEP analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Oktoberrevolution, Leninismus, Doppelherrschaft, Klassenkampf und die Analyse der gescheiterten Weltrevolution.
Wie bewertet der Autor die Rolle der Sowjets?
Der Autor sieht in den Sowjets eine antiparlamentarische Organisationsform, die jedoch im Verlauf der Ereignisse unter das Primat der bolschewistischen Partei geriet.
Welche Bedeutung misst der Autor dem Bündnis zwischen Russland und Deutschland bei?
Das Bündnis wird als eine strategische Schlüsselkonjunktion angesehen, deren Scheitern die erhoffte Weltrevolution maßgeblich beeinträchtigte und zur Isolierung des sowjetischen Staates führte.
- Arbeit zitieren
- Heinz Ahlreip (Autor:in), 2013, Eins teilt sich in zwei - Zur Dialektik in Lenins Oktoberrevolution, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211625