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Die jungtürkische Revolution von 1908 - 1918

Terrorregime oder Modernisierungsgarant?

Título: Die jungtürkische Revolution von 1908 - 1918

Trabajo de Seminario , 2010 , 15 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Linda Krause (Autor)

Política - Región: Oriente Medio
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Die jungtürkische Revolution der Jahre 1908 bis 1918 stellt eines der entscheidendsten Ereignisse der türkischen Geschichte im 20. Jahrhundert dar. Mit dem Offiziersputsch in Saloniki endete de facto die autokratische Herrschaft Abdülhamids II. und es konnte sich eine politisch motivierte Gruppe, vornehmlich junger Oppositioneller, an der Spitze des osmanischen Staatsgefüges etablieren. Während der zehnjährigen Herrschaft der sogenannten "Jungtürken" wurden zahlreiche zukunftsweisende Reformen in Angriff genommen, die Verfassung wieder eingeführt und zaghafte Schritte hin zur Frauenemanzipation unternommen. Doch diese Beschreitung eines demokratischen Weges durch die anfänglich gesamtosmanische Gruppierung wurde durch den Nationalismus der vorherrschenden Türken gebremst und verkehrte sich spätestens 1913, mit der Errichtung des jungtürkischen Triumvirats, in eine Rassen und Glauben diskriminierende Diktatur. Die Zeit der jungtürkischen Revolution bietet ein ambivalentes Bild des niedergehenden Osmanischen Reichs an seiner Wende zu einem modernen Staat. Einerseits verkörperte die jungtürkische Bewegung zu Beginn die Hoffnung auf eine geeinte Nation, ohne Diskriminierungen von Muslimen, Juden, Christen, Arabern, Slawen oder Armeniern. Andererseits artete der überschwängliche Chauvinismus nach kurzer Zeit in eine Phase der Türkifizierung und den ersten großen europäischen Genozid des 20. Jahrhunderts aus. Das Ziel dieser Arbeit ist es, einen Einblick in die rund zwanzigjährige jungtürkische Bewegung zu geben und dabei die Überwindung des autokratischen Sultanats und das "Vorstadium" der modernen Türkei zu skizzieren. Von Interesse wird dabei sein, wie sich aus der studentischen Opposition, welche noch am Ende des 19. Jahrhunderts die von der Hohen Pforte verkündeten Armenier-Pogrome aufs Schärfste verurteilt hatte, eine intolerante Diktatur entwickeln konnte, die für den Tod hunderttausender Armenier verantwortlich war. Waren die Jungtürken die ersehnten und notwendigen Führer in eine moderne Türkei, oder übten sie nur eine machtbesessene Terrorherrschaft aus?
Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, wird zunächst die Entstehung der jungtürkischen Opposition beschrieben, dabei wird auf die ersten Geheimkomitees eingegangen und der Aufstieg der Regimegegner dargestellt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Die jungtürkische Revolution – Verbindungsglied zwischen Ancien Régime und moderner Türkei

2. Die Anfänge der Jungtürken

3. Die junktürkische Revolution

3.1 Der Umsturz

3.2 Die jungtürkische Herrschaft

3.2.1 Die "liberale" Frühphase

3.2.2 Die türkische Diktatur

3.3 Das Ende der Revolution

4. Schlussbetrachtung

5. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die rund zwanzigjährige Bewegung der Jungtürken und analysiert, wie sich die ursprünglich studentische, auf Liberalisierung und Modernisierung ausgerichtete Opposition in ein nationalistisches Terrorregime verwandeln konnte, das maßgeblich für den Untergang des Osmanischen Reiches mitverantwortlich war.

  • Entstehung und Radikalisierung der jungtürkischen Oppositionsbewegung
  • Der Prozess der Machtergreifung und der Wandel zur nationalistischen Diktatur
  • Die Rolle des Triumvirats und die Auswirkungen der "Türkifizierung"
  • Der Einfluss außenpolitischer Krisen und der Erste Weltkrieg auf das Ende der Revolution
  • Die ambivalente historische Bewertung zwischen Modernisierung und Verfolgung

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Die türkische Diktatur

Die Revolution hatte in der kurzen Zeit ihrer Herrschaft einen Krieg nach dem anderen auszukämpfen. Nach der Tripoliskrise 1911 erhoben sich auch die Balkanvölker gegen die geschwächte Herrschaft der Osmanen. Auf den genauen Verlauf der beiden Balkankriege von 1912/13 soll im Folgenden nicht eingegangen werden. Von Relevanz für die Revolution waren die Folgen der enormen Gebietsverluste. Nach den Balkankriegen war die ehemalige Herrschaft über weite Teile des Balkans dahin. Das Osmanische Reich war in Europa auf die heutigen Grenzen der Türkei reduziert worden und hatte in wenigen Jahren jungtürkischer Herrschaft weit größere Gebietsverluste hinnehmen müssen als in der langen Herrschaftsperiode Sultans Abdülhamids II.

Nachdem die jungtürkische Herrschaft von einer Krise in die nächste geriet, verschärfte sich der Widerstand gegen das neue Regime im Osmanischen Reich immer stärker. Die führenden Schichten im Staat sowie weite Teile der muslimischen Bevölkerung wollten sich nicht mit den territorialen Verlusten abfinden. Vor allem Saloniki sollte wegen seines hohen Symbolwertes für die Revolution wiedererobert werden.

Schließlich kam es im Januar 1913, als Folge der massiven Unzufriedenheit im Volk, zu einem erneuten Staatsstreich der Nationalisten. Nach dem Sturz der liberalen Regierung setzte sich eine diktatorische Führungselite an die Spitze des Staates, welche die Türkifizierungspolitik wieder aufnahm. Als schließlich im Juni 1913 liberale Jungtürken ein tödliches Attentat auf Mahmut Sevket Pascha, einer wichtigen Person der neuen jungtürkischen Herrschaft, verübten, war die Phase des Pluralismus endgültig beendet. De facto übernahm von da an das sogenannte "jungtürkische Triumvirat" die Herrschaft über die Türkei. Bis zum Ende der Revolution sollten die chauvinistischen Türken Enver Pascha, Cemal Pascha und Talat Pascha eine diktatorische Herrschaft ausüben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die jungtürkische Revolution – Verbindungsglied zwischen Ancien Régime und moderner Türkei: Dieses Kapitel führt in die historische Bedeutung der Bewegung ein und stellt die Forschungsfrage nach dem Charakter des Regimes zwischen Modernisierung und Terror.

2. Die Anfänge der Jungtürken: Hier wird die Entstehung der studentischen Opposition gegen Sultan Abdülhamid II. und die Gründung der "Gesellschaft für osmanische Einheit" beschrieben.

3. Die junktürkische Revolution: Dieser Hauptteil beleuchtet den militärischen Umsturz, die liberale Frühphase, die Konsolidierung der Diktatur unter dem Triumvirat und den fatalen Kriegseintritt.

4. Schlussbetrachtung: Das Fazit bewertet die Rolle der Jungtürken als ambivalentes Bindeglied zwischen dem Osmanischen Reich und der modernen Türkischen Republik.

5. Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten deutschen wissenschaftlichen Standardwerke zum Thema.

Schlüsselwörter

Jungtürken, Osmanisches Reich, Revolution, Triumvirat, Türkifizierung, Enver Pascha, Armenier, Modernisierung, Diktatur, Nationalismus, Sultan Abdülhamid II., Erster Weltkrieg, Saloniki, Reformpolitik, Minderheiten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der jungtürkischen Bewegung zwischen 1908 und 1918 im Osmanischen Reich.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Transformation von einer liberalen Oppositionsgruppe zu einer nationalistischen Diktatur sowie die damit einhergehenden Reformversuche und Menschenrechtsverletzungen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, das "Vorstadium" der modernen Türkei zu skizzieren und zu klären, ob die Jungtürken notwendige Modernisierer oder lediglich machtbesessene Akteure einer Terrorherrschaft waren.

Welche methodische Vorgehensweise liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung der deutschsprachigen Fachliteratur zur türkischen Geschichte, um die verschiedenen Phasen der jungtürkischen Herrschaft historisch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Oppositionsanfänge, den militärischen Umsturz von 1908, die liberale Phase sowie die spätere diktatorische Herrschaft des Triumvirats und deren Ende durch den Ersten Weltkrieg.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Jungtürken, Triumvirat, Türkifizierung, Reformpolitik und der Armenier-Genozid als dunkles Kapitel der Ära.

Warum wird die Rolle der Jungtürken als "zwiespältig" bezeichnet?

Obwohl sie mit Reformen den Grundstein für die spätere Republik unter Atatürk legten, waren ihre nationalistische Politik und der daraus resultierende Terror gegen Minderheiten verheerend.

Was war der "Jungtürkenprozess" von 1919?

Dies war ein juristischer Prozess nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, in dem führende Jungtürken für ihre Beteiligung an Deportationen und Kriegsverbrechen verurteilt wurden.

Final del extracto de 15 páginas  - subir

Detalles

Título
Die jungtürkische Revolution von 1908 - 1918
Subtítulo
Terrorregime oder Modernisierungsgarant?
Universidad
Technical University of Chemnitz
Curso
Das Osmanische Reich und Europa
Calificación
2,0
Autor
Linda Krause (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
15
No. de catálogo
V211633
ISBN (Ebook)
9783656394099
ISBN (Libro)
9783656394464
Idioma
Alemán
Etiqueta
Jungtürken
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Linda Krause (Autor), 2010, Die jungtürkische Revolution von 1908 - 1918, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211633
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