Auch diese Hausarbeit soll sich mit einem Drama Georg Büchners auseinandersetzen. Dabei werden am Beispiel des Dramas Danton’s Tod die Urteile der Zeitgenossen Büchners genauer untersucht, um so die vorherrschende Ablehnung des Werkes zur damaligen Zeit zu klären. Zuvor muss jedoch der historische Hintergrund, der maßgeblich zur Entstehung des Dramas beitrug, untersucht werden, um so die damaligen politischen Verhältnisse, die bei der Ablehnung des Werkes eine wichtige Rolle spielten, verstehen zu können
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historischer Hintergrund und die Entstehung Danton’s Tod
3. Die Urteile der Zeitgenossen
4. Fazit
5. Bibliographische Angaben
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zeitgenössische Rezeption von Georg Büchners Drama "Danton’s Tod" im 19. Jahrhundert. Ziel ist es, die Gründe für die weit verbreitete Ablehnung des Werkes zu analysieren, wobei insbesondere der Einfluss politischer Auseinandersetzungen im Vormärz sowie die bewusste Abkehr Büchners von traditionellen dramatischen Gestaltungsmitteln beleuchtet werden.
- Historische Rahmenbedingungen der Restaurationszeit
- Entstehungsgeschichte und redaktionelle Eingriffe bei "Danton’s Tod"
- Analyse der zeitgenössischen Literaturkritik
- Gestaltung des Helden und Aufbau des Dramas
- Politische Dimension der Rezeption
Auszug aus dem Buch
3. Die Urteile der Zeitgenossen
1835 erschien Danton’s Tod. Dramatische Bilder aus Frankreichs Schreckensherrschaft in ungefähr 400 Exemplaren. Während Gutzkow, der sich als Büchners Entdecker sah, das Werk vorab mit Lob überhäufte, hielten sich weitere Kritiker doch eher zurück. „‚Über ihren Danton hör ich sonst nichts‘, berichtete Gutzkow […] Büchner, der in Straßburg von der deutschen Literaturgeschichte ziemlich abgeschnitten war“.
Dennoch folgten einzelne Kritiken, wie z. B. von Ludolf Wienbarg, der das Buch „mit Vergnügen“ gelesen hatte. Auch andere Kritiker wie „Das Brockhausche Repetorium“ oder die „Abend-Zeitung“ nutzten nur wenige Worte, um Büchners Werk zu rezensieren. Die Literaturkritik im „Repertorium der gesammten deutschen Literatur“ des Leipziger-Brockhaus-Verlages fiel dabei recht negativ aus. „Es sind Bilder, kein streng zusammenhängendes Ganzes“, wurde geschrieben, „Die Charaktere der Personen, welche die Höllenmaschine der Revolution damals in Gang hielten, wiederzugeben, ist bei der Menge des historisch Ueberlieferten nicht schwer“, dennoch habe Büchner „Danton’s Lebensüberdruss gut geschildert“, doch ein „dramatischer ‚Held‘ könne Danton dadurch nicht sein“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung Georg Büchners und Formulierung der Leitfrage zur Ablehnung seines Dramas durch die Zeitgenossen.
2. Historischer Hintergrund und die Entstehung Danton’s Tod: Darstellung der politischen Verhältnisse der Restaurationszeit und Erläuterung der Umstände, die zur Entstehung und Bearbeitung des Dramas führten.
3. Die Urteile der Zeitgenossen: Analyse der verschiedenen zeitgenössischen Rezensionen sowie Untersuchung der formalen und inhaltlichen Gründe, die zur kritischen Ablehnung des Stückes führten.
4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, die zeigt, dass die Ablehnung primär auf politischen Fehden beruhte, statt lediglich auf künstlerischen Mängeln.
5. Bibliographische Angaben: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Georg Büchner, Danton’s Tod, Vormärz, Literaturkritik, Restaurationszeit, Französische Revolution, Dramentheorie, Rezeptionsgeschichte, Zensur, Junges Deutschland, Geschichtsdrama, Unsittlichkeit, Realismus, politisches Drama, Macht der Masse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die zeitgenössische Aufnahme des Dramas "Danton’s Tod" von Georg Büchner und hinterfragt die Gründe für dessen negative Rezeption im 19. Jahrhundert.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen der historische Kontext der Restaurationszeit, die politischen Spannungen im Vormärz, die literaturkritische Aufnahme sowie die ästhetischen Neuerungen Büchners.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob die Ablehnung des Werkes primär aus formalen Gestaltungsmerkmalen resultierte oder vielmehr eine politisch motivierte Fehde widerspiegelte.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, wertet historische Quellen, Briefe und zeitgenössische Rezensionen aus und kontrastiert diese mit dem Forschungsstand.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des historischen Hintergrunds, die Analyse der zeitgenössischen Kritiken und eine Untersuchung der innovativen dramatischen Gestaltung des Stückes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Danton’s Tod, Restaurationszeit, politisches Drama, Rezeptionsgeschichte und literarische Zensur.
Warum kritisierte das zeitgenössische Publikum das Drama als "unsittlich"?
Das biedermeierliche Publikum war an eine Darstellung der heilen Welt gewöhnt und interpretierte die realistische Schilderung von Gewalt, Sexualität und die historische Authentizität als moralisch anstößig.
Welche Rolle spielten politische Gruppierungen bei der Bewertung des Stückes?
Es zeigt sich, dass Autoren des "Jungen Deutschland" das Drama meist positiv bewerteten, während konservative Kritiker es aufgrund der revolutionären Thematik ablehnten, um Anhänger des Liberalismus abzuschrecken.
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- Anika Kiehlmann (Author), 2013, Georg Büchner: Danton’s Tod „Die Urteile der Zeitgenossen“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211677