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Bewegungspädagogik mit geistig behinderten Erwachsenen

Title: Bewegungspädagogik mit geistig behinderten Erwachsenen

Seminar Paper , 2003 , 13 Pages , Grade: 1

Autor:in: Johannes Wiesner (Author)

Didactics - Sport, Sport Pedagogy
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Einleitung

Sport oder Bewegung mit Sondergruppen ist seit ca. 50 Jahren ein sich rasant ausbreitendes Feld in der sportwissenschaftlichen Theorie und Praxis. Es umfasst sowohl empirische und hermeneutische, am stärksten aber wohl die phänomänologischen Themenfelder der Sport- und Bewegungswissenschaft wie die Sportpädagogik, -didaktik, -soziologie und -psychologie.
Es ist deshalb schwierig, den Umfang dieses Fachgebietes geschlossen darzustellen und daher unerlässlich, die Inhalte und Zielstellungen interdisziplinär zu orientieren.
Geistigbehinderte wurden in der Geschichte stets sehr unterschiedlich und kompliziert verstanden und auch behandelt.
In der Blüte Spartas wurden Geistigbehinderte komplett aus der Gesellschaft entfernt, denn man nahm an, dass sie die Strafe Gottes für die Sünden der Vorfahren seien.
In Rom empfahl Seneca erstmals Schwachsinnige ins Haus aufzunehmen und sie menschenwürdig zu behandeln.
"Nach Zeiten der Ablehnung, der bloßen Bewahrung und vereinzelter Erziehungsversuche finden sich erst seit dem vergangenen Jahrhundert kontinuierliche Erziehungsbemühungen um das geistig behinderte Kind." (Bach, 2000, 2)
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Behinderungsformen und die verschiedenen Aspekte des pädagogischen Auftrags des Erziehenden

2.1 Kennzeichnung und Eingrenzung der Zielgruppe

2.2 Prinzipien der Geistigbehindertenpädagogik

2.3 Bedeutung und Ziele der Bewegungspädagogik

3 Die bewegungspädagogische Erreichbarkeit geistig behinderter Erwachsener

3.1 Wie sind geistig behinderte Menschen erreichbar?

3.2 Spiele als idealer Rahmen um mit Gruppen geistig behinderter Erwachsener zu interagieren

4 Resümee und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und praktische Umsetzung der Bewegungspädagogik für geistig behinderte Erwachsene. Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch gezielte sportpädagogische Interventionen die Lebensqualität, soziale Integration und Selbstverwirklichung dieser Zielgruppe gefördert werden können.

  • Historische Entwicklung des Umgangs mit geistig behinderten Menschen
  • Differenzierung von Behinderungsformen und deren pädagogische Relevanz
  • Prinzipien der Geistigbehindertenpädagogik im Kontext der Sportausübung
  • Methodische Ansätze zur bewegungspädagogischen Erreichbarkeit der Zielgruppe
  • Die Rolle des Spiels als soziales und integratives Interaktionsmittel

Auszug aus dem Buch

Spiele als idealer Rahmen um mit Gruppen geistig behinderter Erwachsener zu interagieren

Bereits Guthsmuths war der festen Überzeugung, dass Bewegungsspiele einen ganzen Kanon von Tugenden des Menschen fördern können. Eigenschaften wie Gerechtigkeitssinn, Charakterstärke, Geduld, Ausdauer, Zähigkeit, Mut, Unterordnung, Gehorsam, Willensstärke und Siegeswille sind Attribute, die das sportliche Spiel kennzeichnen.

"Das Bewegungsspiel wurde vor allem deswegen geschätzt, weil es zur Verwirklichung von Erziehungsidealen eingesetzt werden konnte." (Meinberg, 1991, 229).

Die Bedeutung von Sport wird meist in den klassischen motorischen Kategorien Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination erfasst. Das Bewegungsspiel vereint und verlangt diese Faktoren auf einer Ebene des spielerischen Miteinander, anstelle des sporttypischen leistungsbezogenen Gegeneinander.

Laut Gerhard Huber gilt das Spiel als Grundbedürfnis des menschlichen Daseins, alternative zur Alltäglichkeit, als zweckfreies Handel und erlebte Spannung. Desweiteren ist es durch eine Möglichkeit zum Probehandeln (als Scheinwirklichkeit), als freies und kreatives, dabei jedoch regelgeleitetes Handeln, das in Ablauf und Struktur variiert werden kann, determiniert.

Geistigbehinderte Erwachsene haben durch eine Kommunikationsarmut im Arbeits- und Alltagsleben und durch eine gewisse Ausgrenzung in der Gesellschaft als Ganzes, ein deutliches Defizit an sozialer Interaktion. Da Spiele mit Mitspielern, also in der Gruppe ausgeführt werden, erleben diese Menschen dabei ein sozio-integratives Gemeinschaftsgefühl, was einerseits Kriterium für sinnvoll erlebte Freizeit ist, als auch Möglichkeit zu sozialem Probehandeln. "Spiele initiieren und fördern soziale Interaktion." ( Huber, 1996, 148).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über die Entwicklung der Sportpädagogik mit Sondergruppen und beleuchtet den historischen Wandel im Umgang mit geistig behinderten Menschen.

2 Behinderungsformen und die verschiedenen Aspekte des pädagogischen Auftrags des Erziehenden: Dieses Kapitel klassifiziert verschiedene Behinderungsformen und leitet daraus die pädagogischen Grundprinzipien für den Umgang mit betroffenen Erwachsenen ab.

3 Die bewegungspädagogische Erreichbarkeit geistig behinderter Erwachsener: Hier wird analysiert, wie geistig behinderte Menschen durch Bewegungsmethoden und Spielformen in ihrer Lebenswelt erreicht und gefördert werden können.

4 Resümee und Ausblick: Das Kapitel fasst die Bedeutung der Bewegungspädagogik für die soziale Integration zusammen und fordert die Integration moderner Sport- und Entspannungsformen in sonderpädagogische Konzepte.

Schlüsselwörter

Bewegungspädagogik, geistige Behinderung, Sportpädagogik, soziale Integration, Sonderpädagogik, motorische Handlungskompetenz, Lebensqualität, Spielpädagogik, Selbstverwirklichung, Inklusion, Wahrnehmungsförderung, Kommunikation, Gruppeninteraktion, Alltagsmaterialien, Freizeitpädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Begründung und praktischen Anwendung bewegungspädagogischer Konzepte in der Arbeit mit geistig behinderten Erwachsenen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Schwerpunkten zählen die historischen Hintergründe, die Klassifikation von Behinderungsformen, die Prinzipien der Geistigbehindertenpädagogik sowie die didaktische Bedeutung von Bewegung und Spiel.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Nutzen von Sport und Bewegung für die soziale Teilhabe, das Selbstbewusstsein und die Selbstverwirklichung geistig behinderter Menschen wissenschaftlich darzulegen.

Welche methodischen Ansätze werden verfolgt?

Die Arbeit stützt sich auf eine interdisziplinäre sportwissenschaftliche Betrachtung, die pädagogische, psychologische und soziologische Aspekte integriert.

Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die spezifische Erreichbarkeit der Zielgruppe durch Bewegung, die Einbindung von Alltagsmaterialien und die Funktion des Spiels als integratives Element.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bewegungspädagogik, soziale Integration, Selbstverwirklichung und sonderpädagogische Förderung definiert.

Warum ist der kreative Einsatz von Alltagsmaterialien im Sport so wichtig für die Zielgruppe?

Alltagsmaterialien schaffen einen Bezug zum täglichen Leben, erleichtern das Verständnis von Aufgaben durch die Vorstellungskraft und fördern die praktische Handlungsfähigkeit.

Welche Rolle spielt das "Miteinander" gegenüber dem "Gegeneinander" in den empfohlenen Sporteinheiten?

Da es bei der Zielgruppe um soziale Integration und den Abbau von Defiziten geht, steht das kooperative Erleben im Vordergrund, damit sich kein Teilnehmer ausgegrenzt fühlt.

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Details

Title
Bewegungspädagogik mit geistig behinderten Erwachsenen
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Sportinstitut)
Course
Seminar Sportpädagogik
Grade
1
Author
Johannes Wiesner (Author)
Publication Year
2003
Pages
13
Catalog Number
V21170
ISBN (eBook)
9783638248471
ISBN (Book)
9783640870097
Language
German
Tags
Bewegungspädagogik Erwachsenen Seminar Sportpädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Wiesner (Author), 2003, Bewegungspädagogik mit geistig behinderten Erwachsenen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21170
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