Heute können Frauen sich ohne große Probleme Wissen aneignen und so Bildung erlangen. Sie emanzipieren sich in der Welt und sind für sich selbst verantwortlich. Auch wenn es zweifellos eine nicht zu leugnende Zahl an Frauen gibt, die in einer gewissen Abhängigkeit zu ihrem Umfeld leben, so bleibt den meisten eine institutionalisierte Bildung und somit ein gleichwertiges Leben neben dem Mann nicht mehr verschlossen.
Doch im 18. Jahrhundert war dies noch nicht der Fall. Denn Frauen wurden so weit wie möglich von der Öffentlichkeit und der damit verbundenen Bildung ausgeschlossen. Doch was waren die Gründe dafür, dass die Frauen vor 200 Jahren in diesen sozialen Schranken lebten? Gab es Bereiche oder Orte, an denen sich Gelehrte mit der weiblichen Bildung auseinandersetzten? Erschienen im Jahrhundert der Aufklärung auch Frauen, welche sich für die heute selbstverständliche Gleichberechtigung einsetzten?
All diese Fragen werde ich in meiner Arbeit behandeln. Da dieses Thema einen sehr großen Bereich in der Frauenbildung darstellt, werde ich mich vor allem auf die Situation der Frauen in Deutschland beziehen.
Meine Arbeit habe ich unterteilt in zwei wesentliche Punkte. Die Vorüberlegungen, in denen ich zuerst den Begriff der Bildung definiere, danach die Benachteiligung der Frau in ihrer Entwicklung betrachte und zum Schluss kurz das 18. Jahrhundert in Deutschland darstelle, sollen einen ersten Einblick liefern. Weibliche Bildung zeigt in vier Kapiteln auf, wie die Mädchen und Frauen in der Gesellschaft, Pädagogik und Literatur betrachtet und behandelt wurden.
Außerdem möchte ich hier aufzeigen, dass die Emanzipation der Frau in dieser Zeit ihren Anfang genommen hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorüberlegungen
2.1. Der Bildungsbegriff heute und im 18. Jahrhundert
2.2. Beginn der Benachteiligung der Frauen in den früheren Jahrhunderten
2.3. Die Gesellschaft des 18. Jahrhundert
3. Weibliche Bildung
3.1. „Bestimmung der Frau zur Gattin, Hausfrau und Mutter“
3.2. Literatur für Frauen: Moralische Wochenschriften
3.3. Rousseaus „Emile“ und die Rezeption durch die Philanthropen
3.4. Die Loslösung aus den gesellschaftlichen Schranken
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung weiblicher Bildung im 18. Jahrhundert in Deutschland unter Berücksichtigung gesellschaftlicher, pädagogischer und literarischer Einflüsse sowie den Beginn der Emanzipationsbewegung.
- Der Wandel des Bildungsbegriffs im Zeitalter der Aufklärung
- Die gesellschaftliche Rolle und die „Bestimmung“ der Frau
- Einfluss moralischer Wochenschriften auf die Bildung von Frauen
- Die Rolle von Salons als Orte der emanzipatorischen Entwicklung
- Analyse pädagogischer Strömungen und ihrer Wirkung auf das weibliche Geschlecht
Auszug aus dem Buch
3.4. Die Loslösung aus den gesellschaftlichen Schranken
In der Mitte des Jahrhunderts mehrten sich schließlich die Stimmen, welche die Gleichberechtigung der Frauen und weibliche Bildung forderten. Unter ihnen waren auch zahlreiche Frauen, die sich für die Aufhebung der Hierarchieverhältnisse im Haushalt einsetzten. Es gibt viele Beispiele zu nennen, welche zeigen, dass auch Mädchen sich bilden.
Anna Christina Ehrenfried von Balthasar erhielt schon in jungen Jahren das Diplom in Philosophie. Zwar war dieses begünstigt durch den Vater, der Professor an der Universität Greifswald war. Jedoch ging ihrem Werdegang das selbstständige Studium in Sprachen, Musik, Malerei, Philosophie und Rechtswissenschaften voraus. Dorothea Schlözer hingegen galt als das „Experiment in der polemischen Auseinandersetzung mit Johann Bernhard Basedow“. Ihr Vater brachte entgegen Basedows Meinung, Mädchen bräuchten keine weitgehende Bildung, um im Leben bestehen zu können, Dorothea Sprachen, Mathematik und Geschichte bei. Das Ergebnis war mehr als zufrieden stellend, denn sie promovierte im Jahre 1787. Am Beeindruckendsten ist allerdings der Werdegang der Dorothea Christiane Erxleben, geb. Leporin. Sie kam aus begüterten Verhältnissen und hatte einen aufgeklärten Vater, der sich ihrer Neugier, an Wissen und Bildung zu gelangen, schnell annahm. Sie lernte Latein, etwas in Naturwissenschaften, Medizin und bekam ein ausführliches Studium der Heiligen Schrift. Als ihr Bruder schließlich zur Universität ging, zögerte sie nicht lange und schrieb eine Petition an Friedrich II., um durch seine Erlaubnis auch ein Studium beginnen zu können. Im Jahre 1754 schließlich erhielt sie „an der Universität Halle den Doktorgrad der Medizin“ und übte fortan ihre Tätigkeit als Doktorin aus.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der fehlenden Emanzipation und Bildungsmöglichkeiten für Frauen im 18. Jahrhundert ein und umreißt den methodischen Aufbau der Arbeit.
2. Vorüberlegungen: In diesem Kapitel wird der Bildungsbegriff definiert, die historische Benachteiligung der Frau seit der Antike beleuchtet und die gesellschaftliche Situation im 18. Jahrhundert dargestellt.
3. Weibliche Bildung: Dieses Hauptkapitel analysiert die restriktive Bestimmung der Frau als Hausfrau und Mutter, die Rolle der Literatur sowie den Einfluss pädagogischer Konzepte und die ersten emanzipatorischen Bestrebungen.
4. Fazit: Das Fazit zieht ein Resümee über die beginnende Emanzipationsbewegung der Frauen, die zwar erst am Anfang stand, aber den Grundstein für spätere gesellschaftliche Veränderungen legte.
Schlüsselwörter
Weibliche Bildung, 18. Jahrhundert, Aufklärung, Emanzipation, Frauenbildung, Moralische Wochenschriften, Philanthropen, Gesellschaftsstruktur, Rollenverständnis, Berliner Salons, Geschlechterverhältnis, Selbstbestimmung, Bildung, Pädagogik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Situation und Entwicklung der weiblichen Bildung im Deutschland des 18. Jahrhunderts, einer Zeit, in der die Aufklärung neue Ideen hervorbrachte, Frauen jedoch weiterhin gesellschaftlichen Einschränkungen unterlagen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Bildungsbegriff der Aufklärung, der gesellschaftlichen Rolle der Frau als Gattin und Mutter, dem Einfluss von Literatur und Salons sowie dem Wirken einzelner Frauenrechtlerinnen jener Zeit.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich trotz einer patriarchalisch geprägten Gesellschaft erste Ansätze einer weiblichen Emanzipation entwickelten und durch welche Faktoren dies begünstigt wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die historische Quellen und pädagogische Schriften des 18. Jahrhunderts auswertet, um die Bildungsgeschichte der Frau zu rekonstruieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der häuslichen Bestimmung der Frau, die Analyse moralischer Wochenschriften, die pädagogischen Ansätze von Rousseau und Philanthropen sowie die Vorstellung biografischer Beispiele erfolgreicher Gelehrter.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die zentralen Begriffe sind weibliche Bildung, Emanzipation, Aufklärung, Rollenverständnis und die Rolle der Salons als Diskursorte.
Welche Bedeutung hatten die Berliner Salons für die Bildung der Frauen?
Die Salons dienten als Schauplätze, in denen Frauen nicht nur Gastgeberinnen waren, sondern sich durch den Austausch über Politik und Literatur selbstständig bildeten und erstmals gesellschaftliche Grenzen überschritten.
Inwiefern beeinflusste die Aufklärung das Frauenbild?
Obwohl die Aufklärung den Menschen als Individuum in den Mittelpunkt stellte, blieb das Ideal der Frau als häusliche Gattin und Mutter lange bestehen, wobei sich der Fokus jedoch allmählich auf deren Bildungsfähigkeit verschob.
- Arbeit zitieren
- Anja Hetebrüg (Autor:in), 2008, Weibliche Bildung im 18. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211724