Das Web 2.0 und seine berühmteste Plattform „Facebook“ wird immer mehr zum Thema in der öffentlichen Berichterstattung. Zunehmend legen sich Menschen dort ein Profil an und kommunizieren über das Internet mit Freunden, Bekannten und auch Fremden. Seit der erfolgreichen Verbreitung von Smartphones ist es mittlerweile auch von unterwegs möglich, die Neuigkeiten auf Facebook zu überprüfen und natürlich zog dieser Trend auch nicht an den Jugendlichen vorbei.
Bisher wurde im Zusammenhang mit Medien und der Identitätsbildung Jugendlicher jedoch lediglich von Fernsehinhalten, Zeitungen, Kinofilmen und Musik gesprochen und das Internet wurde dabei weitestgehend außen vor gelassen.
Da selbiges jedoch an immer größerer Relevanz für jugendliche Personen gewinnt, hat sich mir die Frage gestellt, ob ein Teil ihrer Identitätsbildung mittlerweile auf Social Network Plattformen wie Facebook stattfindet?
Dafür möchte ich in meiner Arbeit zunächst klären, was unter Jugend und Identität verstanden wird, die neuen Begriffe Web 2.0 und Social Networks erläutern, um dann kurz auf die erfolgreichste Plattform „Facebook“ einzugehen. Anschließend soll geklärt werden, wie die Identitätsfindung im Internet funktioniert und welche Gründe es für eine Verlagerung in das Web 2.0 geben könnte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Lebensphase Jugend
3. Der Weg zur eigenen Identität
4. Social Networks- Facebook
5. Identitätsfindung über Facebook
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht, inwiefern soziale Netzwerke wie Facebook als neuer Raum für die Identitätsbildung Jugendlicher fungieren und welche Rolle die digitale Selbstdarstellung in diesem Prozess spielt.
- Definition der Lebensphase Jugend
- Psychologische Grundlagen der Identitätsfindung
- Funktionsweise und Bedeutung von Web 2.0 und Social Networks
- Digitale Inszenierung und Identitätsmanagement
- Chancen und Risiken der Internetnutzung für Jugendliche
Auszug aus dem Buch
Identitätsfindung über Facebook
Laut der JIM- Studie (Jugend, Information, Multi- Media) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest aus dem Jahr 2010 besuchen 70% der 12- bis 19- Jährigen täglich Online- Communities wie Facebook. Insgesamt verbringen sie täglich circa zwei Stunden im Internet, wobei die Zahl mittlerweile höher sein müsste, da inzwischen viele auch von unterwegs mittels Smartphone das Internet nutzen. Sowohl die Selbstpräsentation, als auch der Kontakt zu Freunden, Fremden und berühmten Persönlichkeiten wird ihnen durch Facebook ermöglicht und anhand der Zahlen wird deutlich, dass diese Funktionen mit großer Begeisterung genutzt werden und Social Networks eine immer größere Rolle im Leben der Jugendlichen einnehmen. Daraus folgend liegt es nah anzunehmen, dass das Agieren auf der Plattform auch zur Identitätsbildung der jungen Personen beitragen könnte.
Wie zuvor erläutert, besteht die Hauptfunktion bei Facebook im Erstellen eines eigenen Profils, auf dem sich mittels Fotos, Videos und Statusmitteilungen präsentieren kann. Anders als im „realen“ Leben kann der Jugendliche selbst bestimmen, was er von sich preisgibt und welches Selbstbild er dadurch vermittelt. Es findet eine Art digitale Präsentation der eigenen Person statt, eine bewusste Inszenierung seiner selbst. Das Internet wird von vielen als neuer sozialer Raum begriffen, indem sie interagieren und sich ausprobieren können. Es bietet „neue Formen der Identitätsbildung“ (Kneidinger 2010: 46) und
„durch die fehlende direkte Präsenz der Kontaktpersonen besteht hier sogar die Möglichkeit vollkommen neue Identitätsaspekte ‚auszutesten‘, was im realen Kontext aufgrund gewisser Vorerwartungen und Einschätzungen in dieser Form nicht möglich wäre (ebenda).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Web 2.0 für Jugendliche ein und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob Identitätsbildung heute vermehrt auf Plattformen wie Facebook stattfindet.
2. Die Lebensphase Jugend: Dieses Kapitel definiert Jugend als eine heterogene Phase zwischen Kindheit und Erwachsensein, geprägt von psychosozialen Entwicklungsaufgaben.
3. Der Weg zur eigenen Identität: Hier wird der Identitätsbegriff nach Erikson erläutert und die Bedeutung von Selbstreflexion, Abgrenzung und Peer-Groups für die Identitätsbildung hervorgehoben.
4. Social Networks- Facebook: Es werden die technischen Grundlagen des Web 2.0 sowie die Funktionsweise und das Nutzerwachstum von Facebook beschrieben.
5. Identitätsfindung über Facebook: Dieses Kapitel analysiert, wie Jugendliche Facebook als Experimentierraum zur bewussten Inszenierung und zum Testen neuer Identitätsaspekte nutzen.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Internet als neuer Identitätsraum dient, warnt jedoch gleichzeitig vor Risiken wie Sucht und Datenmissbrauch.
Schlüsselwörter
Identitätsbildung, Jugend, Social Networks, Facebook, Web 2.0, Selbstinszenierung, Digitale Identität, Adoleszenz, Identitätsmanagement, Mediensozialisation, Online-Communities, Peer-Group, Selbstbild, Internet, Medienpädagogik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der veränderten Lebenswelt von Jugendlichen und untersucht, wie digitale soziale Netzwerke als Räume für die persönliche Entwicklung und Identitätsbildung genutzt werden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die soziologische Betrachtung der Jugendphase, Identitätstheorien nach Erikson sowie die technische und soziale Dynamik von Facebook und dem Web 2.0.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu klären, ob soziale Netzwerke einen wesentlichen Beitrag zur Identitätsfindung Jugendlicher leisten und inwiefern sie sich als "Experimentierraum" für das Selbstbild eignen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziologischer und medienpädagogischer Konzepte sowie auf der Auswertung relevanter Studien, wie etwa der JIM-Studie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit konkret behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Jugendbegriffs, die Analyse der Identitätsbildungsprozesse und die Untersuchung der spezifischen Funktionen von Facebook für die Selbstdarstellung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Identitätsbildung, Jugend, Facebook, Web 2.0 und digitale Selbstdarstellung definieren.
Warum wird Facebook als "Bühne" bezeichnet?
Der Begriff "Bühne" beschreibt die Möglichkeit für Jugendliche, ihr Selbstbild bewusst zu inszenieren, zu bearbeiten und vor einem Publikum zu präsentieren, losgelöst von direkten sozialen Zwängen.
Welche Risiken birgt die Identitätsbildung im Internet laut der Autorin?
Die Autorin weist auf Gefahren wie Suchtpotenzial, den Verlust des Kontakts zur realen Welt, den unbedachten Umgang mit privaten Daten sowie den Zugriff auf jugendgefährdende Inhalte hin.
- Arbeit zitieren
- Nadine Elsner (Autor:in), 2012, Jugendliche und Social Networks - Selbstdarstellung auf Facebook, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211777