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Cervantes´ Don Quijote vor dem Hintergrund der Renaissance

Title: Cervantes´ Don Quijote vor dem Hintergrund der Renaissance

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 42 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Sonja Weimar (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Die Renaissance ist eine Epoche, in der vielfache Grenzüberschreitungen stattfanden: der Mensch befreite sich von den starren Denk- und Handlungsschemata des Mittelalters und rückte als Individuum zunehmend in den Mittelpunkt. Es fand eine Wiederentdeckung und Wiederbelebung des klassischen Altertums statt, und zwar in den verschiedensten Bereichen: in der Malerei, Architektur, in der Sprache oder Literatur. Vor allem die Humanisten trugen mit ihren Studien zur Wiederentdeckung und Pflege der lateinischen und griechischen Wissenschaften erheblich bei. So war die Renaissance dann auch durch ein entsprechendes Bildungsstreben gekennzeichnet, das beispielsweise durch Erfindungen wie den Buchdruck noch verstärkt wurde.

In dieser Arbeit soll Miguel de Cervantes´ Don Quijote vor dem Hintergrund der Renaissance diskutiert werden.

Die Arbeit wird sich in zwei Teile gliedern: im außerliterarischen ersten Teil sollen zunächst die Begriffe „Renaissance“ und „Humanismus“ geklärt und voneinander abgegrenzt werden. Darüber hinaus soll eine allgemeine Darstellung der Renaissance sowie des Humanismus in Europa aber auch ganz speziell in Spanien erfolgen. Erasmus von Rotterdam und sein Einfluss auf das spanische Geistesleben, der so genannte Erasmismus in Spanien, die Folgen der Erfindung des Buchdrucks auf die Wissenschaft und die humanistische Gelehrsamkeit sowie das Wirken der Inquisition sollen dabei besondere Beachtung finden. Darauf aufbauend wird im zweiten innerliterarisch ausgerichteten Teil der Arbeit eine Diskussion des Don Quijote vor diesem Hintergrund erfolgen, dass heißt, es soll eine detaillierte Darstellung und Erläuterung derjenigen Elemente im Don Quijote stattfinden, die der Renaissance oder dem Renaissance-Humanismus zugeordnet werden können oder sich auf diese beziehen. Dabei werden vor allem die Ideale der Hauptfigur im Mittelpunkt der Darstellung stehen. Außerdem sollen Parallelen zwischen Cervantes´ Don Quijote und Erasmus von Rotterdams Das Lob der Torheit aufgezeigt und in diesem Zusammenhang auch entsprechende Verbindungen zu Bachtins Vorstellung vom Karneval beziehungsweise des Karnevalesken knapp erörtert werden. Schließlich stellt sich jeweils die Frage, welche Haltung Cervantes gegenüber diesen humanistischen und vom Denken der Renaissance geprägten Ideen und Positionen einnehmen mag. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Außerliterarischer Hintergrund: Historische und geisteswissenschaftliche Aspekte

2.1 Abgrenzung: Renaissance vs. Humanismus

2.1.1 Der Begriff „Renaissance”

2.1.2 Der Begriff „Humanismus”

2.1.3 Charakteristika der Renaissance und des Humanismus

2.2 Bedeutung des Buchdrucks

2.3 Zensur und Inquisition

2.4 Der Ciceronianismus

2.5 Erasmus von Rotterdam und der Erasmismus in Spanien

2.5.1 Verlauf des Humanismus in Spanien

3. Innerliterarische Aspekte: Don Quijote vor dem Hintergrund der Renaissance

3.1 Einflüsse italienischer und humanistischer Autoren

3.2 Elemente und Ideen der Renaissance und des Humanismus im Don Quijote

3.2.1 Bedeutung der Bildung, Erziehung und Wissenschaft

3.2.2 Bedeutung der Volkssprache

3.2.3 Don Quijote als ein von der Renaissance geprägter Held

3.2.4 Don Quijotes Ideale vor dem Hintergrund der Renaissance

3.2.4.1 Das Ideal des Goldenen Zeitalters

3.2.4.2 Das Ideal des Naturzustandes

3.2.4.3 Das Ideal der Freiheit

3.2.4.4 Das Ideal der Gleichheit

3.2.4.5 Das Ideal des Friedens

3.2.4.6 Das Ideal der Wahrheit

3.2.4.7 Das Ideal der Gerechtigkeit

3.2.4.8 Die Brechung der Ideale

3.3 Der Karneval, Erasmus´ Das Lob der Torheit und Cervantes´ Don Quijote

3.3.1 Bachtin und der Karneval

3.3.2 Das Lob der Torheit - Kurze inhaltliche Erläuterung

3.3.3 Parallelen zwischen dem Don Quijote und Das Lob der Torheit

4. Schlussbetrachtung

5. Bibliographie

5.1 Primärliteratur

5.2 Sekundärliteratur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht Miguel de Cervantes’ Don Quijote vor dem geistesgeschichtlichen Hintergrund der Renaissance. Ziel ist es, die im Werk reflektierten humanistischen Ideale und Renaissance-Konzepte aufzuzeigen, deren Parallelen zu Erasmus von Rotterdam zu analysieren und kritisch zu prüfen, welche Haltung Cervantes gegenüber diesen Positionen einnimmt.

  • Historische Einordnung von Renaissance und Humanismus in Europa und Spanien.
  • Die Bedeutung der Erfindung des Buchdrucks für die Gelehrtenkultur.
  • Analyse der Ideale Don Quijotes: Freiheit, Gleichheit, Naturzustand und Gerechtigkeit.
  • Kritische Auseinandersetzung mit humanistischer Bildungswut und elitärem Gelehrtenwissen.
  • Vergleich zwischen Don Quijote und Erasmus’ Das Lob der Torheit unter Bachtins Karnevals-Aspekten.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Bedeutung der Bildung, Erziehung und Wissenschaft

Was die große Bedeutung der allgemeinen Bildung, Erziehung und Wissenschaft in der Renaissance und im Humanismus angeht, so findet sich dieser Aspekt im Don Quijote in der „ciencia de la caballería andante“ wieder: die Ritterschaft wird als eine regelrechte Wissenschaft dargestellt, die „so allumfassend [ist] wie die Rhetorik der Humanisten[, denn] sie umfasst nicht nur Jurisprudenz, Medizin, Mathematik, sondern ´todas o las más ciencias del mundo´ “. Dies kann als indirekte Kritik, als Parodie auf die humanistische Bildungswut gewertet werden.

Realitätsfernes Bücherwissen, welches keinen Zweck im Leben hat wird hingegen ganz explizit kritisiert. Zu diesem Punkt findet sich eine etwas längere Passage im zweiten Buch des Romans. In diesem Abschnitt, der auf die Heirat des Camacho folgt, unterhält sich Don Quijote mit einem Gelehrtem, einem Humanisten, der sich mit den schönen Wissenschaften beschäftigt und schon mehrere Bücher geschrieben hat. Sancho mischt sich ebenfalls in dieses Gespräch ein. Da diese Passage in unserem Kontext sehr interessant ist, soll an dieser Stelle ein längeres Zitat folgen: ...

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die methodische Gliederung der Arbeit in einen außerliterarischen sowie einen innerliterarischen Teil und formuliert die grundlegende Forschungsfrage nach der Haltung des Autors zu den Ideen der Renaissance.

2. Außerliterarischer Hintergrund: Historische und geisteswissenschaftliche Aspekte: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Renaissance und Humanismus, beleuchtet die Rolle des Buchdrucks sowie den Einfluss der Inquisition in Spanien.

3. Innerliterarische Aspekte: Don Quijote vor dem Hintergrund der Renaissance: Hier wird der Don Quijote als Reflexionsraum für Renaissance-Ideale analysiert, wobei besonders die Ideale der Hauptfigur und die Bezüge zu zeitgenössischen humanistischen Werken im Mittelpunkt stehen.

4. Schlussbetrachtung: Dieses Fazit fasst zusammen, dass eine eindeutige Zuordnung des Autors zu einer antihumanistischen oder pro-humanistischen Haltung aufgrund der Ambivalenz des Romans nicht möglich ist, betont jedoch die kritische Distanz zu elitären Bildungskonzepten.

5. Bibliographie: Ein umfassendes Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Renaissance, Humanismus, Don Quijote, Cervantes, Erasmus von Rotterdam, Das Lob der Torheit, Bildungskritik, Ritterroman, Bachtin, Karneval, Naturrecht, Gelehrsamkeit, Ideale, spanische Literatur, Renaissance-Ideale.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Miguel de Cervantes in seinem Hauptwerk Don Quijote die geisteswissenschaftlichen Strömungen und Ideale der Renaissance und des Humanismus aufgreift und verarbeitet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Definition der Renaissance, die Bedeutung des Buchdrucks, die Rolle des Humanismus in Spanien, die Ideale der Hauptfigur sowie der literarische Vergleich mit Erasmus von Rotterdam.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, inwieweit Don Quijote ein von der Renaissance geprägter Held ist und ob Cervantes eine affirmative oder eher parodistisch-kritische Distanz zu diesen humanistischen Denkschulen einnimmt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung folgt einer literaturwissenschaftlichen Analyse, die den Roman sowohl vor dem historischen Kontext (außerliterarisch) als auch durch die innerliterarische Auslegung der Romanfiguren und -motive betrachtet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Grundlegung (z.B. Zensur, Buchdruck) und eine vertiefende Textanalyse, die Don Quijotes Ideale wie Freiheit, Wahrheit und Gerechtigkeit im Lichte humanistischer Diskurse untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Renaissance, Humanismus, Erasmismus, Don Quijote, Cervantes, Karneval und Bildungskritik charakterisiert.

Wie wird Erasmus von Rotterdam im Kontext des Romans betrachtet?

Erasmus dient als wichtiger Bezugspunkt, da Cervantes dessen Lob der Torheit wahrscheinlich kannte und in seinem eigenen Werk ähnliche Motive der "erhabenen Torheit" nutzt, um Kritik an der gesellschaftlichen Wirklichkeit zu üben.

Wie bewertet die Autorin die Haltung Cervantes zum Humanismus?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Cervantes die Ideale der Humanisten zwar teilt, ihre elitäre Umsetzung und die übertriebene Bildungswut der Zeitgenossen jedoch kritisch parodiert.

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Details

Title
Cervantes´ Don Quijote vor dem Hintergrund der Renaissance
College
University of Münster  (Romanisches Seminar, Spanische Abteilung)
Course
Cervantes´ Don Quijote
Grade
sehr gut
Author
Sonja Weimar (Author)
Publication Year
2003
Pages
42
Catalog Number
V21181
ISBN (eBook)
9783638248556
Language
German
Tags
Cervantes´ Quijote Hintergrund Renaissance Cervantes´ Quijote
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sonja Weimar (Author), 2003, Cervantes´ Don Quijote vor dem Hintergrund der Renaissance, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21181
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