Die vorliegende Arbeit thematisiert das Grenzgängerverhalten in der Euregio Maas–Rhein.
Die Idee, sich mit der grenzüberschreitenden Mobilität im Dreiländereck Deutschland, Belgien und den Niederlanden auseinanderzusetzen, entstand während eines Praktikums beim Amt für Stadt- und Verkehrsplanung der Stadt Aachen. Dort habe ich Einsicht in grenzüberschreitende Planungen, wie z.B. der Umgestaltung des deutsch-belgischen Grenzüberganges „Köpfchen“ bekommen. Im Verlauf dieses Planungsprozesses bin ich auf die Aktivitäten der Grenzgänger gestoßen. Bisher gibt es über diesen Personenkreis nur wenige Erkenntnisse. Deshalb habe ich es zum Anlass genommen, dieses Thema meiner Diplomarbeit zu widmen.
In das Untersuchungsgebiet der Euregio Maas-Rhein fällt auf deutscher Seite die seit dem Jahr 2009 entstandene StädteRegion Aachen, auf niederländischer Seite die Provinz Limburg um das Oberzentrum Maastricht und die belgischen Gebiete Provinz Limburg, Provinz Lüttich sowie die Deutschsprachige Gemeinschaft mit dem Verwaltungszentrum Eupen.[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Relevanz
2. Intention und Zielsetzung
3. Erklärungen zum Untersuchungsgebiet
4. Definitionen und Fachtermini
5. Erläuterungen zum Fragebogen
5.1 Angewandte Methodik
5.2 Befragte Personengruppen
5.3 Vorstellung des Fragebogens der Angestellten
5.4 Gewonnene Erkenntnisse
5.5 Auswertung des Fragebogens für die Studenten
6. Unterstützung der Grenzgänger durch die Städte Region, der IHK–Aachen und des Arbeitsamtes
7. Mediale Präsenz des Themas
8. Infrastrukturelle Gegebenheiten
9. Entstehung von Netzwerken
10. Der Immobilienmarkt
10.1 in Deutschland
10.2 in den Niederlanden
10.3 in Belgien
11. Die steuerliche Behandlung der Grenzgänger
12. Ein kurzer Exkurs ins deutsch-schweizerische Grenzgebiet
13. Ausblick und Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Grenzgängerverhalten in der Euregio Maas-Rhein, mit einem Fokus auf deutsche Staatsbürger, die im Ausland wohnen und in Deutschland arbeiten oder studieren. Ziel ist es, die Beweggründe für diese Wohnortwahl sowie die alltäglichen Probleme, wie steuerliche Aspekte und Pendlerverhalten, empirisch zu analysieren.
- Analyse der Beweggründe für das Grenzgängertum
- Untersuchung von Pendlerströmen und Infrastruktur
- Einfluss des Immobilienmarktes auf die Wohnortwahl
- Soziale Integration und grenzüberschreitende Netzwerke
Auszug aus dem Buch
3. Erklärungen zum Untersuchungsgebiet
„Grenzen sind Narben der Geschichte, die vor allem den Grenzregionen in der Vergangenheit zahlreiche Nachteile gebracht haben.“ (Stichting Euregio Maas-Rhein, 2012-07-03,b).
In der Tat waren Grenzgebiete oft ein „Spielball der Nationen“. Aufgrund von Kriegen in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts wechselten einige Regionen mehrmals ihre staatliche Zugehörigkeit.
Als Beispiel lässt sich das heutige Gebiet der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien anführen. Diese zum Untersuchungsgebiet gehörige Region war nach dem Wiener Kongress im Jahr 1815 dem preußischen Staat zugesprochen worden. Nach Beendigung des ersten Weltkrieges wurde dieses Gebiet vom deutschen Kaiserreich dem belgischen Staatsgebiet als Ostkantone zugesprochen. Vom Jahr 1940 bis 1945 wurde die Region der Deutschsprachigen Gemeinschaft während der Zeit des zweiten Weltkrieges wieder von Deutschland annektiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Relevanz: Einführung in das Thema des Grenzgängerverhaltens in der Euregio Maas-Rhein und Begründung der Relevanz aufgrund steigender Pendlerströme.
2. Intention und Zielsetzung: Erläuterung der Forschungsfrage, die sich auf die Beweggründe der Grenzpendler und die Notwendigkeit einer empirischen Untersuchung konzentriert.
3. Erklärungen zum Untersuchungsgebiet: Geographische und historische Einordnung der Euregio Maas-Rhein als Untersuchungsraum.
4. Definitionen und Fachtermini: Abgrenzung zentraler Begriffe wie Grenzgänger und Pendler zur eindeutigen Verwendung im Text.
5. Erläuterungen zum Fragebogen: Detaillierte Darstellung der methodischen Vorgehensweise bei der Datenerhebung durch Fragebögen für Angestellte und Studenten.
6. Unterstützung der Grenzgänger durch die Städte Region, der IHK – Aachen und des Arbeitsamtes: Überblick über existierende Beratungsangebote und Institutionen für Grenzgänger.
7. Mediale Präsenz des Themas: Analyse der Rolle von Print- und elektronischen Medien bei der Information der Grenzgänger.
8. Infrastrukturelle Gegebenheiten: Bewertung der verkehrlichen Infrastruktur und ihrer Bedeutung für die Mobilität der Grenzpendler.
9. Entstehung von Netzwerken: Beschreibung grenzüberschreitender Kooperationen und Programme zur Förderung der Zusammenarbeit.
10. Der Immobilienmarkt: Vergleich der Immobilienmarktentwicklungen in Deutschland, den Niederlanden und Belgien.
11. Die steuerliche Behandlung der Grenzgänger: Untersuchung steuerrechtlicher Rahmenbedingungen und Herausforderungen wie der Doppelbesteuerung.
12. Ein kurzer Exkurs ins deutsch-schweizerische Grenzgebiet: Vergleich mit einer anderen Grenzregion zur Herausarbeitung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden.
13. Ausblick und Resümee: Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse und Prognose zur zukünftigen Entwicklung des Grenzgängertums.
Schlüsselwörter
Grenzgänger, Euregio Maas-Rhein, Pendlerverhalten, Immobilienmarkt, Arbeitsmarkt, Grenzpendler, Mobilität, Sozialversicherung, Steuerrecht, Infrastruktur, Soziale Integration, Aachen, EURES, Grenzüberschreitende Zusammenarbeit, Doppelbesteuerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Verhalten und die Lebensumstände von Grenzgängern im Dreiländereck der Euregio Maas-Rhein (Deutschland, Belgien, Niederlande).
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf den Beweggründen für die Wohnortwahl im Ausland, dem Pendlerverhalten, der sozialen Integration, steuerlichen Rahmenbedingungen sowie der Bedeutung des Immobilienmarktes.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, das mangelnde Wissen über die Gruppe der deutschen Grenzgänger durch eine eigene empirische Erhebung zu schließen und die Faktoren zu identifizieren, die das Grenzgängertum beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer quantitativen empirischen Forschung mittels Fragebögen für zwei verschiedene Zielgruppen (Angestellte und Studenten) sowie Experteninterviews.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Beschreibung des Untersuchungsgebiets, die Analyse der Fragebogenergebnisse, die Untersuchung von Unterstützungssystemen wie dem EURES-Netzwerk sowie eine detaillierte Betrachtung des Immobilienmarktes und steuerlicher Aspekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Grenzgänger, Euregio Maas-Rhein, Pendlerverhalten, Immobilienmarkt, grenzüberschreitende Mobilität und steuerliche Aspekte.
Warum pendeln die meisten Befragten trotz guter ÖPNV-Anbindung mit dem PKW?
Die Befragung zeigt, dass die langen Pendelstrecken zwischen 13 und 40 Kilometern bei der Nutzung des ÖPNV ein mehrmaliges Umsteigen erfordern würden, was den PKW zur attraktiveren Alternative macht.
Welche Rolle spielt der Immobilienmarkt für die Entscheidung, im Ausland zu leben?
Der Immobilienmarkt ist ein entscheidender Faktor; viele deutsche Familien zogen aufgrund günstigerer Immobilienpreise in den Niederlanden oder Belgien ins nahe Ausland, wobei sich dieser Trend durch geänderte steuerliche Bedingungen teilweise wieder umkehrt.
- Citar trabajo
- Andreas Hermanns (Autor), 2012, Wohnen und Arbeiten im Dreiländereck (Maas-Rhein-Region)-Grenzüberschreitende Mobilität, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211933