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Das Spiel im Geschichtsunterricht. Eine Simulation zum jugendlichen Widerstand im Nationalsozialismus

Titel: Das Spiel im Geschichtsunterricht. Eine Simulation zum jugendlichen Widerstand im Nationalsozialismus

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 25 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Frank Zakrzewa (Autor:in)

Didaktik - Geschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Befragt man ältere Generationen nach ihren Erfahrungen mit spielerischen Un-terrichtsformen im Fach Geschichte, so lässt sich bereits die Tatsache konsta-tieren, dass das Spielen im Geschichtsunterricht eine nicht allzu lange Tradition besitzt. Selbst eigene Erfahrungswerte bewegen sich im Hinblick auf die allenfalls punktuell in Erscheinung getretenen Spielformen in begrenztem Rahmen.
Nun bietet das Unterrichtsfach Geschichte neben inhaltlicher Breite eine Viel-zahl an Medien, Sozialformen und Methoden, die für den Einsatz historischer Lernprozesse geeignet scheinen. Neben Bildern, Objekten, Musik und Filmen als attraktivitätssteigernde Phänomene, findet auch das Spiel als didaktisches Moment und alternative Sozialform zunehmend und insbesondere seit den spä-ten 1960er und zu Beginn der 1970er Jahren Eingang in die curriculare Umset-zung der Lehrerinnen und Lehrer . Im Zuge erlebnispädagogischer Ansätze erhielten spielerische und gestalterische Ansätze Aufwind und rekurrierten auf einen offenen, kreativen und abwechslungsreichen Geschichtsunterricht, der Geschichte erlebbar und explorativ gestalten sollte. Der darin enthaltene inten-dierte Ausgleich eines einseitig kognitiv ausgerichteten Unterrichts durch emo-tionale Aspekte legitimiert jenen Ansatz und bietet darüber hinaus Möglichkei-ten medienunabhängiger Spielerfahrungen .
Das Spielen an sich verweist indes auf eine tradierte Form menschlicher Kultur, die bereits seit Anbeginn der griechisch-römischen Antike erkennbar ist . In Anlehnung an Kauke, der Indizien eines universellen biologisch begründba-reren, an mimischer Signalgebung erkennbaren, Spieltriebs (Spielgesicht) for-muliert, wird deutlich, dass jedes Individuum als potenzieller Spieler geeignet ist . Es scheint eine grundsätzlich positive Ausgangssituation zu bestehen, wenn es darum geht, durch Spielen Lernprozesse zu generieren und historische Kontexte zu erschließen oder zu vertiefen. Allerdings wird im Verlauf dieser Arbeit deutlich, dass Spielhandlungen selber einem gründlich zu prüfenden didaktischen Regelwerk unterliegen, dessen Herausforderung sich in einem amivalenten Bedingungsgefüge von Spaß und Ernst, Kreativität und Disziplin sowie Motivation und Analyse konkretisiert. In diesem zwiespältigen Sinne lässt sich die Formulierung von Wegner-Spöhring aufgreifen, die das Spielen als Freiheitsmoment der Kinder sieht, jenes Autonomiemoment in der Schule aber weitestgehend eingeschränkt zu bleiben scheint.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

1.1 FRAGESTELLUNG

1.2 DAS SPIEL IN DER GESCHICHTSDIDAKTISCHEN FORSCHUNG

1.3 METHODISCHE VORGEHENSWEISE

2 SPIELTHEORETISCHE GRUNDLAGEN

2.1 ANSÄTZE DIFFERENZIERTER SPIELTHEORIEN

2.1.1 KOGNITIVE DIMENSION

2.1.2 SOZIALISATIONS- UND ROLLENTHEORETISCHE DIMENSION

2.2 DIDAKTISCHE LEGITIMATION UND BESONDERHEITEN DES SCHULISCHEN SPIELS

2.3 SPIELFORMEN

2.3.1 DAS SIMULATIONSSPIEL IM GESCHICHTSUNTERRICHT

2.3.2 ABGRENZUNG ZU ANDEREN SPIELFORMEN

3 EIN SIMULATIONSSPIEL IM JUGENDLICHEN WIDERSTANDSMILIEU DES DRITTEN REICHES

3.1 VORÜBERLEGUNGEN UND (SPIEL-)DIDAKTISCHE ANALYSE DES HISTORISCHEN KONTEXTES

3.1.1 ZIELPERSPEKTIVE

3.2 ERARBEITUNG UND SPIELPHASE

3.3 SPIELAUSWERTENDE REFLEXIONSPHASE

4 FAZIT

4.1 DER GESCHICHTSDIDAKTISCHE MEHRWERT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Simulationsspielen als Methode im Geschichtsunterricht, um historische Lernprozesse und Kompetenzvermittlung am Beispiel des jugendlichen Widerstands im Nationalsozialismus zu fördern und kritisch zu hinterfragen.

  • Spieltheoretische Fundierung des Unterrichts
  • Didaktische Legitimation des Spiels im Schulalltag
  • Methodische Gestaltung von Simulationsspielen
  • Analyse des jugendlichen Widerstandsmilieus
  • Reflexion über Lernziele und historische Kompetenzvermittlung

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Das Simulationsspiel im Geschichtsunterricht

Grundsätzlich können Simulationen hinsichtlich ihrer regeltechnischen und lehrerzentrierten Ausprägung in offene und geschlossene Formen differenziert werden. Simulationsspiele gelten daher als eher offene Variante, die methodisch an explorativen Arbeitsweisen der Schülerinnen und Schüler ausgerichtet sind und dem Prinzip der Abstraktion folgen. Sie stellen eine historisch verantwortbare Vereinfachung, eine modellhafte Abbildung der (vergangenen) Wirklichkeit dar, in welcher sanktionsfrei und wiederholt Handlungen unter vereinfachten Bedingungen vollzogen werden können. Simulationsspiele setzen am Gegenwartsempfinden der Schülerinnen und Schüler an und fordern eine argumentative Herausarbeitung des Typischen und Wesentlichen in absichtsvoll nachgeahmten historischen Situationen. Dabei vollziehen sich die Erprobung sozialer und politischer Handlungen und deren Alternativen auf der Grundlage unterschiedlicher Interessen und Positionen.

Der sich daraus ergebende Mehrwert für die Schülerinnen und Schüler gestaltet sich u.a. durch analyse- und entscheidungskompetente Annäherung. Aus der definitorischen Betrachtung lassen sich bereits einige Funktionen erkennen. Harecker hebt besonders den Wechsel eines kognitiv einseitigen Unterrichts hin zur Emotionalität hervor, der durch Simulationsspiele in Form wirklicher Erfahrung oder Einsicht stattfindet. Damit lässt sich zugleich ein möglicher Kritikpunkt benennen. Der größtenteils affektive Zugang von Simulationen birgt die Gefahr einer übermäßigen Vereinnahmung der Schülerinnen und Schüler und einer eher unkritischen Auseinandersetzung mit dem zu behandelnden Thema.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung skizziert das ambivalente Verhältnis von Spiel und Geschichtsunterricht und begründet die methodische Wahl sowie die Fragestellung zur Simulation des jugendlichen Widerstands.

2 SPIELTHEORETISCHE GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel erläutert multidimensionale Spieltheorien, deren didaktische Legitimation im schulischen Kontext und kategorisiert verschiedene Spielformen für den Unterricht.

3 EIN SIMULATIONSSPIEL IM JUGENDLICHEN WIDERSTANDSMILIEU DES DRITTEN REICHES: Hier erfolgt die konkrete didaktische Analyse und Planung eines Simulationsspiels zum Thema Widerstand, inklusive Zielperspektiven, Erarbeitung und Reflexion.

4 FAZIT: Das Fazit bewertet den geschichtsdidaktischen Mehrwert der Simulationsmethode kritisch und reflektiert über die Herausforderungen der Umsetzung im Schulalltag.

Schlüsselwörter

Geschichtsunterricht, Simulationsspiel, Nationalsozialismus, Jugendlicher Widerstand, Didaktik, Spieltheorie, Kompetenzvermittlung, Historisches Lernen, Rollenspiel, Schulunterricht, Geschichtsdidaktik, Methodenkompetenz, Widerstandsmilieu, Reflexion, Pädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung von Simulationsspielen als Lehrmethode im Fach Geschichte, insbesondere um komplexe historische Kontexte wie den Widerstand Jugendlicher im Nationalsozialismus greifbar zu machen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die spieltheoretischen Grundlagen, die didaktische Einordnung von Simulationsspielen im Unterricht sowie die spezifische Analyse des jugendlichen Widerstands in der NS-Zeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu erörtern, ob sich Simulationsspiele eignen, historische Zusammenhänge authentisch zu vermitteln und dabei eine suggestive Psychologisierung oder unhistorische Vergegenwärtigung zu vermeiden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine literaturbasierte Analyse und didaktische Aufarbeitung, um ein konkretes Simulationsmodell ("Aufstand planen") für den Unterricht zu entwerfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Spielformen und eine praxisorientierte Analyse des historischen Kontextes, inklusive der Planung und Auswertung des gewählten Simulationsspiels.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Geschichtsunterricht, Simulationsspiel, jugendlicher Widerstand, Didaktik, Kompetenzvermittlung und Historisches Lernen charakterisiert.

Wie unterscheidet sich ein Simulationsspiel von einem normalen Rollenspiel?

Während Rollenspiele oft auf die Einzeleinnahme einer Rolle fokussieren, zeichnet sich das Simulationsspiel in dieser Arbeit durch die gruppenweise Austragung von Konfliktsituationen innerhalb eines reduzierten historischen Modells aus.

Welche Rolle spielt die Lehrperson bei der Simulation?

Die Lehrperson agiert als Moderator und Berater, der das Spiel anleitet, den experimentellen Charakter betont und bei der anschließenden Reflexion die Brücke zur historischen Wirklichkeit schlägt.

Warum ist das Thema "Widerstand im Dritten Reich" für eine Simulation besonders sensibel?

Das Thema ist hochkomplex und emotional belastet; es besteht die Gefahr, dass Schüler die historische Distanz verlieren oder die Gefahr des Widerstands unterschätzen, weshalb eine sorgfältige didaktische Einbettung notwendig ist.

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Details

Titel
Das Spiel im Geschichtsunterricht. Eine Simulation zum jugendlichen Widerstand im Nationalsozialismus
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Historisches Institut)
Note
1,3
Autor
Frank Zakrzewa (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
25
Katalognummer
V211957
ISBN (eBook)
9783656408659
ISBN (Buch)
9783656408680
Sprache
Deutsch
Schlagworte
spiel geschichtsunterricht eine simulation widerstand nationalsozialismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Frank Zakrzewa (Autor:in), 2012, Das Spiel im Geschichtsunterricht. Eine Simulation zum jugendlichen Widerstand im Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211957
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Leseprobe aus  25  Seiten
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