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Der Zivilprozess der Römer – Ein Spiegelbild ihrer Verfassungen in der Frühzeit und der Königszeit

Title: Der Zivilprozess der Römer – Ein Spiegelbild ihrer Verfassungen in der Frühzeit und der Königszeit

Excerpt , 2009 , 48 Pages

Autor:in: Peter Kilchenstein (Author)

Law - Philosophy, History and Sociology of Law
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Im Rahmen der vorliegenden Arbeit soll erläutert werden, welche Auswirkungen die unterschiedlichen Staatsformen bzw. Verfassungen der Römer auf die Struktur und Organisation des Zivilprozesses in den Geschichtsepochen Frühzeit und Königszeit hatte. Hierzu wird auch der historische Kontext dargestellt, der für das Verständnis der rechtlichen Zusammenhänge notwendig erscheint. Dabei wird in erster Linie die historische Methode verwendet, d. h. geschichtliche Fakten und Abläufe werden zugrunde gelegt.
Ziel ist es herauszufinden, ob die jeweilige staatliche Verfassungsform
bestimmte, wer Recht gesprochen hat bzw. wer die staatliche Gewalt ausübte,
und in welchen prozessualen Formen dies geschah. Es soll aufgezeigt werden,
dass es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Verfassungsrecht und
Verfassungsgeschichte einerseits und Prozessrecht und Prozessrechtsgeschichte andererseits gab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die römische Frühzeit des Zivilverfahrens

2.1. Die Selbsthilfetheorie

2.1.1. Erster Ansatz: Anarchie

2.1.2. Zweiter Ansatz: Ritualisierte Formen der Rechtsfindung

2.2. Die Rechtsgemeinschaftstheorie

2.3. Romulus und Remus – Legende eines römischen Rechts-streites

2.3.1. Interpretation der Sage unter Berücksichtigung der Rechts-gemeinschafts- und der Selbsthilfetheorie

2.3.2. Ciceronianische Betrachtung der Sage von Romulus und Remus

2.3.3. Neue Hypothese zur Frühzeit des römischen Zivilverfahrens

3. Die gens als Keimzelle des römischen Rechts und ihre Auswirkungen auf das Zivilverfahrensrecht der Frühzeit

3.1. Die gens – Ein Staat im verfassungsrechtlichen Sinne?

3.2. Die gens – Ein Staat im Sinne der Drei-Elemente-Lehre?

3.3. Die gens – Ein Staat im ciceronianischen Sinne?

3.4. Neue Hypothese: Die pontfices als erste Gerichtsherren der gens

3.5. Die auctoritas der pontifices

4. Die Königszeit

4.1. Die wesentlichen Strukturen der Königsverfassung

4.2. Einflusswirkung der Königsverfassung auf den römischen Zivilprozess in der Königszeit

4.2.1. Forschungsansätze zur Gerichtsgewalt des Königs im Rahmen des zweiphasigen römischen Zivilprozesses

4.2.2. Neue Hypothese: Königtum als Fortsetzung der sakralen Gentilverfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den unmittelbaren Zusammenhang zwischen den unterschiedlichen römischen Staatsformen in der Frühzeit sowie der Königszeit und der jeweiligen Struktur des Zivilprozesses. Das Ziel besteht darin, durch die historische Methode aufzuzeigen, wer in der jeweiligen Verfassung die staatliche Gewalt ausübte und wie dies die prozessualen Formen des Rechtsschutzes prägte.

  • Historische Analyse der römischen Frühgeschichte und ihrer Auswirkungen auf das Prozessrecht.
  • Kritische Prüfung der Hypothesen zur Selbsthilfe und Rechtsgemeinschaftsbildung.
  • Untersuchung der Bedeutung der "gens" als staatliche Keimzelle und ihrer inneren Organisation.
  • Evaluation der priesterlichen Gerichtsgewalt ("pontifices") und der "auctoritas" im frühen Recht.
  • Analyse des Einflusses der Königsverfassung auf die Zweiphasigkeit des Zivilprozesses.

Auszug aus dem Buch

2.3.2. Ciceronianische Betrachtung der Sage von Romulus und Remus

Der berühmte Rechtsanwalt, Politiker, Philosoph und Staatstheoretiker Marcus Tullius Cicero hat in seinem Werk De officiis (Über die Pflicht) folgende Gedanken über Formen der Entscheidungsfindung in einer (frühen) Gesellschaft entwickelt: „Nam cum sint duo genera decertandi, unum per disceptationem, altertum per vim, cumque illud proprium sit hominis, hoc beluarum, confugiendum est ad posterius, si uti non licet superiore.27”

Deutsche Übersetzung: „Es gibt zwei Arten, einen Streit zu entscheiden: Erörterung des Für und Wider vor dem Richter oder Gewalt. Das erstere geziemt sich für Menschen, das letztere ist die Art der Tiere. Hierzu darf man nur seine Zuflucht nehmen, wenn schiedlich-friedliches Verhalten nicht zum Ziele führt.28

Die heutige Forschung geht mit Cicero einher, dass es zweierlei Formen der Entscheidungsfindung gibt: zum einen die friedliche Auseinandersetzung der Konfliktparteien im Rahmen der Delegation und zum anderen den Einsatz von Gewalt im Rahmen der Selbsthilfe.

Bemerkenswert ist auch, dass Cicero die friedliche Auseinandersetzung als eigentümliche Lebensform des Menschen und die gewaltsame Auseinandersetzung als eigentümliche Lebensform der Tiere bewertet.

Damit sieht Cicero ebenso wie die strenge Selbsthilfehypothese eine Gesellschaft, in der die Gewalt als Mittel der Konfliktbewältigung eingesetzt wird, als primitive Form einer menschlichen Gemeinschaft an. Dem gegenüber geht Cicero mit der Rechtsgemeinschaftstheorie konform, dass eine Gesellschaft, in der das Schiedsgericht zur Beilegung von Rechtsstreitigkeiten anerkannt ist, auf eine vernunftvolle, entwickelte menschliche Gemeinschaft hindeuten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit erläutert den Zusammenhang zwischen den antiken römischen Verfassungen und der Entwicklung des Zivilprozessrechts unter Anwendung der historischen Methode.

2. Die römische Frühzeit des Zivilverfahrens: Dieses Kapitel analysiert Hypothesen zur Entstehung des Zivilprozesses, von der reinen Selbsthilfe bis hin zur ritualisierten Form der Rechtsfindung.

3. Die gens als Keimzelle des römischen Rechts und ihre Auswirkungen auf das Zivilverfahrensrecht der Frühzeit: Es wird untersucht, ob die "gentes" bereits staatsähnliche Strukturen aufwiesen und welche Rolle die Priester als frühe Gerichtsherren spielten.

4. Die Königszeit: Hier wird der Übergang von der archaischen Gentilverfassung zum Königtum beleuchtet und dessen Einfluss auf die Gerichtsgewalt sowie die Struktur des Zivilprozesses diskutiert.

Schlüsselwörter

Römisches Recht, Zivilprozess, Frühzeit, Königszeit, Selbsthilfe, Rechtsgemeinschaft, gens, pontifices, auctoritas, Gentilverfassung, Prozessrecht, Rechtsgeschichte, legis actio, Verfassungsrecht, Rechtsprechung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die wechselseitige Beziehung zwischen den römischen Staatsformen der Früh- und Königszeit und der Struktur des römischen Zivilprozesses.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung der römischen Rechtskultur, die Rolle der Gens als soziale und staatliche Einheit sowie die Bedeutung sakraler Macht für die Rechtsprechung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu ergründen, ob und wie staatliche Verfassungsformen Einfluss darauf nahmen, wer Recht sprach und welche Formen das Zivilverfahren dabei annahm.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor verwendet primär die historische Methode, indem er geschichtliche Fakten und Überlieferungen zur Rekonstruktion rechtlicher Abläufe nutzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Hypothesen zur Rechtsfindung (Selbsthilfe vs. Schiedsgerichtsbarkeit), die Bedeutung der Priesterkaste (pontifices) und die Verfassungsstrukturen der Königszeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die Gens, die Selbsthilfetheorie, das sakrale Königtum, die Pontifikaljurisprudenz und das Zwölftafelgesetz.

Welche Rolle spielt die Legende von Romulus und Remus für das Verständnis des Zivilrechts?

Die Legende dient als Sinnbild für die verschiedenen historischen Hypothesen der Streitbeilegung: vom gescheiterten göttlichen Schiedsgericht bis hin zum Faustrecht des Siegers.

Inwiefern hat die "Drei-Elemente-Lehre" Relevanz für diese Untersuchung?

Sie wird herangezogen, um die Hypothese zu stützen, dass die altrömische "gens" bereits als ein staatliches Gebilde (mit Gebiet, Volk und Gewalt) qualifiziert werden kann.

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Details

Title
Der Zivilprozess der Römer – Ein Spiegelbild ihrer Verfassungen in der Frühzeit und der Königszeit
College
Comenius University in Bratislava
Author
Peter Kilchenstein (Author)
Publication Year
2009
Pages
48
Catalog Number
V211977
ISBN (eBook)
9783656404101
ISBN (Book)
9783656406242
Language
German
Tags
zivilprozess römer spiegelbild verfassungen frühzeit königszeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Kilchenstein (Author), 2009, Der Zivilprozess der Römer – Ein Spiegelbild ihrer Verfassungen in der Frühzeit und der Königszeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211977
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