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Das 7. Siegel. Glaube und Tod zwischen Mittelalter und Neuzeit in Ingmar Bergmans Allegorie der Apokalypse.

Titre: Das 7. Siegel. Glaube und Tod zwischen Mittelalter und Neuzeit in Ingmar Bergmans Allegorie der Apokalypse.

Dossier / Travail de Séminaire , 2012 , 20 Pages , Note: 1.0

Autor:in: Monica Pintucci (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Comparée
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Einleitung

Die vorliegende Arbeit möchte einen Überblick über Bergmans Auseinandersetzung mit den Themen „Gott“ und „Tod“ im Film Det sjunde inseglet (Das 7. Siegel, 1957) geben angesichts der «filmspezifischen Historizität» und der damit verbundenen kulturellen Vorstellungen. Das im Spätmittelalter angesiedelte schwedische Filmdrama aus dem Jahr 1957 war nach Das Lächeln einer Sommernacht (1955), mit dem Bergman den internationalen Durchbruch erzielte, der zweite große künstlerische und kommerzielle Erfolg des schwedischen Drehbuchautors, Film- und Theaterregisseurs, und gilt heute als einer der großen Klassiker des europäischen Kinos. Der ursprüngliche Filmstoff ist das einaktige Theaterstück Trämålning (Deutsch: „Holzmalerei“), das Bergman 1953–54 als Übungsstück für Schauspielschüler anlässlich einer Kursende-Aufführung am Malmöer Stadttheater schrieb.
Die Arbeit setzt sich zum Ziel, herauszuarbeiten, inwiefern mittelalterliche und neuzeitliche Perspektiven und Motive im Umgang mit den oben genannten Themenschwerpunkten in der filmischen Narration ineinander greifen. Keine Überprüfung der filmischen philologischen „Glaubwürdigkeit“, die Bergman auch nicht bezielte, wird hier angestrebt, sondern eine vertiefende Konfrontation mit der symbolisch-allegorischen Ebene, durch welche die sich stellenden Sinnfragen ihren Ausdruck finden. Dabei werden die im Kino mit einer standardisierten Idee vom Mittelalter klischeehaft verbundenen Repräsentationsmuster und Identitätsmodelle kritisch hinterfragt, «um ihren Konstruktionscharakter und ihre Symbolik zu durchleuchten» .
Im Folgenden möchte ich einen knappen Überblick über den Aufbau der Arbeit bzw. über meine Schritte zur kritischen Auseinandersetzung mit den fokussierten Themenkomplexen geben. Im Hauptteil wird zunächst das Thema eingegrenzt und der Schwerpunkt auf das Mittelalter Bergmans und auf seine Ursprünge in der mittelalterlichen Kirchmalerei gelegt. Daran anschließend werden die im Vordergrund stehenden Schwerpunkte Glaube und Tod unter besonderer Berücksichtigung der filmspezifischen Historizität und der assoziierten religiösen Vorstellungen und Mythen veranschaulicht und analysiert. Abschließend werden die Untersuchungsergebnisse auf den Punkt gebracht und Schlussfolgerungen daraus gezogen, wobei die formulierten Leitfragen noch einmal aufgegriffen werden, um auf deren Beantwortung näher einzugehen und eine Zusammenfassung formulieren zu können.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das unzeitliche Mittelalter Bergmans und die mittelalterliche Kirchmalerei

3. Apokalyptische Vorstellungen und Stationen der Gottesfrage

3.1 Für eine Handvoll Hoffnung....: Gottessuche vs. Suche nach Erkenntnis

3.2 Dialog mit dem Tod

3.3 Existentialistische Allegorien

4. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Bergmans Auseinandersetzung mit den existenziellen Themen „Gott“ und „Tod“ im Film „Das 7. Siegel“ (1957) und analysiert, wie mittelalterliche Motive und neuzeitliche Perspektiven in der filmischen Erzählung ineinandergreifen.

  • Filmische Historizität und die Verwendung des Mittelalters als Allegorie
  • Die Darstellung von Glaubenszweifeln und der Sinnsuche des Menschen
  • Der Kontrast zwischen mittelalterlichem Aberglauben und modernem Rationalismus
  • Die Funktion des Todes als zentraler Ankerpunkt in Bergmans Bildwelt

Auszug aus dem Buch

3.2 Dialog mit dem Tod

Am Strand des aufgewühlten Meeres trifft der Ritter Antonius Block in der erster Szene auf den personifizierten Tod, der ihm mitteilt, dass seine Zeit gekommen ist: «Bist du bereit?» – fragt er. «Mein Körper ist bereit, ich nicht» – lautet die Antwort des Ritters. Um einen Aufschub zu erwirken, schlägt Block dem Tod eine Partie Schach vor, die über sein Leben entscheiden soll. Er weiß, dass der Tod Schach spielt, weil er «Bilder gesehen und davon gehört» hat. Solange die Partie nicht entschieden ist bzw. solange der Tod ihn nicht geschlagen hat, darf er weiterleben. Der Ritter erklärt, dass er diese Zeit nutzen will, um einen Sinn in seinem Dasein zu finden, ein Zeichen für die Existenz Gottes zu erhalten und seine «Kenntnisse für eine gute Handlung anzuwenden». Mit dem weißgesichtigen Tod, der nach Siclier an den deutschen Expressionismus denken lässt, insbesondere an Carl Theodor Dryer und an Nosferatu, den Vampir aus dem Film Murnaus, lässt sich Block auf einen existentiellen Grundsatzkampf ein.

Es war vor allem die Frage nach dem Tod, die Bergman seit der von seiner Darstellung auf mittelalterlichen Fresken „besessenen“ Kindheit an den Glauben band, und die er mehrmals in seinen Filmen gestellt hat. Der Regisseur erklärt:

«Solange ich mich erinnern kann, hatte ich mit einem bösartigen Todesschrecken gelebt, der sich während der Pubertät und während der frühen Zwanziger zur Unerträglichkeit steigern konnte. Dass ich... durch die dunkle Pforte gehen sollte, dass es etwas geben sollte, dass ich nicht kontrollieren, arrangieren oder vorhersehen konnte, war für mich eine Quelle ständigen Entsetzens. Dass ich plötzlich den Mut zusammennahm und den Tod als weißen Clown gestaltete... war der erste Schritt im Kampf gegen die Todesangst...»

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über Bergmans Film „Das 7. Siegel“, dessen Entstehungsgeschichte und das Ziel, die symbolisch-allegorische Ebene der Sinnsuche im Film zu untersuchen.

2. Das unzeitliche Mittelalter Bergmans und die mittelalterliche Kirchmalerei: Dieses Kapitel erläutert, wie Bergman das Mittelalter als filmischen Vorwand nutzt, um zeitlose Fragen nach dem Glauben und dem menschlichen Dasein in einer modernen Form darzustellen.

3. Apokalyptische Vorstellungen und Stationen der Gottesfrage: Hier wird der Fokus auf die religiösen Sinnfragen, die Figur des zweifelnden Ritters im Kontrast zum pragmatischen Knappen und die existenzielle Bedeutung der Apokalypse gelegt.

3.1 Für eine Handvoll Hoffnung....: Gottessuche vs. Suche nach Erkenntnis: Die Analyse konzentriert sich auf das Ringen des Ritters Antonius Block mit seinem Glauben und die Konfrontation seiner Suche mit der harten Realität der Pestzeit.

3.2 Dialog mit dem Tod: Das Kapitel beleuchtet das Schachspiel als Metapher für den Kampf um den Aufschub des Todes und die Suche nach einem Sinn jenseits des physischen Endes.

3.3 Existentialistische Allegorien: Hier wird untersucht, wie Bergman durch das Mittel der Allegorie existentialistische Themen thematisiert und das Werk als Meditation über die condition humaine positioniert.

4. Schlussbemerkungen: Zusammenfassend wird das Werk als historisch-kulturelles Produkt gewürdigt, das eine moderne existenzielle Reflexion über den Tod und die Vergeblichkeit der Metaphysik bietet.

Schlüsselwörter

Ingmar Bergman, Das 7. Siegel, Mittelalter, Tod, Gott, Allegorie, Existentialismus, Sinnsuche, Apokalypse, Schachspiel, Religiosität, Filmwissenschaft, Antonius Block, Totentanz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Ingmar Bergmans Spielfilm „Das 7. Siegel“ hinsichtlich seiner Darstellung von Glaubens- und Todesfragen vor einem spätmittelalterlichen Hintergrund.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die „filmspezifische Historizität“, die Auseinandersetzung mit christlicher Tradition und die existenzielle Sinnsuche des Menschen in Krisenzeiten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie mittelalterliche und neuzeitliche Perspektiven in Bergmans Narration ineinandergreifen, ohne dabei die historische Glaubwürdigkeit des Films zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Es wird eine literatur- und filmwissenschaftliche Analyse der symbolisch-allegorischen Ebene sowie eine kontextuelle Einordnung des Regisseurs in den historischen und religiösen Diskurs vorgenommen.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Ursprünge in der Kirchmalerei, die Rolle des Todes als allegorische Figur, die Gottesfrage und die unterschiedlichen Charaktere wie den Ritter und den Knappen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Allegorie, Existentialismus, Apokalypse, Totentanz, Gott, Tod, Sinnsuche und Glaubenszweifel.

Warum wählt Bergman laut der Arbeit das Mittelalter als Kulisse?

Das Mittelalter dient Bergman als „Kommunikations-Interface“, um zeitlose, existenzielle Fragen in eine allegorische Form zu bringen, die für den modernen Zuschauer greifbar ist.

Welche Rolle spielt die Schachpartie in der Interpretation der Autorin?

Das Schachspiel fungiert als „Aufhänger“ für die Geschichte und symbolisiert den existenziellen Kampf des Ritters, der durch das Spiel Zeit für seine Sinnsuche gewinnen möchte.

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Résumé des informations

Titre
Das 7. Siegel. Glaube und Tod zwischen Mittelalter und Neuzeit in Ingmar Bergmans Allegorie der Apokalypse.
Université
University of Bonn  (Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft)
Cours
Plenum: Helden, Henker und Halunken. Das Mittelalter im Film.
Note
1.0
Auteur
Monica Pintucci (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
20
N° de catalogue
V212005
ISBN (ebook)
9783656400271
ISBN (Livre)
9783656401070
Langue
allemand
mots-clé
siegel glaube mittelalter neuzeit ingmar bergmans allegorie apokalypse
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Monica Pintucci (Auteur), 2012, Das 7. Siegel. Glaube und Tod zwischen Mittelalter und Neuzeit in Ingmar Bergmans Allegorie der Apokalypse., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212005
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Extrait de  20  pages
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