Unter den gegenwärtigen ordnungspolitischen Bedingungen können Krankenhäuser, die im Krankenhausplan eines Bundeslandes und bei Investitionen in das Investitionsprogramm des jeweiligen Bundeslandes aufgenommen sind, ihre Investitionsvorhaben nicht vollständig mit öffentlichen Fördermitteln finanzieren und müssen zusätzlich Eigenmittel einsetzen.
Sobald die Möglichkeiten einer Eigenmittelfinanzierung von Investitionen nicht ausreichend gegeben sind, gewinnen für die genannten Krankenhäuser verstärkt klassische wie auch alternative Finanzierungsinstrumente der Außenfinanzierung an Bedeutung.
Inhaltsverzeichnis
1 Ausgangslage
1.1 Investition des Krankenhauses „Maria Hilf“
1.2 Betriebliche Nutzungsdauer mobiler Wirtschaftsgüter
2 Investitionsdarlehen
2.1 Annuitätendarlehen
2.2 Vor- und Nachteile eines Annuitätendarlehens
3 Finanzierungsleasing
3.1 Vollamortisationsvertrag
3.2 Vor- und Nachteile des Vollamortisationsvertrages
4 Philanthropie
4.1 Großspenden
4.2 Vor- und Nachteile von Spenden
5 Sponsoring
5.1 Sozio-Sponsoring
5.2 Vor- und Nachteile des Sozio-Sponsorings
6 Zusammenfassung
7 Quellen
8 Anlagen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen der Investitionsfinanzierung in deutschen Krankenhäusern angesichts rückläufiger öffentlicher Fördermittel und evaluiert die Eignung klassischer sowie alternativer Finanzierungsinstrumente.
- Dualistisches Finanzierungssystem im deutschen Krankenhauswesen
- Klassische Kreditfinanzierung mittels Annuitätendarlehen
- Finanzierungsleasing als alternatives Investitionsmodell
- Philanthropie, Spendenwesen und Großspenderakquise
- Sozio-Sponsoring als Instrument der Öffentlichkeitsarbeit
Auszug aus dem Buch
3 Finanzierungsleasing
Das Finanzierungsleasing erfüllt aus wirtschaftlicher Sicht eine externe Finanzierungsfunktion, indem ein Wirtschaftsgut zum mittel- bis langfristigen Gebrauch gegen ein Entgelt überlassen wird. Aufgrund dieser Gebrauchsüberlassung eines Wirtschaftsgutes grenzt sich das Finanzierungsleasing gegenüber dem Kreditgeschäft ab, bei dem ausschließlich ein Gelddarlehen gewährt wird.
Charakteristisch für das indirekte Finanzierungsleasing ist eine Dreieckskonstellation. Diese besteht aus dem Hersteller oder Lieferanten des Wirtschaftsgutes, dem Leasinggeber als dem rechtlichen Eigentümer des Wirtschaftsgutes und dem Leasingnehmer, der das Wirtschaftsgut zur Erbringung einer Leistung einsetzt. Infolgedessen gibt es zwei Vertragskonstellationen. Zum einen ist dies der Kaufvertrag für das Wirtschaftsgut zwischen dem Hersteller oder Lieferanten und dem Leasinggeber. Die zweite Konstellation ist der Finanzierungsleasingvertrag, der die Gebrauchsüberlassung des Wirtschaftsgutes zwischen dem Leasinggeber und dem Leasingnehmer regelt. Beide Verträge bestehen rechtlich unabhängig voneinander.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Ausgangslage: Analyse der dualistischen Krankenhausfinanzierung und des sinkenden Volumens öffentlicher Fördermittel, was den Bedarf an zusätzlichen Eigen- oder Fremdmitteln erhöht.
2 Investitionsdarlehen: Untersuchung des klassischen Annuitätendarlehens als Fremdfinanzierungsinstrument, inklusive seiner Struktur, steuerlicher Aspekte und der Vor- und Nachteile.
3 Finanzierungsleasing: Erläuterung der leasingbasierten Investitionsfinanzierung mit Fokus auf den Vollamortisationsvertrag und dessen Auswirkungen auf die Liquidität und Innovationsfähigkeit.
4 Philanthropie: Betrachtung von Spenden und Großspenden als Mittel der externen Finanzierung, die aufgrund fehlender Rückzahlungsverpflichtungen eigenkapitalähnlich wirken.
5 Sponsoring: Untersuchung von Sponsoring und Sozio-Sponsoring als Marketinginstrumente zur Generierung von Mitteln, die jedoch strategische Planung und Wahrung der Integrität erfordern.
6 Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, die das Finanzierungsleasing als praktikable Variante hervorhebt, während Spenden und Sponsoring als langfristige, strategische Konzepte eingeordnet werden.
Schlüsselwörter
Krankenhausfinanzierung, Investitionen, KHG, Annuitätendarlehen, Finanzierungsleasing, Vollamortisationsvertrag, Philanthropie, Großspenden, Sponsoring, Sozio-Sponsoring, Donor Relationship Management, Fremdkapital, Investitionsquote, Gesundheitswesen, dualistisches Prinzip.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie deutsche Krankenhäuser unter den Bedingungen sinkender öffentlicher Investitionsförderung ihre Investitionen mittels verschiedener Finanzierungsinstrumente decken können.
Welche Themenfelder werden zentral behandelt?
Die zentralen Themenfelder sind klassische Darlehensfinanzierungen, Finanzierungsleasing, philanthropisches Spendenwesen sowie Sponsoringaktivitäten im Krankenhaussektor.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, die Vor- und Nachteile von Finanzierungsinstrumenten anhand eines Musterbeispiels zu vergleichen und deren Eignung für Krankenhausinvestitionen kritisch zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und die Anwendung theoretischer Finanzierungsgrundlagen auf ein praxisnahes Fallbeispiel (Krankenhaus „Maria Hilf“).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden Annuitätendarlehen, Vollamortisationsverträge beim Leasing, Konzepte der Großspendenakquise sowie die strategische Gestaltung von Sozio-Sponsoring detailliert beschrieben.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte umfassen Krankenhausfinanzierung, KHG, Finanzierungsleasing, Investitionsdarlehen, Philanthropie, Sozio-Sponsoring und Donor Relationship Management.
Warum ist das Finanzierungsleasing für die Medizintechnik relevant?
Leasing ermöglicht es Krankenhäusern, durch regelmäßigen Austausch der Technik auf kurze Innovationszyklen in der Medizintechnik zu reagieren, ohne hohe Einmalinvestitionen tätigen zu müssen.
Warum ist die Abgrenzung zum Spenden bei Sponsoring so wichtig?
Während Spenden uneigennützig sind, verfolgt der Sponsor beim Sponsoring klare eigene Unternehmensziele, was eine rechtliche Abgrenzung zur Vermeidung von Steuer- und Integritätsproblemen notwendig macht.
- Quote paper
- Peter W. Janakiew (Author), 2013, Finanzierung von Investitionen im Krankenhaus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212174