Warum beschäftigen sich Theologen, Soziologen, Philosophen und weitere Wissenschaftler
aus den unterschiedlichsten Disziplinen mit dem Phänomen von Migration und Religion. Die
Antwort auf diese Frage ist an sich einfach, aber gerade in dieser Einfachheit unheimlich
komplex und vielgestaltig. Die Basis der hier vorliegenden wissenschaftlichen Seminararbeit
im Rahmen des Seminars im Studium Fundamentale „Fremde Heimat“ ist die Annahme, dass
sich Religion und Migration wechselseitig beeinflussen. Um diese Annahme zu entfalten und
zu verdeutlichen geht die Arbeit in zwei Schritten vor. Im ersten Teil werden Begriffe für
dieses Thema geklärt und insbesondere in Bezug auf die These der wechselseitigen
Beeinflussung beleuchtet. Dem schließen sich systematische Betrachtungsweisen an, wobei
hier bereits erste Zwischenergebnisse festgehalten werden, welche die These verdeutlichen
und stützen sollen.
Der zweite Teil der Arbeit ist praktischer orientiert. Am Fallbeispiel der Katholischen Kirche
in der ehemaligen SBZ bzw. der ehemaligen DDR soll der Versuch unternommen werden,
den wechselseitigen Einfluss von Migration und Religion festzustellen und deutlich zu
machen. Ein Blick, inwieweit dieser Umstand, die historischen Gegebenheiten den
Katholizismus in den heutigen Neuen Bundesländern und darüber hinaus den Katholizismus
im gesamten Bundesgebiet prägt und beeinflusst nimmt einen kleineren aber nicht minder
wichtigen Raum ein.
Die Seminararbeit wird durch zusammenfassende Sätze und weiteren Gedanken, welche nur
genannt, aber nicht entfaltet werden können, abgeschlossen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begrifflichkeiten
2.1 Migration
2.2 Flüchtlinge
2.3 Vertriebene
2.4 Umsiedler
2.5 Minderheit
3. Migration und Religion – ein wechselseitiges Beeinflussungsverhältnis
3.1 Allgemeine Überlegungen
4. Die katholische Kirche in der SBZ / DDR als Fallbeispiel
4.1 Statistische und historische Anmerkungen
4.2 Besonderheit der Migration in der SBZ / DDR
4.3 Bedeutung und Auswirkungen auf den Katholizismus
4.3.1 Der Aufbau einer Seelsorge
4.3.2 Schaffung von kirchlichen Strukturen
4.4 Der Umgang der Kirchenleitung mit diesem Phänomen
4.4.1 Otto Spülbeck und das „Leben im fremden Haus“
4.4.2 Weihbischof Freusberg und die „alternativen sozialistischen Feierformen“
4.4.3 Joachim Kardinal Meisner und „der Stern von Bethlehem“
5. Zusammenfassung
6. Quellen- und Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Wie beeinflussen sich Migration und Religion wechselseitig?
Migration kann religiöse Identitäten stärken oder verändern, während Religion oft als stabilisierendes Element und Netzwerk für Migranten in einer fremden Umgebung dient.
Welche Rolle spielten "Umsiedler" in der SBZ/DDR für die katholische Kirche?
Die Vertriebenen aus den ehemaligen Ostgebieten führten zu einem massiven Zuwachs katholischer Gläubiger in traditionell protestantischen Gebieten und erforderten den Aufbau neuer Seelsorgestrukturen.
Was meinte Otto Spülbeck mit dem „Leben im fremden Haus“?
Es beschreibt die Situation der katholischen Kirche als Minderheit in einer sozialistischen und atheistisch geprägten Gesellschaft der DDR.
Wie ging die Kirchenleitung der DDR mit Migrationsphänomenen um?
Persönlichkeiten wie Kardinal Meisner oder Bischof Freusberg versuchten, durch kirchliche Feste und Strukturen eine Heimat für Gläubige trotz staatlicher Repression zu schaffen.
Was ist der Unterschied zwischen Flüchtlingen, Vertriebenen und Umsiedlern?
Die Arbeit klärt diese Begriffe im historischen Kontext der Nachkriegszeit, wobei in der DDR oft der euphemistische Begriff "Umsiedler" für Vertriebene verwendet wurde.
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- Matthias Demmich (Author), 2010, Das Verhältnis von Religion und Migration bei der katholischen Kirche in der SBZ/DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212232