Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der Frage auseinander, welche unterschiedlichen Bestimmungen René Descartes und Gottfried Wilhelm Leibniz dem Philosophiebegriff beilegen. Dabei wird deutlich, dass die Begriffe Weisheit und Logik in deren jeweiliger Philosophie eine zentrale Position einnehmen.
In seinem „Lettre de L’Autheur“, einem Brief an Abbé Claude Picot, den Übersetzer sei-nes Werkes Principia Philosophiae ins Französische, legt Descartes sehr ausführlich dar, was er unter Philosophie versteht, nämlich das Studium der Weisheit. Daher erläutert er, was seiner Auffassung nach unter Weisheit zu verstehen ist und welchen Nutzen jeder Einzelne und damit die Gesellschaft aus dem Besitz von Weisheit ziehen kann. Die Er-kenntnis der Wahrheit setzt Descartes mit Weisheit gleich. Demnach ist für Descartes die Erkenntnis der Wahrheit durch ihre ersten Ursachen das höchste Gut des Men-schen. Als Hinführung zum eigentlichen Kern seines Themas – den wahren Prinzipien bzw. den ersten Ursachen der menschlichen Erkenntnis – erläutert Descartes zunächst, was die bisherige Philosophie zu leisten imstande war. Dabei übt er Kritik an Plato und Aristoteles, entlarvt den Empirismus und den Skeptizismus als Sackgasse und betrachtet die Scholastik als Irrweg, da alle diese philosophischen Schulen auf völlig falschen Prin-zipien basierten. Einzig seine eigene Philosophie – so Descartes – beruhe auf den richti-gen Prinzipien, deren methodische Erkenntnis in den Regeln 1-11 im ersten Teil seiner Principia Philosophiae vorgestellt wird. Daher sollen diese Regeln, die in der Methode des radikalen Zweifels münden, hier dargestellt und kurz erläutert werden.
Von Leibniz hingegen gibt es keine umfassende Definition des Philosophiebegriffs, aber ...
Inhaltsangabe
1 Einleitung
2 Weisheit bei Descartes
2.1 Begriff der Weisheit bei Descartes
2.2 Methoden zur Erlangung der Weisheit
2.2.1 Die herkömmliche Methode
2.2.2 Kritik an Plato und Aristoteles
2.2.3 Empirismus, Skeptizismus und Rationalismus
2.3 Die wahren Prinzipien als Basis der Philosophie Descartes‘
2.3.1 Zurückweisung der falschen Prinzipien
2.3.2 Die neuen cartesischen Prinzipien
2.3.3 Nutzen der neuen Prinzipien
2.4 Fazit
3 Weisheit und Logik bei Leibniz
3.1 Begriff der Weisheit bei Leibniz
3.2 Methoden zur Erlangung der Weisheit
3.2.1 Die Kunst richtig zu denken
3.2.2 Die Kunst unbekannte Wahrheiten zu (er)finden
3.2.3 Die Kunst sich zu erinnern
3.3 Die Logik als Basis der Philosophie Leibniz‘
3.3.1 Die Syllogistik
3.3.2 Die Kombinatorik
3.3.3 Die Universalsprache
3.3.4 Die universelle Charakteristik
3.3.5 Die enzyklopädische Universalwissenschaft
3.4 Fazit
4 Descartes und Leibniz
4.1 Weiterentwicklung der cartesischen Methode
4.2 Kritik am methodischen Zweifel Descartes‘
4.3 Überlegenheit der leibnizschen Methode
4.4 Jede Wahrheit ist analytisch
4.5 Fazit
5 Resümee
Häufig gestellte Fragen
Was versteht René Descartes unter Philosophie?
Für Descartes ist Philosophie primär das Studium der Weisheit, welches er mit der Erkenntnis der Wahrheit durch ihre ersten Ursachen gleichsetzt.
Welche Kritik übt Descartes an der antiken Philosophie?
Er kritisiert Plato und Aristoteles dafür, dass ihre Systeme auf falschen Prinzipien basierten, und betrachtet auch die Scholastik als Irrweg.
Wie definiert Leibniz den Weg zur Weisheit?
Leibniz verbindet Weisheit eng mit der Logik und der „Kunst richtig zu denken“. Er entwickelte Methoden wie die Kombinatorik und eine Universalsprache zur Wahrheitsfindung.
Was sind die zentralen Elemente der leibnizschen Logik?
Dazu gehören die Syllogistik, die Kombinatorik, die universelle Charakteristik und die Idee einer enzyklopädischen Universalwissenschaft.
Wie bewertet Leibniz Descartes' Methode des radikalen Zweifels?
Leibniz übt Kritik am methodischen Zweifel Descartes' und versucht, dessen Ansätze durch eine analytische Logik weiterzuentwickeln, die er für überlegen hält.
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- Helga Spriestersbach (Autor), 2011, Weisheit und Logik bei Descartes und Leibniz, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212312