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Der literarische Expressionismus als kollektive Psychose

Georg Trakl, Georg Heym, Jakob van Hoddis und ihre seelischen Erkrankungen

Title: Der literarische Expressionismus als kollektive Psychose

Seminar Paper , 2012 , 39 Pages , Grade: 1,33

Autor:in: Christian Huber (Author)

Didactics for the subject German - History of Literature, Eras
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Summary Excerpt Details

Wie viel Macht Worte doch haben können! Diese Verse beispielsweise, welche ein Gedicht namens "Weitende" bilden und vom Dichter Jakob von Hoddis verfasst wurden, leiteten gar, wenn auch nicht gänzlich eigenständig, eine ganze Epoche ein, den Expressionismus. Eine Ära voller genialer Werke in Kunst und Literatur, hinter denen mindestens genauso begnadete Künstler stehen, ein Zeitalter des Aufbruchs und der Veränderung, aber eben auch geprägt von Gewalt und Angsf.2
Womit wir wieder bei Jakob von Hoddis wären, und zwei seiner Kollegen, namentlich Georg Heym und Georg Trakl, allesamt gleichermaßen talentvoll wie charakterlich schwierig. Und jeder dieser Künstler hat eine traurige Lebensgeschichte hinter sich, mit psychischen Krankheiten und einem bedauernswerten Tod. Aber inwiefern hängen d iese drei Schicksale mit der Epoche, die sie jewei ls geprägt haben, zusammen? Diesem interessanten Rätsel möchte ich auf den Grund gehen.
In meiner Arbeit soll deshalb - nach einer kurzen Vorstellung der Epoche und ihrer Umstände - erörtert werden, ob die seelischen Erkrankungen der genannten drei Autoren als Beweis für eine kollektive Psychose im Expressionismus gesehen werden können oder ob diese eher durch Gründe, die nicht unmitte lbar in den gesellschaftlichen beziehungsweise äußeren Einflüssen jener Zeit zu suchen sind, erkrankten.
[...]
1 Zit.: Jens, Walter (Hrsg.) : Kindlers neues Uteraturlexikon. Band 7. München. 1990. 5.916
2 Vgl. : Jen s, Walter (Hrsg.): Kindlers neues Literaturlexikon. Band 7. München. 1990. 5.916f

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitungsgedanke

2. Die Epoche des Expressionismus

2.1 Definition und Ziele

2.2 Soziohistorischer Hintergrund

2.3 Literatur der Epoche

2.3.1 Stil und Motive

2.3.2 Bedeutende Dichter und Werke des Literarischen Expressionismus

3. Das Phänomen der kollektiven Psychose

3.1 Definition der kollektiven Psychose

3.2 Bedeutung der Psychose und des Wahnsinns im Expressionismus

4. Untersuchen der These einer durch die epochalen Einflüsse ausgelösten kollektiven Psychose

4.1 Methodik der Analyse

4.2 Georg Trakl

4.2.1 Biografie eines traurigen Lebens

4.2.2 Analyse der biografischen Einschnitte

4.2.2.1 Argumente für die Teilhabe an einer kollektiven Psychose

4.2.2.2 Argumente für ein Einzelschicksal

4.2.3 Analyse von Georg Trakls Gedicht „Grodek“

4.2.4 Zwischenauswertung

4.3 Georg Heym

4.3.1 Biografie eines eigenwilligen Genies

4.3.2 Analyse der biografischen Einschnitte

4.3.2.1 Argumente für die Teilhabe an einer kollektiven Psychose

4.3.2.2 Argumente für ein Einzelschicksal

4.3.3 Analyse von Georg Heyms Gedicht „Der Gott der Stadt“

4.3.4 Zwischenauswertung

4.4 Jakob van Hoddis (Hans Davidsohn)

4.4.1 Biografie eines verstörten Pioniers

4.4.2 Analyse der biografischen Einschnitte

4.4.2.1 Argumente für die Teilhabe an einer kollektiven Psychose

4.4.2.2 Argumente für ein Einzelschicksal

4.4.3 Analyse von Jakob van Hoddis’ Gedicht „Weltende“

4.4.4 Zwischenauswertung

5. Gesamtfazit

6. Schlussgedanke

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die biographischen Hintergründe und psychischen Leiden der drei expressionistischen Dichter Georg Trakl, Georg Heym und Jakob van Hoddis, um zu erörtern, inwiefern ihre persönlichen Erkrankungen als Indiz für eine „kollektive Psychose“ innerhalb der Epoche des Expressionismus gewertet werden können oder ob es sich primär um individuelle Schicksale handelt.

  • Analyse der soziohistorischen Einflüsse des frühen 20. Jahrhunderts auf die expressionistische Künstlergeneration.
  • Untersuchung der Verbindung zwischen Wahnsinn, Krankheit und literarischem Ausdruck.
  • Biographische Fallstudien zu Trakl, Heym und van Hoddis unter dem Aspekt psychischer Belastungen.
  • Interpretation ausgewählter Schlüsselgedichte im Hinblick auf Weltschmerz und kollektive Zeitstimmung.
  • Abwägung zwischen gesellschaftlicher Determinierung (Massenphänomen) und individuellem Schicksal.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitungsgedanke

„Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, in allen Lüften hallt es wie Geschrei. Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen an Land, um dicke Dämme zu zerdrücken. Die meisten Menschen haben einen Schnupfen. Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.“

Wie viel Macht Worte doch haben können! Diese Verse beispielsweise, welche ein Gedicht „Weltende“ bilden und vom Dichter Jakob van Hoddis verfasst wurden, leiteten gar, wenn auch nicht gänzlich eigenständig, eine ganze Epoche ein, den Expressionismus. Eine Ära voller genialer Werke in Kunst und Literatur, hinter denen mindestens genauso begnadete Künstler stehen, ein Zeitalter des Aufbruchs und der Veränderung, aber eben auch geprägt von Gewalt und Angst. Womit wir wieder bei Jakob van Hoddis wären, und zwei seiner Kollegen, namentlich Georg Heym und Georg Trakl, allesamt gleichermaßen talentvoll wie charakterlich schwierig. Und jeder dieser Künstler hat eine traurige Lebensgeschichte hinter sich, mit psychischen Krankheiten und einem bedauernswerten Tod. Aber inwiefern hängen diese drei Schicksale mit der Epoche, die sie jeweils geprägt haben, zusammen? Diesem interessanten Rätsel möchte ich auf den Grund gehen. In meiner Arbeit soll deshalb – nach einer kurzen Vorstellung der Epoche und ihrer Umstände - erörtert werden, ob die seelischen Erkrankungen der genannten drei Autoren als Beweis für eine kollektive Psychose im Expressionismus gesehen werden können oder ob diese eher durch Gründe, die nicht unmittelbar in den gesellschaftlichen beziehungsweise äußeren Einflüssen jener Zeit zu suchen sind, erkrankten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitungsgedanke: Einführung in die Forschungsfrage anhand des Gedichts „Weltende“ und Darstellung der Problematik um die drei Dichter Trakl, Heym und van Hoddis.

2. Die Epoche des Expressionismus: Überblick über die historischen und soziohistorischen Rahmenbedingungen des Expressionismus als Gegenkultur.

3. Das Phänomen der kollektiven Psychose: Definition des Begriffs Psychose und Untersuchung der Bedeutung des Wahnsinns als Motiv in der expressionistischen Literatur.

4. Untersuchen der These einer durch die epochalen Einflüsse ausgelösten kollektiven Psychose: Hauptteil mit methodischer Analyse der Biographien und Werke von Trakl, Heym und van Hoddis unter der Hypothese der kollektiven Psychose.

5. Gesamtfazit: Zusammenfassende Bewertung, dass eine kollektive Psychose nicht eindeutig nachweisbar ist, auch wenn starke epochale Einflüsse die Psyche der Künstler prägten.

6. Schlussgedanke: Reflektion über die Absicht des Expressionismus, die bürgerliche Welt zu erschüttern und ein neues Lebensgefühl zu etablieren.

Schlüsselwörter

Expressionismus, kollektive Psychose, Georg Trakl, Georg Heym, Jakob van Hoddis, Wahnsinn, Weltende, Grodek, Der Gott der Stadt, Soziohistorischer Hintergrund, Literatur des Expressionismus, psychische Erkrankung, Identitätsverlust, Erster Weltkrieg, Generationenkonflikt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, ob die psychischen Erkrankungen von drei bedeutenden expressionistischen Dichtern als Symptome einer kollektiven, gesellschaftlich bedingten Psychose der Epoche verstanden werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die biographischen Lebensumstände, der Einfluss des Ersten Weltkriegs, soziohistorische Spannungen der wilhelminischen Zeit sowie die literarische Verarbeitung von Weltschmerz und Wahnsinn.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage ist, ob die seelischen Leiden von Trakl, Heym und van Hoddis als Beweis für eine zeitgebundene kollektive Psychose dienen können oder als individuelle Schicksale zu betrachten sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine biographische Analyse der drei Autoren, ergänzt durch eine textnahe Interpretation ausgewählter Gedichte zur Veranschaulichung der jeweiligen Leidenswege.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Fallstudien, die jeweils biographische Einschnitte untersuchen und diese gegen Argumente für ein Einzelschicksal abwägen, bevor eine Zwischenauswertung erfolgt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Expressionismus, kollektive Psychose, Identitätsverlust, Dichterbiographien und gesellschaftliche Umbruchphase beschreiben.

Warum wird speziell das Gedicht „Weltende“ von Jakob van Hoddis als Einstieg gewählt?

Das Gedicht dient als Sinnbild für das expressionistische Lebensgefühl und die Wahrnehmung des nahenden Untergangs, welche die gesamte Epoche maßgeblich prägte.

Zu welcher Schlussfolgerung kommt der Autor hinsichtlich der „kollektiven Psychose“?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass sich eine kollektive Psychose zwar nicht eindeutig beweisen lässt, die negativen gesellschaftlichen und historischen Einflüsse der Zeit jedoch einen signifikanten Beitrag zur psychischen Belastung der Künstler leisteten.

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Details

Title
Der literarische Expressionismus als kollektive Psychose
Subtitle
Georg Trakl, Georg Heym, Jakob van Hoddis und ihre seelischen Erkrankungen
College
Maria-Theresia-Gymnasium Augsburg
Grade
1,33
Author
Christian Huber (Author)
Publication Year
2012
Pages
39
Catalog Number
V212382
ISBN (eBook)
9783656405122
ISBN (Book)
9783656407027
Language
German
Tags
Literatur Jakob van Hoddis Psychologie Georg Trakl Georg Heym Hans Davidsohn Psychose Selbstmord Expressionismus Erster Weltkrieg Genie Wahnsinn Lyrik Literaturgeschichte Epoche 19. Jahrhundert Gedichte Dichter Werke Stil Motive
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Huber (Author), 2012, Der literarische Expressionismus als kollektive Psychose, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212382
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