Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Social Studies (General)

Wandel des Sozialstaats

Vom traditionellen zum "aktivierenden" Sozialstaat

Title: Wandel des Sozialstaats

Term Paper , 2012 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Eva Brellek (Author)

Social Studies (General)
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Nach der Phase, die in Deutschland als Wirtschaftswunder bezeichnet wird, kam es Anfang der 70er Jahre zu einer Wende. Durch die internationale Ölkrise und den starken Anstieg der Arbeitslosigkeit nahm die Staatsverschuldung zu. Versuche die wirtschaftlichen Probleme mithilfe des Keynesianismus, wonach die gesamtwirtschaftliche Nachfrage die entscheidende Größe für Produktion und Beschäftigung ist, in den Griff zu bekommen, scheiterten. In Folge dessen kam es zu einem ersten Wandel des deutschen Staatsverständnisses und der Wirtschaftspolitik.
Nach Auffassung der führenden politischen Elite, schien der Staat an seine finanziellen Grenzen gestoßen zu sein. Dieser Umstand sollte durch entsprechende Veränderungen der staatlichen Aufgaben konterkariert werden. Im Zentrum der Überlegungen wie der Staatshaushalt zu entlasten sei, standen u. a. liberale Forderungen nach einem „schlanken Staat“, der durch die Reduzierung der Staatsaufgaben auf Kernbereiche Mittel einsparen sollte. Die Rot-Grüne Bundesregierung, die seit 1998 in Deutschland regierte, versuchte auf die Veränderungen durch eine Neuformulierung des Staatsverständnisses zu reagieren.
Kanzler Gerhard Schröder folgte dabei dem von Anthony Giddens formulierten „Dritten Weg“ . In Deutschland wurde dieser Diskurs in Form eines gemeinsamen Papiers von Schröder und dem damaligen britischen Premierminister Tony Blair bekannt. Hierzulande wurden die Inhalte des Papiers als Kurs der „Neuen Mitte“ vorgestellt...
Fokus der Arbeit steht der angesprochene Aktivierungsansatz, der am Beispiel der sogenannten „Hartz IV“-Gesetze erläutert werden soll. Darüber hinaus soll der Versuch unternommen werden, eine Bilanz nach sechs Jahren Hartz IV zu ziehen. Die Arbeit endet mit einem Fazit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung

3. Die Entstehung des Sozialstaat

4. Bereiche und Funktionen des Sozialstaats

5. Probleme und Grenzen des traditionellen Sozialstaats

6. Aktivierungsansatz - Aktivierung im SGB II

7. Sechs Jahre Hartz IV - Eine Bilanz

8. Fazit und eigene Stellungnahme

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert den Wandel des deutschen Staatsverständnisses hin zum „aktivierenden Sozialstaat“ und untersucht dessen Umsetzung sowie Auswirkungen am Beispiel der Hartz-IV-Gesetze. Dabei steht insbesondere die kritische Bilanzierung der Reformen im Hinblick auf ihre arbeitsmarktpolitische Effektivität und soziale Akzeptanz im Mittelpunkt.

  • Wandel des Staatsverständnisses: Vom marktkorrigierenden zum aktivierenden Sozialstaat
  • Theoretische Grundlagen wohlfahrtsstaatlicher Systeme nach Gøsta Esping-Andersen
  • Der Aktivierungsansatz im SGB II: Förderung und Forderung im Kontext der Arbeitsmarktpolitik
  • Bilanz der Hartz-IV-Reformen: Beschäftigungswirkungen und demografische Herausforderungen
  • Soziale Akzeptanz und politische Folgen staatlicher Reformpolitik

Auszug aus dem Buch

6. Aktivierungsansatz - Aktivierung im SGB II

Das Konzept des aktivierenden Sozialstaates, welches die Rot-Grüne Bundesregierung eingeführt hat, umfasst mehr als den Aspekt der Arbeitsmarktpolitik. Das Konzept diente der Modernisierung des Staates. Demnach muss der Staat nicht nur die negativen Auswirkungen der Subsysteme, etwa der Wirtschaft und der Politik ausgleichen sondern auch regulativ auf diese einwirken, so dass diese Subsysteme optimal aufeinander abgestimmt sind. Aufgabe des aktivierenden Sozialstaates ist es, die Sozialsysteme auf eine Weise zu konzipieren, welche die Wiederaufnahme von Erwerbsarbeit und die Eigeninitiative optimal vorbereitet und unterstützt.

Der aktivierende Sozialstaat ist somit eine Anpassung an die sich verändernden Umstände, ein neues Steuerungsinstrument. Die Aktivierung des Sozialstaates wird in den konzeptionellen Eckpunkten deutlich. Diese lassen sich in drei Ebenen der Aktivierung unterteilen. Dabei handelt es sich erstens um die Ebene der Aktivierung des Arbeitsmarktes, zweitens um die Ebene der Aktivierung der öffentlichen Verwaltung und drittens um die Ebene der Aktivierung der Bürger.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel des deutschen Staatsverständnisses seit den 70er Jahren und führt in das Konzept des „aktivierenden Sozialstaats“ unter Gerhard Schröder ein.

2. Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe des Wohlfahrtsstaates nach Gøsta Esping-Andersen, wie Dekommodifizierung und die Wohlfahrtstriade, und verortet das deutsche System.

3. Die Entstehung des Sozialstaat: Ein historischer Abriss von den Anfängen unter Bismarck bis zu den Reformen des 20. Jahrhunderts, der die Entwicklung der gesetzlichen Sozialversicherung in Deutschland beschreibt.

4. Bereiche und Funktionen des Sozialstaats: Hier werden die Kernziele des Sozialstaates erläutert, darunter Armutsbekämpfung, Chancengleichheit und soziale Absicherung.

5. Probleme und Grenzen des traditionellen Sozialstaats: Dieses Kapitel thematisiert Herausforderungen wie die demografische Entwicklung und den internationalen Wettbewerbsdruck, die Reformen notwendig machten.

6. Aktivierungsansatz - Aktivierung im SGB II: Das Kapitel erläutert das Prinzip der „Förderung und Forderung“ und die Umsetzung der Hartz-IV-Gesetze zur Stärkung der Eigenverantwortung.

7. Sechs Jahre Hartz IV - Eine Bilanz: Eine kritische Bestandsaufnahme der Reformen, die den Rückgang der Arbeitslosenzahlen und die veränderten Sanktionsmechanismen bewertet.

8. Fazit und eigene Stellungnahme: Die Schlussbetrachtung fasst die Erfolge und Defizite der Reformen zusammen und reflektiert die Problematik der politischen Akzeptanz staatlicher Maßnahmen.

Schlüsselwörter

Sozialstaat, Wohlfahrtsstaat, Hartz IV, Arbeitsmarktpolitik, Aktivierender Sozialstaat, Dekommodifizierung, SGB II, Arbeitslosengeld II, Sozialversicherung, Demografie, Eigenverantwortung, Arbeitsmarktverwaltung, Beschäftigung, Reformpolitik, Soziale Sicherheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Wandel des deutschen Sozialstaates hin zu einem „aktivierenden“ Leitbild und bewertet die Umsetzung dieses Modells durch die Hartz-IV-Reformen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Einordnung wohlfahrtsstaatlicher Typologien, die historische Entwicklung der deutschen Sozialversicherung sowie die konkrete Analyse der Arbeitsmarktpolitik nach SGB II.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Aktivierungsansatz zu erläutern und nach sechs Jahren Hartz IV eine Bilanz zu ziehen, die sowohl die Beschäftigungswirkungen als auch die gesellschaftliche Akzeptanz hinterfragt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung von Statistiken und Berichten zur arbeitsmarktpolitischen Entwicklung seit Einführung der Hartz-Gesetze.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung des Sozialstaates, eine theoretische Definition der Begriffe, eine Problemanalyse hinsichtlich demografischer Herausforderungen sowie die detaillierte Darstellung des Aktivierungsansatzes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Sozialstaat, Aktivierung, Hartz IV, Arbeitsmarktpolitik, SGB II, Wohlfahrtsstaat und Eigenverantwortung.

Wie unterscheidet sich der aktivierende Sozialstaat vom traditionellen Modell?

Während das traditionelle Modell stärker auf Absicherung und Marktkorrektur setzte, betont der aktivierende Sozialstaat die Eigeninitiative der Bürger und eine aktivere Steuerung durch den Staat.

Welche Rolle spielt die soziale Akzeptanz laut der Arbeit?

Die Akzeptanz ist laut der Arbeit eine entscheidende Voraussetzung für den Erfolg politischer Reformen; bleibt diese aus, kann dies zu einer Abstrafung der verantwortlichen politischen Akteure führen.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Wandel des Sozialstaats
Subtitle
Vom traditionellen zum "aktivierenden" Sozialstaat
College
University of Applied Sciences Dortmund
Course
Sozialpolitik
Grade
1,7
Author
Eva Brellek (Author)
Publication Year
2012
Pages
17
Catalog Number
V212424
ISBN (eBook)
9783656402466
ISBN (Book)
9783656403043
Language
German
Tags
sozialstaat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eva Brellek (Author), 2012, Wandel des Sozialstaats, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212424
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint