Die Krönung Friedrichs II. 1215 zum König


Hausarbeit (Hauptseminar), 2011

13 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Friedrichs familiäre Ausgangslage

3. Friedrichs Kindheit und Jugend

4. Der Weg nach Aachen

5. Der Krönungstag

6. Friedrich II. als König – Folgen für sein Handeln und seine Herrschaft

7. Schlusswort

Literaturverzeichnis

1. Vorwort

Die Krönung Friedrichs II. 1215 zum König des Reichs bildete einen der zentralen Punkte in seiner persönlichen Lebensgeschichte und hatte entscheidende Auswirkungen auf die weiteren Ereignisse dieser Epoche.[1]

Inwieweit inszenierte Friedrich diesen Tag und legitimierte so sein Handeln durch die stark rituellen und prestigeträchtigen Elemente des Krönungstages?

Die Königskrönung im Mittelalter ist hochgradig durch Regeln, Rituale und eine strenge hierarchische Ordnung geprägt.[2] Die aus der, durch die Kirche legitimierte Handlung, gewonnene zusätzliche Ausstrahlung des gekrönten Königs, wirkt sich in vielen Hinsichten auf alle darauffolgenden Geschehnisse aus. Allerdings sind zuerst der genaue Weg und der Tag der Handlung zu verstehen.

Aus diesem Grund ist auf der einen Seite der Tag der Krönung mit seinen Strukturen und den speziellen geregelten Ordnungen zu sehen wie auch die genaue Einordnung der anwesenden Personen in Zusammenhang mit der Beziehung zu Friedrich. Allerdings bildete die Krönung auch nur einen vorzeitigen Höhepunkt, der durch wichtige Charaktere, wie Otto IV. und beispielsweise Innozenz III., im Vorfeld stark beeinflusst wurde. So ist in diesem Kontext eine größere Zeitspanne zu betrachten, um die wahre Bedeutung dieser historischen Handlung zu verstehen und einordnen zu können.

Aus diesem Grund möchte ich, durch eine kurze Wiedergabe von Friedrichs Entwicklung und seiner Umgebung in seiner Kindheit, auf die Einordnung dieser Ereignisse vorbereiten. Hierzu gehört ebenfalls die Entwicklung seiner charakteristischen Züge wie eine genauere Beleuchtung seiner engeren Bezugspersonen seiner Kindheit und Jugend. Diese Punkte und eine Beschreibung der politischen Situation im Reich sollten eine Einordnung und eine Gewichtung der einzelnen Elemente wie der Ereignisse am Krönungstag erleichtern und ein fundiertes Ergebnis schaffen.

Die Handlungen Friedrichs II. in dieser Zeitspanne legten den Grundstein für sein weiteres Wirken und die Krönung diente als Basis seiner weiteren Pläne und Ziele und muss aus diesem Grund in jedem Detail bestmöglich verstanden und in aller Ausführlichkeit behandelt werden.

Hierbei werde ich mich in erster Linie auf die wissenschaftlichen Arbeiten von Houben, Stürner, Tschacher beziehen. Die Wahl der Autoren soll in besonderem Maße die Entwicklung der wissenschaftlichen Sicht auf Friedrich den II. darstellen. Kantorowicz wird nur sehr begrenzt in diese einfließen, da durch den großen zeitlichen Abstand seiner Arbeit, große Differenzen innerhalb der wissenschaftlichen Meinung entstanden sind. Die übrigen Autoren sind vertreten in ihren Hauptaspekten, den heutigen wissenschaftlichen Konsens, wobei ich ihre Ausführungen zu meinem speziellen Themenbereich gut nutzen kann.

2. Friedrichs familiäre Ausgangslage

Friedrich II. wurde am 26. Dezember 1194 in Jesi geboren.[3] Als Sohn von Heinrich dem VI. und Kostanze hatte Friedrich durch diese familiäre Konstellation Kontakte zum römisch-deutschen Kaiserreich wie zum normannischen Königreich Sizilien[4]. Dies wird zusätzlich durch seinen Großvater deutlich, welcher Barbarossa war. Durch die Tode von Wilhelm II. und Friedrich Barbarossa erbte Heinrich VI. „ein Herrschaftsgebiet, das sich keiner seiner Vorgänger hätte träumen lassen“[5]. Heinrich VI. war es so möglich, nicht nur im römisch-deutschen Reich zu herrschen, sondern auch durch seine Gattin, die Regierung über das Königreich Sizilien zu erlangen. Doch der Feldzug in Richtung Süden, welcher ihm die Herrschaftsansprüche sichern sollte, schlug fehl. Erst drei Jahre später konnte Heinrich VI. sich durch den Tod Tankreds das sizilianische Reich einverleiben. Hier wurde er 1194 zum König von Sizilien gekrönt.

3. Friedrichs Kindheit und Jugend

Die Kindheit Friedrich II. ist nicht als Kindheit im klassischen Sinne zu verstehen. Sie ist stark durch seine Herkunft und die hiermit verbundene politische Situation geprägt. Früh wurde er, auf Initiative seines Vaters Ende 1196, von den deutschen Fürsten zum „König der Römer“ gewählt.[6] So wurde schon früh sein Anspruch auf die Königskrone zum Ausdruck gebracht. Nach dem Tod seines Vaters im September 1197 entstand ein Machtvakuum im Reich, welches der noch zu junge Friedrich nicht füllen konnte. So verlebte er die meiste Zeit seiner Jugend am Hof von Palermo. In Deutschland kam es zum sogenannten „deutschen Thronstreit“[7]. Der Tod seines Vaters als Monarch kann gerade in einer mittelalterlichen Wahlmonarchie verheerende Folgen haben. So hatte Heinrich VI. Friedrich zwar im zuge des Erbreichsplanes schon 1196 von den deutschen Fürsten als König wählen lassen, so war er dennoch mit nicht ganz drei Jahren regierungsunfähig.[8] So ließ sich Philipp von Schwaben, der jüngere Bruder des Verstorbenen Kaisers zum König wählen um die Monarchie des Hauses zu schützen. Doch das lange herrscherlose Geschlecht der Welfen nutzte die Möglichkeit und krönte ihrerseits Otto IV. So gab es zwei, wenn man Friedrich hinzuzählt, sogar drei deutsche Könige. In der Folge wurde Otto IV. vom Papst unterstützt, da dieser einen Sieg Philipp II. von politischem Nachteil gewesen wäre. Der Sieg Otto IV. wurde letztendlich durch die Ermordung Philipps 1208 beendet. Doch Otto IV. hielt seine Zugeständnisse an den Papst nicht ein und wurde exkommuniziert. So musste sich der Papst Innozenz III. in der Folge um einen neuen Kandidaten für den Titel des Königs bemühen. Seine Wahl fiel auf den jungen Staufer Friedrich.[9]

[...]


[1] Vgl.: Houben, H.: Kaiser Friedrich II., Herrscher, Mensch, Mythos, Stuttgart 2008, Seite 24.

[2] Vgl.: Tschacher, W.: Königtum als lokale Praxis, Aachen als Feld kulturellen Realisierung von Herrschaft. Eine Verfassergeschichte (ca.800-1918), Jürgen Elvert (Hg.), Stuttgart 2010,Band 80, Seiten 94-97.

[3] Vgl.: Sibylle, Eva und Rösch, Gerhard: Kaiser Friedrich II. und sein Königreich Sizilien, Sigmaringen: Thorbecke 1995, 2. Auflage, Seite 42.

[4] Vgl.: Houben, H.: Kaiser Friedrich II., Herrscher, Mensch, Mythos, Stuttgart 2008, Seite 24.

[5] Houben, H.: Kaiser Friedrich II., Herrscher, Mensch, Mythos, Stuttgart 2008, Seite 24.

[6] Houben, H.: Kaiser Friedrich II., Herrscher, Mensch, Mythos, Stuttgart 2008, Seite 27.

[7] Houben, H.: Kaiser Friedrich II., Herrscher, Mensch, Mythos, Stuttgart 2008, Seite 28.

[8] Vgl.: Schaller, M.: Der deutsche Thronstreit und Europa 1198-1218, Philipp von Schwaben, Otto IV., Friedrich II., in: Kramp, M.: Krönungen, Könige in Aachen – Geschichte und Mythos, 2 Bände, Mainz 2000, Seiten 398-404.

[9] Ebd.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Die Krönung Friedrichs II. 1215 zum König
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Historisches Insitut)
Veranstaltung
Seminar
Note
2,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
13
Katalognummer
V212470
ISBN (eBook)
9783656405016
ISBN (Buch)
9783656406556
Dateigröße
489 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
krönung, friedrichs, könig
Arbeit zitieren
Thorsten Kade (Autor), 2011, Die Krönung Friedrichs II. 1215 zum König , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212470

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