Werdung und Entwicklung der Erwachsenenbildung


Hausarbeit, 2008

17 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:
1.
Einleitung
2.
Hauptteil
2.1.
Begriffsgeschichte: Der Begriff Erwachsenenbildung
3.
Die Historische Entwicklung
3.1.
Die frühen Anfänge der Erwachsenenbildung
3.2.
Die Erwachsenenbildung in der Aufklärung bis zum
Ende der Kaiserzeit
3.3..
Der Umbruch in der Weimarer Republik und dem
Nationalsozialismus
3.4..
Die Entwicklung der Erwachsenenbildung nach 1945
bis heute
4.
Schluss
5.
Literaturverzeichnis und Abbildungsverzeichnis
2

1.
Einleitung
,,Die Erwachsenenbildung hat sich bislang schwer getan mit der Erforschung ihrer Geschichte. Eine
zusammenhängende, systematische Darstellung ihrer historischen Entwicklung fehlt immer noch;
[...]" 1
Anhand dieses Zitats wird deutlich, dass die Geschichte der Erwachsenenbildung ein sehr breit
gefächertes Bild zur Erforschung bietet.
Viele Felder der Geschichte sind noch nicht erforscht worden, einige sind so vielschichtig und
komplex, dass sie bisher nicht in Ihrer Gänze, sondern vielmehr nur zum Teil berücksichtigt und
untersucht wurden. Hierzu gibt es unterschiedliche Meinungen. Die Forschung weicht in ihren
Betrachtungen und in der historischen Einordnung sehr weit voneinander ab.
Einige Aspekte der historischen Hintergründe verdienen jedoch einer besonderen Betrachtung und
zeigen die unterschiedliche Verknüpfung der Geschichte in der Entwicklung der
Erwachsenenbildung.
Ziel dieser Arbeit wird es sein, die historische Entwicklung zu zeigen und ihre Bedeutung für die
Erwachsenenbildung klar zumachen, nicht aber ihre Auswirkungen zu werten.
Abschließend soll der Bogen zur heutigen Weiterbildung gespannt werden und die Verknüpfung von
Vergangenheit und Gegenwart untermauert werden.
1
Wolgast, Günther: Zeittafel zur Geschichte der Erwachsenenbildung, Berlin 1996, S. 3
3

2.
Hauptteil
2.1.Begriffsgeschichte: Der Begriff Erwachsenenbildung
Der Begriff Erwachsenenbildung wird als eine weitere Art und Weise der Bildung von Erwachsenen
angesehen. Sie ist sowohl personen- als auch aufgabenbezogen und richtet sich bei ihren Adressaten
an Erwachsene. Die Erwachsenenbildung umfasst besondere Erwachsenengruppen. Sie
unterscheidet sich jedoch von der Fort- und Weiterbildung, die für mehrere Gruppen zugänglich
sind. Jedoch gibt es Überschneidungen in der Betrieblichen Erwachsenenbildung, die sich selbst als
Weiterbildung begreift und dazu synonym verwandt wird.
3. Die historische Entwicklung
Betrachtet man die Erwachsenenbildung als Ganzes, wird es sehr schwer, ihre Anfänge in ihrer
Gesamtheit zu überschauen.
Dadurch, dass die Erwachsenenbildung ein derart großer und vielschichtiger Komplex ist, müssen
sich Gedanken gemacht werden, wo man beginnen möchte. Selbst in der Literatur wird die Frage
nach einem konkreten Ansatzpunkt unterschiedlich beantwortet.
In der Forschung hält sich die Meinung, dass die Wurzeln der Erwachsenenbildung in den geistigen,
sozialen und politischen Veränderungen zu sehen sind, die mit dem Einsetzen der Industrialisierung
und der Aufklärung ihren Lauf nahmen. Jedoch wird von einigen auch die Meinung vertreten, das
die Anfänge schon im frühen Mittelalter oder gar der Antike oder bei den frühen Kulturen der
Vorzeit ihren Ursprung gehabt haben könnten.
2
3.1. Die frühen Anfänge der Erwachsenenbildung
Erste Anzeichen über eine beginnende Entwicklung der Erwachsenenbildung finden sich schon in
den frühen Kulturen bei den Jägern und Sammlern der Vorzeit, die ihre Kenntnisse, Fertigkeiten
und Erfahrungen untereinander austauschten oder an ihre Nachkommen weitergaben. Auch in der
Antike gab es Hinweise, etwa bei Platon, auf Konzepte zur Weiterbildung von Erwachsenen, wenn
dies auch nur für eine kleine elitäre
2
Wolgast, Günther: Zeittafel zur Geschichte der Erwachsenenbildung, Berlin 1996 S.3 ; S. 91
4

Im Mittelalter finden sich ebenfalls Ansätze, wie etwa um 1340, als in Flandern das älteste
Manuskripts eines zweisprachigen Konversationslexikon, des Livre de Métiers in Französisch und
Flämisch, entstand und in das häusliche Leben, die Religion, sowie das Leben und Treiben
verschiedener Berufe einführte.
Ebenfalls entstanden im 15. Jahrhundert weitere Lexika, die für die berufliche Ausbildung
Bedeutung hatten. Um 1500 entstand z.B. im Kontor des Deutschen Kaufmanns in Brügge ein
handschriftlicher Leitfaden für Älterleute, der sich an diejenigen richtete, die eine leitende Stellung
innehatten. Hier erfährt man einiges über die Strukturen und Aufgaben der Genossenschaft in
Brügge, das Verhältnis zur Umgebung, sowie der Besoldung.
3
Mit dem Auslaufen des Mittelalters und dem Einsetzen der frühen Neuzeit veränderte sich
die Struktur der mittelalterlichen Welt grundlegend. Die Umstrukturierung der klerikalen
Gesellschaft und die daraus resultierende Reformation unter Martin Luther setze einen wichtigen
Grundstein zur Entwicklung der Erwachsenenbildung. Luther selbst forderte 1524 die Gründung
von Schulen und Bibliotheken in Deutschland. 4 Die zahlreichen Schulen in den reformierten
Gemeinden haben hier ihren Ursprung und bestanden teilweise bis ins 19. Jahrhundert und in
Hamburg wurde z.B. 1529 eine Stadtbibliothek gegründet.
Am Anfang des 16. Jahrhunderts waren die Bemühungen um die Bildung inhaltlich stark dem
Glauben verbunden. Der freie Zugang zu allen Bildungsgütern, der der ganzen Bevölkerung zur
Erweiterung ihrer Kenntnisse dienlich sein sollte, macht deutlich, dass diese Denkansätze auf
geistig­kulturelle Strömungen zurückzuführen sind, die im Humanismus beginnen und über den
Rationalismus in der Aufklärung münden. Doch zuerst sind es nur wenige Gelehrte und Forscher,
die eine Bildung für die breite Bevölkerung propagieren. Etwa die Gelehrten Galileo Galilei oder
Johannes Kepler setzen mit ihren Forschungen neue Maßstäbe, die in der Gesellschaft eine
Veränderung vom Verständnis von Bildung entstehen lassen. Die Ansätze der
Bildungsanforderungen sind im Humanismus stark von antiken Grundsätzen geprägt und sehr
intellektuell ausgerichtet, aber es finden sich dennoch Merkmale, die mit der späteren
Erwachsenenbildung übereinstimmen. 5
Äußerst bedeutend für den Übergang aus dem Humanismus zu den Idealen der
Aufklärung innerhalb der Erwachsenenbildung werden auch einer großen Zahl von Vereinigungen
(Akademien, Gesellschaften, Societäten) zugeschrieben. Arbeiteten Sie zuerst versteckt und unter
3
Wolgast, Günther: Zeittafel zur Geschichte der Erwachsenenbildung, Berlin 1996 S.91
4
Wolgast, Günther: Zeittafel zur Geschichte der Erwachsenenbildung, Berlin 1996 S.4
5
Calderón, Cándido: Grundgedanken der Erwachsenenbildung in der Weimarer Zeit, Münster 1971 S. 35f
5

harmlosen Decknamen, vor allem in Städten wie Berlin 1696/1701, Schweinfurth/Halle 1652
etc.,erlangten sie bald durch ihre Arbeit ,,im Dienste der Wissenschaft und Tugend" offizielle
Anerkennung und wissenschaftliche Akzeptanz und wurden in öffentliche Anstalten umgewandelt (
Akademie der Wissenschaften bzw. Künste; Gründung 1696 Akademie der Künste zu Berlin). An
anderen Orten blieben sie jedoch private Gesellschaften und arbeiteten teilweise verdeckt und im
Untergrund an der Umgestaltung der herrschenden Anschauungen und Ordnungen mit. Es wird
angenommen, dass sie als Vorläufer der Logen gelten, in die Sie nach Gründung der ersten
Freimaurerloge (Hamburg 1737) teilweise übergingen. Diesen Logen, bis Ende des 18. Jahrhunderts
gab es mehr als 250, wird eine nicht unwichtige Bedeutung in der
geistigen Unabhängigkeitsbewegung zugeschrieben.
Vor allem in der adeligen Bevölkerung, bei dem gehobenen Bürgertum und den
Intellektuellen besaßen sie einen hohen Stellenwert, da sie die Ideen des Humanismus und der
beginnenden Aufklärung pädagogisch umsetzten und in ihren Idealen widerspiegelten. 6
3.2. Die Erwachsenenbildung in der Aufklärung bis zum Ende
der Kaiserzeit
Mit dem beginnenden 18. Jahrhundert begann eine andere Entwicklungsphase in der
Erwachsenenbildung. Hier kamen die Ideen und Ideale der Aufklärung zum tragen.
Ab 1725 begannen in Deutschland nach englischem Vorbild moralische Wochenschriften, als eine
Art Bildungs- und Aufklärungspresse zu erscheinen. Diese erfreuten sich einem regen Interesse in
der Bevölkerung; waren jedoch nur einem begrenzten Publikum zu gängig, da der Analphabetismus
noch weit verbreitet war.
Die ersten Deutschen Wochenschriften entstanden z.B. in Hamburg (Der Patriot 1724-1726) -
herausgegeben von der Patriotischen Gesellschaft, mit einer Auflage von 6000 Stück, was
ungewöhnlich hoch war - in Halle/ Leipzig (vernünftige Tandlerinnen 1725/1726; Biedermann
1727), Osnabrück (Wöchentlichen Osnabrückischen Anzeigen
1766 etc.) oder Braunschweig (Braunschweigisches Journal 1788-1791). In Deutschland
zielten die Herausgeber dieser Wochenblätter auf eine moralisierende Erziehung und Aufklärung
einer möglichst breiten Bevölkerungsschicht. Primäres Ziel war die Anleitung der Bürger und
Bauern zu einem aufgeklärten Erwachsenendasein, sie durch Vernunft ihre Leidenschaften
6
Wolgast, Günther: Zeittafel zur Geschichte der Erwachsenenbildung, Berlin 1996 S. 5 ;S. 92
6
Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Werdung und Entwicklung der Erwachsenenbildung
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Institut für Bildungswissenschaft)
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
17
Katalognummer
V212487
ISBN (eBook)
9783668616691
ISBN (Buch)
9783668616707
Dateigröße
609 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erwachsenenbildung, Geschichte, Entwicklung
Arbeit zitieren
Jennifer Spatz (Autor), 2008, Werdung und Entwicklung der Erwachsenenbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212487

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