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Krieg und Moral bei Kleist - "Die Hermannsschlacht" und "Die Verlobung von St. Domingo"

Titel: Krieg und Moral bei Kleist - "Die Hermannsschlacht" und "Die Verlobung von St. Domingo"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2000 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Hanno Frey (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Heinrich von Kleist war in mehrfacher Hinsicht ein Extremist, dessen literarisches Schaffen, ebenso wie sein eigenes Leben, von teilweise unaufhebbaren Gegensätzen durchzogen war. Dies zeigt sich auch insbesondere an der Darstellung des Krieges in seinen Werken und der Auswirkung dieser Darstellung auf die Charaktere seiner Figuren. Die vorliegende Hausarbeit untersucht die angedeutete Thematik hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Hermannsschlacht und die Verlobung von St. Domingo. Da es nach Meinung des Verfassers interessante Parallelen zu Kleists eigenem Leben gibt, seien einige biographische Informationen der Textbehandlung vorangestellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 FREIHEIT UND KLEIST

2.1 KLEISTS BIOGRAPHIE

2.2 FREIHEIT IST DAS HÖCHSTE GUT

3 DIE BEIDEN STÜCKE ALS BEISPIELE

3.1 DIE VERLOBUNG VON ST. DOMINGO

3.1.1 Schwarz oder weiß oder...?

3.1.2 Hell vs. Dunkel

3.1.3 öffnen und schließen

3.1.4 Der Erzähler

3.1.5 Folgen fehlender Orientierung

3.2 DIE HERMANNSSCHLACHT

3.2.1 Wir und die - die Vorteile des kategorischen Denkens

3.2.2 Hermann als Held?

3.3 DIE KRIEGSMORAL DER STÜCKE

4 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung des Krieges bei Heinrich von Kleist und deren Auswirkungen auf die Charaktere seiner Figuren, wobei ein besonderer Fokus auf den Parallelen zu Kleists eigenem Leben liegt. Die zentrale Forschungsfrage widmet sich der Bedeutung der Freiheitsthematik sowie der moralischen Auflösung in den Werken "Die Hermannsschlacht" und "Die Verlobung von St. Domingo".

  • Analyse der Rolle von Freiheit und Patriotismus in Kleists Leben und Werk.
  • Untersuchung der "Kriegsmoral" und der Notwendigkeit von Skrupellosigkeit für militärischen Erfolg.
  • Dekonstruktion von Schwarz-Weiß-Denken und traditionellen moralischen Orientierungspunkten.
  • Evaluation des Charakters Hermann als manipulativer Stratege vs. Held.
  • Reflektion über die Gefahr von totalitärer Notstandspolitik.

Auszug aus dem Buch

Die Verlobung von St. Domingo

Die Figuren in Kleists Erzählung die Verlobung von St. Domingo sehen sich einer Situation ausgesetzt, in der nichts mehr so ist, wie es einmal war: Die Schwarzen haben die Kontrolle über die ehemaligen Besitztümer der Weißen übernommen und stellen nunmehr die herrschende Klasse da, während die kultivierten Plantagen in Rauch aufgehen und mit ihnen – so wird deutlich – sämtliche Orientierungspunkte und moralischen Werte, die bis zu diesem Zeitpunkt Bestand hatten.

Der erste Gegensatz, der gleichzeitig einen möglichen Orientierungspunkt darstellt, ist der schon angedeutete Gegensatz zwischen schwarz und weiß, bzw. hell und dunkel. Dieser Gegensatz findet sich vor allem und zuallererst in den Hautfarben der beiden verfeindeten Parteien wenn es zu Beginn der Verlobung heißt „zu Anfange dieses Jahrhunderts, als die Schwarzen die Weißen ermordeten“. Die Schwarzen und die Weißen stehen sich als Parteien gegenüber, die von jedem Beteiligten aufgrund ihrer Hautfarbe sofort der einen oder der anderen Seite zugeordnet werden können. Tatsächlich verfahren die Figuren der Erzählung nach diesem Muster. So ist beispielsweise Gustav bei seiner nächtlichen Begegnung mit Babekan vor allem darum besorgt, ob es sich um „eine Negerin“ handelt oder nicht. Weiße Farbe steht für ihn für vertrauenswürdige Personen während er vor schwarzen Angst hat. Er ist schließlich erleichtert, als er in Babekan eine Weiße zu erkennen glaubt und sagt: „Euch kann ich mich anvertrauen, aus der Farbe eures Gesichtes schimmert mir ein Strahl der meinigen entgegen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Extremhaltung Heinrich von Kleists und die Relevanz der Kriegsdarstellung in seinem literarischen Schaffen.

2 FREIHEIT UND KLEIST: Biographische Einordnung Kleists und die zentrale Bedeutung der Freiheit als wichtigster Wert in seinem Leben und seinen Werken.

3 DIE BEIDEN STÜCKE ALS BEISPIELE: Analyse der Darstellung von Befreiungskämpfen und der moralischen Verwirrung anhand von "Die Verlobung von St. Domingo" und "Die Hermannsschlacht".

4 FAZIT: Zusammenfassende Betrachtung der Aktualität der Stücke und der kritischen Hinterfragung, ob das Ziel die Freiheit oder ein entmenschlichter Vernichtungskrieg ist.

Schlüsselwörter

Heinrich von Kleist, Die Hermannsschlacht, Die Verlobung von St. Domingo, Freiheit, Kriegsmoral, Patriotismus, Napoleon, Identität, Rassendiskurs, totalitäre Notstandspolitik, Moral, Literaturanalyse, Schwarz-Weiß-Denken, Fremdherrschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung von Krieg und Moral im Werk von Heinrich von Kleist, wobei insbesondere die Stücke "Die Verlobung von St. Domingo" und "Die Hermannsschlacht" im Zentrum stehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören der Freiheitsbegriff, die Auswirkungen von totalitärem Denken auf das Individuum, die Rolle des Hasses in politischen Konflikten und die Dekonstruktion moralischer Gewissheiten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es wird untersucht, wie Kleist in seinen Werken traditionelle moralische Werte zugunsten einer zielgerichteten, oft skrupellosen Kriegsstrategie auflöst und welche Rolle die Freiheit dabei spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Textinhalt mit biographischen Daten Kleists sowie zeitgenössischen Diskursen (z.B. Kant, Fichte) verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Kleist’schen Biographie, eine detaillierte Analyse der beiden Erzählungen/Dramen hinsichtlich ihrer Metaphorik (Hell-Dunkel, Schwarz-Weiß) und eine kritische Auseinandersetzung mit der Rolle der Protagonisten als Akteure in einem moralischen Dilemma.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Kriegsmoral, Patriotismus, Identitätsfindung, Schwarz-Weiß-Denken und der Vernichtungskrieg.

Warum wird Gustav in "Die Verlobung von St. Domingo" als eine Figur zwischen den Welten beschrieben?

Gustav repräsentiert die Hilflosigkeit eines Fremden, der versucht, die ihm unbekannte Situation in Haiti durch starre Kategorien wie Hautfarbe zu ordnen, was letztlich zu seinem tragischen Scheitern führt.

Wie wird Hermanns Rolle in "Die Hermannsschlacht" als Held hinterfragt?

Hermann wird als manipulativer Stratege dargestellt, der sich außerhalb jeder Moral stellt und bereit ist, sowohl seine eigene Menschlichkeit als auch sein soziales Umfeld der Idee des Sieges über die Römer zu opfern.

Welchen Stellenwert nimmt der "Katechismus der Deutschen" ein?

Er dient als Beleg für die Radikalität des Kleist’schen Freiheitsverständnisses, in dem das Ableben eines Sklaven als "Greuel" und der Tod für die Freiheit als erstrebenswert dargestellt wird.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Krieg und Moral bei Kleist - "Die Hermannsschlacht" und "Die Verlobung von St. Domingo"
Hochschule
Universität Hamburg  (Germanistik)
Veranstaltung
Seminar II Der Krieg im Werk von Kleist
Note
1,3
Autor
Hanno Frey (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2000
Seiten
19
Katalognummer
V21249
ISBN (eBook)
9783638249096
ISBN (Buch)
9783638932271
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Krieg Moral Kleist Hermannsschlacht Verlobung Domingo Seminar Krieg Werk Kleist
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hanno Frey (Autor:in), 2000, Krieg und Moral bei Kleist - "Die Hermannsschlacht" und "Die Verlobung von St. Domingo", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21249
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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