Der Gemeine Pfennig war eine kombinierte Kopf- und Vermögenssteuer, welche von König Maximilian I. auf dem Wormser Reichstag von 1495 als Teil der sogenannten Reichsreform gegen den Widerstand der Stände durchgesetzt wurde.1 Mein Augenmerk bei dieser Arbeit wird zum einen auf dem Erscheinungsbild des Gemeinen Pfennigs an sich liegen. Welche Richtlinien und Vorschriften standen mit dieser Steuer in Verbindung? Andererseits geht es mir darum die beiden kontroversen Meinungen der zwei beteiligten Parteien aufzuzeigen. Was waren die Beweggründe, die zur Erhebung dieser Steuer führten. Eine besondere Rolle spielt hier natürlich der deutsche König Maximilian I. (*22.03.1459, †12.01.1519), aus dem Haus der Habsburger. Da er bereits am 16.02.1486 in Frankfurt zum römischen König erwählt und am 09.04.1486 in Aachen gekrönt wurde und 1508 Kaiser wurde, wird er im folgenden nur noch als Kaiser bezeichnet.2 Seinen Gegenpol nahm der Erzbischof von Mainz, Berthold von Henneberg (*1441, †21.12.1504) ein. Das sich am Ende der Kurfürst bei der Errichtung des Reichskammergerichts durchsetzen konnte, obwohl dieser Vorschlag dem Wunsch des Königs nach einem Reichsheer entgegenstand, ist ein entscheidender Punkt im Verlauf der Einsammlung des Gemeinen Pfennigs. Die Erhebung des Gemeinen Pfennigs ging dementsprechend allein als Kompromiss aus dieser Streitfrage hervor.3 Durch die doch sehr vielen Quellen zu diesem Thema, musste ich feststellen, dass einige Aussagen über das Wesen des Gemeinen Pfennigs weit auseinander gingen. Sei es das Alter, ab dem man steuerpflichtig sei oder die Größe des Abgabebetrags.
Inhaltsverzeichnis
I. EINLEITUNG
II. DER WORMSER REICHSTAG 1495 – DIE REICHSREFORM
III. DER GEMEINE PFENNIG
1. Die Motive für die Erhebung des Gemeinen Pfennigs
2. Die Grundlagen der Steuererhebung
3. Das Schicksal des Gemeinen Pfennigs
IV. SCHLUSSGEDANKEN
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einführung, die Ausgestaltung und das letztendliche Scheitern der als "Gemeiner Pfennig" bekannten Reichssteuer, die 1495 auf dem Wormser Reichstag beschlossen wurde, um die kaiserliche Politik und das Reichskammergericht zu finanzieren.
- Der Wormser Reichstag 1495 und die Reichsreform
- Entstehung und Motive der Steuererhebung
- Rechtliche Grundlagen und Durchführungsmodalitäten
- Gesellschaftliche Auswirkungen und Akzeptanz der Steuer
- Ursachen für das Scheitern und politische Folgen
Auszug aus dem Buch
2. Die Grundlagen der Steuererhebung
Als Steuerbemessungsgrundlage für die Erhebung des Gemeinen Pfennigs galt damals folgendes: So musste das Geld entrichtet werden, „nemlich von eynem, der 1000 fl. Wert hat, 1 fl. und dem, der 500 fl. Wert hat, ½ fl.“20. Dabei war es jedoch egal, ob das Geld als fester Wert bestand oder ob es verwendbar war.
In § 5 der Ordnung des Gemeinen Pfennigs, welche vom Kaiser und von den Ständen gemeinsam schriftlich fixiert wurde, wurde dann für die Modalitäten der Einsammlung des Geldes folgendes niedergeschrieben: „Die Einnom solcher Auflegung der Weltlichen sol allenthalb im Reich durch die Pfarrer beschehen ,…“ „verwart werden getreulich,...“ „sampt der Aufschreibung getruelich überantwurten“21 Es sei aber auch „getreulich zu sameln und zu verwarn“22, wie es in §8 aufgeführt ist.
Die Leitung hatte die reichsstädtische Finanzbehörde, die auch als Losungsamt bekannt ist, inne. Dennoch gab es Unstimmigkeiten über die Auslegung der Steuerordnung.
Zusammenfassung der Kapitel
I. EINLEITUNG: Die Einleitung definiert den Gemeinen Pfennig als kombinierte Kopf- und Vermögenssteuer und skizziert die kontroversen Interessenlagen zwischen Kaiser Maximilian I. und den Reichsständen.
II. DER WORMSER REICHSTAG 1495 – DIE REICHSREFORM: Dieses Kapitel erläutert den Kontext des Reichstags von 1495, der neben der Steuer auch den Reichslandfrieden und die Kammergerichtsordnung als Kernpunkte der Reichsreform behandelte.
III. DER GEMEINE PFENNIG: Hier werden die finanziellen Beweggründe des Kaisers, die konkreten Besteuerungsmodalitäten für verschiedene Bevölkerungsgruppen und der unterschiedliche Widerstand in den Territorien detailliert analysiert.
IV. SCHLUSSGEDANKEN: Das Fazit fasst zusammen, dass die Steuer zwar das erhoffte Finanzvolumen nicht erreichte, jedoch ein bedeutender politischer Kompromiss im Rahmen der Reichsreform war.
Schlüsselwörter
Gemeiner Pfennig, Maximilian I., Wormser Reichstag 1495, Reichsreform, Reichssteuer, Kopfsteuer, Vermögenssteuer, Reichsstände, Reichskammergericht, Eilende Hilfe, Steuererhebung, Finanzgeschichte, Spätmittelalter, Steuerordnung, Politische Geschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Einführung und Durchführung der Steuer des "Gemeinen Pfennigs" im Jahr 1495 innerhalb des Heiligen Römischen Reiches.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die politische Interessenkonflikte zwischen Kaiser und Ständen, die fiskalischen Grundlagen des Spätmittelalters und die Wirksamkeit reformatorischer Bestrebungen im Reich.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, das Erscheinungsbild der Steuer, die kontroversen Meinungen der beteiligten Parteien und die Gründe für das letztliche Scheitern des Steuerprojekts aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Quellen zum Verfassungsorganismus des Reiches, zeitgenössischen Steuerregistern und einschlägiger Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Wormser Reichstags, die Analyse der Steuererhebungsmotive und -grundlagen sowie eine Untersuchung des gesellschaftlichen Widerstands und des Schicksals der Steuer.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Reichsreform, Steuererhebung, Kaiser Maximilian I., Gemeiner Pfennig und finanzielle Stabilität des Reiches sind die prägenden Begriffe.
Welche Rolle spielte der Erzbischof von Mainz bei der Steuer?
Berthold von Henneberg fungierte als Gegenpol zum Kaiser und war mit der Einsammlung der „Eilenden Hilfe“ betraut, was die Stärke der ständischen Mitsprache unterstrich.
Warum konnte die Steuer nicht den erhofften Erfolg bringen?
Probleme in der Planung, Verzögerungen beim Zahlungseingang und der begrenzte politische Rückhalt führten dazu, dass nur ein Bruchteil der angestrebten 100.000 Gulden eingenommen wurde.
- Citation du texte
- Anne Riedel (Auteur), 2011, Die Erhebung des Gemeinen Pfennigs in Franken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212556