Im Rahmen des Seminars bzw. Weiterbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit bei der
LVQ Lehr- und Versuchsgesellschaft mbH in Mülheim a.d. Ruhr ist neben der theoretischen
Fachkunde ein praktischer Teil vorgesehen in Form einer zweitägigen Betriebsbegehung.
Der vorliegende Praktikumsbericht stellt dabei die Grundlage der Betriebsbegehung in
ausgewerteter Form dar. Ausgangssituation ist eine objektorientierte Gefährdungsbeurteilung
innerhalb einer Kfz-Werkstatt, die anhand der 7 Handlungsschritte einer Fachkraft für
Arbeitssicherheit durchgeführt wurde mit dem Ziel, Arbeitssysteme sicher und
gesundheitsgerecht zu gestalten.
Die sukzessive Vorgehensweise findet ihren Ausgangspunkt in der Analysephase, wo
Gefahren identifiziert und im Weiteren bewertet wurden. Hier stehen die Gefahren mit
Handlungsbedarf und hohem Handlungsbedarf im Vordergrund, für die entsprechende Ziele
formuliert wurden. Weiterhin werden für die festgelegten Ziele Maßnahmen gesucht, wobei
wir die Maßnahmenhierarchie mit ihren 5 Ebenen zu Nutzen machen und anschließend
bewerten.
Für den Betrieb wurden dann die geeigneten Maßnahmen ausgewählt und begründet. Zum
Ende des Berichtes wird das Ergebnis und die weiteren Schlussfolgerung für den Betrieb
besprochen.
Inhaltsverzeichnis
1 Ausgangsinformation
1.1 Beschreibung des Betriebes
1.2 Handlungsanlass für das Praktikum
1.3 Erwarteter Nutzen für den Betrieb
1.4 Grundriss des Betriebsgeländes
2 Zielsetzung für das Praktikum
3 Vorgehensweise
3.1 Analyse
3.1.1 Arbeitssystem des Betriebes
3.1.2 Befragung des Geschäftsführers und seiner Mitarbeiter (Checkliste)
3.1.3 Begehung des Geländes und Betriebes
3.1.4 Gefährdungsermittlung:
3.2 Beurteilung
3.2.1 Verstöße gegen geltendes Recht
3.2.1.1 Brandschutz
3.2.1.2 Fluchtwege und Notausgänge
3.2.1.3 Erste Hilfe Maßnahmen
3.2.1.4 Unterweisungen und Vorschriften
3.2.1.5 Beurteilung der Arbeitsbedingungen
3.2.1.6 Gerätesicherheit
3.2.1.7 Gefahrstoffe
3.2.2 Arbeitsorganisation
3.2.3 Leitmerkmalmethode (Exemplarisch)
3.2.4 Risikoanalyse der aufgeführten Gefahren
3.2.4.1 Einstufung der Schadensschwere
3.2.4.2 Kategorien zur Eintrittswahrscheinlichkeit
3.2.4.3 Begriff „Grenzrisiko“
3.2.4.4 Kategorien zur Risikoeinstufung in Anlehnung an die Risikomatrix nach Nohl
3.2.4.5 Risikobeurteilung
3.2.4.6 Auswertung der Risikobeurteilung:
3.3 Setzen von Zielen
3.4 Entwicklung von Lösungsalternativen
3.5 Auswahl der Lösungen
3.6 Durch- und Umsetzung der Lösung
3.7 Wirkungskontrolle
4 Ergebnisse des Praktikums
5 Weiterführende Schlussfolgerungen
5.1 Schlussfolgerungen für den Betrieb
5.2 Schlussfolgerungen für die Fachkraft für Arbeitssicherheit
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Arbeit ist die Durchführung einer objektorientierten Gefährdungsbeurteilung in einer Kfz-Werkstatt, um Arbeitssysteme sicher und gesundheitsgerecht zu gestalten, wofür die 7 Handlungsschritte für eine Fachkraft für Arbeitssicherheit systematisch angewendet werden.
- Analyse betrieblicher Strukturen und Gefährdungsfaktoren
- Anwendung der Leitmerkmalmethode zur Belastungsbeurteilung
- Risikoanalyse und Einstufung mittels Risikomatrix
- Entwicklung und Bewertung von Maßnahmen zur Gefahrenminimierung
- Festlegung von Schutzzielen und Überprüfung der Umsetzung
Auszug aus dem Buch
3.1.3 Begehung des Geländes und Betriebes
Bild 1 zeigt die Einfahrt des Betriebsgeländes von der Hauptverkehrsstraße aus. Die Zufahrt zur Werkstatt erfolgt entlang des Neu- und Gebrauchtwagenparkplatzes links und dem Kundenparkplatz rechts. Gut zu sehen ist die unterschiedliche Bodenbeschaffenheit aus Teer Rollsplitt und Pflastersteinen. Die Übergänge der Böden weisen Löcher mit einer Tiefe von bis zu 30mm und Kanten von bis zu 15mm auf. Vorbei an den Parkplätzen führt die Zufahrt an den beiden Verkaufshallen 1) und 2) vorbei. Hier ist es recht eng, ca. 3m wobei mit Kunden die aus den Verkaufshallen kommen, jederzeit zur rechnen ist. Insgesamt gibt es 3 Doppeltüren und eine Fensterfrontöffnung für das Ein-und Ausfahren der ausgestellten Neufahrzeuge. Weiterhin kann immer nur ein Fahrzeug die Zufahrt zur dahinter gelegenen Werkstatt befahren. Hier wird das Rangieren in die Werkstatt zum Drahtseilakt. Das Tor mit seiner Öffnung von 4,20m x 3,80m (Breite x Höhe) ist dabei das kleinere Übel. Auch hier ist mit Kundenverkehr, Mitarbeitern oder Lieferanten zur rechnen, sodass es zu Zusammenstößen kommen kann und Personen- oder Sachschäden entstehen können.
Weiterhin habe ich während meiner Vorbegehung keine ausreichende Wegebeleuchtung festgestellt was ebenfalls problematisch anzusehen ist. Hierbei ist auf die Herbstzeit und das relativ früh dunkel werden zusätzlich zu verweisen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Ausgangsinformation: Beschreibt den Betrieb, den Anlass für das Praktikum sowie den erwarteten Nutzen einer ersten Gefährdungsbeurteilung.
2 Zielsetzung für das Praktikum: Definiert das Ziel der Arbeit als Prävention durch Analyse der Arbeitsabläufe unter Anwendung der 7 Handlungsschritte.
3 Vorgehensweise: Erläutert die systematische Analyse der Gefahren, die Beurteilung rechtlicher Verstöße und Arbeitsbedingungen sowie die Festlegung von Schutzzielen und Lösungsalternativen.
4 Ergebnisse des Praktikums: Fasst zusammen, dass für die identifizierten Gefahren konkrete Maßnahmen auf allen Hierarchieebenen erarbeitet wurden.
5 Weiterführende Schlussfolgerungen: Reflektiert die Bedeutung der Erst-Analyse für den Betrieb und das praktische Lernen der angehenden Fachkraft für Arbeitssicherheit.
Schlüsselwörter
Arbeitssicherheit, Gefährdungsbeurteilung, Kfz-Werkstatt, Handlungszyklus, Leitmerkmalmethode, Risikoanalyse, Prävention, Unfallverhütung, Gesundheitsförderung, Arbeitsschutzgesetz, Betriebssicherheit, Maßnahmenhierarchie, Lärmbelastung, Hand-Arm-Vibration, Ergonomie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert das Praktikum einer angehenden Fachkraft für Arbeitssicherheit, die in einer Kfz-Werkstatt eine Gefährdungsbeurteilung durchführt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die systematische Identifikation von Gefahrenquellen (z.B. Lärm, Gefahrstoffe, Hebevorgänge) und deren Bewertung im Hinblick auf Sicherheit und Gesundheitsschutz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Schaffung sicherer und gesundheitsgerechter Arbeitssysteme durch die Anwendung eines standardisierten 7-stufigen Handlungszyklus zur Gefährdungsanalyse.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die 7 Handlungsschritte der Fachkraft für Arbeitssicherheit, die Leitmerkmalmethode (LMM) zur Beurteilung manueller Lasten und eine Risikomatrix nach Nohl zur Risikoeinstufung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Betriebsstätte, identifiziert Gefährdungen bei Arbeitsvorgängen wie dem Radwechsel oder Rangieren, bewertet diese rechtlich und risikobezogen und leitet Lösungsalternativen ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte umfassen Arbeitssicherheit, Gefährdungsbeurteilung, Ergonomie, Prävention und Maßnahmenhierarchie.
Warum ist die Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung so wichtig?
Die Dokumentation ist gesetzlich vorgeschrieben und dient dem Arbeitgeber im Schadensfall als Nachweis zur Abwehr von Regressansprüchen.
Wie wird das Risiko in der Werkstatt eingestuft?
Das Risiko wird mittels einer Risikomatrix in Anlehnung an Nohl in 7 Kategorien eingestuft, wobei besonders rote Bereiche (Risikowerte 5-7) dringenden Handlungsbedarf signalisieren.
- Citar trabajo
- Diplom Ökonom Zeljko Komazec (Autor), 2012, Gefährdungsbeurteilung anhand einer KfZ-Werkstatt, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212565