Die vorliegende Hausarbeit möchte mittels einer sprachstilistischen Analyse beleuchten, inwiefern die Sprache, neben anderen Instrumenten der Fernsehproduktion, wie beispielsweise der Kameraführung, dazu beitrug, viele Zuschauer auf der einen Seite über einen langen Zeitraum zu fesseln und auf der anderen Seite hohe Einschaltquoten zu ermöglichen. Anders gefragt: Ist die Sprache das Erfolgsgeheimnis der Serie und eine ausschlaggebende Größe, um ein Massenpublikum zu unterhalten? Dabei liegt das Hauptaugenmerk bei der Analyse auf den Ebenen der Prosodie, Lexik, Grammatik und Stilistik (Deppermann 2008).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analyse
2.1 Ebenen der Analyse und der ‚Stil‘-Begriff
2.2 Die Ebene der Prosodie
2.3 Die Ebene der Lexik
2.4 Die Ebene der Grammatik
2.5 Die Ebene der Stilistik
3. Anspruch eines Massenpublikums und Zielgruppe
4. Zusammenfassung der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Erfolgsgeheimnis der Gerichtsserie „Richterin Barbara Salesch“. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern eine gezielte sprachstilistische Gestaltung in Kombination mit der dramaturgischen Inszenierung dazu beiträgt, ein Massenpublikum langfristig an die Sendung zu binden und hohe Einschaltquoten zu generieren.
- Sprachstilistische Analyse auf den Ebenen Prosodie, Lexik, Grammatik und Stilistik.
- Untersuchung des Verhältnisses von Realitätsbezug und Unterhaltungseffekt.
- Identifikation der Zielgruppe und der Anforderungen eines Massenpublikums.
- Bedeutung von Alleinstellungsmerkmalen und fiktiven Inhalten für den Quotenerfolg.
- Kontrastierung von juristischer Fachsprache und umgangssprachlicher Ausdrucksweise.
Auszug aus dem Buch
2.2 Die Ebene der Prosodie
Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass man auf eine höhere Lautstärke, ein höheres Sprechtempo und überdies eine höhere Sprechstimme stößt, wenn ein Charakter in der Sendung wütend beziehungsweise aufgeregt ist. Das Gegenteil, sprich eine geringere Lautstärke, ein langsameres Sprechtempo als auch eine tiefe Sprechstimme, ist ebenso auffindbar, so dass daraus geschlussfolgert werden kann, dass ein Charakter eher ruhig ist oder beruhigend auf einen anderen Charakter einwirken möchte. Diese Merkmale spiegeln realistisches Sprechverhalten wider. Eine lautere Stimme in Verbindung mit einem hohen Sprechtempo hat dabei ein höheres Spannungsmoment für das Publikum zur Folge.
Zu Beginn der transkribierten Szene formuliert Staatsanwalt Römer eine Frage, die Zeuge Kögler mit einer Gegenfrage beantwortet (Z. 7f). Anschließend folgt ein größerer Sprechanteil seitens des Staatsanwalts, an dem ich die oben angeführten Punkte belegen möchte – zitiert wird dabei direkt aus dem beiliegenden Transkript.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Gerichtsserie ein, umreißt deren langjährige Erfolgsgeschichte und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach der Bedeutung der Sprache für den Quotenerfolg.
2. Analyse: Dieses Kapitel bildet den Kern der Arbeit und untersucht anhand eines Transkripts die sprachlichen Merkmale auf den Ebenen Prosodie, Lexik, Grammatik und Stilistik im Hinblick auf ihre Unterhaltungswirkung.
3. Anspruch eines Massenpublikums und Zielgruppe: Dieser Abschnitt erläutert die medienwissenschaftlichen Grundlagen zur Zielgruppenansprache und analysiert, warum die Inszenierung der Serie gezielt auf Unterhaltung statt auf reale juristische Komplexität setzt.
4. Zusammenfassung der Ergebnisse: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt, dass die Sprache in Verbindung mit anderen Produktionsmitteln ein wesentlicher Faktor für die Bindung des Massenpublikums ist.
Schlüsselwörter
Gerichtsserie, Richterin Barbara Salesch, Sprachstilistik, Gesprächsanalyse, Prosodie, Lexik, Grammatik, Massenpublikum, Einschaltquoten, Unterhaltungseffekt, GAT 2, Transkription, Fernsehproduktion, Soziolekt, Routineformeln
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie die sprachliche Gestaltung in der Gerichtsserie "Richterin Barbara Salesch" zur Unterhaltung eines Massenpublikums beiträgt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die Untersuchung von Sprechverhalten und Sprachmitteln auf den Ebenen Prosodie, Lexik, Grammatik und Stilistik sowie deren Wirkung auf das Zuschauerinteresse.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu klären, ob die spezifische Sprache der Akteure das eigentliche Erfolgsgeheimnis der Serie darstellt und wie sie zur Zuschauerbindung beiträgt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine sprachstilistische Analyse basierend auf Transkriptionskonventionen (GAT 2), um reale Gesprächsausschnitte systematisch auszuwerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden verschiedene sprachliche Ebenen – von der Betonung bis zur Wortwahl – detailliert analysiert und deren Unterhaltungspotenzial gegenübergestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Fernsehserien-Dramaturgie, Sprachstilistik, Massenpublikum und Gesprächsführung geprägt.
Welche Rolle spielen die unterschiedlichen Sprachregister der Charaktere?
Der Kontrast zwischen der eloquent-juristischen Sprache von Richterin und Staatsanwalt sowie der umgangssprachlich-vulgären Ausdrucksweise der Zeugen dient dazu, Charaktere einzuordnen und einen Unterhaltungseffekt zu erzielen.
Warum spielt die Sendezeit eine Rolle für den Erfolg?
Die Sendezeit um 15 Uhr zielt auf eine spezifische Zielgruppe (14-49 Jahre) ab, bei der durch die fiktive, emotionale Inszenierung hohe Marktanteile erreicht werden konnten.
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- Dennis Münstermann (Author), 2012, Analyse der gesprochenen Sprache in der Gerichtsserie ‚Richterin Barbara Salesch‘, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212790