Mit dem am 29. Mai 2009 in Kraft getretenen Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz – kurz BilMoG – ergaben sich, sowohl für den Einzelabschluss, als auch für den Konzernabschluss, weitreichende Änderungen im Bezug auf die Bilanzierung latenter Steuern. Einige Experten halten die Reformen im Bereich der Bilanzierung latenter Steuern gar für die zentrale Änderung im Rahmen des BilMoG. Diese grundlegende Änderung ergibt sich dabei aus der Aufhebung der umgekehrten Maßgeblichkeit der Steuerbilanz für die Handelsbilanz nach § 5 Abs. 1 S. 2 EStG a.F., sowie aus der Tatsache, dass mit dem Konzeptionswechsel auf eine bilanzorientierte Abgrenzung der Steuern, die Unterschiede zwischen der Betrachtung nach deutschem Handelsrecht (HGB) und den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) abgebaut wurden . Als Konsequenz der Änderungen durch das BilMoG – deren Ziel es sein sollte die Vergleichbarkeit mit den nach IFRS erstellten Jahresabschlüssen zu verbessern – erfuhren die latenten Steuer nach HGB einer deutlichen Aufwertung, welche für die bilanzierungspflichtigen Unternehmen einen sehr hohen Mehraufwand bedeutet . Um den Konzernen eine Unterstützung bei der Bilanzierung von Steuerlatenzen zu geben wurde vom Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee e. V. (ein privates Rechnungslegungsgremium, das sog. Standards zu speziellen Bilanzierungsfragen herausgibt und mit der offiziellen Anerkennung des Bundesministeriums der Justiz arbeitet) zum 08.06.2010 der Standard DRS 18 „latente Steuern“, welcher sich im speziellen mit der Bilanzierung im Rahmen des Konzernabschlusses befasst, veröffentlicht.
Inhaltsverzeichnis
I Inhaltsverzeichnis
II Abbildungsverzeichnis
III Abkürzungsverzeichnis
1 Einleitung
2 Latente Steuern im Konzernabschluss
2.1 Definition und Hintergrund latenter Steuern
2.2 Grundlagen der Abgrenzung latenter Steuern
2.2.1 Abgrenzung nach dem Temporary-/Timing-Konzept
2.2.2 Liability-Methode
2.3 Entstehung latenter Steuern im Jahresabschluss
2.3.1 Entstehung aus der Erstellung der Einzelabschlüsse
2.3.2 Entstehung aus der Überleitung zur Handelsbilanz II
2.3.3 Entstehung aus Konsolidierungsmaßnahmen
2.4 Bewertung latenter Steuern
2.4.1 Anzuwendender Steuersatz
2.4.2 Abzinsung
2.4.3 Werthaltigkeitsprüfung
2.5 Ausweis latenter Steuern im Konzernabschluss
2.6 Angaben zu latenten Steuern im Konzernanhang
3 Kritische Würdigung
IV Anlagen
V Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Was änderte sich bei latenten Steuern durch das BilMoG?
Durch das BilMoG wurde die umgekehrte Maßgeblichkeit aufgehoben und auf eine bilanzorientierte Abgrenzung (Temporary-Konzept) umgestellt, was die HGB-Bilanzierung an internationale Standards (IFRS) annäherte.
Was ist das Ziel des Standards DRS 18?
Der Standard DRS 18 gibt konkrete Leitlinien für die Bilanzierung latenter Steuern speziell im Rahmen des Konzernabschlusses vor, um Unternehmen bei der Umsetzung zu unterstützen.
Wie entstehen latente Steuern im Konzernabschluss?
Sie entstehen aus den Einzelabschlüssen der Tochterunternehmen, aus der Überleitung zur Handelsbilanz II sowie aus notwendigen Konsolidierungsmaßnahmen im Konzern.
Welche Rolle spielt die Werthaltigkeitsprüfung bei latenten Steuern?
Aktive latente Steuern dürfen nur bilanziert werden, wenn es wahrscheinlich ist, dass künftig ausreichend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung steht, um die Steuervorteile zu nutzen.
Was versteht man unter der Liability-Methode?
Die Liability-Methode ist ein Verfahren zur Bewertung latenter Steuern, bei dem der voraussichtliche Steuersatz zum Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen herangezogen wird.
- Arbeit zitieren
- Bachelor of Arts Christian Koeber (Autor:in), 2012, Latente Steuern im Konzernabschluss. Entstehung, Ausweis und Bilanzierung , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212836