Latente Steuern im Konzernabschluss. Entstehung, Ausweis und Bilanzierung


Seminararbeit, 2012

20 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Inhaltsverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

III Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Latente Steuern im Konzernabschluss
2.1 Definition und Hintergrund latenter Steuern
2.2 Grundlagen der Abgrenzung latenter Steuern
2.2.1 Abgrenzung nach dem Temporary-/Timing-Konzept
2.2.2 Liability-Methode
2.3 Entstehung latenter Steuern im Jahresabschluss
2.3.1 Entstehung aus der Erstellung der Einzelabschlüsse
2.3.2 Entstehung aus der Überleitung zur Handelsbilanz II
2.3.3 Entstehung aus Konsolidierungsmaßnahmen
2.4 Bewertung latenter Steuern
2.4.1 Anzuwendender Steuersatz
2.4.2 Abzinsung
2.4.3 Werthaltigkeitsprüfung
2.5 Ausweis latenter Steuern im Konzernabschluss
2.6 Angaben zu latenten Steuern im Konzernanhang

3 Kritische Würdigung

IV Anlagen

V Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Differenzen zwischen handels- und steuerrechtlicher Bilanz6 Abbildung 2: Umfang der Abgrenzungskonzepte

Abbildung 3: Latente Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen11 Abbildung 4: Ausweis latenter Steuern in der Handelsbilanz

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Mit dem am 29. Mai 2009 in Kraft getretenen Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz – kurz BilMoG – ergaben sich, sowohl für den Einzelabschluss, als auch für den Konzernabschluss, weitreichende Änderungen im Bezug auf die Bilanzierung latenter Steuern. Einige Experten halten die Reformen im Bereich der Bilanzierung latenter Steuern gar für die zentrale Änderung im Rahmen des BilMoG.[1] Diese grundlegende Änderung ergibt sich dabei aus der Aufhebung der umgekehrten Maßgeblichkeit der Steuerbilanz für die Handelsbilanz nach § 5 Abs. 1 S. 2 EStG a.F., sowie aus der Tatsache, dass mit dem Konzeptionswechsel auf eine bilanzorientierte Abgrenzung der Steuern, die Unterschiede zwischen der Betrachtung nach deutschem Handelsrecht (HGB) und den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) abgebaut wurden[2]. Als Konsequenz der Änderungen durch das BilMoG – deren Ziel es sein sollte die Vergleichbarkeit mit den nach IFRS erstellten Jahresabschlüssen zu verbessern – erfuhren die latenten Steuer nach HGB einer deutlichen Aufwertung, welche für die bilanzierungspflichtigen Unternehmen einen sehr hohen Mehraufwand bedeutet[3]. Um den Konzernen eine Unterstützung bei der Bilanzierung von Steuerlatenzen zu geben wurde vom Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee e. V. (ein privates Rechnungslegungsgremium, das sog. Standards zu speziellen Bilanzierungsfragen herausgibt und mit der offiziellen Anerkennung des Bundesministeriums der Justiz arbeitet) zum 08.06.2010 der Standard DRS 18 „latente Steuern“, welcher sich im speziellen mit der Bilanzierung im Rahmen des Konzernabschlusses befasst, veröffentlicht.

Diese Seminararbeit soll dem Leser die Grundlagen in Bezug auf die Entstehung, den Ausweis und die Bilanzierung von Steuerlatenzen im Konzernabschluss näher bringen. Hierbei orientiert sich diese Seminararbeit vordergründig an den nationalen Rechnungslegungsvorschriften des deutschen Handelsrechts und verweist nur in bestimmten Fällen auf die entsprechenden IFRS Regelungen.

Im Folgenden soll zunächst das Wesen von Steuerlatenzen erläutert werden, bevor die unterschiedlichen Abgrenzungskonzepte und Entstehungsformen vorgestellt werden. Anschließend werden die Bewertungsgrundsätze bei der Bilanzierung latenter Steuern, die Darstellung des Ausweises in der Bilanz, sowie ein kurzer Überblick über die zu leistenden Angaben im Anhang des Konzernabschlusses dargestellt, bevor die Arbeit mit einem Fazit schließen wird.

2 Latente Steuern im Konzernabschluss

2.1 Definition und Hintergrund latenter Steuern

Der aus dem Lateinischen abgeleitete Begriff der Latenz beschreibt per Definition Dinge, die im Verborgenen liegen. Auf dem Gebiet der Bilanzierung wird der Begriff im Zusammenhang mit den sog. latenten Steuern verwendet und ist eine Konsequenz aus den Unterschieden zwischen der handelsrechtlichen und der steuerrechtlichen Rechnungslegung[4]. Das HGB regelt diesen Sachverhalt für den Einzelabschluss eines Unternehmens in § 274 Abs. 1 S. 1 HGB. Dort heißt es, dass eine Steuerbelastung, die aus unterschiedlichen Ansätzen der Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten nach Handelsrecht bzw. Steuerrecht entsteht, und die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbaut, als passive latente Steuer gem. § 266 Abs. 3 E HGB in der Bilanz anzusetzen ist[5]. Analog dazu besteht nach § 274 Abs. 1 S. 2 HGB für den umgekehrten Fall einer Steuerentlastung, ein Ansatzwahlrecht als aktive latente Steuer gem. § 266 Abs. 2 D HGB. Die unterschiedlichen Konstellationen von abweichenden Wertansätzen, aus denen latente Steuern resultieren, werden in Abbildung 1 auf Seite 7 dargestellt. Die Intention des Gesetzgebers liegt dabei in der Absicht, dem Leser der Bilanz ein Bild davon zu vermitteln, welche Steuerbelastung sich ergeben hätte, wenn die handelsrechtlichen Vorschriften zur Ermittlung der steuerlichen Bemessungsgrundlage herangezogen würden um somit dem Ziel der – wie auch in den IFRS beabsichtigten – korrekten Darstellung der „Vermögens-, Finanz- und Ertragslage“[6] näher zu kommen.

Eine Erleichterung im Sinne einer Ausnahme aus den oben geschilderten Pflichten, ergibt sich für kleine Kapitalgesellschaften aus dem Wortlaut des § 274a Nr. 5 HGB, welche vollständig von der Anwendung des § 274 HGB befreit werden[7]. Im Konzernabschluss, welcher, anders als der Einzelabschluss, keine Rechtswirkung in sich trägt und als solcher auch keine Steuer- oder Ausschüttungsbemessungsgrundlage darstellt[8], ist eine solche Abgrenzung gem. § 306 HGB, ebenfalls vorzunehmen[9]. Dies ist Folge der Maßgabe, dass der Konzern alle Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten sowie Aufwendungen und Erträge der Konzerntöchter gem. § 300 Abs. 2 Satz 1 HGB in den Abschluss mit aufzunehmen hat.

[...]


[1] Vgl. Petersen et. al. (2009), S.129.

[2] Vgl. Meyer et. al. (2010), S. 35; § 5 EStG a.F..

[3] Vgl. Deloitte. Tax-News (2010).

[4] Vgl. Amman, Müller (2005), S. 283.

[5] Vgl. § 274 HGB.

[6] Vgl. IAS 1.15.

[7] Vgl. Kessler et. al. (2009), S. 385.

[8] Vgl. Meyer (2011), S. 595.

[9] Vgl. Meyer (2011), S. 595; § 306 HGB.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Latente Steuern im Konzernabschluss. Entstehung, Ausweis und Bilanzierung
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Nürnberg früher Fachhochschule
Veranstaltung
Consolidated Accounting
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
20
Katalognummer
V212836
ISBN (eBook)
9783656410072
ISBN (Buch)
9783656411857
Dateigröße
1008 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konzernrechnungslegung, latente, Steuern, Entstehung, Ausweis, Bilanzierung, HGB
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Christian Koeber (Autor), 2012, Latente Steuern im Konzernabschluss. Entstehung, Ausweis und Bilanzierung , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212836

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