The Times They Aren’t A Changing - Rockmusik und Politik in der Spätphase der DDR


Examensarbeit, 2012

77 Seiten


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rockmusik und (Kultur-)Politik in der DDR - Ein historischer Überblick
2.1 Die Kulturtheorie der DDR - eine kurze Definition
2.2 Rock 'n' Roll der 1950er Jahre - Musikalische Aufbrüche
2.3 Die Beat- Ära der 1960er Jahre - Anerkennung und Abneigung
2.4 Rockmusik der 1970er Jahre - Blütezeit und Restriktionen
2.5 Chaotische Kulturpolitik - Rockmusik in den 1980er Jahren

3. Bob Dylan in der DDR - Hintergründe, Durchführung und Konsequenzeneines Konzerts
3.1 Die Person
3.1.1 Bob Dylan - Vom High-School-Musiker zur Ikone des Protestsongs
3.1.2 Bob Dylan und die internationale Protestbewegung der 1960er Jahre
3.1.3 Protestlieder und Hippies in der DDR
3.2 Das Konzert
3.2.1 Wundermittel Westkonzert- Das Jahr 1987
3.2.2 „Keine negativen Emotionen zu erwarten“-Die Vorbereitung und Planung
3.3 Die Rezeption des Konzerts
3.3.1 „Keinerlei politische Provokationen“- Die Bilanz der FDJ
3.3.2 „Ein gerütteltes Maß an Enttäuschung“- Das Publikum und die Berichterstattung in Ost und West
3.3.3 Folgewirkungen des Konzerts- ein Ausblick

4. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

“Come gather ’round people / Wherever you roam /And admit that the waters around you have grown/And accept it that soon / You’ll be drenched to the bone / If your time to you is worth savin’/ Then you better start swimmin’ or you’ll sink like a stone / For the times they are a-changin ľ’[1]

So lautet die erste Strophe des Protestliedes The Times They Are A- Changing von Bob Dylan, der 1987 im Treptower Park in Ostberlin[2] sein erstes und einziges Konzert in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) gab.[3] Bob Dylan ist heute noch bekannt und gilt, wie schon in der DDR, als Ikone der internationalen Protestbewegung der 1960er Jahre. Sein Konzert in Ostberlin wird in der vorliegenden Arbeit der Hauptgegenstand im Kontext der (Kultur-)Politik der DDR im Bereich der Rockmusik sein. In der Forschungsliteratur wurde dieses Konzert bereits behandelt, jedoch noch nicht ausführlich untersucht. Deshalb liegt das Interesse dieser Arbeit darin, anhand dieses Beispiels detailierte Erkenntnisse über die Kultur- und Veranstaltungspolitik in der Spätphase der DDR zu gewinnen.

In diesem Lied proklamierte Dylan den unvermeidlichen gesellschaftlichen Wandel und forderte dazu auf, sich dem nicht zu entziehen, sondern anzuschließen.[4] Seinem Rat, „you better start swimmin‘or you’ll sink like a stone“, folgte die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) nicht. Denn als sich durch Demonstrationen und Fluchtwellen das Ende der DDR schon abzeichnete, hielt die Partei noch immer an ihr fest.[5] Dass Bob Dylan und andere Musiker aus westlichen Ländern in den 1980er Jahren in der DDR auftreten konnten[6], hing mit der damaligen (Kultur-)Politik der SED zusammen, was an späterer Stelle dieser Arbeit ausführlicher dargestellt wird.

Bevor näher auf die Kulturpolitik der SED in Bezug auf Rockmusik eingegangen wird, folgt vorerst eine bündige Definition dieser Musikrichtung, aufdie in dieser Untersuchung Bezug genommen wird. Die Rockmusik ist eine Form der populären Musik[7], die aus der Jugendkultur der 1960er Jahre hervorgegangen ist. Verwendet wurde der Begriff „Rock“ seit Mitte der 1960er Jahre in den USA als Abkürzung für die Musikrichtung des Rock’n’Roll. Dieser ist um 1960 in England unter der Bezeichnung „Beat“ aufgekommen und hatte wiederum in der Rock 'n' Roll -Musik aus den USA der 1950er Jahre seine Wurzeln.[8]

Eine genaue Definition dieser Musik gestaltet sich aufgrund der musikalischen und stilistischen Vielfältigkeit schwierig, weshalb sich Rockmusik vielmehr anhand ästhetischer und soziologischer Aspekte festmachen lässt.[9] Was die Stilistik anbelangt, kann man Rockmusik in Abgrenzung zu anderen Richtungen eher als schnell, rau und aggressiv bezeichnen.[10] Zu ihr gehören aber auch ein bestimmter Kleidungsstil und Körpersignale.[11] Letztlich wird sie aber erst durch die „kollektive Identität von Texter, Komponist, Arrangeur und Interpret in der Rockgruppe bestimmt“.[12] Von den Funktionären der DDR wurde der Rock bürgerlich-imperialistischer Kultur zugewiesen.[13] Der daraus resultierende restriktive und kontrollierende Umgang wertete diese Musik für die Jugend der DDR als Symbol für „Freiheit“, „Anderssein“ und „Widerstand“[14] auf und besaß daher eine hohe Anziehungskraft.[15] Dies erklärt das dauerwährende widersprüchliche Verhältnis der Partei zu dieser Musikrichtung, was Michael Rauhut als dauernden „Zickzackkurs“[16], gekennzeichnet von Förderung und gleichzeitiger Kontrolle, beschrieb.[17]

Um die Kultur(-Politik) der Partei und des Staates nachvollziehen zu können, wird zunächst kurz die Bedeutung des Kulturbegriffs in der DDR erläutert. Die nachstehenden Kapitel geben einen Überblick über die (Kultur-)Politik der DDR ausgehend von den 1950er Jahren bis zum Mauerfall. Die Leitfrage dieser Überblickskapitel wie auch der gesamten Untersuchung beschäftigt sich mit den (kultur)politischen Maßnahmen und Handlungen der SED im Hinblick auf Rockmusik. Dabei soll aufgezeigt werden, wie und weshalb versucht wurde, diese Musik staatlich zu kontrollieren und welche Auswirkungen dies auf die Rockmusik in der DDR hatte. Außerdem soll herausgearbeitet werden, wie sich die Kulturpolitik im Laufe der Zeit verändert hat. Im Hauptteil der Arbeit wird am konkreten Beispiel des Konzerts von Bob Dylan ausführlicher untersucht, aus welchen (kulturpolitischen) Gründen sowie unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen ein Konzert eines „westlichen“ Rockstars in der DDR stattfinden konnte. Um die Bedeutung und Wirkung dieses Konzerts verständlich zu machen, wird zunächst Bezug auf die (musikalische) Biographie Bob Dylans im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen wie musikkulturellen Ereignissen in den 1960er Jahren genommen. In den Kapiteln zu dem Konzert wird zuerst sein historischer Kontext mit Bezug auf die geschichtlichen Umstände des Jahres 1987 dargestellt. Danach steht die Untersuchung der Planung und Organisation im Mittelpunkt. Im Anschluss wird aufgezeigt, wie von Seiten des Veranstalters, des Publikums sowie der Medien in Ost und West das Konzert rezipiert wurde. Des Weiteren folgt ein kurzer Ausblick auf die Folgewirkungen des Konzerts. Im letzten Kapitel werden die Fragestellungen der Untersuchung beantwortet und die zentralen Ergebnisse zusammenfassend dargestellt.

Für die Auseinandersetzung mit der Thematik der vorliegenden Arbeit sind die Untersuchungen von Olaf Leitner, Peter Wicke und vor allem von Michael Rauhut zu nennen, die sich eingehend mit dem Bereich der Rockmusik in der DDR auseinandergesetzt haben. Aufschluss über die Medienpolitik der DDR gaben insbesondere die Arbeiten von Edward Larkey und Gunter Holzweißig. Was die Jugend(-Politik) in der DDR bzw. die „Freie Deutsche Jugend“ (FDJ) anbelangt, stellte die Untersuchung von Ulrich Mählert eine wichtige Grundlage dar.

2. Rockmusik und (Kultur-)Politik in der DDR - Ein historischer Überblick

2.1 Die Kulturtheorie der DDR - eine kurze Definition

Im Folgenden werden bündig die kulturtheoretischen Ansätze der DDR erläutert, um die Kulturpolitik der DDR von den 1950er Jahren bis zur Wende nachvollziehen zu können. Diese Politik basierte auf der marxistisch-leninistischen Weltanschauung unter der Führung der Partei[18], die ihren alleinigen Herrschaftsanspruch auch im Bereich der Kultur geltend machte.[19] Alle fünf Jahre wurden auf den Parteitagen der SED die Leitlinien der Kulturpolitik festgelegt, erweitert oder verändert.[20] Zu Beginn der 1950er Jahre wurde in der DDR mit dem „Aufbau des Sozialismus“ nach sowjetischem Vorbild begonnen.[21] Im Zuge dessen war es das kulturrevolutionäre Ziel der Partei, eine neue sozialistische Kultur aus der tradierten bürgerlich-intellektuellen Schicht und der Arbeiterschicht, die als „fortschrittlich“ galt[22], zu schaffen.[23] Nach marxistisch-leninistischem Verständnis wurde die Differenz zwischen "höherer" und "niederer" Kultur, wie sie für den Kapitalismus typisch war, abgelehnt. Deshalb wurde nicht zwischen Kunst und Unterhaltung unterschieden, was die Verwendung des Begriffs „Unterhaltungskunst“ verdeutlicht.[24] Kultur bzw. „Unterhaltungskunst“ besaß die Aufgabe, zur Bildung der „sozialistischen Persönlichkeit“ beizutragen[25] und hatte einen bedeutsamen politisch-ideologischen Stellenwert in der DDR.[26] Sie wurde verstanden als ein wichtiger Bestandteil „sozialistischer Lebensweise“ und zugleich als Mittel, das zum Wohlbefinden der Arbeiterklasse beitragen und die kulturellen Bedürfnisse der Menschen befriedigen sollte.[27] Dabei hatte sie sich an dem „sozialistischen Realismus“ zu orientierten, der sich durch die Kriterien Bildungsgehalt sowie Parteilichkeit für den Staat und die Gesellschaft auszeichnete.[28] Von diesen Ansprüchen war Rockmusik, da sie zum Bereich der „Unterhaltungskunst“[29] gehörte und ein Teil der gesamten Kultur darstellte, ebenso eingeschlossen.[30] Wobei Rock- wie auch andere populäre Musik erst seit den 1970er Jahren unter „Unterhaltungskunst“ gefasst wurden, weil bis dahin unter dem Begriff Kultur, der mit Kunst gleichgesetzt wurde, bildende Kunst, Literatur und klassische Musik verstanden wurde.[31]

Rockmusik musste in der DDR, um sich von „westlicher Unkultur“ abzugrenzen, „sozialistische Unterhaltungskunst“ sein.[32] Bis zum Ende der DDR wurde versucht, die Distanzierung von der westlichen Kultur aufrecht zu erhalten.[33]

2.2 Rock 'n' Roll 1950er Jahre - Musikalische Aufbrüche

Nicht nur in den USA, sondern auch in Europa und Deutschland löste der Rock 'n' Roll Begeisterung bei der Jugend aus.[34] In den westlichen Demokratien begehrte die Jugend damit gegen die moralische Bevormundung der Eltern auf und in den Diktaturen des Ostens außerdem gegen den Staat.[35] Sowohl in West- als auch Ostdeutschland nahmen die Autoritäten diese Bewegung als Rebellion der Jugend war.[36] Die ältere Generation beklagte sich über die amerikanisierte, konsumgesteuerte und enthemmte Rock 'n' Roll - Jugend.[37] Es wurde befürchtet, der Rock 'n' Roll könnte zu einer ,,uncontrolled female sexuality and male agression“[38] führen, sprich Verhaltensweisen hervorbringen, die gegen die traditionellen Normen weiblichen und männlichen Auftretens verstießen.[39] Selbst wenn eine dem Rock 'n' Roll gegenüber ablehnende Haltung sowohl in Ost als auch West vorherrschte, unterschied sich der Umgang mit der neuen Jugendkultur in den westlichen demokratischen Gesellschaften erheblich von den Diktaturen des Ostblocks. Im demokratischen Westen, die Bundesrepublik Deutschland (BRD) eingeschlossen, blieb die Reaktion auf moralische Empörung beschränkt, während in den Diktaturen des Ostens, insbesondere in der DDR, diese Musik wegen ihrer „kapitalistisch- dekadenten“ Herkunft zu einem Politikum gemacht wurde.[40] Die Haltung gegenüber dem Rock 'n' Roll ging aus einer Rede Walter Ulbrichts auf der ersten Bitterfelder Konferenz am 24. April 1959 klar hervor: "Es genügt nicht, die kapitalistische Dekadenz in Worten zu verurteilen, [...] gegen die 'Hotmusik' und die ekstatischen Gesänge eines Presley zu sprechen. Wir müssen etwas Besseres bieten."[41] Als „bessere“ sozialistische Alternative und Offensive gegen den wilden Tanzstil des Rock 'n' Roll sollte der Tanz „Lipsi Nr. 1“ dienen.[42] Eine finanziell aufwändig gestartete Kampagne sollte dazu verhelfen, den „Lipsi“ bei der Jugend beliebt zu machen, der Erfolg blieb jedoch aus.[43] Eine weitere Maßnahme zur Unterbindung des westlichen Einflusses war eine vom Verband der Komponisten und Musikwissenschaftler (VDK) angetriebene[44] sogenannte 60/40-Regelung, die 1958 verabschiedet wurde und bis zum Mauerfall formal gültig blieb.[45] Demzufolge duften höchstens 40 Prozent aller öffentlich aufgeführten Werke aus dem Westen stammen, wobei vorherige Zulassung Voraussetzung war. Die übrigen 60 Prozent mussten aus der DDR oder aus dem sozialistischen Ausland kommen.[46] Diese Regelung hatte den Zweck „in der Gestaltung eines sozialistischen Kulturlebens das Niveau der Unterhaltungs- und Tanzmusik zu heben“[47], DDR- eigene Produktionen zu fördern und gleichzeitig „Erscheinungen der Dekadenz und des Verfalls“ zu unterbinden.[48] Schon zuvor wurde mit der Absicht, das Niveau im Bereich der „Unterhaltungsmusik“ zu erhöhen, vom VDK eine „Anordnung über die Befugnis zur Ausübung von Unterhaltungs­und Tanzmusik“ erlassen.[49] Gemäß dieser gesetzlichen Verordnung besaßen nur Berufsmusiker die Berechtigung, in „Gaststätten oder bei sonstigen Veranstaltungen aller Art Tanz- oder Unterhaltungsmusik“ aufzutreten.[50] In der „Anordnung Nr.2 über die Ausübung von Tanz- und Unterhaltungsmusik“ von 1957 wurden die Regelungen dann insofern gelockert, als dass auch Amateurmusiker unter bestimmten Bedingungen in der Öffentlichkeit musizieren durften.[51] Darüber entschieden Zulassungskommissionen, die die bekannte “Musikerpappe“, eine Art Ausweis, aushändigte. Dieser Ausweis berechtigte Musiker dazu, öffentlich aufzutreten.[52] Um die staatliche Spielerlaubnis zu erhalten, war eine zuvor abgeschlossene musikalische Berufsausbildung Voraussetzung.[53] Die Vergabe der staatlichen Spielererlaubnis erfolgte nach Kriterien wie z.B.

„Interpretationsqualität“ und „Publikumswirksamkeit im ästhetisch erzieherischen Sinn“.[54] Die Spielererlaubnis wurde jedoch nicht nur vergeben, sondern auch entzogen, was einem Verbot gleichkam. In den 1960er Jahren wurde der Entzug der Lizenz als Repressionsmittel genutzt[55], wie wir im folgenden Kapitel sehen werden. Im Übrigen blieben diese Regelungen der Anordnung bis 1990 gültig.[56] Während der Rock 'n' Roll in der BRD allmähliche Akzeptanz erfuhr, stieß diese Musik in der DDR ausschließlich auf Ablehnung.[57] In dieser Musik, wie auch später im Beat, sah man ein Mittel der psychologischen Kriegsführung der NATO.[58] Dies sollte dem Beat zunächst anders ergehen. Als der Boom der Beat-Musik, angekurbelt durch den enormen Erfolg der Beatles[59], die Begeisterungswelle für den Rock 'n' Roll zu Beginn der 1960er Jahre ablöste[60], war eine anfängliche Öffnung der Kulturpolitik der SED gegenüber dem Bereich der populären Musik zu verzeichnen.[61] Der Grund dafür und die weitere Entwicklung des kulturpolitischen Umgangs mit dieser Musik werden im folgenden Abschnitt erläutert.

2.3 Die Beat- Ära der 1960er Jahre - Anerkennung und Abneigung

Das Kommuniqué des Politbüros[62] des Zentralkomitees[63] (ZK) der SED setzte 1963 eine Zäsur in der kulturpolitischen Richtung[64], indem es unter dem Titel „Der Jugend vertrauen und Verantwortung“ bekannt gab: „Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands hat mit all denen, die unserer Jugend misstrauen, nichts gemein“.[65] Damit wurde ein liberalerer Kurs in der Kulturpolitik angekündigt, der beabsichtige, nach dem Bau der Mauer den Sozialismus „auf seinen eigenen Grundlagen“ auszurichten.[66] Durch den entstandenen Freiraum konnten sich in der DDR zahlreiche Beatgruppen bilden[67], die sogenannten „Gitarrengruppen“.[68] Zu den ersten, in der DDR erfolgreichen „Gitarrengruppen“, die man offiziell „Combos“, „Ensembles“ oder „Tanzorchester nannte“[69], zählten u.a. die Sputniks und The Butlers (später unter den Namen Klaus-Renft-Combo sehr bekannt geworden)[70], die internationale Titel der Beat-Musik coverten.[71] Besondere Förderung erhielt die Beat-Musik durch die FDJ[72], dem einzigen Jugendverband der DDR.[73] Angesichts der Tatsache, dass der Beat zum Statussymbol auch der Jugendlichen in der DDR wurde, wollte sich die Führung der FDJ ihr nicht in den Weg stellen.[74] Um den kulturellen Fortschritt der DDR zu präsentieren, lud die FDJ 1964 zum dreitätigen Deutschlandtreffen in Berlin ein, an dem etwa 535. 000 Jugendliche aus der DDR und der BRD teilnahmen. Neben kulturellen Veranstaltungen und Lesungen von Schriftstellern, traten dort auch Beatgruppen der DDR auf.[75] Ein Jahr später startete die FDJ in der Zeitung „Junge Welt“[76] einen Aufruf für einen „Gitarrenwettbewerb“, bei dem die besten Gruppen der DDR in Berlin gekürt werden sollten[77], wozu es aber nicht letztlich nicht kam.[78] Der Aufruf fand überaus positive Resonanz und führte zu einer zahlreichen Beteiligung an den Wettbewerbsveranstaltungen.[79]

Die Medien spielten bei der Förderung der sogenannten „Gitarrenmusik“, wie der Beat in der DDR bezeichnet wurde, ebenfalls eine wichtige Rolle. Im Februar 1965 erschien die erste Beat-LP der DDR „Big Beat“ und die Plattenfirma AMIGA, 1947 gegründet[80], veröffentlichte die erste Platte der Beatles.[81] Der im Zusammenhang mit dem Deutschlandtreffen entstandene und nach ihm benannte Jugendradiosender DT 64, der sich bei der DDR-Jugend zu einem beliebten Sender entwickelte[82], berichtete über Beat-Musik und spielte Titel der Beatles.[83] Gegen diese Musik sollte aber sehr bald vorgegangen werden.

Mitte der 1960er Jahre kam es zu einer bedeutenden Wende in der Kulturpolitik. Nach einem Konzert der „imperialistisch-dekadenten“ Rolling Stones[84] 1965 in Westberlin, zerstörten Jugendliche die Waldbühne.[85] Dieser Vorfall und andere Ausschreitungen in der Szene, die davon zeugten, dass sich die Jugend nicht von den vorgegebenen Normen einschränken lies[86], boten Anlass für ein striktes Vorgehen gegen den Beat.[87] Die Ereignisse waren aus Sicht der Offiziellen der Beweis dafür, dass die Musik des Imperialismus mit „seinem teuflischen DDR-Haß“ der Jugend schadete.[88] So wurden z.B. in Leipzig zahlreiche Beat-Gruppen verboten, darunter The Butlers, weshalb es zu einer Protestaktion hunderter Jugendliche in Leipzig kam, die von der Polizei rasch beendet wurde und mehrere Jugendliche in Haft nahm.[89] Die Medien hetzen gegen die Beat-Anhänger auf und beschimpften sie als „Gammler“, „Langhaarige“ und „Verwahrloste“. Der Beat und seine Fans wurden kriminalisiert.[90] Den jugendlichen Anhängern wurden Vergehen wie „Rowdytum“ (ein Begriff für aggressives Verhalten Jugendlicher)[91], Diebstahl und politische Hetze vorgeworfen.[92] Zahlreichen Beatensembles wurde die Spielererlaubnis entzogen und Gruppen mit englischen Namen verboten.[93]

Schon vor den Ausschreitungen in der Szene war die Beat-Bewegung den Funktionären des Regierungskerns ein Dorn im Auge gewesen. Die einst liberal eingeschlagene Kulturpolitik lehnten sie von vorne herein ab und trieben den seit Mitte der 1960er Jahre begonnenen „Kahlschlag“- Kurs an.[94] [95] Im Dezember 1965 fand das berühmte „Kahlschlag“-Plenum, das 11. Plenum des ZKs der SED statt, was als eines der folgenschwersten Zäsuren in die Geschichte der DDR eingegangen ist.

In seiner bekannten Rede auf dieser Tagung machte SED-Chef Walter Ulbricht seinen Standpunkt zur Beat-Musik unmissverständlich:

„Ich bin der Meinung Genossen, mit der Monotonie des Jay, Jeh, yeh [sic], und wie das alles heißt, sollte man doch Schluss machen. [...] Ist es denn wirklich so, dass wir jeden Dreck, der aus dem Westen kommt, kopieren müssen? [...] Es geht darum, daß [sic] der Einfluss der amerikanischen Lebensweise, der amerikanischen Unkultur, des Lebensstils aus Texas, den man versucht zu importieren, und daß[ sic] die Beat-Gruppen das Mittel waren, diese Texas-Kultur einzuführen.“[96]

In einem „Bericht des Politbüros an das 11. Plenum des ZK der SED, vorgetragen von Erich Honecker“ vom Dezember 1965 wurden außerdem die Medien der DDR scharf kritisiert: „Über lange Zeit hat „DT 64“ in seinem Musikprogramm einseitig die Beat-Musik propagiert“.[97] Honecker prangerte auch die FDJ an, da es im „Zentralrat der Freien Deutschen Jugend“[98] eine fehlerhafte Beurteilung der Beat­Musik gab“.[99]

In Folge des Plenums wurden Auftritte ausländischer Beat-Gruppen verboten, wobei DDR-eigene „Gitarrengruppen“ nicht untersagt wurden.[100] Eine vom Kultusministerium unmittelbar nach dem Plenum gestartete Kampagne überprüfte allerdings die Beatgruppen der DDR und entschied auf der Basis der „Anordnung Nr.2 über die Ausübung von Tanz- und Unterhaltungsmusik“ und weiteren kulturpolitischen Leitlinien über die Vergabe oder Entzug der staatlichen Spielerlaubnis.[101]

Das strikte Vorgehen gegen den Beat konnte jedoch nicht verhindern, dass bei privaten Veranstaltungen, in der die staatliche Spielerlaubnis selten kontrolliert wurde und der Umsatz wichtiger war, offiziell nicht zugelassene Bands auftraten. Gruppen, die eine Lizenz bekommen wollten, überlisteten die Kulturbürokraten, indem sie bei der Prüfung z.B. eine Änderung der Gruppenbesetzung vornahmen und ein zweites Repertoire zusammenstellten. Hatte man die Lizenz verloren, wurden neue Bands gegründet.[102] Dass die „Kahlschlag“- Kulturpolitik also keine nachhaltige Wirkung erzielen konnte, erkannte man zwei Jahre nach dem 11. Plenum des ZKs.[103] Innerhalb dieser Zeitspanne war das Thema Beat nicht mehr zur Sprache gekommen, doch 1967 gab es im ZK vermehrt Meldungen über kriminelle Handlungen Jugendlicher bei

Beat-Veranstaltungen. Infolge dessen haben sich in einer Sitzung Vertreter des Zentralrats (ZR) der FDJ, des Kulturministeriums und der Kulturabteilung des ZKs über die „Probleme der Tanzmusik und besondere Signale zur Beat-Musik“ beraten und beschlossen, dass neben der Intensivierung der Zusammenarbeit der Institutionen, strengere Kontrollen durchzuführen sind sowie rechtliche Bestimmungen stärker beachtet werden müssen.[104] Mit dem Amtswechsel von Walter Ulbricht zu Erich Honecker 1971 trat nicht nur ein Wechsel in der gesamten Politik ein[105], sondern auch eine bedeutsame Veränderung in die „steril gewordene Kulturpolitik der sechziger Jahre“.[106] Die Beat- bzw. Rock-Musik wurde als bedeutsamer Aspekt der Jugend- und Kulturpolitik anerkannt und akzeptiert.[107] Ein größeres Angebot im Unterhaltungssektor sollte die Bedürfnisse der Jugend stärker berücksichtigten.[108]

In dem folgenden Kapitel wird näher untersucht, wie sich unter diesen Umständen die Rockmusik und ihr kulturpolitischer Umgang in den 1970er Jahren der DDR weiter entwickelt und verändert hat.

2.4 Rockmusik der 1970er Jahre - Blütezeit und Restriktionen

Die 1970er Jahre waren für die Rockentwicklung der DDR bestimmend, da nun der Versuch unternommen wurde, eine DDR-eigene „Unterhaltungsmusik“ zu schaffen, um den Kopien nach westlichem Vorbild entgegenzuwirken.[109] Seit 1971 wurde die Rockmusik unter dem von der FDJ eingeführten Begriff „Jugendtanzmusik“ gefasst. Rock blieb zwar immer noch Rock, doch die Bezeichnung „Jugendtanzmusik“ hatte sozialistischen Charakter und war damit systemkonform.[110] Bis 1973 wurde ein beispielloser kulturbürokratischer Apparat geschaffen, um den Sektor Rock zu organisieren, zu fördern und paradoxerweise gleichzeitig zu kontrollieren. Da die sozialistische Gesellschaft nach dem Organisationsprinzip aufgebaut war, in der jeder Lebensbereich geordnet, geregelt und kontrolliert wurde, blieb auch der Sektor Rock davon nicht unberührt.[111] Folglich entstanden in den Abteilungen für Kultur, in der zentralen Verwaltung sowie in der Administration der Kreise und Städte, in der Gewerkschaft und im Jugendverband Kommissionen und Arbeitsgruppen, die für die musikalischen Belange und Interessen der Jugend zuständig waren.[112] Diese Organisationsstruktur, bei der sich alle Arbeitsgruppen untereinander absprachen, wiederholte sich auch in den Bezirken und Kreisen. Eine Einheitlichkeit des im Sinne des Sozialismus Zulässigen bestand jedoch nicht, was eine Behördenstelle duldete, wurde von einer anderen nicht genehmigt.[113] Bestandteil der staatlichen Förderung der Rockmusik war die Durchführung von Werkstattwochen, Wettbewerben und Leistungsvergleichen. Um die Fülle dieser Veranstaltungen zu koordinieren und die „Jugendtanzmusik“ zu kontrollieren, wurde 1973 das „Komitee für Unterhaltungskunst“ gegründet.[114] Mit der Schaffung weiterer Behördenstellen innerhalb des kulturbürokratischen Apparats bildete sich, wie es Peter Wicke treffend formulierte, eine „Koordinierungswut“ heraus, was die Unkontrollierbarkeit der Rockmusik wiederspiegelte.[115]

Die Rockmusik, in den 1970er Jahren in der DDR noch Beat-Musik genannt[116], wurde vor allem durch die in Berlin 1973 veranstalteten „X.

[...]


[1] Dylan, Bob, „The Times They Are A-Changin’” (1964), in: http://www.bobdylan.com/us/songs/times-they-are-changin (15.12.2011).

[2] Vgl. Ministerium für Staatssicherheit, Information Rock-Konzert mit Bob Dylan in Berlin,10.09.1987, in: BStU, Ministerium für Staatssicherheit, HAXX, Nr. 16578, Bl. 138.

[3] Vgl. Sparschuh, Hans, „Legende. Bob Dylan“ (19.05.2011), in: http://www.rbb-online.de/stilbruch/archiv/stilbruch_vom_19_05/bob_dylan.html

415.01.2012).

[4] Vgl. Detering, Heinrich, Bob Dylan, Stuttgart2007, S. 37 f. Vgl. auch Fifka, Matthias S., Von der jugendlichen Rebellion zum Protest einer Generation. Rockmusik in den 50er und 60er Jahren, 1. Aufl., Baden-Baden 2007, S. 185.

[5] Vgl. Weber, Hermann, Die DDR 1945-1990, 5. Aufl., München 2000, S. 108 f.

[6] Vgl. Rauhut, Michael, Rock in der DDR. 1964- 1989, Bonn 2002, S. 105 ff.

[7] Populäre Musik: „Ensemble sehr verschiedenartiger Genres und Gattungen der Musik, denen gemeinsam ist, dass sie massenhaft produziert, verbreitet und angeeignet werden, im Alltag wohl fast aller Menschen (...) eine bedeutende Rolle spielen.“ Wicke, Peter/ Ziegenrücker, Kai-Erik/ Ziegenrücker, Wieland, „Populäre Musik“, in: Dies., Handbuch der populären Musik. Geschichte, Stile, Praxis, Industrie, erweiterte Neuausgabe, Mainz 2007, S. 544.

[8] Vgl. Wicke, Peter/ Ziegenrücker, Kai-Erik/ Ziegenrücker, Wieland, „Rockmusik“, in: Dies., Handbuch der populären Musik, S. 607.

[9] Vgl. ebd.

[10] Vgl. Fifka, Matthias S., Von der jugendlichen Rebellion zum Protest einer Generation, S.18.

[11] Vgl. Leitner, Olaf, Rockszene DDR. Aspekte einer Massenkultur im Sozialismus, Reinbek bei Hamburg 1983, S. 61.

[12] Wicke, Peter/ Ziegenrücker, Kai-Erik/ Ziegenrücker, Wieland, „Rockmusik“, in: Dies., Handbuch der populären Musik, S. 607.

[13] Vgl. Leitner, Olaf, Rockszene DDR, S. 23.

[14] Vgl. Rauhut, Michael, Rock in der DDR, S. 18. Vgl. auch Mitteldeutscher Rundfunk, „Von Rock'n'Roll und «sozialistischerTanzmusik». Rockmusik in der DDR“ (29.05.2009), in: http://www.mdr.de/damals/archiv/artikel108484.html (10.01.2012).

5 Vgl. Wicke, Peter, „Zwischen Förderung und Reglementierung. Rockmusik im System der DDR- Kulturbürokratie“, in: Wicke, Peter/ Müller, Lothar (Hg.), Rockmusik und Politik. Analysen, Interviews und Dokumente, 1. Aufl., Berlin 1996, S. 11f.

[16] Rauhut, Michael, Rock in der DDR, S. 7.

[17] Vgl. ebd.

10 Leitner, Olaf, Rockszene DDR, S. 23.

[19] Vgl. Jessen, Ralph/ Gieseke, Jens, „Die SED in der staatssozialistischen Gesellschaft“, in: Gieseke, Jens/Wentker, Hermann (Hg.), Die Geschichte der SED. Eine Bestandsaufnahme, Berlin 2011, S. 115.

[20] Vgl. Leitner, Olaf, Rockszene DDR, S. 23.

[21] Vgl. Weber, Hermann, Die DDR 1945-1990, S. 36.

[22] Vgl. Larkey, Edward, Rotes Rockradio. Populäre Musik und die Kommerzialisierung des DDR-Rundfunks, Berlin 2007, S. 54.

[23] Vgl. Motzkau-Valenton, Wolfgang, „Kulturrevolution“, in: Langenbucher, Wolfgang R./ Rytlewski, Ralf/Weyergraf, Bernd (Hg.), Kulturpolitisches Wörterbuch. Bundesrepublik Deutschland/ DDR im Vergleich, Stuttgart 1983, S. 415 f.

[24] Vgl. Leitner, Olaf, Rockszene DDR, S. 22.

[25] Vgl. Meyer, Thomas, „Musikerzwischen Repression und Förderung. Bemerkungen zum kulturpolitischen System der DDR“, in: Noll, Günther (Hg.), Musikalische Volkskultur und die politische Macht, Essen 1994, S. 53.

[26] Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen (Hg.), „Unterhaltungskunst“, in: Dies., DDR Handbuch, Bd.2, 3. überarb. und erweitere. Aufl., Köln 1985, S. 1394.

[27] Vgl. ebd.

[28] Vgl. Stiller, Gabriele, „Pädagogismus versus Unterhaltung“. Zur Entwicklung der Unterhaltungskultur in der DDR“, in: Landeszentrale für politische Bildung Baden Württemberg (Hg.), Politische Kultur in der DDR, Stuttgart u.a. 1989, S. 148.

[29] Rockmusik als Erscheinung der Populärkultur wurde in der Kulturpolitik als „Tanz- und Unterhaltungsmusik“ bezeichnet. Vgl. dazu Rauhut, Michael, Rock in der DDR, S. 6.

[30] Leitner, Olaf, Rockszene DDR, S. 22.

[31] Stiller, Gabriele, „Pädagogismus versus Unterhaltung“, S. 148.

[32] Vgl. Wicke, Peter, „Zwischen Förderung und Reglementierung. Rockmusik im System der DDR- Kulturbürokratie“, S. 12f.

[33] Vgl. Rauhut, Michael, Rock in der DDR, S. 7. Vgl. auch Larkey, Edward, Rotes Rockradio, S. 46.

[34] Vgl. Maase, Kaspar, „Rock um die Uhr? Anfänge einer Jugendkultur“, in: Stiftung Haus der Geschichte/Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.), Rock! Jugend und Musik in Deutschland, Bonn 2005, S. 25.

[35] Vgl. ebd., S. 29.

[36] Vgl. Poiger, Uta G., Jazz, Rock and Rebels. Cold war politics and American culture in a divided Germany, Berkeley u.a. 2000, S. 169.

[37] Vgl. Maase, Kaspar, „Rock um die Uhr?“, S. 29.

[38] Poiger, Uta G., Jazz, Rock and Rebels, S. 167.

[39] Vgl. ebd.

[40] Vgl. Lindner, Bernd, „Rock und Revolte. Ein Rhythmus verändert die Welt“, in: Stiftung Haus der Geschichte/Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.), Rock! Jugend und Musik in Deutschland, Bonn 2005, S.13f.

[41] Ulbricht, Walter, „Fragen der Entwicklung der sozialistischen Literatur und Kunst“, in: Zur sozialistischen Kulturrevolution, Bd. 2, Berlin 1960, S. 474. Zit. nach Rauhut, Michael, Rock in der DDR, S. 7.

[42] Der „Lipsi Nr. 1“ wurde von René Dubianski komponiert und der dazu passende Tanz ohne verpöntes „Gehüpfe“ von den Inhabern einer Leipziger Tanzschule, den Eheleuten Seifert, entworfen. Vgl. dazu Peters, Christian, „Halbstark mit Musik“. Der Rock 'n' Roll erobert Deutschland“, in: Stiftung Haus der Geschichte/Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.), Rock! Jugend und Musik in Deutschland, Bonn 2005, S. 40.

[43] Vgl. ebd. Vgl. auch Rauhut, Michael, Beat in der Grauzone. DDR-Rock 1964- 1972. Politik und Alltag, 1. Aufl., Berlin 1993, S. 40.

[44] Vgl. Wicke, Peter, „Zwischen Förderung und Reglementierung. Rockmusik im System der DDR- Kulturbürokratie“, S. 20.

[45] Vgl. Meyer, Thomas, „Musikerzwischen Repression und Förderung“, S. 45.

[46] Vgl. ebd.

[47] Anordnung über die Programmgestaltung bei Unterhaltungs- und Tanzmusik, 02.01.1958, in: Gesetzblatt der Deutschen Demokratischen Republik, Teil I, 1958, S. 38. Zit. nach Schubbe, Elimar (Hg.), Dokumente zur Kunst-, Literatur- und Kulturpolitik der SED, Stuttgart 1972, S.515.

[48] Ebd.

[49] Vgl. Wicke, Peter, „Zwischen Förderung und Reglementierung“, S.19.

[50] Anordnung über die Programmgestaltung bei Unterhaltungs- und Tanzmusik, 27.03.1953, in: Zentralblatt DDR, Ausgabe B. Berlin 11/1953, S. 137. Zit. nach Wicke, Peter, „Zwischen Förderung und Reglementierung“, S.19.

[51] Vgl. Anordnung Nr.2 über die Befugnis zur Ausübung von Unterhaltungs- und Tanzmusik, 14.01.1957, in: Gesetzblattder Deutschen Demokratischen Republik, Teil III, Berlin 1957, S. 54. Zit. nach Ebd.

[52] Vgl. Wicke, Peter, „Zwischen Förderung und Reglementierung“, S.19.

[53] Wicke, Peter, „Rock Around Socialism. Jugend und ihre Musik in einer gescheiterten Gesellschaft“, in: Baacke, Dieter (Hg.), Handbuch Jugend und Musik, Opladen 1998, S. 297.

[54] Vgl. Meyer, Thomas, „Musikerzwischen Repression und Förderung“, S. 45.

[55] Wicke, Peter, „Zwischen Förderung und Reglementierung“, S. 19.

[56] Vgl. Wicke, Peter, „Rock Around Socialism”, S. 297.

[57] Vgl. Rauhut, Michael, Beat in der Grauzone, S. 33.

[58] Hagen, Wolfgang /Leitner, Olaf, „Rockkultur“, in: Langenbucher, Wolfgang R./ Rytlewski, Ralf/Weyergraf, Bernd (Hg.), Kulturpolitisches Wörterbuch. Bundesrepublik Deutschland/ DDR im Vergleich, Stuttgart 1983, S. 615.

[59] Vgl. Rauhut, Michael, Beat in der Grauzone, S. 49.

[60] Vgl. ebd., S. 33.

[61] Vgl. Wicke, Peter, „Zwischen Förderung und Reglementierung“, S. 20.

[62] Das Politbüro stand als Machtzentrum an der Spitze der SED. Vgl. dazu Leitner, Olaf, Rockszene DDR, S. 23.

[63] Das Zentralkomitee der SED war zwischen den Parteitagen das höchste Leitungsorgan der Partei, Vgl. dazu ebd.

[64] Vgl. Wicke, Peter, „Zwischen Förderung und Reglementierung“, S.20.

[65] Kommuniqué des Politbüros des Zentralkomitees der SED zu Problemen der Jugend in der DDR, Der Jugend Vertrauen und Verantwortung, in: Der Jugend Vertrauen und Verantwortung beim umfassenden Aufbau des Sozialismus (Schriftenreihe des Staatrates der DDR 5/ 1963),Berlin 1963. Zit. nach Wicke, Peter, „Zwischen Förderung und Reglementierung“, S. 20.

[66] Vgl. Mählert, Ulrich/ Stephan, Gerd-Rüdiger, Blaue Hemden. Rote Fahnen. Die Geschichte der Freien Deutschen Jugend, Opladen 1996, S.172.

[67] Vgl. Wicke, Peter, „Zwischen Förderung und Reglementierung“, S.20.

[68] Vgl. Lindner, Bernd, „Rock und Revolte. Ein Rhythmus verändert die Welt“, S.19.

[69] Vgl. Larkey, Edward, Rotes Rockradio, S. 47.

[70] Vgl. Wicke, Peter, „Rock Around Socialism”, S. 297.

[71] Vgl. Rauhut, Michael, Beat in der Grauzone, S. 50.

[72] Die FDJ wurde in der damaligen Besatzungszone der Sowjetunion 1946 als

Jugendorganisation für Jugendliche im Alter von 14- 25 Jahren gegründet. Vgl. dazu Mählert, Ulrich/ Stephan, Gerd-Rüdiger, Blaue Hemden, S. 35 ff.

[73] Vgl. Knopke, Lars, Kinder im Visier der SED. Eine Untersuchung zur marxistisch­leninistischen Ideologisierung von Kindern und Jugendlichen im DDR-Schulwesen und darüber hinaus, Hamburg 2007, S. 109.

[74] Vgl. Mählert, Ulrich/ Stephan, Gerd-Rüdiger, Blaue Hemden, S. 153.

[75] Vgl. ebd., S. 154 f.

[76] Die „Junge Welt“, 1947 gegründet, war eine populäre und seit den 70er Jahren auflagenstärkste Tageszeitung in der DDR. Sie wurde unter der Regie der FDJ publiziert, wie der Untertitel „Organ des Zentralrats der FDJ“ zu erkennen gibt. Erschienen ist sie im Verlag „Junge Welt“ der FDJ. Vgl. dazu Kapitza, Arne, Transformation der ostdeutschen Presse. „Berliner Zeitung“, „Junge Welt“ und „Sonntag/Freitag“ im Prozeß der deutschen Vereinigung, Opladen 1997, S.74 f.

[77] Vgl. Mählert, Ulrich/ Stephan, Gerd-Rüdiger, Blaue Hemden, S. 154.

[78] Vgl. Lindner, Bernd, „Rock und Revolte. Ein Rhythmus verändert die Welt“, S.19.

[79] Vgl. Mählert, Ulrich/ Stephan, Gerd-Rüdiger, Blaue Hemden, S.154.

[80] Vgl. Rauhut, Michael, Rock in der DDR, S.16.

[81] Vgl. Grabowsky, Ingo, „«Wie John, Paul, George und Ringo». Die «Beat-Ära»“, in: Stiftung Haus der Geschichte/Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.), Rock! Jugend und Musik in Deutschland, Bonn 2005, S. 48.

[82] Vgl. Mählert, Ulrich/ Stephan, Gerd-Rüdiger, Blaue Hemden, S. 155.

[83] Vgl. Larkey, Edward, Rotes Rockradio, S. 90.

[84] Kuttner, Jürgen, „Die Funktionäre im Widerstand. Rockmusik in der DDR“, in: Kremper, Peter/Langhoff, Thomas/Sonnenschein, Ulrich (Hg.), «Alles so schön bunt hier». Die Geschichte der Popkultur von den Fünfzigern bis heute, Stuttgart 1999, S. 211.

[85] Vgl. Leitner, Olaf, Rockszene DDR, S. 49.

[86] Vgl. Mählert, Ulrich/ Stephan, Gerd-Rüdiger, Blaue Hemden, S. 172.

[87] Vgl. Grabowsky, Ingo, „«Wie John, Paul, George und Ringo. Die «Beat-Ära»“, S. 49. f.

[88] Leitner, Olaf, Rockszene DDR, S. 49.

[89] Vgl. Rauhut, Michael, Rock in der DDR, S.34.

[90] Vgl. Mählert, Ulrich/ Stephan, Gerd-Rüdiger, Blaue Hemden, S. 166.

[91] Vgl. Leitner, Olaf, Rockszene DDR, S. 212.

[92] Vgl. Rauhut, Michael, Rock in der DDR, S.31.

[93] Vgl. Sterneck, Wolfgang, Der Kampf um die Träume. Musik und Gesellschaft. Von der Widerstandskultur zum Punk, von der Geräuschmusik bis zu Techno, 2. erweiterte Aufl., Hanau 1998, S. 234 f.

[94] Vgl. Leitner, Olaf, Rockszene DDR, S.124.

[95] Vgl. Rauhut, Michael, Rock in der DDR, S.155.

[96] Auszug aus dem stenographischen Protokoll der Rede Ulbrichts auf dem 11. Plenum des ZK der SED, in: IfGA, ZPA, IV 2/1/190. Zit. nach Rauhut, Michael, Beat in der Grauzone, S. 162.

[97] Bericht des Politbüros an das 11. Plenum des ZK der SED, vorgetragen von Erich Honecker, 16. bis. 18.12.1965 (Auszug), in: Neues Deutschland, Nr. 345, vom 16.11.1965. Zit. nach Schubbe, Elimar (Hg.), Dokumente zur Kunst-, Literatur- und Kulturpolitik der SED, S.1079.

[98] Der Zentralrat wurde vom nominell höchsten Organ, dem Parlament der FDJ, gewählt, wobei dem Zentralrat die tatsächliche politische Führung oblag. Vgl. dazu Herbst, Andreas/ Ranke, Winfried/Winkler, Jürgen, „Freie Deutsche Jugend (FDJ). 1946-1990. Sozialistische Massenorganisation derJugendlichen derDDR“, in: Dies., So funktionierte die DDR. Lexikon der Organisationen und Abteilungsgewerkschaften (AGL)- LigafürVölkerfreundschaftder DDR, Bd. 1, Reinbek bei Hamburg 1994, S. 295.

[99] Bericht des Politbüros an das 11. Plenum des ZK der SED, vorgetragen von Erich Honecker, 16. bis. 18.12.1965 (Auszug), in: Neues Deutschland, Nr. 345, vom 16.11.1965. Zit. nach Schubbe, Elimar (Hg.), Dokumente zur Kunst-, Literatur- und Kulturpolitik der SED, S.1079.

[100] Vgl. Leitner, Olaf, Rockszene DDR, S. 54. Vgl. auch Rauhut, Michael, Beat in der Grauzone, S.166.

[101] Vgl. Rauhut, Michael, Beat in der Grauzone, S. 173.

[102] Vgl. Rauhut, Michael, Rock in der DDR, S. 40

[103] Vgl. ebd

[104] Vgl. Rauhut, Michael, Beat in der Grauzone, S. 219f.

[105] Weber, Hermann, Die DDR 1945-1990, S. 80 f.

[106] Jäger, Manfred, Kultur und Politik in der DDR 1945-1990, Köln 1994, S.139.

[107] Vgl. Rauhut, Michael, Rock in der DDR, S. 8.

[108] Vgl. Stiller, Gabriele, „Pädagogismus versus Unterhaltung“, S. 147.

[109] Vgl. ebd., S. 150.

[110] Vgl. Wicke, Peter, „Rock Around Socialism”, S. 300.

[111] Vgl. Wicke, Peter, „Zwischen Förderung und Reglementierung“, S. 13.

[112] Vgl. ebd., S. 23.

[113] Vgl. ebd., S. 23.

[114] Vgl. Mitteldeutscher Rundfunk, „Von Rock'n'Roll und «sozialistischer Tanzmusik». Rockmusik in der DDR“ (29.05.2009), in: http://www.mdr.de/damals/archiv/artikel108484.html (10.01.2012).

[115] Vgl. Wicke, Peter, „Zwischen Förderung und Reglementierung“, S. 23.

[116] Vgl. Larkey, Edward, Rotes Rockradio, S. 65.

Ende der Leseprobe aus 77 Seiten

Details

Titel
The Times They Aren’t A Changing - Rockmusik und Politik in der Spätphase der DDR
Hochschule
Studienseminar für Gymnasien in Kassel
Autor
Jahr
2012
Seiten
77
Katalognummer
V212851
ISBN (eBook)
9783656413080
ISBN (Buch)
9783656413455
Dateigröße
748 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
times, they, aren’t, changing, rockmusik, politik, spätphase
Arbeit zitieren
Laura Almeida (Autor:in), 2012, The Times They Aren’t A Changing - Rockmusik und Politik in der Spätphase der DDR, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212851

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