Das Doppelkönigtum von Ludwig IV. und Friedrich dem Schönen

Wie kam es zu einer solchen Verfassung und wie war das Mächteverhältnis aufgeteilt?


Essay, 2011
5 Seiten, Note: 1.7
Oliver Prode (Autor)

Leseprobe

Einleitung

„Die beiden Gegenkönige vereinbarten, […] gemeinsam für das Wohl des Reiches zu

sorgen“[1]

In diesem Essay zu der Fragestellung ‚Das Doppelkönigtum von Ludwig IV. und Friedrich dem Schönen. Wie kam es zu einer solchen Verfassung und wie war das Mächteverhältnis aufgeteilt?‘ werde ich diskutieren, inwiefern die oben von Roland Pauler zitierte Aussage – die für sich genommen doch so gegensätzlich und unvereinbar scheint – zutreffend sein kann und wie es zu dem Doppelkönigtum, dessen Konstitution ebenfalls Bestandteil dieses Essays sein wird, kommt.

Geschichtlicher Kontext

Als im Jahr 1313 der aus Luxemburg stammende römisch-deutsche Kaiser Heinrich VII. verstarb entstand ein Konkurrenzkampf um seine Nachfolge – sowohl der Wittelsbacher Ludwig der Bayer, als auch Friedrich der Schöne aus dem Hause der Habsburger beanspruchten die Thronfolge. Im Oktober 1314 erfolgte in verschiedenen Orten die Wahl des Nachfolgers, bei der jeder der beiden Kandidaten vier Stimmen für seine Person erhielt[2] – im Verlauf dieser kuriosen Situation kam es dazu, dass Friedrich, aber auch Ludwig, zum römischen König gekrönt wurden. Die Krönung Friedrich des Schönen erfolgte in Bonn, vollzogen durch den Kölner Erzbischof, der sich traditionell dafür verantwortlich zeichnete den König zu krönen. Die traditionell korrekte Krönungsstadt, Aachen, war allerdings Ort der Krönung Ludwigs des Bayern – welcher vom Erzbischof der Stadt Mainz gekrönt wurde. Dementsprechend kann man festhalten, dass Friedrich in der falschen Stadt vom richtigen Bischof gekrönt wurde und Ludwig zwar in der richtigen Stadt, allerdings vom falschen Bischof zum König erhoben wurde. Daraus resultierte, dass beide ihren Anspruch auf den Thron als gerechtfertigt ansahen und gleichermaßen durchzusetzen gedachten.[3]

[...]


[1] PAULER, Roland, Friedrich der Schöne als Garant der Herrschaft Ludwigs des Bayern in Deutschland, in: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 61 (1998), S. 647.

[2] MALECZEK, W., Art. Friedrich der Schöne, in: Lexikon des Mittelalters, München 1999, Bd. 4, Sp. 939f.

[3] HUNDT, Barbara, Ludwig der Bayer. Der Kaiser aus dem Hause Wittelsbach 1282-1347, München 1989, S. 93.

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Das Doppelkönigtum von Ludwig IV. und Friedrich dem Schönen
Untertitel
Wie kam es zu einer solchen Verfassung und wie war das Mächteverhältnis aufgeteilt?
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Mittelalterliche Geschichte)
Veranstaltung
Einführung in die mittelalterliche Geschichte
Note
1.7
Autor
Jahr
2011
Seiten
5
Katalognummer
V212868
ISBN (eBook)
9783656407669
Dateigröße
434 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Doppelkönigtum, Regentschaft, König, Könige, Königtum, Gegenkönig, Mittelalter, Geschichte, Historik, Deutsches Reich, Ludwig, Ludwig IV, Friedrich, Friedrich der Schöne, 1314, Doppelwahl, Kurfürst, Wittelsbacher, Ludwig der Bayer, Habsburger, Schlacht, Mühldorf, Trausnitz, Kontext, Analyse, Quelle, Quellen, Quellenlage, Vertrag, Übereinkunft, Intention, Anlass
Arbeit zitieren
Oliver Prode (Autor), 2011, Das Doppelkönigtum von Ludwig IV. und Friedrich dem Schönen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212868

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