Öffentlichkeitsarbeit als Querschnittsaufgabe in der Sozialen Arbeit


Hausarbeit, 2004

36 Seiten, Note: sehr gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung - Beweggründe für ein Praktikum im Arbeitsfeld „Beratung“

2. Institutionelle Rahmenbedingungen
2.1. Träger
2.2. Finanzierung
2.3. Ausstattung der Institution
2.4. Das Team

3. Ziele, Angebot und Aufgaben der Institution
3.1. Konzeption und Zielsetzung
3.2. Beratungsangebot
3.2.1. Einzelberatung, Paar- und Gruppenberatung
3.2.2. Spezielle Angebote und Projekte
3.2.3. Schwangerschaftskonfliktberatung
3.2.4. Kosten / Selbstbeteiligung
3.3. Öffentlichkeitsarbeit
3.3.1. Werbung und Pressearbeit
3.3.2. Soziale Netzwerke, Kooperationen
3.4. Qualitätssicherung
3.4.1. Supervision, Intervision und Teambesprechung
3.4.2. Erfolgskontrolle, Statistik
3.5. Sekretariat und Büroorganisation

4. Praktikumsbeschreibung und Reflexion
4.1. Erwartungen an das Praktikum
4.2. Praxisanleitung
4.3. Meine Rolle als Praktikant (Tätigkeiten und Eindrücke)
4.4. Besonderheiten während des Praktikums
4.5. Professionelle Soziale Arbeit – Impulse, Erfahrungen und Eindrücke
4.6. Persönliche Bewertung und abschließende Reflexion

5. Öffentlichkeitsarbeit – Eine Querschnittsaufgabe für die Soziale Arbeit
5.1. Einleitung
5.2. Definitionen von Öffentlichkeitsarbeit – Eine Begriffsbestimmung
5.3. Öffentlichkeitsarbeit in der Praxis - Ungenutzte Chancen
5.4. Funktionen und Ziele von Öffentlichkeitsarbeit
5.4.1. Unterstützung sichern, Handlungsspielraum schaffen
5.4.2. Soziale Arbeit fördern - Berufsstand aufwerten
5.5. Zur Planung und Umsetzung – Öffentlichkeitsarbeit nach Maß
5.6. Fazit – Anforderungen an die Praxis Sozialer Arbeit und die Ausbildung von Sozialpädagogen und Sozialarbeitern

6. Literaturverzeichnis

Praktikumsbericht / Öffentlichkeitsarbeit als Querschnittsaufgabe in der Sozialen Arbeit

1. Einleitung - Beweggründe für ein Praktikum im Arbeitsfeld „Beratung“

In der Vergangenheit war ich in verschiedenen Bereichen der Sozialen Arbeit tätig. Den Zivildienst absolvierte ich in einer Einrichtung für ehemals psychisch kranke Menschen und durch verschiedene Aushilfstätigkeiten konnte ich umfangreiche Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung sammeln. Daher nutzte ich das anstehende Blockpraktikum dazu, einen neuen Bereich zu erschließen und absolvierte es in einer psychosozial orientierten Beratungsstelle. Im Laufe des Studiums hat sich bereits ein verstärktes Interesse für damit in Zusammenhang stehende Themen entwickelt. Ich habe mich inhaltlich beschäftigt mit Beratungsprozessen, Rollenmerkmalen, Theorien und verschiedenen Ansätzen, wodurch mitunter auch Fragen und Unsicherheiten entstanden sind. Das bevorstehende Praktikum war eine willkommene Gelegenheit, mich praxisnah und damit weniger abstrakt mit diesem Bereich zu beschäftigen, offene Fragen zu klären und somit neue Impulse für die weitere Gestaltung des Studiums zu bekommen.

Bedenken hatte ich, weil die Praktikumsstelle fast ausschließlich mit psychologisch-therapeutischen Methoden arbeitet und durch die Erfordernis einer psychotherapeutischen Zusatzqualifikation nicht direkt dem Bereich der Sozialpädagogik / Sozialarbeit zugeordnet werden kann. Weil aber die Aufgaben einer eigenständigen sozialen Organisation auch aus anderen berufs- und ausbildungsrelevanten Aufgaben bestehen, wie die Finanzierung, Geschäftsführung, Administration, Evaluation, Qualitätsmanagement, Öffentlichkeits-arbeit und politische Gremienarbeit, habe ich mich entgegen der Bedenken für ein Praktikum in der Einrichtung entschieden.

Zum Aufbau dieser Arbeit: Nach einem Überblick über Rahmenbedingungen der Beratungsstelle wie Finanzierungsgrundlagen oder Trägerschaft gehe ich auf die Konzeption und das Angebot der Einrichtung ein. In Zusammenhang damit werden zwei Projekte werden etwas ausführlicher erläutert. Sie bestehen neben dem üblichen Beratungsspektrum der Einrichtung und sprechen weitere Zielgruppen an. Neben der Beratung werden weitere Aufgaben genannt wie Administration, Evaluation und Öffentlichkeitsarbeit. Weil ich während des Praktikums in verschiedene Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit eingebunden wurde, wie z.B. die Mitarbeit im Arbeitskreis Psychosoziale Versorgung, die Erstellung des Jahresberichtes und Gestaltung von Werbemitteln, habe ich solche Inhalte in diesem Bericht ausführlicher behandelt[1], besonders stark gewichtet und zudem das lernbereichsbezogene Thema entsprechend ausge-wählt. Es ist Lernbereich IV zugeordnet und trägt den Arbeitstitel „Öffentlichkeitsarbeit als Querschnittsaufgabe für die Soziale Arbeit“. Dementsprechend ist die Kernaussage, dass Öffentlichkeitsarbeit ein geeignetes Mittel sein kann, strukturelle Bedingungen für den Bereich der Sozialen Arbeit positiv zu verändern und auch die Anerkennung Sozialer Berufe zu fördern, indem die Notwendigkeit und Professionalität sozialer Institutionen vermittelt wird. Eine genauere inhaltliche Beschreibung dazu befindet sich in einer gesonderten Einleitung unter 5.1 Öffentlichkeitsarbeit/Einleitung.

2. Institutionelle Rahmenbedingungen

2.1. Träger

Die „Praxis für psychosoziale Beratung“ ist eine unabhängige psycholo-gische Beratungsstelle in Form eines eingetragenen Vereins und verfolgt ausschließlich gemeinnützige Ziele. Der Trägerverein der sich in freier Trägerschaft befindlichen Beratungsstelle wurde 1975 gegründet. Das höchste Beschlussfassende Organ innerhalb des Vereins ist der Arbeits-ausschuss, dem sieben Mitglieder angehören. Zwei dieser Mitglieder bilden den Vorstand des Vereins, bestehend aus dem 1. und 2. Vorsitzenden. Dieser Ausschuss bestimmt den generellen Kurs der Beratungsstelle und entscheidet über Personal- und Sachfragen. Darüber hinaus berät und unterstützt der Arbeitsausschuss sowohl den 1. Vorsitzenden des Vereins als auch die Geschäftsführerin der Beratungsstelle bei Ihren Aufgaben.

2.2. Finanzierung

Die Finanzierung erfolgt aus verschiedenen Quellen: Die Bezirksre-gierungen Hannover und Weser-Ems, die Landeshauptstadt Hannover, Spenden und durch einen Selbstbeteiligungsbetrag der Ratsuchenden. Dieser ist notwendig, weil die Zuwendungen aus öffentlichen Mitteln zur Finanzierung der Beratungsarbeit nicht ausreichen. Der vereinbarte Betrag wird dabei möglichst der finanziellen Situation der Klienten angepasst. Leider kann die Beständigkeit der Beratungsarbeit nur mit Hilfe dieser Kostenbeteiligung gewährleistet werden und viele Klienten sehen sich außerstande, diese zu leisten. Sinkende Realeinkommen und die daraus resultierende angespannte finanzielle Lage in den privaten Haushalten machen es manchem Ratsuchenden unmöglich, das Geld für eine vielleicht dringend benötigte Beratung aufzubringen. Auch der Zugang zu einer durch die Krankenkassen finanzierten Therapie bei einem niedergelassenen Psychotherapeuten wird meist durch mehrmonatige Wartezeiten erschwert.

Eine weitere Schwierigkeit für die Beratungsstelle besteht in der „Kon-kurrenzsituation“ zu anderen Beratungseinrichtungen in Hannover, die aufgrund anderer Finanzierungsmodelle (z.B. Trägerschaft durch einen der Wohlfahrtsverbände oder Diakonien) ihre Beratung kostenlos anbieten können.

2.3. Ausstattung der Institution

Die Beratungsstelle befindet sich in einer angemieteten 5-Zimmer-Wohnung in der Marienstraße 6 (nähe Aegidientorplatz) in Hannover. Es gibt ein Wartezimmer, 3 Beratungszimmer und einen Gruppenraum, der jedoch bei hohem Klientenaufkommen auch für Beratungsgespräche in kleinem Rahmen genutzt wird. Neben einer Teeküche sind selbstverständlich auch sanitäre Einrichtungen vorhanden. Die Räume sollen durch ihre farbliche Gestaltung, Ausstattung und Dekoration mit Bildern und Pflanzen gute Voraussetzungen für eine angenehme Atmosphäre zwischen Beratern und Klienten schaffen. Die Räume sind groß und wirken nicht überladen, aber auch nicht zu leer. Hier spielt sicherlich das subjektive Empfinden und der jeweilige Geschmack eine entscheidende Rolle, doch meiner Meinung nach ist die Mischung gelungen – Seriosität und Gemütlichkeit mit Wohlfühlcharakter.

2.4. Das Team

Die MitarbeiterInnen der Beratungsstelle kommen aus verschiedenen Bereichen. Das Team besteht aus Diplom-Sozialpädagogen/-pädagoginnen, Diplom-Psychologen/-psychologinnen und Diplom-Pädagogen/-pädagog-innen. Alle BeraterInnen sind jeweils zum Psychotherapeuten ausgebildet in verschiedenen anerkannten wissenschaftlichen Methoden, unter anderem Tiefenpsychologisch fundierte Therapie, Verhaltenstherapie, Gestalttherapie, Systemische Familientherapie, Gesprächspsychotherapie und Hypno-therapie. Für die Bewältigung der Büroorganisatorischen Aufgaben ist eine Büroassistentin halbtags in der Einrichtung tätig.

Insgesamt stehen der Beratungsstelle 10 Therapeuten zur Verfügung, diese sind allerdings nicht angestellt, sondern arbeiten auf Honorarbasis. D.h. die Arbeitszeit hängt im Wesentlichen von der aktuellen Nachfragesituation ab. Die Anwesenheit einzelner Berater kann dabei auch sehr stark variieren. Einige sind einen Großteil ihrer verfügbaren Zeit für die Einrichtung tätig, andere wiederum nutzen die Tätigkeit als Möglichkeit zum Nebenverdienst und arbeiten hauptberuflich in anderen Einrichtungen, doch alle sind vertraglich an die Einrichtung gebunden. Das Honorar wird monatlich ermittelt und per Überweisung ausgezahlt.

3. Ziele, Angebot und Aufgaben der Institution

3.1. Konzeption und Zielsetzung

Die Einrichtung versteht sich als niedrigschwelliges Angebot für Menschen in Krisen und Konfliktsituationen. Zentraler Bestandteil der Arbeit ist neben dem Angebot von Selbsterfahrungsgruppen und übenden Verfahren wie Entspannungstraining die Beratung. Diese kann bislang aufgrund einer Sockelfinanzierung durch die öffentlichen Geldgeber mit geringen Eigenbeiträgen für Ratsuchende aus allen sozialen Schichten bereitgestellt werde; im Rahmen besonderer Projekte (z.B. Hilfe für Opfer von Gewalttaten) war es in der Vergangenheit sogar möglich, auf finanzielle Eigenbeiträge der Ratsuchenden zu verzichten.

In dem konzeptionellen Verständnis von Beratung, das gleichermaßen für Einzelpersonen, Paare und Familien gilt, orientiert sich die Einrichtung an einer Definition der Verbände, die im Deutschen Arbeitskreis für Jugend-, Ehe- und Familienberatung zusammengeschlossen sind. Beratung wird als eine ganzheitliche, fachlich qualifizierte Arbeit verstanden, die grundlegend sowohl psychologisch orientiert ist als auch das soziale Umfeld und solche Zusammenhänge berücksichtigt.

Dieser Definition zufolge richtet sich das Beratungsangebot an Menschen, die in Fragen der allgemeinen Lebensplanung, der Gestaltung von zwischenmenschlichen Beziehungen und des Umgangs mit Konflikten und Entwicklungsproblemen in Partnerschaft, Ehe und Familie nach Veränderungen und neuen Lösungen suchen.

Im Verlauf des Beratungsprozesses werden Ratsuchende dazu befähigt, mit ihren Fragen und Problemen anders umzugehen und Lösungswege zu erarbeiten. Innerhalb der Beratung wird die Eigenverantwortung der Klienten in besonderem Maße betont und geachtet und es wird angestrebt, diese zu stärken und zu erweitern. Ziel ist die Entfaltung der Möglichkeiten zur Selbsthilfe.

Die Beratungsstelle ist mit ihrem Angebot für alle Ratsuchenden offen. Die Arbeit wird von einem Team ausgebildeter Berater geleistet, die auf Basis wissenschaftlich anerkannter Therapieformen und Ansätze arbeiten.

3.2. Beratungsangebot

3.2.1. Einzelberatung, Paar- und Gruppenberatung

Das Beratungsangebot der Beratungsstelle richtet sich an alle Menschen, Familien und Paare, die aufgrund einer Lebenskrise oder unbewältigter Probleme psychologische Unterstützung suchen und betrifft sowohl Einzelne als auch Paare, Familien und/oder Gruppen

Es geht dabei inhaltlich um vielschichtige Probleme in Zusammenhang mit sozialen und psychischen Konflikten. Das können Lebenskrisen, Angststörungen, Depressionen, Traumatisierungen, Fragen und Probleme in der Sexualität, in Bezug auf Mobbing oder in der Partnerschaft sein.

Die Einrichtung stellt das angebotene Beratungsspektrum wie folgt dar:

- Lebensberatung
- Ehe-(Paar)-Beratung
- Familienberatung- und Therapie
- Sexualberatung
- Trennungs- und Scheidungsberatung
- Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung
- Gewaltopferberatung-/therapie
- Krisenintervention
- Beratung bei Esstörungen
- Mitarbeiter-Beratungsprogramm für Unternehmen (Konfliktlösung, Mobbing)
- Entspannungstraining
- Verschiedene Gruppen

Bevor ein Beratungsprozess eingeleitet wird, nimmt jeder Klient an einem so genannten Beratungserstgespräch teil. Dieser Termin wird möglichst zeitnah nach der ersten Kontaktaufnahme vereinbart und dient sowohl dem Ratsuchenden als auch dem Berater zur ersten Orientierung. Auf der Grundlage dieses Gespräches wird eine Empfehlung und mögliche Vorgehensweise an den Klienten ausgesprochen. Falls es dabei aufgrund der Problematik oder äußerer Umstande nicht zu einer Vereinbarung über die Aufnahme einer Beratungsreihe in der Einrichtung kommt, bemühen sich die Berater um eine Weitervermittlung an andere Fachkräfte oder spezialisierte Einrichtungen, wie. Z.B. Psychiatrien, Fachberatungsstellen, Ärzte und Krankenhäuser.

3.2.2. Spezielle Angebote und Projekte

Die Beratungsstelle hat in den letzten Jahren zwei spezielle Projekte begonnen, um das Beratungsangebot zu erweitern. Die Ideen dazu stammen von einzelnen Mitarbeitern, die dann auch selbständig Konzepte dazu verfasst und sie in die Öffentlichkeitsarbeit der Einrichtung integriert haben, z.B. durch Folder (mehrseitige Handzettel mit Informationen über spezielle Angebote). Entstanden sind zum einen ein Angebot für Senioren und deren Angehörige und zum anderen ein Angebot, das sich speziell an Menschen richtet ,die in so genannten „Risikoberufen“ arbeiten. Im Folgenden möchte ich diese speziellen Angebote aufgrund ihrer Besonderheit kurz beschreiben.

Im Jahr 2001 wurde ein Projekt ins Leben gerufen, das Beratungsangebote für Senioren und deren Angehörige umfasst. Es wurde eine Notwendigkeit für das Projekt gesehen, weil bestehende Hilfen für diese Zielgruppe, wie die Altenhilfe oder Seniorenbetreuung überwiegend auf die materielle Betreuung und Versorgung ausgerichtet sind, jedoch oft nicht die individuellen Bedürfnisse von Senioren berücksichtigt. Das Angebot richtet sich sowohl an ältere Menschen als auch an Angehörige alter und/oder pflegebedürftiger Menschen. Es ist weiterhin offen für Menschen, die sich für Fragen des Älterwerdens und des Alters interessieren, für alle, die mit Älteren zu tun haben, wie Nachbarn, Be-kannte, Helfer und solche, die sich für Ältere engagieren wollen. Zentrale Beratungsinhalte sind die Bewältigung von Beziehungsproblemen, Krisen und Konflikten mit dem Partner, der Familie oder anderen Menschen. Weiter geht es um seelisch bedingte Beschwerden, Ängste, Depressionen, psychosomatische Störungen, um Sinnfindung im Ruhestand und Trauer bei dem Verlust von geliebten Menschen. Zur weiteren Entwicklung des Projektes wurden weitere Arbeitsschritte definiert. Geplant sind die Evaluation von vorhandenen Angeboten für die Zielgruppe Senioren; Kontaktaufnahme und Kontaktausbau zu anderen in diesem Arbeitsfeld tätigen Einrichtungen, pflegerischen Diensten und Institutionen; die Weiterentwicklung von lebensweltorientierter Soforthilfe und therapeutischer Begleitung in Einzelgesprächen, Paar-beratung, Familienberatung, Gesprächsgruppen, Beratung in häuslicher Umgebung; Einrichtung von Sprechstunden speziell für Ältere, um Hemmschwellen bezüglich der Nutzung von Hilfsangeboten abzubauen und zu guter letzt Öffentlichkeitsarbeit durch Informationsbroschü-ren und Netzwerkarbeit.

Das andere Projekt, die Unterstützung für Menschen in „Risikoberufen“, richtet sich an die Angehörigen verschiedener Berufsgruppen, die durch ihre Tätigkeit berufsbedingt traumatisiert wurden. Als typische Risikoberufler mit einer hohen Gefährdung für Traumatisierungen gelten z.B. Einsatzkräfte der Polizei, der Feuerwehr oder von Sanitäts-diensten, Bankangestellte und Fahrpersonal der öffentlichen Verkehrsbetriebe. Um die Zielgruppe zu erreichen wurden Kontakte zu verschiedenen Institutionen hergestellt. Das Projekt stieß bisher stark auf reges Interesse und Zustimmung. Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit wurde z.B. signalisiert von der Dresdner Bank, dem „Präventionsprogramm Polizei Sozialarbeiter“ (PPS), der Außenstelle des weißen Ringes und der Deutschen Bahn AG. Auch sind bereits Kontakte zu verschiedenen Rettungsdiensten entstanden. Geplant sind weitere Kontakte zur Feuerwehr und zu Banken.

3.2.3. Schwangerschaftskonfliktberatung

Die Praxis für psychosoziale Beratung ist eine durch die Bezirksregierung Hannover anerkannte Beratungsstelle zur Schwangerschafts-konfliktberatung nach § 219 StGB, der Schwangerschaftsabbruch selbst ist geregelt in § 218 ff StGB.

Ausgangslage für die Schwangerschaftskonfliktberatung (SSK) ist immer eine ungewollte Schwangerschaft. Oft steht die betroffene Frau vor der Entscheidung, ob sie ein (weiteres) Kind bekommen kann oder möchte. Diese Beratung umfasst neben einer Möglichkeit zur Bearbeitung des Konflikts jede nach Sachlage notwendige medizinische, soziale und juristische Information, die die Fortsetzung der Schwangerschaft und die Lage von Mutter und Kind erleichtern. Auch bei psychischen Problemen nach einem Schwangerschaftsabbruch wird Unterstützung angeboten.

Der Anspruch auf Beratung umfasst Informationen über Sexualaufklärung, Verhütung und Familienplanung; Familienförderung und Hilfen für Kinder und Familien; Vorsorgeuntersuchungen für Schwangere und über Kosten der Entbindung; Soziale und wirtschaftliche Hilfen (finanzielle Hilfen und Hilfen bei der Suche nach Arbeits- und Ausbildungsplätzen und deren Erhalt); Hilfsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen und für ihre Familien, die vor und nach der Geburt zur Verfügung stehen; Abbruchsmethoden, physische und psychische Folgen, Aufklärung über die Risiken eines Abbruchs; Lösungsmöglichkeiten für psychosoziale Konflikte und Rechtliche und psychologische Gesichtspunkte im Zusammenhang mit einer Adoption.

[...]


[1] Auf einzelne Quellenangaben zu den Einrichtungsspezifischen Informationen habe ich verzichtet. Sie ergeben sich sowohl aus in der Institution verfügbaren schriftlichen Informationsträgern wie Broschüren, Handzettel n und dem Konzept als auch aus mündlichen Überlieferungen und Beobachtungen.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten

Details

Titel
Öffentlichkeitsarbeit als Querschnittsaufgabe in der Sozialen Arbeit
Hochschule
Hochschule Hannover  (FB1 Sozialwesen)
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2004
Seiten
36
Katalognummer
V21296
ISBN (eBook)
9783638249478
ISBN (Buch)
9783640731435
Dateigröße
660 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Querschnittsaufgabe, Sozialen, Arbeit
Arbeit zitieren
Mark Ormerod (Autor:in), 2004, Öffentlichkeitsarbeit als Querschnittsaufgabe in der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21296

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