In der vorliegenden Studie findet eine ökonomische Analyse individueller Verkehrsinformationsdienste privater Anbieter statt. Jenseits staatlicher Methoden im Bereich des Verkehrsmanagements liegt der Fokus dieser Arbeit auf der beispielhaften Flussbetrachtung bestehender Dienste aus privater Hand (TMCpro, TomTom Live Services und BMW Connected Drive). Zu diesem Zweck wird die vorerst allgemeine Betrachtung detailliert auf die einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette herunter gebrochen. Der Einbezug des international im Bereich der Generierung und Aufbereitung von Verkehrsdaten sowie der Bereitstellung von Verkehrsinformationen agierenden Unternehmens INRIX ergänzt die Untersuchung. Auffällig erscheint, dass insbesondere bei neuen Diensten eine Kombination von Verkehrsinformationen mit weiteren Telematik- und Multimediaanwendungen stattfindet. Neben dem Vergleich der in der Praxis angewandten Bepreisungs- und Produktstrategien findet eine vertiefende Analyse der Kostenstrukturen auf Herstellerseite statt. Durch die Kombination von Erkenntnissen über vorliegende Bepreisungsstrategien, theoretische Grundlagen (bspw. zu Netzwerkeffekten und zur Preissetzung) sowie auf diesem Gebiet identifizierte Rahmenbedingungen werden abschließend denkbare Tarifmodelle für den Endkunden im Hinblick auf unterschiedliche Kostenstrukturen seitens des Dienstanbieters erarbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Beispielhafte Flussbetrachtung
2.1 TMCpro
2.1.1 Beteiligte Akteure
2.1.2 Analyse der WSK
2.1.2.1 Datenerfassung
2.1.2.2 Datenübermittlung
2.1.2.3 Datenfusion und Datenaufbereitung
2.1.2.4 Informationsgenerierung und Informationsverteilung
2.1.3 Bepreisungs- und Produktstrategie
2.1.4 Besonderheiten
2.2 TomTom Live Services
2.2.1 Beteiligte Akteure
2.2.2 Verkehrsinformationsdienst TomTom HD-Traffic
2.2.2.1 Datenerfassung
2.2.2.2 Datenübermittlung
2.2.2.3 Datenfusion und Datenaufbereitung
2.2.2.4 Informationsgenerierung und Informationsverteilung
2.2.3 Weitere Telematik- und Multimediaanwendungen
2.2.4 Bepreisungs- und Produktstrategie
2.2.5 Besonderheiten
2.3 BMW Connected Drive
2.3.1 Beteiligte Akteure
2.3.2 BMW Assist Verkehrsinfo (Datenwertschöpfung)
2.3.3 Weitere Telematik- und Multimediaanwendungen
2.3.4 Bepreisungs- und Produktstrategie
2.3.5 Besonderheiten
2.4 Internationaler Exkurs: INRIX
2.4.1 Entwicklung und Aktivität
2.4.2 Funktionsweise der Datenerhebung
2.4.3 Verfügbarkeit und Datenqualität
2.4.4 Partner und Kunden
2.5 Vergleichende Betrachtung
3 Vertieft zu analysierende Aspekte: Bepreisungs- und Produktstrategie
3.1 Kostenstruktur auf der Seite des Dienstanbieters
3.2 Preissetzungsstrategien
3.2.1 Ziele eines Bepreisungsmodells
3.2.2 Rahmenbedingungen
3.2.3 Preishöhe
3.2.4 Bepreisungsstrategie
3.2.5 Tarifmodelle
3.3 Schlussfolgerungen und Beurteilung von Strategien auf privater Seite
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Struktur individueller Verkehrsinformationsdienste privater Anbieter ökonomisch zu analysieren und tragfähige Bepreisungsmodelle für verschiedene Kostenstrukturen zu identifizieren. Der Fokus liegt dabei auf dem Zusammenspiel von technischer Wertschöpfung, Produktstrategie und Preisgestaltung im Kontext eines schnell wachsenden Marktes.
- Wirtschaftliche Analyse der Wertschöpfungskette privater Verkehrsinformationsdienste.
- Vergleichende Untersuchung der Praxisbeispiele TMCpro, TomTom Live Services und BMW Connected Drive.
- Einfluss von Kostenstrukturen (Fixkosten vs. variable Kosten) auf die Wahl des Tarifmodells.
- Berücksichtigung strategischer Rahmenbedingungen wie Netzeffekte, Systemeffekte und Lock-In-Effekte.
- Entwurf idealtypischer Bepreisungsstrategien und Tarifmodelle für Endkunden.
Auszug aus dem Buch
2.1 TMCpro
Der Verkehrsinformationsdienst TMCpro wurde mit dem Ziel entwickelt, Autofahrern hochwertige Verkehrsinformationen zu liefern und ihnen somit eine bessere Möglichkeit für die optimierte Routenwahl zu geben. Hierzu zählt insbesondere die Umfahrung von Staus, welche mit einer Zeitersparnis, einem geringeren Spritverbrauch und letztlich auch mit der Verringerung des persönlichen Fahrstresses – und folglich auch des Unfallrisikos – einhergeht. TMCpro stellt einen kostenpflichtigen TMC-Stauwarndienst der T-Systems Traffic GmbH dar, welche in diesem Jahr von Navteq Services übernommen wurde. Zwar liegt aufgrund des ähnlichen Namens ein Vergleich mit dem Stauwarndienst TMC nahe, jedoch handelt es sich bei TMCpro um einen völlig neu strukturierten Dienst, der lediglich das gleiche Transportsystem verwendet (RDS).
Nach eigenen Angaben der T-Systems Traffic GmbH zeichnet sich der Verkehrsinformationsdienst TMCpro durch eine hohe Qualität der Meldungen aus und bekam insbesondere für die Aktualität und Übertragungsgeschwindigkeit der Daten eine Auszeichnung des TÜV. Ein besonderer Mehrwert für Autofahrer besteht in der zuverlässigen An- und Abmeldung von Staus, welche starke Auswirkungen auf die Routenwahl haben kann. Der Datendurchsatz bei TMCpro liegt bei maximal 100 Meldungen in 4 Minuten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert die Notwendigkeit moderner Verkehrsinformationsdienste und beschreibt den methodischen Untersuchungsansatz anhand beispielhafter privater Anbieter.
2 Beispielhafte Flussbetrachtung: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Analyse der Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle der drei ausgewählten Dienste TMCpro, TomTom Live Services und BMW Connected Drive inklusive eines Exkurses zu INRIX.
3 Vertieft zu analysierende Aspekte: Bepreisungs- und Produktstrategie: Hier erfolgt eine theoretische Herleitung der Kostenstrukturen von Dienstanbietern sowie eine detaillierte Diskussion geeigneter Tarifmodelle unter Berücksichtigung ökonomischer Rahmenbedingungen.
Schlüsselwörter
Verkehrsmanagement, Verkehrsinformationsdienste, TMCpro, TomTom Live Services, BMW Connected Drive, INRIX, Wertschöpfungskette, Bepreisungsstrategie, Tarifmodelle, FCD, Fixkosten, Netzeffekte, Lock-In-Effekt, Telematik, Mobilitätsdienste.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert ökonomische Aspekte von individuellen Verkehrsinformationsdiensten, die von privaten Anbietern in Deutschland betrieben werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Wertschöpfungskette der Datenbereitstellung, den verschiedenen Produktstrategien der Anbieter sowie der ökonomischen Bewertung unterschiedlicher Preis- und Tarifmodelle.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, für verschiedene Kostenstrukturen von Dienstanbietern geeignete Bepreisungsmethoden zu identifizieren, um tragfähige Geschäftsmodelle zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Studie nutzt einen strukturierten, vergleichenden Ansatz anhand ausgewählter Praxisbeispiele (TMCpro, TomTom Live Services, BMW Connected Drive) und verbindet diese mit ökonomischen Theorien zu Kosten, Wettbewerb und Preispolitik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Flussbetrachtung der Dienste und eine vertiefende theoretische Analyse der Preisgestaltung, wobei Fix- und variable Kosten sowie strategische Rahmenbedingungen wie Netz- und Systemeffekte im Mittelpunkt stehen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Verkehrsmanagement, Verkehrstelematik, Bepreisungsstrategie, Wertschöpfungskette und ökonomische Analyse beschreiben.
Warum spielt die Bündelung von Diensten (Bundling) eine so zentrale Rolle?
Die Bündelung von Verkehrsinformationen mit zusätzlichen Infotainment-Diensten dient als Differenzierungsmerkmal gegenüber der Konkurrenz und hilft Anbietern, Markteintrittsbarrieren zu schaffen und Kunden stärker an das eigene System zu binden.
Inwiefern beeinflussen Netzeffekte die Preisgestaltung?
Bei Diensten mit Netzeffekten – etwa durch die Nutzung von Floating Car Data (FCD) – steigt der Nutzen für den Kunden mit der Anzahl der anderen Nutzer. Dies erfordert oft andere Preisstrategien (wie Penetrationspreise) als bei Produkten ohne diese Effekte, um schnell eine kritische Masse zu erreichen.
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- Diplom-Ingenieur Thomas Düker (Author), Daniel N. Schmidt (Author), 2009, Verkehrsmanagement in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213002