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Die gemeinsame Afrika-EU-Strategie 2007 im Fokus

Die Neuausrichtung der Entwicklungsstrategie - Startschuss einer wirklich nachhaltigen Entwicklung?

Titre: Die gemeinsame Afrika-EU-Strategie 2007 im Fokus

Essai , 2010 , 19 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Benjamin Spörer (Auteur)

Politique - Sujet: Union européenne
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Seit sechzig Jahren leisten die großen Industriestaaten Entwicklungshilfe für Afrika. Das Ergebnis fällt nicht gerade positiv aus. Durch die zunehmende Vielfältigkeit der Berichterstattung über die Missstände in Afrika, stellen die Menschen in Europa die Entwicklungspolitik und mit ihr die Glaubwürdigkeit der eigenen Regierung, Afrika wirklich helfen zu wollen, immer mehr in Frage. Dieses führte schließlich, innerhalb der Europäischen Union (EU), zu einer grundlegenden Neuausrichtung der Entwicklungsstrategie. Seit der Konferenz über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro ist das Leitbild der „nachhaltigen Entwicklung“ zu einem politischen Schlagwort geworden. Es geht nicht mehr alleine darum den Entwicklungsländern einen gleichen Lebensstandard zu ermöglichen. Globale Probleme wie der Klimawandel und die zunehmende Ressourcenverknappung haben fatale ökologische, soziale wie auch ökonomische Folgen, welche die sicherheitspolitischen Interessen keines Staates unberührt lassen. Um diesen globalen Herausforderungen entgegenzutreten bedarf es einer gemeinsamen Herangehensweise. Im Dezember 2007 wurde in Lisabon die, von Vertretern der EU und der afrikanischen Staaten gemeinsam erarbeitete Afrika-EU Strategie verabschiedet. Diese Strategie soll die Grundlage für eine neue Partnerschaft zwischen der EU und Afrika darstellen. Ob diese Partnerschaft nun auch den Startschuss für eine wirklich nachhaltige Entwicklung darstellt, soll innerhalb dieser Arbeit geprüft werden. Dazu werden zunächst einmal die Begriffe „Entwicklung“ und „nachhaltige Entwicklung“ erklärt. Daraufhin werden die Entstehung und der Inhalt der politischen Idee der „nachhaltigen Entwicklung“ erläutert. Schließlich wird das Konzept der „nachhaltigen Entwicklung“ beschrieben, auf dessen Basis die gemeinsame Afrika-EU Strategie geprüft wird. Im zweiten Punkt wird dann auf die gemeinsame Afrika-EU Strategie eingegangen. Dafür wird zunächst die Struktur und Organisation, die sich hinter der Strategie verbirgt beschrieben. Im nächsten Punkt wird der erste „Action Plan“, welcher die ersten Maßnahmen innerhalb der neuen Strategie beinhaltet, kurz erläutert. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Afrika-EU Strategie erfolgt in Punkt drei. Im letzten Punkt wird dann schließlich das Fazit gezogen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Nachhaltige Entwicklung

1.1 Begriffsklärung

1.1.1 Entwicklung

1.1.2 Nachhaltige Entwicklung

1.2 Die politische Idee

1.3 Das Konzept der Nachhaltigen Entwicklung

2. Die gemeinsame Afrika-EU Strategie 2007

2.1 Struktur und Organisation

2.2 Erster „Action Plan“ (2008-2010)

3. Kritische Auseinandersetzung

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die gemeinsame Afrika-EU Strategie von 2007 tatsächlich den Startschuss für eine nachhaltige Entwicklung darstellt oder ob sie lediglich ein neues Instrument europäischer Entwicklungshilfe bleibt, das den ökonomischen Interessen der Industriestaaten untergeordnet ist.

  • Analyse des Begriffs der nachhaltigen Entwicklung
  • Untersuchung der Afrika-EU Strategie (JAES) auf ihre Nachhaltigkeit
  • Bewertung der institutionellen Struktur und des "Action Plan"
  • Kritische Reflexion der Machtasymmetrien zwischen EU und Afrika
  • Diskrepanz zwischen politischer Rhetorik und praktischer Umsetzung

Auszug aus dem Buch

1.1.1 Entwicklung

In Anbetracht des vielseitigen Gebrauchs des Begriffs „Entwicklung“ in der gegenwärtigen Politik lässt sich schnell feststellen, dass es sich dabei um einen extrem unklaren Begriff handelt. Der Soziologe Wolfgang Sachs schrieb bereits Ende der 80er Jahre, dass „…Entwicklung zu einem qualligen, amöben-gleichen Wort geworden [ist]. Es fasst nichts mehr, weil seine Konturen verschwimmen…. . Wer es ausspricht, benennt gar nichts, doch nimmt [er] für sich alle guten Absichten dieser Welt in Anspruch.“ Dennoch ist es an dieser Stelle erforderlich dem „amöben-gleichen“ Begriff einen Inhalt zu geben. Die Bedeutung des Begriffes bezieht sich in dieser Arbeit weniger auf das heutige generalisierte Verständnis, dass etwas entwickelt wird, sondern eher in Anlehnung an die Aufklärungsphilosophen Immanuel Kant und Gottfried Wilhelm Leibnitz, dass sich etwas entwickelt. Nach Kant sind alle Naturanlagen eines Geschöpfes dazu bestimmt, sich einmal vollständig und zweckmäßig auszuwickeln. Wobei die Geschöpfe diese Entwicklung durch ihre eigene Tätigkeit zustande bringen müssen. Entwicklung ist demnach kein passiver sondern ein aktiver Prozess. Durch das Auswickeln der eigenen Fähigkeiten können neue besondere Problemlagen besser gemeistert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Glaubwürdigkeitskrise der europäischen Entwicklungshilfe und führt in das Konzept der nachhaltigen Entwicklung als Grundlage der Afrika-EU-Partnerschaft ein.

1. Nachhaltige Entwicklung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Entwicklung sowie der nachhaltigen Entwicklung und beleuchtet die ökologischen, sozialen und ökonomischen Dimensionen innerhalb eines globalen Kontextes.

2. Die gemeinsame Afrika-EU Strategie 2007: Hier werden die Entstehung, die Struktur und die organisatorischen Rahmenbedingungen der Strategie (JAES) sowie die spezifischen Maßnahmen des ersten Aktionsplans vorgestellt.

3. Kritische Auseinandersetzung: Der Autor untersucht die europäische Dominanz innerhalb der Strategie, die Interessenkonflikte hinsichtlich des Protektionismus und die mangelnde Einbindung der Zivilgesellschaft.

4. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass die Strategie zwar wichtige institutionelle Schritte einleitet, jedoch primär marktwirtschaftlich geprägt bleibt und noch keine grundlegende Wende hin zu einer wirklichen nachhaltigen Entwicklung vollzogen hat.

Schlüsselwörter

Nachhaltige Entwicklung, Afrika-EU Strategie, Entwicklungspolitik, JAES, Internationale Partnerschaft, Globale Herausforderungen, Good Governance, Ressourcenverbrauch, Politische Strategie, Institutionelle Architektur, Zivilgesellschaft, Armutsbekämpfung, Marktliberale Interessen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die im Jahr 2007 verabschiedete gemeinsame Afrika-EU Strategie und hinterfragt kritisch, ob diese den Anforderungen einer nachhaltigen Entwicklung gerecht wird.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die Definition und Anwendung des Konzepts der nachhaltigen Entwicklung, die Organisationsstruktur der Afrika-EU Partnerschaft sowie die Kritik an der Machtverteilung zwischen den Akteuren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit zielt darauf ab zu prüfen, ob die JAES tatsächlich den Startschuss für eine nachhaltige Entwicklung darstellt oder ob sie lediglich bestehende, unausgewogene entwicklungspolitische Paradigmen fortführt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf der kritischen Auswertung von Fachliteratur, Berichten internationaler Institutionen und der Strategiedokumente der Afrika-EU-Partnerschaft basiert.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen (Entwicklung, Nachhaltigkeit) erörtert, anschließend wird die Strategie 2007 strukturell analysiert, bevor eine kritische Reflexion hinsichtlich der politischen und wirtschaftlichen Praxis erfolgt.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe nachhaltige Entwicklung, politische Neuausrichtung, JAES, internationale Kooperation und nord-süd-orientierte Machtverhältnisse charakterisiert.

Warum wird die Rolle der EU bei der Umsetzung der Nachhaltigkeit kritisiert?

Der Autor kritisiert, dass die EU zwar Nachhaltigkeit einfordert, aber gleichzeitig durch Protektionismus, Agrarsubventionen und die Förderung kapitalistischer Wirtschaftsmodelle die Entwicklung in Afrika faktisch behindert.

Welche Bedeutung kommt der Zivilgesellschaft in der JAES zu?

Obwohl die JAES der Zivilgesellschaft eine zentrale Rolle zuschreibt, zeigt die Realität laut Autor, dass deren Beteiligung meist defizitär ist und durch staatliche Gesetze (z.B. in Äthiopien) sogar aktiv beschnitten wird.

Inwieweit spielt die Demokratisierung für den Autor eine Rolle?

Der Autor argumentiert, dass Demokratie zwar einen hohen Wert hat, aber nicht als pauschale Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum dienen darf, da die zeitliche Abfolge der Einführung demokratischer Reformen entscheidend für deren Erfolg ist.

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Résumé des informations

Titre
Die gemeinsame Afrika-EU-Strategie 2007 im Fokus
Sous-titre
Die Neuausrichtung der Entwicklungsstrategie - Startschuss einer wirklich nachhaltigen Entwicklung?
Université
University of Bonn  (Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie)
Cours
Die Europäische Union und Afrika
Note
1,0
Auteur
Benjamin Spörer (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
19
N° de catalogue
V213014
ISBN (ebook)
9783656416029
ISBN (Livre)
9783656416050
Langue
allemand
mots-clé
EU Europäische Union Afrika Entwicklung Internationale Beziehungen African Union Entwicklungshilfe Entwicklungszusammenarbeit Außenpolitik Integration Nachhaltigkeit Lissabon EU-Afrika Vertrag
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Citation du texte
Benjamin Spörer (Auteur), 2010, Die gemeinsame Afrika-EU-Strategie 2007 im Fokus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213014
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Extrait de  19  pages
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