Der Klimawandel und seine Folgen sind heutzutage für uns allgegenwärtig. Durch Filme wie „Eine unbequeme Wahrheit“ von Al Gore und David Guggenheim und durch die regelmäßig erscheinenden Berichte des IPCC, dem Intergovernmental Panel on Climate Change, wurde die drohende Gefahr des Klimawandels auch der Bevölkerung verständlich gemacht. Die Wissenschaftler sind sich heute zum Großteil einig, dass es zwar einen natürlichen Treibhauseffekt gibt, der in immer wiederkehrenden Zyklen die Temperaturen auf der Erde verändert2, dass die Steigerung der Temperatur in den letzten Jahrzehnten jedoch vermutlich vom Menschen beschleunigt und verstärkt wird.
Durch die Abholzung der Wälder, durch Methoden der Landnutzung und vor allem durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe, werden sogenannte Treibhausgase freigesetzt. Vordergründig können Gase wie Methan, Ozon, Lachgas, Fluorchlorkohlenwasserstoffe und Kohlendioxid den natürlichen Treibhauseffekt verstärken und zu einer Erwärmung der Atmosphäre und der Erdoberfläche führen.3
Mit fortschreitenden Erkenntnissen über die Auswirkungen des zunehmenden Klimawandels, nahmen auch die geplanten Maßnahmen zu Verhinderung dieser katastrophalen Aussichten zu.
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1 Kerry, John: COP15 Climate Conference, Copenhagen, December 2009.
2 Abegg, Bruno: Klimaänderung und Tourismus, S.30.
3 Ebd., S.29.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. AKTUELLER FORSCHUNGSSTAND
3. KYOTO- PROTOKOLL
3.1 INKRAFTTRETEN DES KYOTO- PROTOKOLLS
3.2 WESENTLICHE INHALTE UND ZIELE
3.3 VORREITER DEUTSCHLAND
4. EMISSIONSHANDEL IN DER EUROPÄISCHEN UNION
4.1 PRINZIP DES EMISSIONSHANDELS
4.1.1 FUNKTIONSWEISE DES EMISSIONSHANDELS
4.1.3 HANDELSABWICKLUNG
4.2 WEITERE MAßNAHMEN
4.2.1 CLEAN DEVELOPMENT MECHANISM (CDM)
4.2.2 JOINT IMPLEMENTATION (JI)
5. DER EMISSIONSHANDEL IN DER BRD
5.1 DER NATIONALE ALLOKATIONSPLAN
5.1.1 NAP1 IM KONFLIKT MIT WIRTSCHAFTLICHEN INTERESSEN
5.1.2 NAP2: AUS DEN FEHLERN GELERNT?
5.2 HANDEL IN DER PRAXIS
5.3 EMISSIONSHANDEL IN DER BRD: HEIßE LUFT?!
6. CHANCEN FÜR DIE ZUKUNFT
7. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht kritisch die Wirksamkeit des europäischen Emissionshandels in der Bundesrepublik Deutschland, mit dem Ziel zu klären, ob der instrumentelle Ansatz durch politische und wirtschaftliche Einflussnahme gescheitert ist und welche Perspektiven für eine erfolgreiche Klimaschutzpolitik bestehen.
- Grundlagen des Kyoto-Protokolls und dessen Ziele
- Funktionsweise und Implementierung des europäischen Emissionshandels
- Analyse der nationalen Allokationspläne (NAP1 und NAP2) in Deutschland
- Einfluss von Lobbyismus auf klimapolitische Entscheidungen
- Perspektiven und notwendige Reformen für den Emissionshandel
Auszug aus dem Buch
5.1.1 NAP1 im Konflikt mit wirtschaftlichen Interessen
Durch die Beschränkung des Emissionshandels auf Europa, war es verständlich und vorhersehbar, dass die Wirtschaft in den beteiligten Staaten Wettbewerbsnachteile fürchtete und viele Unternehmen von diesem System nicht begeistert waren. Klar war auch, dass das neue System nur funktionieren würde, wenn sich ein System von Angebot und Nachfrage entwickelt, also ein Binnenmarkt für den Handel mit den Zertifikaten entsteht. Schockierend für viele die ihre Hoffnung für den Klimaschutz im Emissionshandel sahen, war jedoch die Ausformulierung des ersten NAP. So sollte die CO²-Minderung nur 2 Millionen Tonnen von 2002-2007 betragen, obwohl weit höhere Beträge zugesagt waren. Auch gab es für einen großen Anteil der Anlagen Sonderregelungen, die eine Reduzierung der Emissionen nicht nötig machten.
Desweiteren kam es zu Ungerechtigkeiten zwischen den Unternehmen und die Politik ließ sich von den Befürchtungen der Wirtschaft zu stark einschränken. Besonders die Kohle- und Stahl Lobbyisten wurden durch die rot- grüne Regierung besonders bevorzugt und mit vielen Sonderrechten ausgestattet, wodurch sie den Emissionshandel zu ihrem wirtschaftlichen Vorteil nutzen konnten. Es wurden durch den NAP 1 auch mehr Zertifikate als nötig ausgegeben, was sich natürlich negativ auf den Preis der Zertifikate auswirkte, da keine Nachfrage entstand.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik des Klimawandels und die Problemstellung des Emissionshandels in Deutschland.
2. AKTUELLER FORSCHUNGSSTAND: Überblick über die genutzte Literatur und Quellen zur Emissionshandelsthematik.
3. KYOTO- PROTOKOLL: Darstellung der historischen Entstehung, Ziele und der Rolle Deutschlands als Vorreiter.
4. EMISSIONSHANDEL IN DER EUROPÄISCHEN UNION: Erläuterung des Cap-and-Trade-Prinzips, der Handelsperioden und weiterer Klimaschutzmechanismen.
5. DER EMISSIONSHANDEL IN DER BRD: Detaillierte Untersuchung der nationalen Umsetzung, insbesondere der Allokationspläne und der praktischen Hindernisse.
6. CHANCEN FÜR DIE ZUKUNFT: Diskussion über notwendige politische Reformen und Handlungsmöglichkeiten für die Zukunft.
7. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit des Emissionshandels in der BRD und Ausblick auf notwendige Korrekturen.
Schlüsselwörter
Emissionshandel, Klimawandel, Kyoto-Protokoll, CO2-Zertifikate, Nationaler Allokationsplan, Treibhausgase, Umweltschutz, EU-Richtlinie, Lobbyismus, Klimapolitik, Cap and Trade, Nachhaltigkeit, Energiewirtschaft, Klimaschutzziele, Zertifikatehandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Wirksamkeit des Emissionshandels als klimapolitisches Instrument in der Bundesrepublik Deutschland und untersucht, warum der ursprüngliche Ansatz hinter den Erwartungen zurückblieb.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Schwerpunkte bilden das Kyoto-Protokoll, die Funktionsweise des europäischen Emissionshandelssystems, die deutschen Allokationspläne (NAP) sowie die Spannungsfelder zwischen Klimaschutz und wirtschaftlichen Interessen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Gründe für das vermeintliche Scheitern des Emissionshandels in Deutschland zu identifizieren und aufzuzeigen, ob und wie der Mechanismus durch politische Reformen wieder wirksam gestaltet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf einer Auswertung von Fachliteratur, offiziellen Dokumenten, Berichten von Umweltorganisationen und aktuellen Medienberichten zum Zeitpunkt der Erstellung basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Entstehung des europäischen Emissionshandels, der kritischen Betrachtung der ersten beiden nationalen Allokationspläne in Deutschland sowie der Rolle von Lobbygruppen bei der Ausgestaltung dieser Regeln.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie „Emissionshandel“, „Lobbyismus“, „Klimaschutzziele“, „Allokationsplan“ und „CO2-Zertifikate“ geprägt.
Was genau bedeutet der Titel „Zum Scheitern verurteilt?“?
Er hinterfragt provokant, ob das Instrument des Emissionshandels aufgrund der bisherigen Umsetzung in der BRD seine grundlegende Lenkungswirkung für den Klimaschutz dauerhaft verloren hat.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der Lobbyisten?
Die Autorin sieht den Einfluss von Interessenverbänden, insbesondere aus der Kohle- und Stahlindustrie, als maßgeblichen Störfaktor an, der zu Sonderregelungen führte und damit die beabsichtigte klimapolitische Steuerungswirkung aushebelte.
- Citation du texte
- Vanessa Kaiser (Auteur), 2013, Sinn und Unsinn des Emissionshandels in der BRD, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213068