Ziel der vorliegenden Arbeit soll eine Herausarbeitung der Unterschiede und der Parallelen zwischen dem deutschen und dem französischen Akzent- und Intonationssystem sein. Hierbei wird der Fokus auf der kontrastiven Betrachtung der sehr ungleichen Akzentmerkmale der zwei Sprachen liegen. Einem allgemeinen Überblick über das prosodische Phänomen des Akzents soll eine genauere Betrachtung des deutschen und des französischen Akzents folgen, diese wird anschließend durch eine Gegenüberstellung der Hervorhebungssysteme ergänzt. Der zweite Teil der Arbeit fährt mit der Vorstellung des eng mit dem Akzent zusammenhängenden prosodischen Merkmals der Intonation fort, abschließend soll der Versuch eines Vergleichs der französischen und deutschen Intonationskonturen unternommen werden.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Akzent
1.1 Akzentsystem des Deutschen
1.2 Akzentsystem des Französischen
1.3 Zusammenfassung
2. Intonation
2.1 Intonationskonturen des Französischen und Deutschen
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem deutschen und dem französischen Akzent- und Intonationssystem systematisch herauszuarbeiten. Im Zentrum der Untersuchung steht die kontrastive Betrachtung der prosodischen Merkmale beider Sprachen, um aufzuzeigen, wie unterschiedliche Betonungsmuster und Sprechmelodien die Wahrnehmung von Nichtmuttersprachlern beeinflussen.
- Vergleichende Analyse von Druckakzent und Akzentsystemen
- Kontrastive Untersuchung der Intonationskonturen
- Rolle der prosodischen Merkmale für die Sprachperzeption
- Untersuchung von Haupt- und Nebenakzenten
- Bedeutung der Sprechmelodie für die Modusbestimmung von Sätzen
Auszug aus dem Buch
1.2 Akzentsystem des Französischen
Nachdem im vorangegangenen Kapitel auf Merkmale des deutschen Akzents eingegangen wurde, soll nun das französische Akzentsystem untersucht werden. Dieses weist zahlreiche Unterschiede zum deutschen auf, von denen die markantesten schon beim bloßen Zuhören auffallen. Man stellt schnell fest, dass französische Sprecher immer die Phrasenenden hervorheben und dabei die betonte Silbe lange ausdehnen. Diese Endakzentuierung, die auch oxytoner Akzent genannt wird, trifft also stets die letzte Silbe (Ultima) der zugrunde liegenden sprachlichen Einheit. Anders als im Deutschen ist die Akzentbasis nicht das Wort, sondern das mot phonétique, das als „kurze, semantisch und syntaktisch eng zusammengehörende Einheit“ (Gabriel/Meisenburg 2007: 120) von Wörtern definiert werden kann. Innerhalb dieser in einem Atemzug artikulierten Phrase werden die Wortgrenzen nicht wie im Deutschen durch Mittel wie Pausen signalisiert, die einzelnen Konstituenten verschmelzen viel mehr zu einem großen phonetischen Wort. Die Länge dieser überschaubaren Wortgruppen ist unterschiedlich, in der Regel bilden nicht mehr als neun Wörter ein mot phonétique, wie folgendes Beispiel aus Klein (1982: 37) illustriert:
(6) a. nous y all’ons b. nous y allons en’semble c. nous y allons ensemble à huit heures du ’soir
Dargestellt sind drei unterschiedlich lange phonetische Wörter, wobei b. und c. jeweils aus der vorangegangenen Wortgruppe plus ergänzenden sprachlichen Einheiten bestehen. Das Ende eines mot phonétique wird durch den Akzent auf dessen Ultima markiert. Wie man in (6) erkennen kann, sind die restlichen Silben der Phrase gleichmäßig unbetont, hervorgehoben wird nur die letzte. So geht der Akzent der Silbe ons (a.) verloren, sobald die Sinneinheit durch das Wort ensemble erweitert wird. Dessen Endsilbe semble ist nun prominent (b.) (vgl. Klein 1982: 37; Simon 2004: 13 ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die prosodischen Unterschiede zwischen Deutsch und Französisch und Definition der Zielsetzung der Arbeit.
1. Akzent: Theoretische Grundlagen des Akzents als suprasegmentales Merkmal und allgemeine Differenzierung zwischen verschiedenen Akzenttypen.
1.1 Akzentsystem des Deutschen: Analyse des freien Akzentsystems des Deutschen und der Rolle der Initialakzentuierung.
1.2 Akzentsystem des Französischen: Untersuchung des gebundenen, oxytonen Akzentsystems und des Konzepts des mot phonétique.
1.3 Zusammenfassung: Gegenüberstellung der zentralen Unterschiede beider Akzentsysteme und deren Auswirkungen auf Fremdsprachenlerner.
2. Intonation: Einführung in das Phänomen der Intonation als melodisches Auf- und Absteigen der Stimme und deren Interdependenz mit dem Akzent.
2.1 Intonationskonturen des Französischen und Deutschen: Kontrastiver Vergleich der Basiskonturen von Aussagen, Fragen und Befehlen anhand verschiedener Forschungspositionen.
Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Reflexion über die Bedeutung prosodischer Merkmale für die Fremdsprachenkompetenz.
Schlüsselwörter
Prosodie, Akzent, Intonation, Kontrastive Linguistik, Druckakzent, Französisch, Deutsch, Wortakzent, Phrasenakzent, Sprechmelodie, Phonologie, mot phonétique, Ultima, Intonationskontur, Sprachwissenschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die prosodischen Unterschiede zwischen dem Deutschen und dem Französischen, insbesondere im Hinblick auf Akzentuierung und Intonation.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das jeweilige Akzentsystem (freier Wortakzent vs. gebundener Phrasenakzent) sowie die vergleichende Analyse der Sprechmelodie und Intonationskonturen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Sprachsysteme kontrastiv herauszuarbeiten, um ein besseres Verständnis für die Ursachen prosodischer Aussprachefehler zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine kontrastive Sprachbetrachtung auf Basis einer Literaturanalyse linguistischer Modelle zur Phonetik und Phonologie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Akzentsysteme beider Sprachen sowie einen Vergleich der Intonationskonturen anhand der Ansätze bekannter Sprachwissenschaftler wie Delattre und Wunderli.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Prosodie, Akzent, Intonation, kontrastive Linguistik sowie die spezifische Unterscheidung zwischen Wort- und Phrasenakzent.
Warum ist das französische Akzentsystem als "gebunden" zu bezeichnen?
Im Französischen fällt der Akzent mit systematischer Regelmäßigkeit auf die letzte Silbe (Ultima) der Sinneinheit, während er im Deutschen auf unterschiedliche Silben fallen kann.
Wie unterscheiden sich die Aussagesätze in ihrer Melodie?
Das Deutsche weist beim Sprechen eine eher "hüpfende" Melodie durch stetige Tonhöhenwechsel auf, wohingegen die französische Sprechmelodie als monotoner und gleitender beschrieben wird.
Welche Rolle spielt das "mot phonétique" im Französischen?
Es fungiert als rhythmische Basis, die mehrere Wörter zu einer Sinneinheit verschmilzt, innerhalb derer die Betonung stets auf der letzten Silbe liegt.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2011, Akzent und Intonation im Deutschen und Französischen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213150