Der vorliegende Text beschäftigt sich mit den typischen Bestandteilen von ein- beziehungsweise zweisprachigen Wörterbuchartikeln. Dabei habe ich mich bei meiner Analyse auf allgemeine, gegenwartsbezogene Sprachwörterbücher konzentriert, welche auch von den meisten Wörterbuchbenutzern konsultiert werden und nur an einigen Stellen auf Spezialwörterbücher verwiesen, welche sich in ihrer Mikrostruktur in viel größerem Maße unterscheiden und nur selten vom Durchschnittsbenutzer verwendet werden.
Natürlich unterscheiden sich auch allgemeine Wörterbücher in ihrer Mikrostruktur in der Ausführlichkeit, mit der sie den Eintrag im Artikel behandeln, da sie unterschiedliche Definitionen liefern, zum Teil Beispiele auslassen, unterschiedlich viele Definitionen bei polysemen Wörtern liefern und verschiedene Äquivalente anführen.
Allgemeine Wörterbücher lassen sich zunächst in ein- und zweisprachige Wörterbücher untergliedern, wie man nachfolgender Abgrenzung entnehmen kann. Dabei werden erstere wiederum im wesentlichen in Definitionswörterbücher und Lernwörterbücher unterteilt; das klassische zweisprachige Wörterbuch wird Äquivalenzwörterbuch genannt.
In meiner Arbeit habe ich mich auf eben diese drei genannten Wörterbücher konzentriert und deren wesentliche Bestandteile und Merkmale erläutert und in Beispielen verdeutlicht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition „Wörterbuchartikel“
3 Ein- beziehungsweise zweisprachige Wörterbücher - eine Abgrenzung
4 Einsprachige Wörterbücher
4.1 Lernwörterbücher
4.1.1 Beispiel aus einem Lernwörterbuch (Oxford Advanced Learner’s Dictionary)
4.2 Definitionswörterbücher
4.2.1 Bestandteile von Wörterbuchartikeln in Definitionswörterbüchern
4.2.1.1 Definitionen
4.2.1.2 (Anwendungs-)Beispiele
4.2.1.3 Grammatische Angaben
4.2.1.4 Ausspracheangaben/ phonetische Transkription
4.2.1.5 Etymologische Angaben
4.2.1.6 Diasystematische Angaben
4.2.1.7 Angaben zur Syntagmatik
4.2.1.8 Paradigmatische Angaben
4.2.2 Anordnung der Definitionen bei Polysemie
4.2.3 Beispiel aus einem einsprachigen Wörterbuch (Wahrig Deutsches Wörterbuch)
5 Zweisprachige Wörterbücher
5.1 Äquivalenzbeziehungen
5.2 Bestandteile zweisprachiger Wörterbücher
5.2.1 Beispiele
5.2.2 Kotextangaben
5.2.3 Glossen
5.2.4 Gliederungshilfen zur Bedeutungsabgrenzung
5.3 Der Skopus von Wörterbüchern
5.4 Funktion der Wörterbücher
5.5 Die Direktion der Wörterbücher
5.6 System- beziehungsweise Übersetzungsäquivalente
5.7 Beispiele aus zweisprachigen Wörterbüchern (Langenscheidts Handwörterbuch Englisch)
5.7.1 Sprachrichtung Englisch-Deutsch
5.7.2 Sprachrichtung Deutsch-Englisch
6 Konklusion
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht die Mikrostruktur von ein- und zweisprachigen Wörterbüchern, um typische Bestandteile eines Wörterbuchartikels zu identifizieren. Das primäre Ziel ist es, die Unterschiede in der Artikeleinrichtung zwischen Definitionswörterbüchern, Lernwörterbüchern und Äquivalenzwörterbüchern aufzuzeigen und deren Eignung für verschiedene Benutzerbedürfnisse und Anwendungszwecke (Rezeption vs. Produktion) zu bewerten.
- Strukturelle Analyse von Wörterbuchartikeln (Lemma, Definition, Beispiel)
- Differenzierung zwischen einsprachigen und zweisprachigen Wörterbuchtypen
- Untersuchung von Äquivalenzbeziehungen (Nulläquivalenz, Divergenz, Konvergenz)
- Einfluss der Wörterbuchfunktion (aktiv/passiv) auf die Mikrostruktur
- Analyse praxisnaher Beispiele (Oxford Advanced Learner’s Dictionary, Wahrig, Langenscheidt)
Auszug aus dem Buch
4.2.1.8 Paradigmatische Angaben
„Wörterbücher verzeichnen im Anschluss an Definitionen oder Beispiele Listen von Wörtern gleicher, gegensätzlicher oder in anderer Weise verwandter Bedeutung oder gleicher und ähnlicher Aussprache“ (Hausmann 1977:7); diese nennt man paradigmatische Angaben. Ein Paradigma ist das Gegenstück zum Syntagma, denn man versteht darunter, die „Gesamtheit an sprachlichen Einheiten, die in einem sprachlichen Kontext gegeneinander austauschbar sind“ (Wahrig, Deutsches Wörterbuch 2000:956).
Zu diesen Inhaltsbeziehungen zählt man in einem Wörterbuchartikel zum Beispiel synchrone Wortfamilien, welche in verschiedenen Wortarten jeweils dieselbe Bedeutung haben, Synonyme, Antonyme, Hyperonyme und Hyponyme.
Paradigmatische Angaben werden in Wörterbüchern oft kritisiert, da allzu oft eher kumulativ als argumentativ verfahren wird, das heißt, dass dem Benutzer zum Beispiel eine Reihe von Synonymen angeboten werden, diese aber in ihrem Inhalt nicht abgegrenzt, beziehungsweise definiert werden. Sie helfen daher eher, passiven Wortschatz zu aktivieren. Man nennt derartige Angaben daher produktionsanregende Hinweise, da sie nicht unmittelbar für die Textproduktion verwendet werden können, sondern erst noch unter anderem auf syntagmatischer Ebene und Stilebene untersucht werden müssen (Vgl Hausmann 1977:152f).
Allgemein gilt allerdings, dass Wörterbücher im Bereich der paradigmatischen Beziehungen besser abschneiden als bei syntagmatischen Angaben (Vgl. Béjoint 1994:221).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Fokus der Analyse auf allgemeine, gegenwartsbezogene Sprachwörterbücher und grenzt die untersuchten Wörterbuchtypen ein.
2 Definition „Wörterbuchartikel“: Dieses Kapitel erläutert die Mikrostruktur eines Wörterbuchartikels und beschreibt die grundlegenden Komponenten: Lemma, Definition und Beispiel.
3 Ein- beziehungsweise zweisprachige Wörterbücher - eine Abgrenzung: Hier werden die fundamentalen Unterschiede zwischen einsprachigen (Definitionswörterbüchern) und zweisprachigen (Äquivalenzwörterbüchern) Werken dargelegt.
4 Einsprachige Wörterbücher: Dieses Kapitel behandelt die Unterteilung in Lern- und Definitionswörterbücher sowie deren spezifische Merkmale.
4.1 Lernwörterbücher: Es wird analysiert, wie sich Lernwörterbücher durch ihre Ausrichtung auf Geläufigkeit und Fremdsprachenlerner von Standardwerken unterscheiden.
4.1.1 Beispiel aus einem Lernwörterbuch (Oxford Advanced Learner’s Dictionary): Anhand eines konkreten Beispiels wird der Aufbau eines Eintrags im Lernwörterbuch illustriert.
4.2 Definitionswörterbücher: Der Fokus liegt hier auf den Standard-Einsprachlernwörterbüchern für Muttersprachler.
4.2.1 Bestandteile von Wörterbuchartikeln in Definitionswörterbüchern: Dieses Unterkapitel bietet eine detaillierte Aufschlüsselung der Bestandteile von Definition, Syntagmatik bis hin zur Etymologie.
4.2.1.1 Definitionen: Erläuterung der Funktion und Konstruktion von Wortbedeutungen im Wörterbuch.
4.2.1.2 (Anwendungs-)Beispiele: Analyse der Rolle von Belegen und pädagogischen Beispielen für den Wörterbuchnutzer.
4.2.1.3 Grammatische Angaben: Untersuchung der Bedeutung grammatischer Informationen wie Wortart, Genus und Flexion für den Sprachlerner.
4.2.1.4 Ausspracheangaben/ phonetische Transkription: Darstellung der Bedeutung der Phonetik für den Fremdsprachenerwerb.
4.2.1.5 Etymologische Angaben: Diskussion über Nutzen und Risiken etymologischer Informationen für Lernende.
4.2.1.6 Diasystematische Angaben: Erläuterung von Markierungen für Sprachebenen, Regionalismen und Fachsprachen.
4.2.1.7 Angaben zur Syntagmatik: Fokus auf Kollokationen, Idiome und den syntaktischen Gebrauch von Wörtern.
4.2.1.8 Paradigmatische Angaben: Analyse von Synonymen, Antonymen und anderen Wortbeziehungen im Artikel.
4.2.2 Anordnung der Definitionen bei Polysemie: Behandlung der Frage, wie mehrere Bedeutungen eines Lemmas im Wörterbuch strukturiert werden.
4.2.3 Beispiel aus einem einsprachigen Wörterbuch (Wahrig Deutsches Wörterbuch): Eine praktische Demonstration des Aufbaus eines Artikels in einem deutschen Standardwörterbuch.
5 Zweisprachige Wörterbücher: Übersicht zu den Charakteristika und der Mikrostruktur von Äquivalenzwörterbüchern.
5.1 Äquivalenzbeziehungen: Einführung in die Typologie der Entsprechungen zwischen zwei Sprachen.
5.2 Bestandteile zweisprachiger Wörterbücher: Zusammenfassung der speziellen Anforderungen an die Mikrostruktur zweisprachiger Werke.
5.2.1 Beispiele: Die Funktion von Anwendungsbeispielen im Kontext von Übersetzungsarbeit.
5.2.2 Kotextangaben: Erläuterung, wie Kotextangaben bei der Differenzierung von Äquivalenten helfen.
5.2.3 Glossen: Darstellung von Glossen als Mittel zur Verdeutlichung von Bedeutungsunterschieden.
5.2.4 Gliederungshilfen zur Bedeutungsabgrenzung: Übersicht über formale Hilfen wie Nummerierung und Interpunktion im Wörterbuchartikel.
5.3 Der Skopus von Wörterbüchern: Definition der Begriffe monoskopal und biskopal in Bezug auf die Sprachrichtung.
5.4 Funktion der Wörterbücher: Unterscheidung zwischen aktiven (Produktion) und passiven (Rezeption) Einsatzmöglichkeiten.
5.5 Die Direktion der Wörterbücher: Analyse der Ausrichtung von Wörterbüchern auf spezifische Adressatengruppen (z.B. Muttersprachler).
5.6 System- beziehungsweise Übersetzungsäquivalente: Abgrenzung zwischen funktionalen Systementsprechungen und kontextspezifischen Übersetzungsbausteinen.
5.7 Beispiele aus zweisprachigen Wörterbüchern (Langenscheidts Handwörterbuch Englisch): Praktische Beispiele für die Anwendung der theoretischen Konzepte.
5.7.1 Sprachrichtung Englisch-Deutsch: Analyse eines spezifischen Lexikoneintrags aus der Englisch-Deutsch-Richtung.
5.7.2 Sprachrichtung Deutsch-Englisch: Analyse eines spezifischen Lexikoneintrags aus der Deutsch-Englisch-Richtung.
6 Konklusion: Abschließende Zusammenfassung der Ergebnisse und Bewertung des Nutzens verschiedener Wörterbuchtypen für unterschiedliche Benutzergruppen.
Schlüsselwörter
Lexikografie, Wörterbuchartikel, Mikrostruktur, Definitionswörterbuch, Lernwörterbuch, Äquivalenzwörterbuch, Lemma, Syntagmatik, Paradigmatik, Polysemie, Äquivalenzbeziehungen, Sprachfunktion, Wörterbuchbenutzung, Fremdsprachenlernen, Sprachrichtung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse der Mikrostruktur und der typischen Bestandteile von ein- und zweisprachigen Wörterbuchartikeln im Kontext der Lexikografie.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind der Aufbau von Wörterbuchartikeln, die Unterscheidung zwischen verschiedenen Wörterbuchtypen, Äquivalenzbeziehungen in zweisprachigen Werken sowie die unterschiedlichen Funktionen von Wörterbüchern für Lernende und Übersetzer.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Merkmale und Bestandteile von Wörterbuchartikeln in verschiedenen Wörterbuchgattungen zu verdeutlichen und aufzuzeigen, welche Informationen für welche Benutzerbedürfnisse relevant sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die lexikografische Analyse, indem sie theoretische Konzepte (z.B. von Hausmann und Béjoint) auf konkrete Beispiele aus Standardwörterbüchern wie dem Oxford Advanced Learner’s Dictionary, Wahrig und Langenscheidt anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst einsprachige Lern- und Definitionswörterbücher sowie deren Bestandteile (Definitionen, Grammatik, Etymologie etc.) detailliert analysiert, gefolgt von einer Untersuchung der spezifischen Strukturen und Funktionen zweisprachiger Äquivalenzwörterbücher.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mikrostruktur, Lemma, Polysemie, Äquivalenz, Lexikografie und Wörterbuchfunktion charakterisiert.
Warum ist die Unterscheidung zwischen aktiver und passiver Wörterbuchfunktion wichtig?
Diese Unterscheidung ist essenziell, da Benutzer unterschiedliche Informationen benötigen, je nachdem, ob sie eine Fremdsprache rezipieren (passiv, Dekodierung) oder selbst Texte produzieren wollen (aktiv, Enkodierung).
Was ist die Schlussfolgerung bezüglich der Eignung von Wörterbüchern?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass allgemeine Wörterbücher oft nicht alle Benutzerbedürfnisse gleichzeitig abdecken können. Je nach Zweck (Produktion vs. Rezeption) und Muttersprache sollten Nutzer zielgerichtet zwischen verschiedenen Wörterbuchtypen wählen.
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- Heike Winter (Autor), 2003, Typische Bestandteile eines ein- beziehungsweise zweisprachigen Wörterbuchartikels, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21321