In dieser Arbeit sollen zunächst die Anfänge des Friedensprozesses, nämlich die Madrider Friedenskonferenz beleuchtet werden, nachdem dann die eigentliche Friedensfindungsphase, der Friedensprozess von Oslo, seine Verträge und Abkommen vorgestellt werden. Anschließend erfolgt die Darstellung der Ereignisse in Camp David 2000, als versucht wurde, in nahezu letzter Sekunde, den Friedensprozess zu einem guten Ende zu führen. Der vorletzte Teil der Arbeit befasst sich mit den Gründen, weshalb der Friedensprozess gescheitert sein könnte, um dann im Fazit noch einmal die wichtigsten Aspekte des Friedensprozesses und seines Scheiterns zusammen zufassen und die Frage, die in dieser Arbeit untersucht werden soll, zu beantworten, nämlich ob der Friedensprozess nicht von Anfang an zum Scheitern verurteilt war.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Beginn des langersehnten Friedens?! – Die Madrider Friedenskonferenz
3. Dem Frieden zum Greifen nah?! – Der Friedensprozess von Oslo
3.1 Oslo I
3.2 Oslo II
4. Die letzte Hoffnung für Frieden?! – Die Verhandlungen von Camp David 2000
5. Das Ende des Friedens?! – Das Scheitern des Friedensprozesses und seine Gründe
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Friedensprozess zwischen Israel und der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) sowie dessen Scheitern. Im Fokus steht dabei die zentrale Forschungsfrage, ob der Friedensprozess von Anfang an zum Scheitern verurteilt war oder ob sich die maßgeblichen Rahmenbedingungen erst im Verlauf der Ereignisse negativ entwickelten.
- Historische Einordnung des Friedensprozesses (Madrider Friedenskonferenz)
- Analyse der Abkommen von Oslo I und Oslo II
- Untersuchung der Verhandlungen von Camp David 2000
- Diskussion der Gründe für das Scheitern des Friedensprozesses
- Einfluss von Machtasymmetrien und radikalen Friedensgegnern
Auszug aus dem Buch
3.1 Oslo I
Oslo I setzt sich aus der Prinzipienerklärung vom 13. September 1993 und dem Gaza-Jericho-Abkommen vom 4. Mai 1994 zusammen.
Die Unterzeichnung der Prinzipienerklärung erfolgte nur wenige Tage nach dem bedeutsamen Briefwechsel zwischen Arafat und Rabin. Ihre genaue Bezeichnung lautet „Prinzipienerklärung über die vorübergehende Selbstverwaltung“, in der die ersten Eckpunkte für eine palästinensische Selbstverwaltung gesetzt wurden und die auf dem Prinzip >>Land für Frieden<< basiert. „Das Ziel der israelisch-palästinensischen Verhandlungen im Rahmen des […] Nahost-Friedensprozesses ist es, unter anderem, für das palästinensische Volk der Westbank und im Gazastreifen eine Palästinensische Interimsbehörde, den gewählten Rat (der Rat) für einen Zeitraum von nicht mehr als fünf Jahren einzurichten, was zu einer dauerhaften Übereinkunft auf der Grundlage der Resolutionen 242 und 338 des UN-Sicherheitsrates führt.“ Die palästinensische Zivilverwaltung erhielt die Zuständigkeiten für fünf Jahre der Übergangsperiode über Bildung, Gesundheit, Kultur, direkte Besteuerung und Tourismus. Die Ressorts Wirtschaft, Außen- und Sicherheitspolitik blieben weiterhin bei Israel. Nach dieser fünf Jahre dauernden Übergangsphase sollte dann ein endgültiger Status für Palästina gefunden werden. Außerdem sollte sich die israelische Armee aus dem Gazastreifen und Jericho zurückziehen, was im Folgeabkommen Gaza-Jericho geregelt wurde.
Genauer betrachtet ist die Prinzipienerklärung kein Friedensvertrag, sondern eine Rahmenvereinbarung, in dem zunächst über die Notwendigkeit von Gesprächen und Folgeabkommen zu lesen ist, um Frieden auf Basis der Resolutionen 242 und 338 zu erreichen. Die Endstatusfragen, die sich um den Status Jerusalems, die Rückkehr der Flüchtlinge, die israelische Siedlungspolitik, die Verteilung der Wasserressourcen und die Gründung eines Palästinensischen Staates drehen, wurden zu Beginn ausgeklammert und sollten nicht vor 1996 verhandelt werden. Ziel war es zunächst Anerkennung und Vertrauen zwischen den langjährigen Erzfeinden aufzubauen und deshalb eine „Politik der kleinen Schritte“ zu betreiben, um nicht schon zu Beginn den Friedensprozess scheitern zu lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel skizziert die historische Ausgangslage ab 1978 und die für den Friedensprozess förderlichen sowie hinderlichen Ereignisse, wie die erste Intifada und das Ende des Ost-Westkonflikts.
2. Der Beginn des langersehnten Friedens?! – Die Madrider Friedenskonferenz: Es wird die diplomatische Initiative der USA nach dem zweiten Golfkrieg sowie die erste direkte Verhandlungsrunde in Madrid dargestellt.
3. Dem Frieden zum Greifen nah?! – Der Friedensprozess von Oslo: Das Kapitel befasst sich mit den geheimen Verhandlungen und der Unterzeichnung der Prinzipienerklärung sowie den nachfolgenden Sicherheitsabkommen.
4. Die letzte Hoffnung für Frieden?! – Die Verhandlungen von Camp David 2000: Hier werden die Verhandlungen zur Klärung der Endstatusfragen unter der Leitung von Bill Clinton sowie deren Scheitern thematisiert.
5. Das Ende des Friedens?! – Das Scheitern des Friedensprozesses und seine Gründe: Das Kapitel liefert eine detaillierte politikwissenschaftliche Analyse der Ursachen für das Scheitern, unterteilt in verschiedene Erklärungsansätze.
6. Fazit: Die Arbeit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und beantwortet die Frage, ob der Friedensprozess von Anfang an zum Scheitern verurteilt war.
Schlüsselwörter
Nahostkonflikt, Friedensprozess, Oslo-Abkommen, Madrider Friedenskonferenz, Palästinensische Autonomiebehörde, PLO, Israel, Camp David, Yitzhak Rabin, Yassir Arafat, Siedlungspolitik, Endstatusfragen, Zweite Intifada, Machtasymmetrie, Terrorismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert den israelisch-palästinensischen Friedensprozess von den Anfängen in Madrid bis zum Scheitern der Verhandlungen im Jahr 2000.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die diplomatischen Friedensbemühungen, die Entwicklung der verschiedenen Abkommen, die Auswirkungen des Siedlungsbaus und die Rolle von Gewalt und Terror auf den Verhandlungsprozess.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Die Autorin untersucht, ob der Friedensprozess von Beginn an zum Scheitern verurteilt war oder ob negative Entwicklungen erst im zeitlichen Verlauf das Scheitern herbeiführten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer politikwissenschaftlichen Analyse, die den Prozess anhand systematischer, deskriptiver und theoretisch angeleiteter Ansätze der Friedens- und Konfliktforschung untersucht.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Madrider Konferenz, die Oslo-Abkommen, die Verhandlungen von Camp David und eine fundierte Ursachenanalyse für das Scheitern des Prozesses.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem der Nahostkonflikt, Oslo-Abkommen, das Konzept „Land für Frieden“, Machtasymmetrie sowie der Einfluss der Siedlungspolitik auf die Verhandlungen.
Welche Rolle spielt Yitzhak Rabin für den Friedensprozess?
Rabin gilt als eine der zentralen Symbolfiguren des Friedensprozesses. Sein Tod wird als ein entscheidender Wendepunkt betrachtet, der die Dynamik der Verhandlungen massiv schwächte.
Warum wird die „Politik der kleinen Schritte“ im Kontext von Oslo diskutiert?
Diese Politik sollte den Prozess erleichtern, indem schwierige Endstatusfragen zunächst ausgeklammert wurden, um Vertrauen zwischen den Parteien aufzubauen, was sich jedoch als schwierig erwies.
Was wird im Text als „Machtasymmetrie“ bezeichnet?
Die Autorin beschreibt damit das ungleiche Kräfteverhältnis zwischen dem israelischen Staat und der palästinensischen Seite, die zum Zeitpunkt der Verträge noch keine etablierten staatlichen Institutionen besaß.
Wie bewertet die Autorin das Scheitern von Camp David 2000?
Das Scheitern wird als Ergebnis der Unfähigkeit beider Seiten gewertet, bei hochsensiblen Themen wie Jerusalem und dem Rückkehrrecht der Flüchtlinge tragfähige Kompromisse zu finden, verstärkt durch fehlenden innenpolitischen Rückhalt.
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- Bachelor of Education Julia Schmitt (Author), 2013, Der Friedensprozess von Oslo und sein Scheitern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213293