Die Rede „Königthum und Priesterthum“ des Fürsten Otto von Bismarck vor dem preußischen Herrenhaus vom 10.03.1873

Der „Kulturkampf“ im Geschichtsunterricht in der Sekundarstufe II am Beispiel der Bismarckrede


Hausarbeit, 2013

29 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Einordnung der Bismarck-Rede „Königthum und Priesterthum“ in den historischen Kontext
a) Zur Person Bismarcks
b) Papst Pius IX und die "Radikalisierung" der Katholischen Kirche
c) Der Kampf Bismarcks gegen den Ultramontanismus

III. Einordnung des Lerngegenstands in den Lehrplan Sek. II für NRW

IV. Didaktisches Potenzial der Rede
a) Zu erlernende Kompetenzen
b) Methodenund Sachkompetenz nach Tischner
c) Zusätzlich zu erlernende Kompetenzen
d) Weiteres didaktisches Potenzial

V. Verwendung im Unterricht und Beispielaufgaben

VI. Das Thema „Kulturkampf“ in Schulbüchern

VII. Fazit

VIII. Quellenverzeichnis

IX. Literaturverzeichnis

X. Anhang

I. Einleitung

Der in dieser Arbeit behandelte Aspekt des Themenfeldes Kulturkampf ist im Geschichtsunterricht in der Schule – egal ob in der Sekundarstufe I oder II – oftmals unterrepräsentiert.1 Auch in den Schulbüchern für das Unterrichtsfach Geschichte taucht das Thema „Kulturkampfes“ fast ausschließlich in Verbindung mit dem Kampf Bismarcks gegen die Sozialdemokratie unter dem Stichwort „Sozialistengesetze“ auf.2 Dennoch bietet der Konflikt Preußens und damit des Deutschen Reichs, und für diese stellvertretend Bismarcks, mit der katholischen Kirche bzw. dem Papst viele Anknüpfungspunkte, um im Geschichtsunterricht behandelt zu werden. Zum einen wegen des leicht herzustellenden Gegenwartsbezugs, indem man z.B. einen Aspekt der Stellung der Kirche(n) in Deutschland wie beispielsweise die Priesterausbildung an staatlichen Hochschulen herausgreift,3 zum anderen weil der Zweck, den Bismarck mit dem Kampf gegen den Katholizismus verfolgte, der gleiche war wie der gegen die Sozialdemokratie und den Sozialismus, nämlich die innere Einigung des neu gegründeten Deutschen Reiches durch das Heraufbeschwören reichsfeindlicher Gruppen.

Diese Arbeit soll das Thema fachdidaktisch zugänglich machen und ist in deshalb in die folgenden zwei Teile gegliedert: Zuerst wird die Rede Bismarcks in ihren historischen Kontext eingeordnet, was allerdings aufgrund des Kontextes dieser Arbeit nur in gebotener Kürze und überblickshaft geschehen kann – was auch dazu führt, dass ein geringeres Maß an wissenschaftliche Fachliteratur verwendet und auf Überblicksdarstellungen zurückgegriffen wird. Der zweite Teil ist der Hauptteil der Arbeit. Er befasst sich mit der „Nutzbarmachung“ der Rede für den Geschichtsunterricht der Sekundarstufe II. Dabei soll die Rede nicht als Hauptanalysegegenstand verwendet werden, sondern als Hintergrund und Begründung dienen, anhand derer die folgenden fachdidaktischen und unterrichtsbezogenen Aspekte erbzw. abgearbeitet werden: die Rede nach dem

Interpretationsmodell von Tischner einordnen und erschließen, das didaktische Potenzial der Rede aufzeigen, das Aufzeigen der Kompetenzen, die Schülerinnen und Schüler4 anhand der Rede erlernen und trainieren (ggf. wiederholen) können. Zum Schluss soll noch kurz etwas über das Thema des Kulturkampfes in Schulbüchern gesagt werden. Die Arbeit schließt mit einem Fazit ab.

II. Die Einordnung der Bismarck-Rede „Königthum und Priesterthum“ in den historischen Kontext

Diese Einordnung in den historischen Kontext soll vor allem auf der Grundlage von Hans-Ulrich Wehlers „Deutsche Gesellschaftsgeschichte“ sowie Thomas Nipperdeys „Deutsche Geschichte 1866-1918“ erfolgen und mit Informationen zu Otto von Bismarck sowie der Zentrumspartei unterstützt werden. Dabei soll immer die fachdidaktische Perspektive im Blick behalten werden. Schon allein aus dem Grund, weil diese Arbeit im Rahmen eines Fachdidaktikseminars entstanden ist.

a) Zur Person Bismarcks

Hier stellt sich sicherlich zunächst die Frage, warum es sinnvoll sein könnte sich mit der Person Bismarck zu beschäftigen. Zunächst ist zu sagen, dass dies nicht dazu dienen soll, die historischen Ereignisse nur aus der Sicht Bismarcks zu schildern bzw. die „großen Persönlichkeiten“ der Geschichte in den Vordergrund zu stellen und darzulegen wie sie Geschichte „schreiben.“ Allerdings bleibt Otto von Bismarck sicherlich eine herausragende Persönlichkeit des 19. Jh. insgesamt und des Deutschen Reiches im Besonderen. Viel wichtiger ist jedoch, dass Bismarck in jedem Schulbuch vorkommt und das SuS unter Umständen durch einen personalisiert(er)en Zugriff auf die Geschichte ein bestimmter Gegenstand näher gebracht werden kann bzw. ihnen der Zugriff erleichtert wird und ggf. das Interesse an einem bestimmten Thema erhöht. Des Weiteren haben politisch oder militärisch wichtige Persönlichkeiten unbestreitbar einen größeren Einfluss darauf, was man gemeinhin den „Lauf der Geschichte“ nennt als andere Personen. Wenn man einen solchen Zugriff wählt, spielt jedoch auch die Persönlichkeit und der Charakter einer Person eine Rolle, da diese Einflüsse auf, oder Auslöser von Entscheidungen sein können. Zusätzlich ist eine historische Rede unter anderem personengebunden, und die- Gebundenheit ist ein Untersuchungskriterium in den fachdidaktischen Analysemodellen für historische Reden.5

Bismarck war ein Machtmensch par excellence, der am liebsten alles kontrolliert und eigenständig geregelt und erledigt hätte. Dies erkennt man z.B. daran, dass er in der Zeit von 1880-90 vier Regierungsämter auf einmal wahrnahm; er war Reichskanzler, Außenminister, preußischer Ministerpräsident sowie preu- ßischer Handelsminister.6 Betrachtet man diese Machtkonzentration in einer Person, vor allem durch die Ämter des Reichskanzlers und Außenministers, leuchtet ein, dass Bismarcks Zeitgenossen ihn z.T. als herrschsüchtig bezeichneten und ihm einen autoritären Stil attestierten.7 Diese Mehrfachbelastung durch seine Ämter und sein Alter in Kombination mit einer ungesunden Ernährung8 führten dazu, dass auch seine Gesundheit zu leiden hatte. Rheuma, Gicht, nervöse Reizbarkeit, Schlaflosigkeit und Gallenkoliken sind nur einige der Symptome, die ihn vor allem in Ruhephasen auf seinem Landsitz schwächten und teilweise ans Bett fesselten.9 Erst nachdem Bismarcks neuer Leibarzt ihm eine Diät sowie eine Ernährungsumstellung verordnet hatte, bessert sich sein Zustand wieder, sodass er sich wieder mit allen Kräften seinen politischen Aufgaben widmen konnte.10 Bismarcks Machtanspruch wurde auch in der Politik mehr als deutlich. Er verachtete das Parlament und wollte den Reichstag

„trockenlegen“.11 Zu diesem Zweck und damit zur Durchsetzung seiner politischen Vorhaben war ihm praktisch jedes Mittel recht und billig. Er schürte innenpolitische Krisen und Konflikte – der Kulturkampf ist ein Ausdruck dessen

–, führte Pressekampagnen gegen seine politischen Gegner mithilfe der preußischen Amtspresse und der Kreuzzeitung,12 löste immer wieder den Reichstag in den oftmals künstlich bzw. absichtlich herbeigeführten Krisen auf13 und ersuchte beim Kaiser um seine Entlassung als Reichskanzler; beispielsweise 1874, 1875, 1877 oder 1879.14 Kompromiss und Ausgleich waren Fremdworte für ihn, mit denen er nichts anfangen konnte wie auch nichts mit der Tatsache, ohne diese, der neue und moderne Nationalstaat keinen inneren Frieden würde finden können.15

Zusammenfassend kann man sagen, dass Bismarck ein Machtmensch war, der in seinem Denken in den autoritären und royalistischen Strukturen der Zeit vor der Reichsgründung verhaftet blieb und der sich nicht auf die neuen Gegebenheiten im Deutschen Reich einstellen konnte und wollte, sondern seinen Politikstil fortsetzte, wozu er jedes Mittel einsetzte, das ihm dazu geeignet erschien und eine Möglichkeit bot. Bedingt dadurch war er unfähig Kompromisse zu schließen, die nicht zu seinen Gunsten ausfielen. Er betrachtete selbst seine

Freunde nur als Schachfiguren in seinem Spiel um Macht.16 Seine zeitweise gesundheitliche Lage wird ihren Teil dazu beigetragen haben, dass Bismarck manche Bedrohung als stärker empfunden hat als sie es tatsächlich war und härter darauf reagiert hat als er hätte reagieren müssen, wie z.B. im Kampf mit dem politischen Katholizismus.17 Ohne die Person Bismarck zu kennen, ist es für SuS sicherlich schwerer nachzuvollziehen, warum er so handelte wie er es für richtig hielt.

b) Papst Pius IX und die „Radikalisierung“ der Katholischen Kirche

Für diesen Abschnitt wird insbesondere auf ein Kapitel aus Hans-Ulrich Wehlers „Deutsche Gesellschaftsgeschichte“ zurückgegriffen, der diese Vorphase, in der die Grundlagen des Kulturkampfes seitens des politischen Katholizismus des Papsttums geschaffen wurden, in einer durchaus zugespitzten und wertenden Position betrachtet.18 Der Sieg Preußens bei der Schlacht von Königgrätz 1866 wurde von Preußen bereits als „Sieg des modernen, protestantischliberalen Prinzips über den rückständigen Katholizismus [gefeiert bzw. verklärt].“19 Auch wenn die Reichsverfassung frei war von Referenzen auf ein etwaiges Gottesgnadentum bezüglich des Kaisers oder anderer kirchlicher Bezü- ge, so wurde die Einigung dennoch zu einer Einigung „auf dem Fundament des deutsch-lutherischen Protestantismus“ 20 umgedeutet. Die katholische Reichsbevölkerung hingegen verfiel bei der Reichsgründung zunächst in eine resignative Stimmung und die Kluft zwischen „‚ultramontan-’großdeutsch und

‚national-’kleindeutsch trennte den katholischen und protestantischen Bevölkerungsteil“.21 Auch Wehler spricht von einem „Nationalprotestantismus“22 und der nationalen Einigung als „Vollendung der deutschen Mission“.23 Bedingt durch die weitere Herausbildung neuer, liberaler Nationalstaaten in Europa, vor allem des italienischen,24 verlor das Papsttum mehr und mehr seine weltliche Herrschaft und deshalb wurde der Versuch unternommen den geistlichen Einfluss – gewissermaßen als Kompensation – zu vergrößern.25

Papst Pius IX (*1792 – †1878) unterstützte die konterrevolutionäre Bewegungen in Italien26 und machte sich an den Ausbau des geistlichen Einflusses der Kirche. Dem Papst ging es dabei um den Anspruch der Kurie das in Rom formulierte verbindliche Kirchenrecht überall, d.h. in jeder Amtskirche, durchzusetzen.27 Dazu zählte beispielsweise die Neubesetzung vakanter

Bischofssitze mit romtreuen Klerikern,28 ein Umstand der später für Probleme Bismarck sorgen würde. Die Verkündigung des Mariendogmas 1854, das die unbefleckt Empfängnis Marias zum Glaubensdogma erhob, lässt den Weg den Pius IX einzuschlagen gedachte, bereits deutlich werden.29 Der von Weh- angeführte „Rundumschlag“30 begann jedoch erst 1864. In diesem Jahr ver- ündete der Papst gleichzeitig die Enzyklika Quanta Cura sowie den Syllabus Errorum.31 Die Enzyklika verurteilte die Trennung von Kirche und Staat sowie die Religionsfreiheit, die essentielle Merkmale des modernen, liberalen Nationalstaates waren, und beschädigte damit nicht nur die Beziehung der katholischen Kirche zum Staat sondern auch zur evangelischen Kirche. Im Syllabus verurteilte der Papst achtzig Zeitirrtümer und wies diese zurück. Dazu zählten der Rationalismus, Kommunismus, Sozialismus, die Gleichberechtigung der Religionen oder auch das Recht des Staates kirchliche Rechte zu beschränken.32 Kurzum stellten diese Maßnahmen eine Ablehnung aller neuzeitlichen politischen und zivilisatorischen Neuerungen dar und sie als Häresien brandmarkte.33 Diese Maßnahmen lösten in vielen europäischen Ländern – auch in katholischen Ländern – Protest und Empörung aus. Im Deutschen Reich war einer der Kritiker der päpstlichen Politik der Münchener Theologieprofessor Ignaz v. Döllinger und auch der bayerische Ministerpräsident Fürst Hohenlohe- Schillingfürst.34 Der Papst trieb seine Pläne jedoch ungeachtet weiter voran und berief für das Jahr 1869 das Erste Vatikanum der Weltkirche ein.35 Auf diesem Konzil, bei dem sich die ultramontane Rechte mit ihren Positionen erwartungsgemäß durchsetzte, krönte Pius IX seine Kirchenpolitik, die Wehler schlichtweg als Diktatur bezeichnet, was vor dem Hintergrund der Beschlüsse allerdings zumindest nachvollziehbar erscheint.36 Die deutschen Bischöfe unterwarfen sich den Beschlüssen des Vatikanums. Innerhalb der katholischen Amtskirche im Deutschen Reich brodelte es jedoch wegen der gefassten Be- üsse und es kam daraufhin zu einer Art Schisma. Die Theologen an den Universitäten widersetzten sich den Beschlüssen, griffen diese an und in der Folge wurden einige von ihnen exkommuniziert. Die Kritiker organisierten und votierten für die institutionelle Selbstständigkeit, woraufhin sie vom Papst mit dem großen Kirchenbann belegt wurden.37

Zur selben Zeit erlebte jedoch die „katholische Volksfrömmigkeit einen neuen, kraftvollen Entwicklungsschub“.38 Katholische Vereine zogen viele tausend Menschen an und auch der Zulauf in die Orden nahm ebenfalls zu;39 Dorfumzüge, Heilgenfeste, Prozessionen und Wallfahrten nahmen zu. Die Heiligenverehrung und der Wunderglaube sprachen die Gefühle der Menschen an, Trost, linderten die Todesfurcht und trugen so zu einer festen Bindung der Menschen an die Kirche bei.40 Paradoxerweise nutzten die Vereine wie auch die 1871 gegründete Zentrumspartei41 die Presseund Meinungsfreiheit des Staates aus, um ihre Interessen zu vertreten, obwohl der Syllabus diese unlängst in Gänze verworfen hatte.42 Diese Volksfrömmigkeit rührte sicherlich auch daher, dass die katholische Bevölkerung im Deutschen Reich im allgemeinen einen Bildungsrückstand besaß. Bedingt durch die Tatsache, dass sie eher in ländlichen Gebieten lebte und bäuerlich und kleinbetrieblich organisiert . Sie hatte geringere Einkommen und war wirtschaftlich weniger leistungsfähig.43 Durch die beschrieben Maßnahmen des Papsttums war der Nährboden bereitet, auf dem sich der Kulturkampf austoben sollte.

c) Der Kampf Bismarcks gegen den Ultramontanismus

Ähnlich wie Wehler nimmt auch Nipperdey eine eigene Position ein und versucht nicht die Ereignisse objektiv und neutral zu schildern. Er verzichtet allerdings auf Zuspitzungen und übermäßige Pauschalisierungen, sodass man ge- hinschauen muss, um seine moderat pro-katholische Position zu erkennen.44 Trotz der im vorherigen Kapitel beschrieben „Radikalisierung“ der katholischen Kirche und insbesondere des Papsttums, war sie nicht der unmittelbare Anlass für den Kulturkampf im Deutschen Reich.45 Bismarck selbst besaß kein „antikatholisches Missionsbewußtsein“46 und war auch nicht Anhänger einer bestimmten Staatsoder Kulturideologie.47 Der Auslöser für Bismarck einzugreifen war die Entstehung der Zentrumspartei48 als politische Organisationsform des Katholizismus. Bei dieser handelte es sich zunächst um eine Op- im Reichstag und charakteristisch für sie war eine demokratische Grundtendenz, weil sie in der Lage war breite, katholische Bevölkerungsschichten zu mobilisieren, weil sie, zwar gemäßigt, aber dennoch ultramontan orientiert war, indem sie die Interessen der katholischen Kirche gegen die libe- Staatsideologie verteidigte.49 Bismarck sah darin eine Gefahr für die Stabilität des Reiches und für den Ausbau des Selbigen nach seiner Fasson. Laut Nipperdey begann er einen „Präventivkrieg“50 gegen das Zentrum, um die katholische Kirche als Institution dazu zu zwingen, die Unterstützung der Zent werden, da dies den Rahmen der Arbeit sprengen würde. Aus den gleichen Gründen kann auch auf die Charakteristika des modernen, liberalen Nationalstaates nicht näher eingegangen werden. bereits zuvor erwähnt – die katholischen Universitätsprofessoren sich gegen die extremen Tendenzen des Papstes wehrten.

[...]


1 Es sei denn, Lehrerinnen und Lehrer entscheiden sich dezidiert für dieses Thema.

2 Siehe II. c) für detailliertere Angaben.

3 Wenn man diesen Aspekt herausgreift, kann man beide Konfessionen betrachten, bei anderen ist es sinnvoller vor allem die römisch-katholische Kirche zu betrachte, jedoch ohne die evangelische Kirche aus den Augen zu verlieren.

4 Im Folgenden abgekürzt als „SuS“.

5 Vgl. Christian Tischner: Historische Reden im Geschichtsunterricht, Schwalbach/Ts 2008. (im Folgenden zitiert als: Tischner: Reden.)

6 Rainer F. Schmidt: Otto von Bismarck (1815-1898). Realpolitik und Revolution. Eine Bio-

graphie, Stuttgart 2004, S. 237. (im Folgenden zitiert als Schmidt: Bismarck.)

7 Schmidt: Bismarck, S. 236. Sogar der Kaiser stöhnte bisweilen über den Politikund Führungsstil Bismarcks; vgl. Schmidt: Bismarck, S. 237.

8 Schmidt: Bismarck, S. 238.

9 Schmidt: Bismarck, S. 238.

10 Vgl. Schmidt: Bismarck, S. 238ff.

11 Schmidt: Bismarck, S. 235. Ironischerweise war es Bismarck selbst, der durch die Einigung des Deutschen Reiches und die Reichsverfassung das Parlament erst als wichtige und einflussreiche Institution (Blockademöglichkeit) etablierte; vgl. Schmidt: Bismarck, S. 234.

12 Beispielsweise im Sommer 1871 mit Hilfe der Kreuzzeitung gegen den Ultramontanismus; Schmidt: Bismarck, S. 242f. Diese Kampagnen werden als unerbittlich und hasserfüllt beschrieben; sie sollen einem „Trommelfeuer“ geglichen haben; vgl. Schmidt: Bismarck, S. 235.

13 Schmidt: Bismarck, S. 235.; Thomas Nipperdey: Deutsche Geschichte 1866-1918, Bd. 2, München 1998, S. 362. (im Folgenden zitiert als Nipperdey: Deutsche Geschichte.)

14 Schmidt: Bismarck, S. 237.

15 Schmidt: Bismarck, S. 236.

16 Vgl. Schmidt: Bismarck, S. 237.

17 Schmidt: Bismarck, S. 236. Wobei man sagen muss, dass Bismarcks Gesundheitszustand zum Zeitpunkt des Kulturkampfes sich bereits deutlich gebessert hatte, sodass man schwerlich beurteilen kann, inwieweit dieser Einfluss auf die Art seiner Entscheidungen genommen haben könnte.

18 Wehler, Hans-Ulrich: Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 3, München 1995, S. 379-396. (im Folgenden zitiert als Wehler: Gesellschaftsgeschichte.); Wehler schreibt aus einer protestantischen Perspektive und dementsprechend ablehnend fällt auch seine Bewertung der katholischen Kirche und ihrer Positionen aus, wie auch die Beurteilung des politischen Katholizismus in seiner Organisationsform der Zentrumspartei. Es soll versucht werden diese Positionierung neutraler darzustellen bzw. diese als Wehlers Position kenntlich zu machen.

19 Gerhard Besier: Kirche, Politik und Gesellschaft im 19. Jahrhundert, in: Lothar Gall (Hrsg.):

Enzyklopädie Deutscher Geschichte, Bd. 48, München 1998, S. 17. (im Folgenden zitiert als Besier: Kirche.)

20 Besier: Kirche, S. 17.

21 Besier: Kirche, S. 16.

22 Wehler: Gesellschaftsgeschichte, S. 379.

23 Wehler: Gesellschaftsgeschichte, S. 379. Der deutsch-französische Krieg von 1870/71 wurde ebenfalls als „Religionskrieg“ stilisiert; Wehler: Gesellschaftsgeschichte, S. 383. Da die katholische Kirche auf Seiten Frankreichs stand, richtete sich der Kampf logischerweise auch gegen diese.

24 Während der Revolution von 1848 und der Ausrufung der Republik durch Giuseppe Mazzi-

ni, wie auch später durch Garibaldi; vgl. Wehler: Gesellschaftsgeschichte, S. 384. In Frankreich fand die Beschneidung der kirchlichen Macht bereits 1789 während der Revolution statt. Hier sieht man und kann auch den SuS begreiflich machen, dass es sich keineswegs um einen rein deutschen Konflikt mit der katholischen Kirche handelt, sondern um ein gesamteuropäisches Phänomen; vgl. Nipperdey: Deutsche Geschichte, S. 364.

25 Besier: Kirche, S. 16.

26 Wehler: Gesellschaftsgeschichte, S. 385.

27 Wehler: Gesellschaftsgeschichte, S. 385. Wehler spricht vom Ausbau der päpstlichen Diktatur im Zeichen des Ultramontanismus und des Neodogmatismus des Papstes; vgl. Wehler: Gesellschaftsgeschichte, S. 384f.

28 Wehler: Gesellschaftsgeschichte, S. 385.

29 Wehler spricht davon, dass dieser Glaubenssatz keine glaubwürdige Basis in der biblischen Überlieferung besäße und gleichzeitig eine Diskriminierung aller Mütter darstelle, da diese und auch ihre Kinder demnach selber aus einer befleckten Empfängnis hervorgegangen seien und sie deshalb einer Reinigungsmesse bedürften; vgl. Wehler: Gesellschaftsgeschichte, S. 386.

30 Wehler: Gesellschaftsgeschichte, S. 387.

31 Wehler: Gesellschaftsgeschichte, S. 387.

32 Wehler: Gesellschaftsgeschichte, S. 387. Auch das Recht des Staates öffentliche Schulen zu betreiben wurde im Syllabus bestritten sowie die Ansicht vertreten, dass die Kirche direkte und indirekt Gewalt in weltlichen Dingen ausüben könne und ein unantastbares Recht auf weltliche Güter besäße; Wehler: Gesellschaftsgeschichte, S. 387.

33 Vgl. Wehler: Gesellschaftsgeschichte, S. 386ff.

34 Vgl. Wehler: Gesellschaftsgeschichte, S. 388.

35 Wehler: Gesellschaftsgeschichte, S. 388.

36 Der Papst hatte jetzt die Möglichkeit ohne Beratung mit der Kirche seine Lehrmeinung durchzusetzen; vgl. Wehler: Gesellschaftsgeschichte, S. 389.

37 Vgl. Wehler: Gesellschaftsgeschichte, S. 390. Da die Professoren aber an staatlichen Universitäten lehrten weigerte sich der Staat diese zu entlassen und schuf in diesem Zusammenhang ein weiteres Konfliktfeld; vgl. Wehler: Gesellschaftsgeschichte, S. 893.; vgl. Nipperdey: Deutsche Geschichte, S. 372.

38 Wehler: Gesellschaftsgeschichte, S. 392.

39 Zu diesen Vereinen zählten insbesondere die Kolping-Vereine; vgl. Wehler: Gesellschaftsgeschichte, S. 392.

40 Wehler: Gesellschaftsgeschichte, S. 392.

41 Besier: Kirche, S. 19.

42 Wehler: Gesellschaftsgeschichte, S. 393.

43 Wehler: Gesellschaftsgeschichte, S. 394.

44 Wenn man beide Texte (Wehler und Nipperdey) – in Auszügen – für den Unterricht verwenden möchte, können die SuS multiperspektivisch lernen und ihre Methodenund Urteilskompetenz trainieren, indem sie beide Texte kritisch untersuchen und miteinander vergleichen (s.u.).

45 Nipperdey: Deutsche Geschichte, S. 369.

46 Nipperdey: Deutsche Geschichte, S. 369.

47 Vgl. Nipperdey: Deutsche Geschichte, S. 371.

48 Die Entstehungsgeschichte der Zentrumspartei kann in dieser Arbeit nicht näher erläutert

49 Vgl. Nipperdey: Deutsche Geschichte, S. 369-372. Gemäßigt ultramontan deshalb, weil

50 Nipperdey: Deutsche Geschichte, S. 372. rumspartei aufzugeben, um sie daraufhin politisch auszuschalten zu können.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Die Rede „Königthum und Priesterthum“ des Fürsten Otto von Bismarck vor dem preußischen Herrenhaus vom 10.03.1873
Untertitel
Der „Kulturkampf“ im Geschichtsunterricht in der Sekundarstufe II am Beispiel der Bismarckrede
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Historische Reden im Geschichtsunterricht
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
29
Katalognummer
V213388
ISBN (eBook)
9783656416746
ISBN (Buch)
9783656416951
Dateigröße
470 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die vorgelegte Verschriftlichung der Präsentation ist insgesamt sprachlich klar formuliert, formal korrekt und vermag in fachdidaktischer Hinsicht sehr zu überzeugen. Die komplexe Thematik wird Adressaten bezogen und sachangemessen aufgearbeitet und im Sinne eines multiperspektivischen Zugriffs (Wehler und Nipperdey, Kontroversität) dargeboten.Die Ausführungen sind differenziert, in sich schlüssig und flektieren auch den Stand der fachdidaktischen Forschung
Schlagworte
rede, königthum, priesterthum, fürsten, otto, bismarck, herrenhaus, kulturkampf, geschichtsunterricht, sekundarstufe, beispiel, bismarckrede
Arbeit zitieren
Stefan Westkemper (Autor), 2013, Die Rede „Königthum und Priesterthum“ des Fürsten Otto von Bismarck vor dem preußischen Herrenhaus vom 10.03.1873 , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213388

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