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Personalisierung in der politischen Kommunikation

Zwischen Simulation, Moralisierung und Skandalisierung

Título: Personalisierung in der politischen Kommunikation

Trabajo , 2012 , 15 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor)

Medios / Comunicación - Medios y política, comunicaciones políticas
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‚Die Inszenierung der Politiker ist heute wichtiger als die politischen Sachfragen!’; ‚Politik ist nur noch unter den Bedingungen der Medien möglich!’; usw. So, oder so ähnlich klingen die kritischen Stimmen, wenn es um die Beobachtung der Personalisierung in der Politik bzw. in der politischen (medialen) Kommunikation geht. Die Befürchtungen die mit der scheinbaren Zunahme der (medialen) Konzentration auf die Person des Politikers - anstatt auf die Partei oder gar auf das Parteiprogramm – einhergehen, erstrecken sich von demokratietheoretischen Befürchtungen bis zur vermeintlichen Diktatur der Politik durch die Medien.
Mir geht es in der vorliegenden Arbeit dagegen zunächst darum zu klären, wie eigentlich Politik oder ‘das Politische’ beschrieben werden kann und wie sich das Politische möglicherweise verändert hat. Dabei wird die These entwickelt, dass es sich beim Politischen um einen permanenten Aushandlungsvorgang handelt, dessen differente Artikulationen sichtbar sein müssen. Werden politische Differenzen, wie z.B. die zwischen ‘Links’ und ‘Rechts’ unsichtbar, so droht womöglich das Verschwinden des Politischen. Doch trotz eines zu beobachtenden Verschwindens von Differenzen (und des Politischen), kann ein Verschwinden von politischen Akteuren nicht beobachtet werden. Die Zunahme von politischen Talkshows ist dafür nur ein Indiz.
Ich gehe von der Vermutung aus, dass Personalisierung in der Politik ein politisches Mittel darstellt, zu verschleiern, dass Erstens einzelne Personen in der Politik gar keine Macht (mehr) haben und Zweitens der Politik als System gar nicht (mehr) die Macht zukommt, die Gesellschaft zu ‚steuern’. Statt Personen sind es eigentlich hochkomplexe Organisationsstrukturen und Institutionen, in welchen (hinter verschlossenen Türen – im Gegensatz zur Öffentlichkeit) die Entscheidungen getroffen werden. Personalisierung dient nach dieser Vermutung nur dazu, den Anschein zu bewahren, konkrete Personen hätten die Macht in der Politik. Dabei kann außerdem beobachtet werden, dass im politisch - medialen Diskurs eine Vielzahl an moralischer Kommunikation betrieben wird. Der politische Skandal soll daraufhin auf seinen paradoxen Charakter hin untersucht werden, welcher womöglich dazu dient, den Anschein der moralischen Integrität des politischen Systems widerherzustellen bzw. aufrechtzuerhalten.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Politik, Moral und Simulation

2.1 Politik und Moral

2.2 Politik als diskursive Aushandlung von Hegemonie

2.3 Politik als Simulation

2.4 Die Funktion des politischen Personals

3 Der politische Skandal

3.1 Moral als Kontrolle der Funktionssysteme

3.2 Skandal als moralischer Ablaßhandel

4 Fazit – Personalisierung, Moral, Simulation

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Funktion der Personalisierung in der modernen politischen Kommunikation unter Berücksichtigung systemtheoretischer und poststrukturalistischer Ansätze. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern Personalisierung, moralische Kommunikation und politische Skandale als Mechanismen dienen, um die Illusion politischer Handlungsfähigkeit in einer komplexen Gesellschaft aufrechtzuerhalten.

  • Die Veränderung des Politischen durch systemische Komplexität
  • Die Rolle der moralischen Kommunikation in den Massenmedien
  • Politik als "Simulation" und "Politik als ob"
  • Der politische Skandal als Instrument der moralischen Kontrolle
  • Die Funktion des politischen Personals als "leerer Signifikant"

Auszug aus dem Buch

2.4 Die Funktion des politischen Personals

Massenmedien sind daran beteiligt, diese Illusionen aufrecht zu halten. Die Inszenierung von Politik durch Politiker in den Medien dient aus dieser Perspektive u.a. dazu, die Illusion aufrechtzuerhalten, das Chaos der Funktionssysteme ließe sich durch personelle Kraft, und damit polititische Macht regulieren. Ein Politiker muss den Eindruck vermitteln, für jeden gesellschaftlichen Bereich eine Lösung parat zu haben. Der Politik kommt damit die Funktion zu, “als ein Funktionssystem unter anderen [...] fürs Ganze zu stehen, ohne das Ganze zu sein” (Nassehi, 2003, S. 137). Was Eliten, und insbesondere Politiker heute leisten müssen, wollen sie erfolgreich sein, besteht laut Armin Nassehi darin, die Codes der verschiedenen Funktionssysteme zu übersetzen. Sie müssen die Fähigkeit haben, flexibel auf unterschiedliche, systemabhängige Sprachen und damit Anforderungen zu reagieren.

Nicht mehr gefragt ist Max Webers “Fachmensch ohne Geist”, sondern “Leute von unangestrengter Souveränität, Kommunikationsprofis eben” (Nassehi, 2005, S. 38). Der Politiker benötigt diese Fähigkeiten vor allem dort, wo es um die Rekrutierung von Wählern geht. Die politische Mitte erfordert eine hohe Anschlussfähigkeit möglichst unterschiedlicher Wählertypen. Dies entspricht dem Funktionsprinzip der Populärkultur. Populär und gewählt wird ein Politiker dann, wenn die Mehrheit der Wähler sich auf ihn einigen kann. In der Theoriesprache Laclaus und Mouffes heißt dies: Um als PolitikerIn populär zu werden, muss die Person selbst ein leerer Signifikant sein. Sie muss von allen Differenzen befreit werden: “[...] empty signifier – that is a signifier of the pure cancellation of all difference.” (Laclau, 1996, S. 38). Norbert Bolz nennt dies ‘Opportunismus’ und kührt Angela Merkel zur Meisterin in dieser Kunst: “heute für, morgen gegen Atomkraft; heute für, morgen gegen Steuererleichterungen; heute für, morgen gegen Wehrpflicht usf. Niemand beherrscht das eindrucksvoller als unsere Kanzlerin.“ (Bolz, 2011).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der politischen Personalisierung ein und entwickelt die These, dass diese als Mittel zur Komplexitätsreduktion und zur Simulation politischer Steuerungsfähigkeit dient.

2 Politik, Moral und Simulation: Dieses Kapitel analysiert das Verhältnis von Politik, Moral und Simulation und diskutiert, wie durch die Inszenierung politischer Differenzen trotz faktischer Indifferenz eine "Politik als ob" entsteht.

2.1 Politik und Moral: Hier wird untersucht, wie moralische Kommunikation in den Massenmedien zur Steuerung öffentlicher Aufmerksamkeit genutzt wird und warum moralische Urteile oft an die Stelle sachlicher Argumente treten.

2.2 Politik als diskursive Aushandlung von Hegemonie: Dieses Kapitel beleuchtet das Verständnis von Politik als diskursives Arrangement, in dem Identitäten und Gegnerschaften im Sinne eines "agonistischen Pluralismus" ausgehandelt werden.

2.3 Politik als Simulation: Der Fokus liegt auf der These, dass Politik in der modernen Gesellschaft zunehmend zur Simulation verkommt, da tatsächliche politische Macht durch systemische Sachzwänge weitgehend entmachtet wurde.

2.4 Die Funktion des politischen Personals: Das Kapitel erläutert, warum Politiker als "leere Signifikanten" fungieren müssen, um als anschlussfähige Kommunikationsprofis in einer komplexen Medienlandschaft zu bestehen.

3 Der politische Skandal: Hier wird der Skandal als paradoxes Instrument identifiziert, das einerseits moralische Verstöße thematisiert, andererseits aber zur Stabilität des Systems beitragen kann.

3.1 Moral als Kontrolle der Funktionssysteme: Dieses Kapitel analysiert, wie die Gesellschaft moralische Kontrolle als (oft ineffektives) Instrument einsetzt, um die Integrität ihrer Funktionssysteme zu wahren.

3.2 Skandal als moralischer Ablaßhandel: Es wird dargelegt, wie politische Akteure durch Bußrituale versuchen, ihre moralische Integrität und damit ihr Ansehen nach einem Skandal wiederherzustellen.

4 Fazit – Personalisierung, Moral, Simulation: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt den engen Zusammenhang zwischen Personalisierung und moralischer Kommunikation als konstituierende Elemente der gesellschaftlichen Ordnung.

Schlüsselwörter

Politische Kommunikation, Personalisierung, Systemtheorie, Moral, Simulation, Politik als ob, Politischer Skandal, Hegemonie, Diskurs, Funktionssysteme, Agonistischer Pluralismus, Macht, Medienberichterstattung, Sachzwang, Politische Eliten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen der Personalisierung in der politischen Kommunikation und deren Funktion innerhalb moderner demokratischer Gesellschaften.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit verknüpft systemtheoretische Ansätze nach Niklas Luhmann mit poststrukturalistischen Theorien von Laclau, Mouffe und Baudrillard, um die Dynamiken von Moral, Simulation und Skandalisierung zu analysieren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, welche Funktion die Personalisierung von Politik für das politische System und die politische Kommunikation in den Massenmedien erfüllt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer funktionalistischen Erkenntnistheorie sowie diskursanalytischen Ansätzen basiert und diese anhand aktueller politischer Phänomene und Fallbeispiele illustriert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Politik als Simulation, die Analyse der moralischen Kommunikation in Medien sowie die Rolle des politischen Skandals als Kontrollinstrument.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Personalisierung, Politik als ob, Simulation, moralische Kommunikation, Funktionssysteme und politischer Skandal.

Inwiefern dient der politische Skandal laut Autor als "Ablaßhandel"?

Der Skandal ermöglicht es Politikern, durch öffentliche Bußrituale und Schuldbekenntnisse ihre moralische Integrität zu inszenieren und so das Vertrauen der Wähler trotz vorangegangener Fehltritte zurückzugewinnen.

Warum wird der Politiker als "leerer Signifikant" bezeichnet?

In Anlehnung an Laclau und Mouffe muss ein populärer Politiker alle spezifischen Differenzen ablegen, um für eine breite Masse an Wählern anschlussfähig zu bleiben und als Projektionsfläche für diverse Interessen zu dienen.

Final del extracto de 15 páginas  - subir

Detalles

Título
Personalisierung in der politischen Kommunikation
Subtítulo
Zwischen Simulation, Moralisierung und Skandalisierung
Universidad
LMU Munich  (Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung)
Curso
Politische Kultur und Massenkommunikation
Calificación
1,3
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
15
No. de catálogo
V213397
ISBN (Ebook)
9783656416722
ISBN (Libro)
9783656417019
Idioma
Alemán
Etiqueta
Personalisierung Kommunikation Politik Massenmedien Medien Poststrukturalismus Ernesto Laclau Skandal Systemtheorie Moral Hegemonie Konsens Simulation Simulacrum Lüge Transparenz Signifikant Leerer Signifikant Chantal Mouffe Armin Nassehi Norbert Bolz Niklas Luhmann Jean Baudrillard Martin Nonhoff Adolf Sauerland Jürgen Habermas
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2012, Personalisierung in der politischen Kommunikation, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213397
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