Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Orientalism / Sinology - Islamic Studies

Ibn Rušd, Rezeption, Kommentierungen in Aristoteles’ De Anima – Über die Unsterblichkeit der Seele

Eine Kontroverse

Title: Ibn Rušd, Rezeption, Kommentierungen in Aristoteles’ De Anima – Über die Unsterblichkeit der Seele

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sabine Mohamed (Author)

Orientalism / Sinology - Islamic Studies
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Es gab zwei Probleme, die sowohl im Mittelalter als auch in der Renaissance diskutiert wurden: zum einen die Unsterblichkeit der Seele, zum anderen die Ewigkeit der Welt (vgl. Pomponazzi 1990: IX). Die averroistische Bewegung steht im Spiegel dieser Epoche, weil das Verhältnis zwischen Philosophie und Theologie einen zentralen Punkt in den philosophischen Debatten im Okzident und Orient im Mittelalter darstellt. Insbesondere die Unsterblichkeitslehre der Seele sorgt für heftige Kontroversen im christlichen Europa, welche Ibn Rušd in den Großen Kommentaren zu De Anima (Über die Seele, Aristoteles) elaboriert und wieder zur Diskussion stellt. Aristoteles’ De Anima ist die erste Abhandlung der Antike, die sich dem Thema der Seele annimmt. Die averroisitsche Bewegung, welche Ibn Rušds Handschrift trägt, kann einen Zeitraum von vier Jahrzehnten beanspruchen (von ungefähr 1200 bis nach 1600 A.D). Der „Averroismus“, häufiger „lateinischer Averroismus“ (nach Renan) oder auch „heterodoxer Aristotelismus“ steht nach Anke von Kügelgen (1994) für eine Reihe von Theorien, die nicht in Anbetracht der Offenbarung, sondern als Antwort auf Ibn Rušds Kommentierungen der Werke von Aristoteles rational und vielmehr philosophisch begründet sind. Da die Doktrin des ʿaqal (Intellekts) das Resultat jahrelanger Arbeit des Ibn Rušds an den Kommentaren des Werkes De Anima ist.
Ibn Rušd war bekannt als der große Aristoteles Kommentator. Allerdings haben seine Ideen kaum bis keinen Widerhall in der islamischen Welt gefunden. Dafür lösten seine Großen und Mittleren Kommentare heftige Debatten unter christlichen Scholastikern aus, weil sie fundamentale Glaubenssätze des Christentums in Frage stellten.(...)

What is the soul and what are the elements that constitutes the soul (nous)? These are questions that go back to the hellenistic era. However, with Ibn Rušd (1126-1198) they play a central role in the Medieval Ages in Europe. What comes after „human death“?
Those are pressing theological as well as political topics in the Medieval Ages in Europe also regarding the construction of a Christian Europe and defending its territoral borders.
Questions about the nature of the human soul that have Averroes’ handwriting. He
earned the title „the commentator“ because he wrote the most important commentaries of Aristoteles’ work De Anima (on the soul). His Commentaries stirred up Christian Scholastics because he enhanced the concept of the immortality of the soul.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historisch-geographischer Kontext: Al- Andalūs

3. Ibn Rušd und das „Machen“ von Averroes

4. Die (Un)Sterblichkeit der Seele

4.1. Über das Werk De Anima (Aristoteles)

4.2. Unsterblichkeitslehre der Seele

4.3. Rezeption der Kommentare des Averroes

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Kontroversen um den Begriff der Seele im mittelalterlichen Europa, die durch die Rezeption der Kommentare von Ibn Rušd (Averroes) zu Aristoteles’ De Anima ausgelöst wurden, und analysiert dabei das Verhältnis von Philosophie und Theologie sowie die Konstruktion des "Averroes" im westlichen Diskurs.

  • Historischer Kontext von Al-Andalūs und der Einfluss auf die Philosophie
  • Die Biografie und das wissenschaftliche Wirken von Ibn Rušd
  • Die aristotelische Lehre der Seele und deren averroistische Interpretation
  • Die Rezeption und kritische Auseinandersetzung durch christliche Scholastiker (z. B. Thomas von Aquin)
  • Die Bedeutung der Einheit des Intellekts für die Frage der individuellen Unsterblichkeit

Auszug aus dem Buch

4.1. Über das Werk De Anima (Aristoteles)

„The soul is closely similar to light: light is divided by the division of illuminated bodies, and is unified when the bodies are annihilated, and this same relation holds between soul and bodies“ (Oliver Leaman 1988: 85)

Das 13. Jahrhundert war (auch) der Versuch die Doktrin Aristoteles und die Kommentare des Averroes mit der christlichen Theologie in Einklang zu bringen. Die Harmonisierung der christlichen Lehre und der aristotelischen spaltete sich an der Frage nach der Seele.

„More particulary, it seemed to many Christians that Averroes’ teaching -- and, therefore supposedly Aristotele’s – that there is one intellect for all men demanded a denial of the spirituality and immortalitiy of the soul“ (Mohammed, Ovey Nelson. 1984: 91)

Für Aristoteles lag die Unterscheidung zwischen anderen Wesen und dem Wesen des Menschen im Denken. Die Unterscheidung sei zentral, da bei nicht-menschlichen Wesen nicht von einer Erschaffenheit ausgegangen wird, sondern von einem erzeugt werden aus der Natur heraus:

„Während die Natur nämlich von Anfang an immer auf die Erzeugung eines je Einzelnen hinstrebe, be-ginne das menschliche Denken die Konstitution seiner Gegenstände im Ausgang von einem Allgemeinen.“(A., Schmitt in: Raif Georges Khoury 2002: 68-69.)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die zentralen Probleme der Unsterblichkeit der Seele und der Ewigkeit der Welt vor und führt in die Bedeutung der averroistischen Bewegung als philosophische Antwort auf die Werke des Aristoteles ein.

2. Historisch-geographischer Kontext: Al- Andalūs: Dieses Kapitel skizziert die soziopolitischen Rahmenbedingungen des islamischen Spaniens, die den Aufstieg bedeutender Kultur- und Wissenschaftszentren ermöglichten.

3. Ibn Rušd und das „Machen“ von Averroes: Hier wird der Lebensweg Ibn Rušds, seine Ausbildung und seine Tätigkeit als bedeutender Kommentator sowie die spätere Latinisierung seines Namens als konstruierter "Averroes" im Mittelalter betrachtet.

4. Die (Un)Sterblichkeit der Seele: Das Hauptkapitel analysiert die aristotelische Seelenlehre, die averroistische Interpretation der Einheit des Intellekts und die daraus resultierenden Spannungen mit christlichen Glaubensvorstellungen.

4.1. Über das Werk De Anima (Aristoteles): Untersuchung der aristotelischen Definition der Seele als Form des Körpers und der Unterscheidung zwischen verschiedenen Intellektsformen.

4.2. Unsterblichkeitslehre der Seele: Auseinandersetzung mit der von Averroes vertretenen Einheit des Intellekts und deren Abgrenzung zur christlichen Lehre der individuellen Seele.

4.3. Rezeption der Kommentare des Averroes: Analyse der massiven Kritik durch Denker wie Thomas von Aquin und der Rolle der averroistischen Philosophie in den mittelalterlichen Universitäten.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Ibn Rušds Kommentare vor allem deshalb kontrovers waren, weil sie zentrale christliche Dogmen wie das Jüngste Gericht in Frage stellten, und betont die identitätsstiftende Bedeutung dieser philosophischen Debatten.

Schlüsselwörter

Ibn Rušd, Averroes, Aristoteles, De Anima, Unsterblichkeit der Seele, Einheit des Intellekts, mittelalterliche Philosophie, christliche Scholastik, Al-Andalūs, Philosophie und Theologie, Kommentarwesen, aktiver Intellekt, Averroismus, Thomas von Aquin, Rezeption.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die philosophische Rezeption der aristotelischen Schriften, insbesondere des Werkes De Anima, durch den islamischen Gelehrten Ibn Rušd (Averroes) und die daraus resultierenden theologischen Kontroversen im europäischen Mittelalter.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören der historisch-geographische Kontext des islamischen Spaniens (Al-Andalūs), die Biografie Ibn Rušds, die Interpretation der Seele bei Aristoteles und die heftige Auseinandersetzung zwischen der averroistischen Intellektlehre und der christlichen Scholastik.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, nachzuvollziehen, warum der Begriff der Seele nach der Konzeptualisierung durch Averroes für so starke Kontroversen im christlichen Europa sorgte und wie der Prozess der "Averroes-Konstruktion" in der Rezeptionsgeschichte stattfand.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine systematische textanalytische Arbeit, die philosophische und theologische Quellen sowie wissenschaftliche Sekundärliteratur heranzieht, um die Entwicklung der averroistischen Doktrin und ihre Wirkungsgeschichte darzustellen.

Welche zentralen Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die aristotelische Seelenlehre, die Unterscheidung verschiedener Intellektsformen (aktiv, materiell, passiv) sowie die gezielte Auseinandersetzung von Denkern wie Thomas von Aquin mit der averroistischen Lehre der Einheit des Intellekts detailliert analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Einheit des Intellekts", "Averroismus", "Unsterblichkeit", "Scholastik" und "aristotelische Philosophie" definiert.

Welche Bedeutung hat die Latinisierung des Namens "Ibn Rušd" zu "Averroes"?

Die Arbeit arbeitet heraus, dass die Latinisierung mehr als eine bloße Namensänderung war; sie stellt eine europäische Adaption und Konstruktion dar, die es den christlichen Gelehrten erleichterte, sich mit den als kritisch empfundenen Thesen des islamischen Philosophen auseinanderzusetzen.

Inwiefern hat die Lehre des Averroes christliche Dogmen in Frage gestellt?

Durch die Theorie der "Einheit des Intellekts" entfiel nach averroistischer Lesart die individuelle Unsterblichkeit der Seele, was logisch die Bedeutung des Jüngsten Gerichts und der leiblichen Wiederauferstehung, zwei Grundpfeiler des christlichen Glaubens, untergrub.

Excerpt out of 23 pages  - scroll top

Details

Title
Ibn Rušd, Rezeption, Kommentierungen in Aristoteles’ De Anima – Über die Unsterblichkeit der Seele
Subtitle
Eine Kontroverse
College
University of Heidelberg  (Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients - Islamwissenschaft)
Course
Rationalismus im Islam
Grade
1,0
Author
Sabine Mohamed (Author)
Publication Year
2010
Pages
23
Catalog Number
V213403
ISBN (eBook)
9783656416692
ISBN (Book)
9783656417514
Language
German
Tags
rušd rezeption kommentierungen aristoteles’ anima über unsterblichkeit seele eine kontroverse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabine Mohamed (Author), 2010, Ibn Rušd, Rezeption, Kommentierungen in Aristoteles’ De Anima – Über die Unsterblichkeit der Seele, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213403
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  23  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint