Erzählt wird hier ein kleiner Ausschnitt aus der jahrhundertealten konfliktreichen Geschichte des Grenzbereiches zwischen Deutschen und Polen und Ukrainern und Russen - genauer: ein Stück der Geschichte der Familien Klein und Edemann im Rahmen der großen Geschichte des Ostens, in Wolhynien, in Polen, in Russland / Sibirien und vor allem in Masuren / Ostpreußen.
Auf die allgemeine Geschichte, vor allem die der beiden Weltkriege nimmt der Autor in seinem Bericht Bezug. Der Fokus liegt dabei aber ganz auf denjenigen Ereignissen, die konkrete Auswirkungen für seine Familien hatten.
Die Publikation ist ergänzt durch zahlreiche Fotos und Grafiken.
Inhaltsübersicht
1. Das Entstehen einer Idee
2. Die Vorfahren
2.1. Ostpreußen, Kreis Soldau
2.2. Die Familie väterlicherseits – die Kleins
2.2.1. Wolhynien – Anmerkungen zu seiner Geschichte
2.2.2. Wolhynien – das Land
2.2.3. Einwanderungen nach Wolhynien
2.2.4. Großvater Georg Klein in Wolhynien
2.2.5. Familie Georg Klein in Ostpreußen
2.2.6. Die alte Streitfrage: Wem gehört das Land?
2.2.7. Kurzer Überblick über die Geschichte Przellenks
2.2.8. Im Ersten Weltkrieg
2.3. Die Familie unserer Mutter – die Edemanns
2.3.1. Die Einwanderung der Edemanns nach Wolhynien
2.3.2. Unsere Mutter in Wolhynien
2.3.3. Die Deportation nach Sibirien
2.3.4. Die Rückkehr nach Wolhynien
2.3.5. Unsere Mutter in Ostpreußen
2.3.6. Ostpreußen /Soldau – die Lage nach dem Ersten Weltkrieg
2.3.7. Unser Vater in Ostpreußen
3. Das Ehepaar Klein – unsere Eltern
3.1. Zwischen den Kriegen
Einschub: Opa Edemann
3.2. Im Zweiten Weltkrieg
3.3. Das Verhältnis unserer Eltern zum Hitler-Regime
3.4. Unser Vater als Volkssturmmann
4. Die Flucht
4.1. Planung und Vorbereitung
4.2. Ostpreußen bei Kriegsende
4.3. Der lange Treck
5. Der Tod unseres Vaters
Zielsetzung und Themen
Ziel des Autors ist es, die Familiengeschichte der Kleins und Edemanns vor dem Hintergrund der bewegten politischen Ereignisse zwischen 1862 und 1945 historisch möglichst genau zu dokumentieren und dabei eng am individuellen Schicksal der Familienmitglieder zu orientieren.
- Lebensbedingungen und Einwanderungsgeschichte der Wolhyniendeutschen.
- Die Auswirkungen politischer Grenzverschiebungen und Konflikte (Weltkriege) auf die Zivilbevölkerung.
- Flucht, Vertreibung und Deportation im Kontext der ostpreußischen Geschichte.
- Das Leben im Alltag, geprägt durch handwerkliche Arbeit, Glauben und familiären Zusammenhalt in Krisenzeiten.
Auszug aus dem Buch
1. Das Entstehen einer Idee
Wir standen auf dem Badesteg der Feriengemeinschaft „Klubad“ am Gym-See in Nowa Kaletka in Polen: in Masuren, dem südlichen ehemaligen Ostpreußen. „Wir“, das waren meine Geschwister Erna, Erich und seine Frau Natalie, Artur und seine Frau Traute, Irmgard und ich. Wir hatten uns dort ein Ferienhaus gemietet, um noch einmal die Orte unserer Kindheit zu besuchen. Die meisten Menschen sprechen von „Heimat“, wenn sie diese Orte meinen, aber ich meide dieses Wort: Zu oft ist es von Vertriebenenverbänden, Flüchtlingsverbänden und eben „Heimat“-Verbänden politisch funktionalisiert und dadurch missbraucht worden.
Wir hatten schnell die Zimmer verteilt, die Sachen verstaut und waren dann an den See hinuntergegangen und auf den Badeanleger hinaus, obgleich ein Schild nach Ernas Auskunft diesen Steg für die Gäste der Genossenschaft reservierte und für Nichtbefugte verbot. Aber falls sich jemand beschweren sollte, verstand eben niemand von uns Polnisch - also auch nicht das Verbotsschild.
Wir standen da und schauten in die untergehende Sonne, die den Himmel und den See neben dem Mischwald aus Birken und Kiefern rot färbte.
Es war still, im Wasser versuchten kleine Kinder mit einer Blechdose Fische zu fangen: Drei schwammen schon in einem Marmeladenglas.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Das Entstehen einer Idee: Der Autor schildert den Besuch der Kindheitsorte in Masuren, der den Anstoß zur Aufarbeitung der Familiengeschichte gab.
2. Die Vorfahren: Dieser umfangreiche Teil beleuchtet die Herkunft der Familien Klein und Edemann in Wolhynien, ihre Einwanderung und die schwierigen Lebensbedingungen im damaligen Grenzgebiet.
3. Das Ehepaar Klein – unsere Eltern: Der Abschnitt beschreibt das Zusammenfinden der Eltern, das Leben zwischen den Weltkriegen und die zunehmende Politisierung und Belastung durch das Hitler-Regime.
4. Die Flucht: Eine detaillierte Darstellung der Planung, der Vorbereitungen und der Flucht der Familie aus Ostpreußen gegen Ende des Zweiten Weltkriegs.
5. Der Tod unseres Vaters: Die abschließende Schilderung der Verwundung und des Todes des Vaters im Lazarett in Pillau kurz vor Kriegsende sowie das Schicksal der Hinterbliebenen.
Schlüsselwörter
Familiengeschichte, Wolhyniendeutsche, Ostpreußen, Flucht, Zweiter Weltkrieg, Siedler, Ahnenforschung, Przellenk, Soldau, Volkssturm, Deportation, Masuren, Lebensalltag, Grenzkonflikte, Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Das Buch ist eine chronologische Familiengeschichte der Familien Klein und Edemann, die ihre Wurzeln in Wolhynien haben und schließlich in Ostpreußen siedelten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Schicksal der sogenannten Wolhyniendeutschen, Flucht- und Vertreibungserfahrungen sowie der Alltag im deutsch-polnischen Grenzgebiet des Kreises Soldau.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Ziel ist es, ein historisch fundiertes Bild der Familienhistorie zu zeichnen, das auf den persönlichen Erzählungen der Zeitzeugen und dem familiären Gedächtnis basiert.
Welche wissenschaftlichen Methoden wurden verwendet?
Der Autor nutzt eine Kombination aus mündlichen Überlieferungen (Interviews mit Geschwistern), Literaturrecherche, Archivmaterialien und geografischen Karten zur Rekonstruktion der Lebenswege.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich ausführlich mit der Ansiedlung der Vorfahren in Wolhynien, dem späteren Umzug nach Ostpreußen, dem Leben während der NS-Zeit und den dramatischen Ereignissen der Flucht 1945.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich das Werk charakterisieren?
Identitätsfindung, Grenzerfahrungen, Kriegsalltag, bäuerliche Selbstversorgung, Fluchtrouten und die Aufarbeitung verdrängter Familienereignisse.
Welche Rolle spielt die "Wasserquelle" für die Familie?
Die „Wasserquelle“ war ein religiöses Erbauungsbuch der Mutter, das Leokadia während ihrer Deportationszeit als Trostspender begleitete und dessen Verlust sie zeitlebens schmerzte.
Warum war der Tod des Vaters für den Autor lange Zeit ein unklares Ereignis?
Der Vater wurde zum Volkssturm eingezogen und schwer verwundet; die Familie erhielt erst 1948 durch ein Schreiben der Deutschen Dienststelle Gewissheit über seinen Tod in einem Lazarett in Pillau.
- Citar trabajo
- Horst Klein (Autor), 2013, "Weißt Du noch?", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213416