Beratungsbedarf bei Familien mit asthmakranken Kindern


Projektarbeit, 2013

29 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Bedeutung von Pflegeberatung
1.2 Problemdarstellung

2. Grundlagen zum Erkrankungsbild Asthma bronchiale

3. Projektvorstellung
3.1 Projektziele
3.2 Projektplanung
3.3 Darstellung der Praxisstelle

4. Projektdurchführung
4.1 Literaturrecherche zu den Bedürfnissen von Familien mit einem asthmakranken Kind
4.2 Eigene Forschung in der Pflegepraxis: Beratungsbedarfserhebung und Beratungsdurchführung

5. Projekterkenntnisse

6. Projektauswertung
6.1 Evaluation des Projektverlaufs
6.2 Reflexion der Rolle als Projektverantwortliche

7. Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang

Anhang A: Anmeldebogen = Projektskizze

Anhang B: Detailprojektplan

Anhang C: Übersicht : Erkrankungsbild Asthma

1. Einleitung

1.1 Bedeutung von Pflegeberatung

Beratungsbedarf hat es in der Pflege prinzipiell schon immer gegeben, der Begriff als solcher rückt jedoch mit zunehmender Präsenz in den Vordergrund.

Auf politischer Ebene war die Änderung des Krankenpflegegesetzes 2003 ein erster Meilenstein. Hier wurde die Befähigung von Auszubildenden zur Durchführung von Beratung, Anleitung und Unterstützung von zu pflegenden Personen als ein Ziel in die Ausbildung aufgenommen (vgl. Bundesministerium der Justiz 2003). Eine nächste große Errungenschaft war die gesetzliche Verankerung von Pflegeberatung für Empfänger von Leistungen nach dem SGB XI im Pflegeweiterentwicklungsgesetz 2009. (vgl. deutscher Bundestag 2012, S.13).

Diese Gesetzesänderungen sind nur als kleiner Teil exemplarisch für die Entwicklung im Gesundheitswesen zu nennen und wurden gewählt, da sie verdeutlichen, dass die Ganzheitlichkeit der zu versorgenden Personen in den Mittelpunkt rückt. Schließlich erfordert die Versorgung von Klienten des Gesundheitswesens vielmehr auch die Bewältigung der Erkrankung im Alltag als nur die Konzentration auf medizinische Maßnahmen.

Die Zunahme an chronischen Erkrankungen und Multimorbidität führen zu Veränderungen im Gesundheitswesen. Dazu gehören unter anderem die Zunahme an Versorgungsangeboten, das Streben nach höchster Qualität und die Einbeziehung der Patienten bei Entscheidungen zur Therapie. Diese Prozesse erfordern einen aufgeklärten Patienten, der zudem daran interessiert ist seinen Genesungsprozess aktiv zu lenken.

Die Bedürfnisse des Patienten stehen damit im Mittelpunkt der gesundheitlichen Versorgung. Betroffene sollen darin unterstützt werden, trotz einer Erkrankung oder Pflegebedürftigkeit, ein zufriedenes und selbstbestimmtes Leben führen zu können.

Professionell Pflegende sind durch ihre Grundausbildung und den engen Kontakt zu Patienten prädestiniert für die Beratungsaufgaben im Gesundheitswesen. Jedoch erfordern die spezifischen Anforderungen an einer für den Patienten zielführenden, also gewinnbringenden Beratung, mehr als die Grundkenntnisse aus der Ausbildung.

Dies begründet die Notwendigkeit einer Professionalisierung der Pflege durch zunehmend akademisierte Pflegekräfte, um den komplexen Bedürfnislagen von Patienten gerecht zu werden.

1.2 Problemdarstellung

Chronische Erkrankungen nehmen im Kindesalter immer mehr zu (vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung 2012). Das Asthma bronchiale ist dabei eine der häufigsten Erkrankungen im Kindesalter (vgl. Korn et al. 2012, S. 430).

Die Symptome sind gut behandelbar, wenn man die Therapiemaßnahmen mit ausreichender Compliance durchführt. Jedoch ergaben Studien, dass Kinder ihre Dauermedikation nicht ausreichend oder falsch anwenden, sodass folglich diese Kinder vermehrt über Asthmasymptome klagen und mehr ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen (vgl. Petermann; Schauerte 2008, S. 621f).

Die lässt sich z.B. durch die Erstellung eines Therapieplans fördern, an dem sich die Eltern orientieren können. Spezifische Asthmaschulungen verbessern nachweislich die Gesamtsituation deutlich, da weniger Notfälle eintreten und Krankenhausbesuche reduziert werden. Häufig werden Eltern und Kinder zu wenig geschult (ebd., S. 625f).

Eltern und Kinder könnten also während des Krankenhausaufenthaltes von einer individuellen Beratung profitieren, indem sich durch besseres Verständnis der Erkrankung eine Verbesserung der Compliance ergibt und die Entwicklung der Kinder weniger eingeschränkt wird.

2. Grundlagen zum Erkrankungsbild Asthma bronchiale

Das Asthma bronchiale ist eine chronische Entzündung der Atemwege, die mit einer reversiblen Atemwegsobstruktion sowie einer bronchialen Hyperreagibilität einhergehen. Als Ursache liegt oft eine genetische Disposition zu Grunde. Häufig spielt auch eine allergische Komponente (Neurodermitis, Nahrungsmittelallergien) eine Rolle sowie die Exposition von Tabakrauch während und nach der Schwangerschaft. Auslöser sind meistens virale Atemwegsinfektionen, Frühgeburtlichkeit sowie Infektionen der unteren Atemwege während des ersten Lebensjahres. (vgl. Korn et al. 2012, S. 430f; Gappa 2010, S.208).

Die Diagnose erfolgt meist klinisch, deshalb ist eine ausführliche Anamnese (Risikofaktoren, Symptome, Krankheitsverlauf) sehr wichtig, da es besonders bei Kleinkindern schwierig zu unterscheiden ist, ob es sich um ein frühkindliches Asthma oder eine chronisch obstruktive Bronchitis handelt. Symptome wie Atemnot, Husten und pfeifende sowie giemende Atemgeräusche, teilweise auch eine Leistungsverminderung sind typisch für Asthma (vgl. Barben 2010, S. 89).

Die Asthmatherapie ist Abhängig vom Grad der Asthmakontrolle, der u.a. nach dem Auftreten von Symptomen, Lungenfunktion und Einschränkungen im täglichen Leben eingestuft wird. Zur medikamentösen Therapie zählen die Nutzungen von inhalativen Steroiden zur Dauerbehandlung, sowie im Bedarfsfall die Verwendung von ß2-Sympathomimetikern. Je nach Schweregrad des Asthmas kann die Dosis dieser Dauer- bzw. Bedarfsmedikamente verändert werden. Bei sehr schwerem Asthma ist auch die Verwendung von systemischen Steroiden angezeigt (siehe Anhang C). Es ist daher wichtig, dass die Asthmakontrolle in regelmäßigen Abständen erfasst wird, damit die Therapie entsprechend angepasst werden kann (vgl. Korn et al. 2012,S. 430; 432ff).

Die regelmäßige Verwendung eines Peak-flow-Meßgeräts ermöglicht dem Patienten eine eigenständige Verlaufskontrolle (vgl. ebd., S. 435).

Zu den präventiven Maßnahmen gehört vor allem die Erhaltung einer rauchfreien Umgebung sowie die bestmögliche Entfernung und Fernhaltung von auslösenden Allergenen. Sportliche Aktivitäten sollten grundsätzlich unterstützt werden. Bei allergischem Asthma kann auch die Hyposensibilisierung dazu beitragen, dass die Kinder beschwerdefreier leben können (vgl. Gappa 2010, S. 215).

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der den Erfolg der Therapie positiv beeinflusst, ist die regelmäßige Patientenschulung. Eine Rehabilitation ist angezeigt, wenn trotz adäquater Therapie Krankheitsfolgen drohen oder fortbestehen (vgl. Korn et al. 2012, S.435f).

Ziel der Therapie ist die vollständige Asthmakontrolle, d.h. keine Asthmaanfälle mehr (< 2x/woche), normale lungenfunktion, kein gebrauch von notfallmedikamenten >< 2x/woche) und keine einschränkung in den täglichen aktivitäten (vgl. barben 2010, s. >

3. Projektvorstellung

3.1 Projektziele

Dieses Praxisprojekt zeigt einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung zum Thema Beratungsbedarfe von Familien mit asthmakrankem Kind. Dies wird einer qualitativen Bedarfserhebung mittels durchgeführter Gespräche mit Betroffenen gegenübergestellt.

Es soll in dieser Arbeit aufgezeigt werden, welchen Beratungsbedarf Eltern aufweisen und mit welchen Informationen man die häusliche Versorgungssituation verbessern kann. Weiterführend können die Ergebnisse dieses Projektes genutzt werden, um zukünftige Patienten während ihres Krankenhausaufenthaltes gezielter beraten zu können bzw. um einen Versorgungspathway für Familien, Kinder und Jugendliche zu erstellen.

Die Entwicklung eines Versorgungskonzeptes, das von Aufnahme bis Entlassung pflegerische Handlungen sowie Beratung einschließt, würde den Rahmen des Projektes überschreiten. Daher wird hier nur die theoretische Basis dazu entwickelt.

3.2 Projektplanung

Die Planung des Projektes begann, nach der Festlegung des Themas und des Ziels, mit einer groben Planung der Vorgehensweise und des zeitlichen Ablaufs. Es entstand eine Projektskizze für den Projektzeitraum von November 2012 bis Januar 2013(siehe Anhang A).

Die geplante Vorgehensweise änderte sich jedoch während der Detailprojektplanung und der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema, sodass anstatt der ursprünglichen Idee einen Infoflyer für Betroffene zu erstellen verzichtet wird, zugunsten der späteren Entwicklung eines Versorgungspfades. Außerdem wurden zu viele Beratungsgespräche in zu kurzer Zeit geplant, sodass die Anzahl von zunächst sechs geplanten Gesprächen halbiert wurde.

Es folgte die Planung im Detail (siehe Anhang B). Dazu zählte zunächst die Schaffung einer theoretischen Wissensgrundlage zum Erkrankungsbild Asthma. Eine Literaturrecherche zum Krankheitsbild allgemein und zu den Beratungsbedürfnissen von Familien mit asthmakrankem Kind sollte dazu erfolgen. Diese Erarbeitung diente als Voraussetzung für die geplanten Beratungsgespräche in der Praxis.

So entstand der nächste Planungsschritt: Durchführung von Gesprächen mit Betroffenen und bei Bedarf Durchführung einer Beratung.

Der letzte Planungsschritt bestand darin, eine Übersicht (Anhang D) über die Ergebnisse aus Theorie und Praxis in tabellarischer Form zu erstellen, die dann als Grundlage für die Erstellung eines Versorgungspfades genutzt werden können.

Da für das Projekt Beratungsgespräche mit Patienten auf Station durchgeführt werden sollten, wurde eine Genehmigung seitens der Pflegedienstleitung und der Stationsleitung eingeholt, um eine offizielle Grundlage für das Projekt zu schaffen.

3.3 Darstellung der Praxisstelle

Das Projekt wird auf einer Station des Kinderkrankenhauses auf der Bult durchgeführt, auf der ich tätig bin. Es handelt sich dabei um eine allgemeinpädiatrische Station auf der vorwiegend Kinder mit Diabetes, chronischen oder infektiösen Atemwegserkrankungen sowie akute Infektionen oder chronische Entzündungen des Magendarmtraktes behandelt werden.

Das Kinderkrankenhaus ist eine Einrichtung der privaten Stiftung der hannoverschen Kinderheilanstalt. Jährlich werden hier über 45.000 Kinder und Jugendliche in den Fachbereichen Neuropädiatrie, Neonatologie, Chirurgie, Psychiatrie und Allgemeinpädiatrie behandelt. Es stehen dafür 270 Betten zur Verfügung (vgl. Kinderkrankenhaus auf der Bult 2010, S. 7; 19).

Der Bereich der allgemeinen Kinder und Jugendmedizin ist in drei Flure eingeteilt mit je 20 Betten. Auf diesen Stationen ist ein Team aus über 60 Mitarbeitern tätig, die im Dreischichtsystem arbeiten. Die Kinder und Jugendlichen werden dabei nach dem System der Bereichspflege versorgt. Einer der drei Flure ist Teil des größten Diabeteszentrums für Kinder und Jugendliche in Deutschland, dass das Kinderkrankenhaus auf der Bult bietet. Hier ist ein strukturiertes Schulungs- und Anleitungskonzept für die Versorgung der Patienten mit Diabetes etabliert.

[...]

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Details

Titel
Beratungsbedarf bei Familien mit asthmakranken Kindern
Hochschule
Hochschule Hannover  (Fakultät 5 Gesundheit und Soziales)
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
29
Katalognummer
V213492
ISBN (eBook)
9783656417262
ISBN (Buch)
9783656417538
Dateigröße
1279 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Asthma, Kinder, Beratung, Pflegeberatung, Bewältigung chronischer Erkrankung, Anleitung, Schulung, Beratungsbedarfserhebung
Arbeit zitieren
Nadine Hunziger (Autor), 2013, Beratungsbedarf bei Familien mit asthmakranken Kindern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213492

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