Geld verteilen – es gibt wohl kaum eine bessere Methode, sich des Wohlwollens seiner Untertanen zu versichern; heute wie vor 2.000 Jahren. Trotzdem wäre es gefährlich, in weitestem Sinne sozialpolitische Maßnahmen der Antike an heutigen Maßstäben zu messen. Zu unterschiedlich und dadurch nicht vergleichbar sind Sozialstruktur und soziale Problemlagen damals und heute, zu sehr verstellen unsere modernen Ideale den Blick. Ziel dieser Kritik soll es deshalb sein, diejenigen Umverteilungsmaßnahmen einzuordnen, die der römische Kaiser Trajan (53-117) während seiner Herrschaft (98-117) betrieb, ausbaute und neu begründete. Hauptgegenstand meiner Interpretation wird der Abschnitt des Panegyrikus sein, in dem Plinius der Jüngere in seiner Lobrede auf den Kaiser Trajan solche Programme umschreibt.
Inhaltsverzeichnis
- Eine Huldigung mit Hintergedanken...
- Alimentarstiftungen – jetzt auch in Rom
- Auf Augenhöhe mit dem Kaiser?...
- Pan. 26: Pflegegeld für das „Volk von morgen“.
- Pan. 27: Über die Herkunft der verteilten Mittel
- RIC 90: Abbildung des fürsorgenden Herrschers
- Die wenig ertragreiche Debatte um Intentionen....
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Quelleninterpretation befasst sich mit der Analyse des Panegyrikus von Plinius dem Jüngeren, insbesondere mit den Abschnitten 26 und 27, in denen er die Alimentarstiftungen des römischen Kaisers Trajan beschreibt. Das Ziel der Arbeit ist es, die Intentionen hinter diesen Maßnahmen zu untersuchen und zu beleuchten, inwiefern sie als Ausdruck einer sozialpolitischen Strategie des Kaisers betrachtet werden können.
- Analyse des Panegyrikus von Plinius dem Jüngeren als Quelle für die Rekonstruktion der politischen Strategien Trajans
- Untersuchung der Alimentarstiftungen als Ausdruck der kaiserlichen Fürsorge für die Bevölkerung
- Diskussion der kommunikativen Dimension der Beziehung zwischen Kaiser und Bürgern
- Bedeutung des Panegyrikus als Propagandawerk im Kontext der römischen Herrschaft
- Einordnung der Alimentarstiftungen in den historischen Kontext der römischen Sozialpolitik
Zusammenfassung der Kapitel
Im ersten Kapitel wird der Kontext des Panegyrikus von Plinius dem Jüngeren beleuchtet, wobei auf die besondere Bedeutung dieses Textes für die Entwicklung der Panegyrik als Gattung eingegangen wird. Des Weiteren wird die Rolle Plinius' im römischen Staat und die historische Situation im Jahr 100 n. Chr., als die Rede vorgetragen wurde, betrachtet.
Kapitel 2 befasst sich mit den Alimentarstiftungen als zentrale Thematik des vorliegenden Quellenabschnitts. In diesem Kontext wird insbesondere die Kommunikation zwischen Kaiser und Volk im Hinblick auf die Alimentarstiftungen untersucht. Des Weiteren werden die Kapitel 26 und 27 des Panegyrikus genauer analysiert, um die Motive und Auswirkungen der Alimentarstiftungen besser zu verstehen.
Schlüsselwörter
Panegyrikus, Plinius der Jüngere, Kaiser Trajan, Alimentarstiftungen, römische Sozialpolitik, Kommunikation, Propaganda, Herrschaft, Quellenanalyse, historische Kontext, römische Gesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die Alimentarstiftungen des Kaisers Trajan?
Dabei handelte es sich um staatlich finanzierte Programme zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen im antiken Rom. Sie dienten der sozialen Absicherung und der Förderung des „Volkes von morgen“.
Welche Rolle spielt Plinius der Jüngere in diesem Kontext?
Plinius verfasste den „Panegyrikus“, eine Lobrede auf Kaiser Trajan. In den Abschnitten 26 und 27 beschreibt und preist er diese Sozialmaßnahmen als Beweis für die Milde und Fürsorge des Kaisers.
War der Panegyrikus reine Propaganda?
Obwohl es eine Huldigung war, hatte sie „Hintergedanken“. Sie diente dazu, das Bild des idealen Herrschers zu festigen und die Kommunikation zwischen Kaiser und Untertanen im Sinne der kaiserlichen Strategie zu lenken.
Woher stammten die Mittel für Trajans Umverteilungsmaßnahmen?
Plinius geht in Abschnitt 27 auf die Herkunft der Mittel ein. Oft stammten diese aus kaiserlichem Privatbesitz oder Kriegsbeute, was Trajan als besonders großzügigen Geber erscheinen ließ.
Kann man antike Sozialpolitik mit heutiger vergleichen?
Nur bedingt. Die Sozialstrukturen und Motive waren grundlegend anders. Antike Maßnahmen dienten oft stärker der Herrschaftssicherung und dem persönlichen Prestige des Kaisers als einem modernen Wohlfahrtsgedanken.
- Quote paper
- Theo Müller (Author), 2013, Quelleninterpretation zu Plinius dem Jüngeren: Panegyrikus 26-27, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213591