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Afghanistan: Ursachen und Gründe für die Intervention der UDSSR

Title: Afghanistan: Ursachen und Gründe für die Intervention der UDSSR

Scientific Essay , 2006 , 16 Pages

Autor:in: MA Guido Maiwald (Author)

History - Asia
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Der Afghanistankrieg begann als Bürgerkrieg, mündete in einen Stellvertreterkrieg und verursachte letztlich die Machtergreifung durch die Taliban. In dieser Arbeit soll untersucht werden welche Gründe die UDSSR bewogen haben in diesen Krieg einzutreten. Diese Motivation ist in der Forschung sehr umstritten. Im ersten Teil der Arbeit wird die Geschichte der afghanisch-russischen Beziehungen seit den 30er Jahren des 20. Jh. dargestellt. Diese Hintergrundinformationen sind wichtig, da sie verdeutlichen, wie hoch der Wert eines Einflusses in der Region für die sowjetische Administration war. Im zweiten Teil wird die innenpolitische Situation in Afghanistan vor der Intervention der Sowjetunion verdeutlicht. Im 3. Kapitel werden zunächst Gründe genannt, die gegen eine Intervention gesprochen hätten. Diese werden dargestellt, um nachvollziehen zu können, wie Beobachter der damaligen politischen Situation im Vorfeld der Intervention diese zum Teil beurteilt haben. Im Anschluss werden die von der sowjetischen Administration in öffentlichen Verlautbarungen genannten Gründe für die Intervention genannt und bewertet. An dieser Stelle sollen auch die Gründe und Motivationen dargestellt werden, die z. B. die USA hinter der Intervention vermutete. Die Motivation der Sowjetunion in den Afghanistankrieg einzutreten ist unter Politikern und Wissenschaftlern sehr kontrovers geführt worden. Letztendlich ging es immer um die Frage, ob die Intervention der UDSSR als Invasion bezeichnet werden kann. Eine Schwierigkeit bei der Beantwortung der Frage stellen die Gründe dar, die die Sowjetunion selbst für ihr Eingreifen angeführt hat. Werden einzig diese Gründe unter Bezugnahme der zuvor durch die Sowjetunion geschlossenen Verträge und Vereinbarungen bewertet, könnte man den Eindruck gewinnen es habe sich tatsächlich um eine Invasion gehandelt. Im letzten Teil werden auch die Gründe dargestellt, die sich aus der heutigen Akten- und Quellenlage ergeben. Diese noch in den 80er Jahren nicht zugänglichen Quellen konnten verdeutlichen, welches Bedrohungsszenario die sowjetische Administration bis zur Intervention und aktuell zum Zeitpunkt der Intervention wahrnahm. Was die erst jetzt ersichtliche Aktenlage ebenfalls nachweist, ist das Maß der aktiven Unterstützung der Mudschaheddin durch die USA.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Afghanistan und die UDSSR: Koexistenz und wachsender sowjetischer Einfluss

2. Die innenpolitische Situation in Afghanistan vor der Intervention der UDSSR

3.1 Gründe gegen eine Intervention der UDSSR

3.2 Entscheidungsfindung im Kreml

3.3 Beurteilung der Gründe

3.4 Mutmaßliche Gründe der Sowjetunion

3.4.1 Ideologische Gründe

3.4.2 Motive aufgrund sowjetischer Wahrnehmung

3.4.3 Strategische Motive

Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Beweggründe der Sowjetunion für ihre militärische Intervention in Afghanistan Ende 1979. Dabei wird analysiert, inwieweit die offiziellen Begründungen der sowjetischen Führung mit historischen Gegebenheiten, der damaligen Bedrohungswahrnehmung und den Interessen konkurrierender Akteure, insbesondere der USA, in Einklang zu bringen sind.

  • Analyse der afghanisch-russischen Beziehungen seit den 1930er Jahren
  • Untersuchung der innenpolitischen Destabilisierung Afghanistans vor 1979
  • Bewertung der sowjetischen Entscheidungsfindung im Kreml
  • Gegenüberstellung offizieller sowjetischer Begründungen und moderner Aktenanalysen
  • Einfluss geopolitischer Faktoren wie des Kalten Krieges und der Rolle der USA

Auszug aus dem Buch

3.2 Entscheidungsfindung im Kreml

Im Herbst 1979 war für die Sowjetunion absehbar, dass die Widerstandsgruppen der Mudschaheddin früher oder später über die Regierungstruppen siegen würden. Obgleich der Kreml zuvor die Bitten nach militärischer Hilfe seitens der afghanischen Führung abgelehnt und empfohlen hatte, die Revolution selbst zu verteidigen, wurde im November 1979 die Entscheidung getroffen, in Afghanistan zu intervenieren. Der Generalsekretär der KPdSU, Leonid Breschnjew, wurde in seiner Entscheidung vom Außenminister der UdSSR, Andrei Gromyko, dem Verteidigungsminister Dimitri Ustinov und hochrangigen Militärs unterstützt. Wie heute bekannt ist, stimmte der damalige Ministerpräsident der UdSSR, Alexei Kossygin, gegen eine Intervention. Erst mit der Alleinregierung Amins und seiner provokanten Hinwendung zur USA entschloss sich die Regierung mit dem Ziel ,,die Konsolidierung eines mit der Sowjetunion eng verbundenen, sozialistisch orientierten Afghanistan zu ermöglichen“.

Am 27.12.1979 erfolgte die Unterrichtung der Armeeführung über die Intervention durch Verteidigungsminister Ustinov. Am 28.12.1979 ließ der Kreml in der Prawda publizieren, ,,… die afghanische Regierung hätte aufgrund der Aggressionen imperialistischer Kreise die UdSSR um Hilfe gebeten“. Als der Einmarsch durch das Politbüro der KPDSU offiziell bestätigt wurde, nannte es drei Beweggründe:

a) Das Hilfeersuchen der afghanischen Regierung

b) Die Beistandverpflichtung der UdSSR aufgrund eines sowjetisch-afghanischen Vertrages vom 5.12.1978

c) Die Entscheidung zur kollektiven Selbstverteidigung aufgrund des Artikels 51 der UN-Charta.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Umreißt die historische Entwicklung des Afghanistankrieges und formuliert die zentrale Fragestellung bezüglich der sowjetischen Interventionsgründe.

1. Afghanistan und die UDSSR: Koexistenz und wachsender sowjetischer Einfluss: Beleuchtet die bilateralen Beziehungen seit den 1930er Jahren und das wachsende sowjetische Engagement durch Wirtschaftshilfen und militärische Unterstützung.

2. Die innenpolitische Situation in Afghanistan vor der Intervention der UDSSR: Beschreibt die politische Instabilität, Machtkämpfe innerhalb der DVPA und das Scheitern der Reformpolitik unter verschiedenen Regierungen.

3.1 Gründe gegen eine Intervention der UDSSR: Fasst Argumente zusammen, die aus damaliger Sicht einer Intervention entgegenstanden, wie etwa außenpolitische Risiken und bestehende Verträge.

3.2 Entscheidungsfindung im Kreml: Analysiert den internen Prozess der Interventionsentscheidung innerhalb der sowjetischen Führung und die genannten offiziellen Beweggründe.

3.3 Beurteilung der Gründe: Hinterfragt die sowjetische Argumentation für das Eingreifen, insbesondere unter völkerrechtlichen Aspekten.

3.4 Mutmaßliche Gründe der Sowjetunion: Untersucht tieferliegende ideologische, wahrnehmungsbasierte und strategische Motive des Kremls.

Zusammenfassung: Reflektiert die Ergebnisse und schlussfolgert, dass die Intervention primär eine defensive Reaktion auf eine wahrgenommene geopolitische Umklammerung war.

Schlüsselwörter

Afghanistankrieg, UDSSR, Sowjetunion, Intervention, KPdSU, Mudschaheddin, Kalter Krieg, Breschnjew, Amin, Geopolitik, Stellvertreterkrieg, Außenpolitik, Ideologie, Interventionismus, Afghanistan.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Hintergründen und den Ursachen, die die Sowjetunion im Dezember 1979 zum militärischen Einmarsch in Afghanistan bewogen haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Entwicklung der afghanisch-russischen Beziehungen, die innenpolitische Destabilisierung Afghanistans, der Entscheidungsprozess im sowjetischen Politbüro sowie die Rolle der USA und des Kalten Krieges.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Beweggründe der UdSSR zu objektivieren und zu klären, ob es sich bei dem Eingreifen um eine geplante Invasion oder um eine defensive Reaktion handelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Dokumenten und später zugänglich gewordenen Akten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Beziehungen, die innenpolitischen Verwerfungen in Afghanistan vor 1979 sowie die sowjetischen Entscheidungsgremien und deren strategische Kalkulationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Afghanistankrieg, UDSSR, Intervention, Geopolitik, Mudschaheddin, Kalter Krieg und sowjetische Machtpolitik.

Warum lehnte Alexei Kossygin eine Intervention ab?

Wie in Kapitel 3.2 dargelegt, war Kossygin innerhalb der sowjetischen Führung einer der prominenten Gegenstimmen, die eine militärische Intervention kritisch sahen.

Welche Rolle spielte die Wahrnehmung der sowjetischen Führung?

Die sowjetische Führung agierte unter einem ständigen Bedrohungsszenario und misstraute den Absichten der USA, was in der Fehlkalkulation resultierte, die Intervention bliebe ohne schwerwiegende internationale Konsequenzen.

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Details

Title
Afghanistan: Ursachen und Gründe für die Intervention der UDSSR
Author
MA Guido Maiwald (Author)
Publication Year
2006
Pages
16
Catalog Number
V213634
ISBN (eBook)
9783656421726
ISBN (Book)
9783656423492
Language
German
Tags
UDSSR Russland Amerika 1978 Daud Taraki Amin Chruschtschow Paschtunistan Afghanistan Afghanistankrieg Kreml 1964 Monarchie Kommunisten Fundamentalisten islamisch Sahir DVPA Parcham 1973 Khalq 1977 Loya Jirga Karmal Pakistan Iran Saudi-Arabien China Rebellen Salt I Salt II 1979 KPdSU Sowjetunion Ustinov Breschnjew militärisch Intervention Krieg Konflikt Naher Osten Südasien Mudschaheddin
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MA Guido Maiwald (Author), 2006, Afghanistan: Ursachen und Gründe für die Intervention der UDSSR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213634
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