Die neuen Medien, wie das Internet, spielen eine immer größere Rolle im Alltag der Jugendlichen. Für die so genannte e-Generation ist es mittlerweile selbstverständlich, diese zur Kommunikation miteinander zu benutzen. Besonders beliebt unter den Jugendlichen sind dabei Internet-Communities. Doch mit diesen neuen Medien gehen auch neue Gefahren einher. Geschah Mobbing früher noch hauptsächlich auf dem Schulhof, so ist es mittlerweile auch in diese neuen Kommunikationsmittel eingedrungen. Dieses Phänomen, andere mithilfe der neuen Technologien zu attackieren, wird als Cyberbullying oder Cybermobbing bezeichnet. Ist es in Deutschland noch vergleichsweise wenig bekannt, erregt Cyberbullying in anderen Ländern wesentlich mehr Aufmerksamkeit, etwa durch tragische Selbstmordfälle als Folgen solcher Angriffe. Cybermobbing birgt ernsthafte Gefahren, weshalb es wichtig ist, sich mit dem Thema eingehend auseinanderzusetzen und die Jugendlichen in den Internet Communities vor den Bullys, wie die Täter genannt werden, zu schützen.
Gegenstand dieser Arbeit soll es daher sein, die beliebteste Internet Community der deutschen Jugendlichen, schülerVZ, hinsichtlich des Phänomens Cyberbullying zu untersuchen. Dabei gilt es die Fragen zu klären, in welcher Form Cyberbullying auftritt und wie die Betreiber und die Nutzer damit umgehen.
Um dies zu beantworten soll zunächst ein Überblick in dieses relativ neue Themengebiet gegeben werden, um anschließend zu untersuchen, welche Formen von Cyberbullying im schülerVZ auftreten, wie die Jugendlichen sich online verhalten und solche Gefahren einschränken oder begünstigen und wie die Betreiber sowie Nutzer von schülerVZ mit diesem Thema umgehen. Abschließend sollen Präventions- und Interventionsmöglichkeiten aufgezeigt werden und näher betrachtet werden, welche Maßnahmen die Betreiber der Website zum Schutz der Jugendlichen anbieten und wie diese von den Jugendlichen genutzt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Cyberbullying?
2.1 Definition
2.2 Formen von Cyberbullying
2.3 Besonderheiten von Cyberbullying
2.4 Prävalenz
2.5 Folgen
2.6 Rechtslage
3. Cyberbullying im schülerVZ
3.1 Die Internet Community schülerVZ
3.2 Welche Formen von Cyberbullying werden berichtet?
4. Das Internetverhalten Jugendlicher
4.1 Der Umgang mit Medien
4.2 Der Umgang mit Daten bei schülerVZ
5. Der Umgang mit Cyberbullying
5.1 Thematisierung durch schülerVZ
5.2 Thematisierung durch die Nutzer
6. Prävention und Intervention
6.1 Maßnahmen durch die Schule
6.2 Maßnahmen durch die Eltern
6.3 Handlungsmöglichkeiten der Jugendlichen
6.4. Maßnahmen durch schülerVZ
6.5. Maßnahmen der Nutzer von schülerVZ
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Phänomen Cyberbullying in der Internet-Community schülerVZ, um zu klären, welche Formen der digitalen Schikane auftreten und wie sowohl die Betreiber als auch die Nutzer mit diesen Vorfällen umgehen.
- Analyse der Erscheinungsformen von Cyberbullying und deren Besonderheiten im digitalen Raum.
- Untersuchung des Internetverhaltens Jugendlicher und deren leichtsinnigem Umgang mit persönlichen Daten.
- Evaluation der präventiven und intervenierenden Maßnahmen durch die schülerVZ-Plattform.
- Betrachtung der Rolle von Nutzergruppen als informelle Unterstützungsmechanismen bei Mobbingfällen.
- Reflektion über die Wirksamkeit von Aufklärungskampagnen zur Internetsicherheit.
Auszug aus dem Buch
2.2 Formen von Cyberbullying
Zur Klassifizierung der Arten von Cyberbullying finden sich in der Literatur zwei Varianten. Einige Autoren bilden Kategorien anhand der Hilfsmittel, die für das Cyberbullying genutzt werden, wie etwa Smith et al., die das Cyberbullying in sieben Unterkategorien einteilen: Cyberbullying durch Textnachrichten, Cyberbullying durch das Versenden von Fotos und Videos, Cyberbullying durch Telefonanrufe, Cyberbullying durch das Versenden von E-Mails, Cyberbullying in Chatrooms, Cyberbullying über Instant Messenger und Cyberbullying über Websites (vgl. Smith et al. 2006, S.6).
Da durch Überschneidungen Vorfälle nicht immer genau in diese Kategorien unterschieden werden können, befürworten einige Autoren eine Unterteilung nach Art der Handlung, unabhängig vom benutzten Medium. Relativ verbreitet ist hier die Unterscheidung nach Willard, die Vorfälle von Cyberbullying einteilt in Flaming, Harassment, Denigration, Impersonation, Outing and Trickery, Exclusion und Cyberstalking, wobei es selbstverständlich auch hier Überschneidungen zwischen den Formen gibt. In der vorliegenden Arbeit soll diese Unterteilung Grundlage für die Einordnung von Vorfällen sein. Im Folgenden werden die einzelnen Formen kurz erläutert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema Cyberbullying ein und begründet die Untersuchung von schülerVZ als populäre Community der e-Generation.
2. Was ist Cyberbullying?: Dieses Kapitel definiert Cyberbullying, grenzt es von traditionellem Mobbing ab und beleuchtet verschiedene Formen, Prävalenz, Folgen sowie die Rechtslage.
3. Cyberbullying im schülerVZ: Hier wird die Plattform schülerVZ vorgestellt und exemplarisch anhand von Mitgliedereinträgen aufgezeigt, welche Formen von Cyberbullying in der Community vorkommen.
4. Das Internetverhalten Jugendlicher: Es wird analysiert, wie Jugendliche Medien nutzen und wie sie ihre Daten auf Profilen offenlegen, was die Angriffsfläche für Cyberbullying vergrößert.
5. Der Umgang mit Cyberbullying: Dieses Kapitel untersucht die Rolle der Betreiber hinsichtlich Jugendschutzmaßnahmen und wie die Nutzer das Thema in Diskussionsgruppen behandeln.
6. Prävention und Intervention: Es werden Strategien für Schule, Eltern, Jugendliche sowie die Plattformbetreiber diskutiert, um Cyberbullying vorzubeugen und intervenieren zu können.
7. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Cyberbullying ein reales Problem bei schülerVZ darstellt und Verbesserungsbedarf bei der Datenaufklärung sowie der Reaktionsgeschwindigkeit der Betreiber besteht.
Schlüsselwörter
Cyberbullying, Cybermobbing, schülerVZ, Internet-Community, Jugendliche, Internetsicherheit, Prävention, Intervention, soziale Netzwerke, Online-Verhalten, Datenschutz, Denigration, Harassment, Flaming, Persönlichkeitsrechte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen Cyberbullying innerhalb der Internet-Community schülerVZ und untersucht, wie dieses Problem dort in Erscheinung tritt und bearbeitet wird.
Welche thematischen Schwerpunkte werden gesetzt?
Zentral sind die Definition von Cyberbullying, die Analyse des Online-Verhaltens der Nutzer, der Umgang der Plattformbetreiber mit Sicherheitsrisiken sowie die praktischen Präventions- und Interventionsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, in welchen Formen Cyberbullying bei schülerVZ vorkommt und wie sowohl die Plattformbetreiber als auch die Nutzergemeinschaft darauf reagieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es erfolgt eine Literaturanalyse sowie eine explorative Betrachtung von Profilseiten und Gruppendiskussionen innerhalb von schülerVZ zur Illustration der Problematik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Analyse des Datenumgangs der Jugendlichen, die Darstellung von Sicherheitsstrategien der Betreiber sowie die Auswertung von Nutzerreaktionen in Diskussionsforen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind Cyberbullying, Internet-Communities, Jugendschutz, Datensicherheit, soziale Netzwerke und Präventionsmaßnahmen.
Wie gehen Nutzer von schülerVZ mit entdeckten Cyberbullying-Fällen um?
Die Nutzer sind in ihren Gruppen oft sehr engagiert und hilfsbereit. Sie raten Opfern primär dazu, den Täter zu ignorieren, ihn beim Team zu melden und sich gegebenenfalls an Eltern oder die Polizei zu wenden.
Welche Rolle spielt die Anonymität im Kontext dieser Arbeit?
Die Arbeit diskutiert, dass der Glaube an Anonymität Täter enthemmen kann, während das schülerVZ-Team Meldeverfahren anbietet, die durch Anonymität die Opfer vor Racheakten schützen sollen.
- Citation du texte
- Ricarda Albrecht (Auteur), 2009, Mobbing 2.0. Cyberbullying , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213736