Diese Arbeit soll die Ausformulierung des bereits von mir im Seminar gehaltenen Referates des Textes ,,Am Rande leben - abweichen - arm sein" von Nikolaus Sidler sein.
Darüber hinaus werde ich weitere Literatur heranziehen, um dessen Aussagen zu unterlegen, sowie ein eigenes Beispiel zur Verdeutlichung und erweiternden Darstellung einbeziehen.
Ausgehend stellt sich mir sowie auch den Autoren der herangezogenen Literatur die Frage nach dem, was ein soziales Problem denn überhaupt ist. Beinahe täglich befassen sich Sozialarbeiter und Sozialpädagogen mit Problemen von Menschen oder sogenannten sozialen Problemen, aber was genau machen diese aus?
In diesem Zusammenhang werde ich versuchen über verschieden Ansätze dieser Frage nachzugehen und sie beantworten, bevor ich mich dann einer wichtigeren Frage zuwende: Wie entsteht ein soziales Problem? Dabei untersuche ich die Instanzen der Problemdefinition sowie den Prozeß der Problemkonstitution an sich.
Die dann anhand der Literatur erarbeiteten Ergebnisse werde ich durch ein Beispiel ergänzen und abschließend auf einen Punkt bringen.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung
2) Hauptteil
2.1 Allgemeines zum Begriff „soziales Problem“
2.1.1 Herleitung des Begriffs
2.1.2 Aktueller Sprachgebrauch
2.2 Entstehung eines sozialen Problems / Problemkonstitution
2.2.1 Zur Konstitution neuartiger sozialer Probleme
2.2.2 Zur Konstitution institutionalisierter sozialer Probleme
2.3 Die Problemkerne
2.4 Beispiele (& Schluß)
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, den komplexen Prozess der Entstehung sozialer Probleme – die sogenannte Problemkonstitution – auf Basis soziologischer Theorien zu durchleuchten und durch ein praktisches Beispiel greifbar zu machen. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie aus individuellen Problemlagen gesellschaftlich definierte "soziale Probleme" erwachsen.
- Herleitung und Bedeutung des Begriffs "soziales Problem"
- Analyse des Prozesses der Problemkonstitution (neuartig vs. institutionalisiert)
- Rolle der Definitionsagenten und Normalitätsmaßstäbe
- Untersuchung von Problemkernen und deren gesellschaftlicher Wahrnehmung
- Veranschaulichung theoretischer Konzepte an aktuellen Fallbeispielen
Auszug aus dem Buch
2.4 Beispiel
Hier möchte ich jedoch nicht auf die unter Punkt 2.2.1 ( Phasenverläufe) der verschiedenen Wissenschaftler im einzelnen eingehen, sondern mich auf die Ausführungen von Sidler konzentrieren.
Die Definitoren insgesamt und im speziellen habe ich ja bereits erläutert, so daß ich nun gleich mit dem Konstitutionsprozeß beginnen möchte. Die Definitoren haben bestimmte Interessen, für sich selbst (bsplw. Anwohner, die für oder gegen eine neue Straße etc. sind) oder für andere (bsplw. Tierschützer, Sozialarbeiter, etc.), die sie negativ berührt sehen (= Wirklichkeitsdarstellung). Diese messen sie dann wiederum an, ihrer Meinung nach, verbindlichen Werten und Maßstäben der Normalität (bsplw. Menschenwürde, oder aber auch schlicht weg die eigene subjektive Meinung) (= Maßstab der Normalität) und verallgemeinern dies für die Gesellschaft (= Subsumption). Nun fordern sie, da es ja nun ein öffentliches Problem ist, was für die Definitoren logisch erscheint, auch eine Lösung diesen Problems durch öffentliche Agenten (bsplw. politische Instanzen oder die Allgemeinheit / Gesellschaft) (= Alltagstheorien und Formulierung des Handlungsbedarfs).
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitung: Die Arbeit basiert auf einem Seminarreferat und untersucht den Begriff sowie die Entstehung sozialer Probleme unter Einbeziehung soziologischer Fachliteratur.
2) Hauptteil: Dieser Teil bildet das theoretische Fundament, in dem Begriffe definiert, der Konstitutionsprozess von Problemen analysiert und die Rolle von Problemkernen kritisch hinterfragt wird.
2.1 Allgemeines zum Begriff „soziales Problem“: Hier erfolgt eine sprachliche und inhaltliche Herleitung, wobei der Begriff als Diskrepanz zwischen sozialen Standards und faktischen Abläufen definiert wird.
2.1.1 Herleitung des Begriffs: Die Etymologie der Begriffe „Problem“ und „sozial“ wird beleuchtet sowie deren Zusammenführung in der soziologischen Literatur diskutiert.
2.1.2 Aktueller Sprachgebrauch: Dieses Kapitel zeigt die Verwendung des Begriffs in der scientific community, der Politik und der gehobenen Alltagssprache auf.
2.2 Entstehung eines sozialen Problems / Problemkonstitution: Es wird untersucht, wie soziale Akteure Situationen als Probleme konstruieren, unterteilt in neuartige und bereits institutionalisierte Problemphänomene.
2.2.1 Zur Konstitution neuartiger sozialer Probleme: Fokus liegt hier auf dem Definitionsprozess, den handelnden Akteuren (Definitoren) und der nachfolgenden gesellschaftlichen Mobilisierung.
2.2.2 Zur Konstitution institutionalisierter sozialer Probleme: Hier wird der Umgang mit bereits bekannten Problemen und deren routinierte Abarbeitung durch gesellschaftliche Apparate beschrieben.
2.3 Die Problemkerne: Dieses Kapitel hinterfragt die Objektivität von Problemkernen und erörtert, inwiefern Probleme auch ohne realen objektiven Kern konstituiert werden können.
2.4 Beispiele (& Schluß): Anhand eines praxisnahen Beispiels werden die theoretischen Ausführungen zur Problemkonstitution zusammenfassend veranschaulicht.
Schlüsselwörter
Soziale Probleme, Problemkonstitution, Definitionsprozess, Definitoren, Normalitätsmaßstäbe, Alltagstheorien, Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Gesellschaftliche Reaktion, Institutionalisierung, Problemkerne, Handlungsbedarf, Subsumption, Soziale Benachteiligung, Wirklichkeitsdarstellung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die soziologischen Hintergründe und Entstehungsprozesse von sogenannten sozialen Problemen, um ein tieferes Verständnis für deren Konstruktion zu entwickeln.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Begriffsdefinition, die Instanzen der Problemdefinition (Definitoren), die Rolle gesellschaftlicher Normen und die Phasen der Problemkonstitution.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den abstrakten theoretischen Prozess, wie aus persönlichen oder gesellschaftlichen Bedingungen ein offiziell anerkanntes "soziales Problem" wird, verständlich und nachvollziehbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse basierend auf soziologischen Theorien (insb. Nikolaus Sidler) und ergänzt diese durch ein illustratives Beispiel zur Veranschaulichung der theoretischen Konzepte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsherleitung, die Analyse der Entstehungsprozesse neuartiger und institutionalisierter Probleme sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Existenz von Problemkernen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Problemkonstitution, Definitoren, Normalitätsmaßstäbe, gesellschaftliche Durchsetzung und soziale Kontrolle.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen "neuartigen" und "institutionalisierten" Problemen?
Während bei neuartigen Problemen der Definitionsprozess erst durchlaufen werden muss, unterliegen institutionalisierte Probleme bereits etablierten Routinen und Apparaten zur Bearbeitung.
Warum ist das Thema für Sozialarbeiter relevant?
Für Sozialpädagogen ist das Verständnis der Problemkonstitution essentiell, um ihre tägliche Arbeit in einem komplexen Geflecht aus gesellschaftlichen Definitionen und institutionellen Anforderungen reflektieren zu können.
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- Achim Heinrichs (Autor), 2000, Soziale Probleme - Strukturen, Karrieren und Problemlagen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2137