Die Besonderheiten des Planspiels

Vergleich mit traditionellen und anderen Unterrichtsmethoden


Hausarbeit, 2011
12 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aufbau, Durchführung und Intentionen des Planspiels

3. Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen und deren Erfüllung durch das Planspiel
3.1 Verknüpfung der Informationen und Sinne
3.2 Aufbau neuronaler Netze im Gehirn
3.3 Konstruktion des Lernprozesses
3.4 Vermittlung von Kompetenz
3.5 Die Umsetzung erfolgreicher Lernmethoden durch das Planspiel

4. Vergleich des Planspiels mit anderen Spielmethoden
4.1 Vergleich des Planspiels mit der Fallstudie
4.2 Vergleich des Planspiels mit dem Rollenspiel

5. Weitere Vorteile des Planspiels

6. Voraussetzungen und Grenzen für das Planspiel

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Mittlerweile ist es wissenschaftlich bewiesen, dass einfaches Zuhören, wie es im immer noch im als Standard verwendeten Frontalunterricht geschieht, längst nicht die optimale Lernbedingung darstellt. Statt durch selbstständiges Denken und durch knifflige Problemstellungen hervorgerufenes Interesse der Schüler, wird in der Schule „zu viel träges bzw. totes Wissen durchgenommen und wiedergekäut und zu wenig darauf abgestellt, intelligentes Wissen und Können (Hervorh. d. Verf.) aufzubauen“ (Klippert 1996, S. 14). Um dem entgegenzutreten, werden eine Vielzahl neuer Unterrichtsmethoden entwickelt, die dem Schüler vom passiven Rezipienten zum aktiven und von sich aus interessierten Teilnehmer zu machen, die Aufmerksamkeit zu und den Lernspaß sowie Lernerfolg zu steigern.

Eine dieser Unterrichtsmethoden ist das Planspiel. Das Planspiel wurde ursprünglich für militärische Zwecke entwickelt und bereits im 17. Jahrhundert angewendet. In den 1950er Jahren wurde es dann schließlich als Managertraining für die Wirtschaft entdeckt (vgl. Dummann; Jung; Lexa; Niekrenz 2007, S. 93). Das Planspiel für den Unterricht ist allerdings um einiges weniger komplex und auch leichter durchzuführen, als seine Vorgänger (vgl. Klippert 1996, S. 19).

In dieser Arbeit möchte ich zunächst kurz auf das Planspiel, seine Durchführung und seine Intentionen eingehen. Danach erläutere ich die Vorteile des Planspiels gegenüber dem „gewöhnlichen“ Frontalunterricht und vergleiche daraufhin das Planspiel mit zwei, ihm sehr ähnlichen weiteren alternativen didaktischen Methoden. Zuletzt gehe ich noch auf die Grenzen des Planspiels ein.

2. Aufbau, Durchführung und Intentionen des Planspiels

Das Planspiel ist ein Simulationsspiel, bei dem Entscheidungsprozesse simuliert werden. Z. B. werden in einem Unternehmensplanspiel Konflikte eines Unternehmens realitätsnah nachgespielt, wenn auch auf sehr einfache Weise. Die Teilnehmer des Spiels, die hier z. B. als fiktiver Betriebsrat, Arbeitnehmerverband, Unternehmensführer usw. agieren, müssen nun versuchen diese Konflikte zu lösen, indem sie zum richtigen Zeitpunkt Entscheidungen treffen (vgl. Quilling; Nicolini 2007, S. 77), mit anderen Gruppen kooperieren, gut argumentieren und versuchen ihre jeweiligen Interessen durchzusetzen, bis es normalerweise am Ende zur Lösung durch einen Kompromiss kommt (vgl. Klippert, S. 206).

Bei dieser Art von Spiel hat der Schüler die Möglichkeit theoretische Informationen aktiv umzusetzen und durch reflektiertes und konstruiertes Handeln Erfolge zu erzielen. Um ein Planspiel erfolgreich durchführen zu können, reicht es nicht aus, wenn ein Teilnehmer sich gut über das jeweilige Fachgebiet informiert und die dafür wichtigen Informationen aufzählen kann. Er muss darüber hinaus u. a. dazu in der Lage sein Probleme selbst zu erkennen und zu benennen, zu wissen wie er sich die Informationen selbstständig beschaffen kann, langfristige Ziele zu nennen und in kleinere Teilziele gliedern zu können, evtl. auch Fachausdrücke zu kennen und zu verwenden, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Entscheidungen treffen zu können und deren Folgen vorauszusehen sowie diese richtig Bewerten zu können (vgl. Schmidt 1988, S. 51f).

3. Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen und deren Erfüllung durch das Planspiel

Das Planspiel ist also nicht nur lernförderlich, weil es dem Schüler Abwechslung bringt. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge, ist Lernen nur dann sinnvoll, wenn folgende Bedingungen gegeben sind: Verknüpfung der Informationen und Sinne, Aufbau neuronaler Netze im Gehirn, Konstruktion des Lernprozesses und Vermittlung von Kompetenz (vgl. Klippert 1996, S. 14ff).

3.1 Verknüpfung der Informationen und Sinne

Wie durch die Erziehungswissenschaft wiederholt belegt wurde, ist es für einen möglichst hohen Lernerfolg wichtig, ein möglichst abwechselndes und variantenreiches Angebot verschiedener Lerntätigkeiten zur Verfügung zu stellen, welche aber dennoch übereinstimmend sein sollten. Dabei muss beachtet werden, dass Lernen und aktives Handeln zusammen gehört, da „Kopf und Hand, Denken und Handeln, Geist und Körper aufs Engste zusammen“ (vgl. ebd., S. 14) gehören. Durch Verbindung der Informationsaufnahme mit gleichzeitigem Ausführen der besprochenen Tätigkeit, werden laut den Befunden der Kognitions- und Entwicklungspsychologie das abstrakte Denken und die reflektierte Bildung der Begriffe gefördert, ein Effekt, auf den vor allem jüngere Kinder angewiesen sind, wenn sie einen erhöhten Lernerfolg aufweisen wollen. Auch wenn die Durchführung von abstrakten Denktätigkeiten mit zunehmendem Alter leichter fällt, ist es auch für ältere Schüler und auch Erwachsene einfacher, mit dieser Methode zu lernen, da der Mensch im Durchschnitt ca. nur ein Fünftel des gehörten und ein Drittel des visuell wahrgenommenen bei sich behält, sich im Gegensatz dazu aber 70% der selbst vorgetragenen Inhalte und sogar 90% der, mit Einsatz verschiedener Sinne selbst erarbeiteten Informationen und Einsichten merken kann (vgl. ebd., S. 14f). Werden bestimmte Handlungen immer wieder wiederholt und reflektiert, werden diese schließlich als Handlungsschemata im Gehirn automatisiert und abgespeichert, womit sie vom Menschen auf Abruf durchgeführt werden können (vgl. ebd., S. 15).

3.2 Aufbau neuronaler Netze im Gehirn

Laut den Befunden der neueren Gehirn- und Lernforschung ist es Für einen nachhaltigen Lernerfolg des Menschen wichtig, in seinem Gehirn sinnstiftende neuronale Verknüpfungen zu bilden, welche für die Speicherleistung zuständig sind und durch die Bildung von Synapsen zwischen den unzähligen Nervenzellen zustande kommen. Nur so können gelernte Inhalte langfristig erhalten bleiben und nach Notwendigkeit aufgerufen werden. Das Problem dass sich ergibt, wenn die Schüler lediglich als passive Rezipienten am Unterricht teilhaben ist, dass eine Bildung dieser Netze durch so eine Form des Unterrichts nicht garantiert gewährleistet ist, da im normalen Unterricht lediglich eine oberflächliche Behandlung des Lernstoffes vonstattengeht (vgl. ebd., S. 15). Durch so eine flüchtige Aufnahme der Lerninhalte können sich nur sehr schwache Synapsen bilden, welche sich wieder aufzulösen drohen, wenn neue rivalisierende Lerninhalte im Gehirn antreffen. Nur durch mehrfaches und vor allem abwechslungsreiches repetieren der Informationen haben die Synapsen die Möglichkeit eine ausreichende Dicke zu erhalten, um ein stabiles neuronales Netz im Gehirn der Schüler entstehen zu lassen (vgl. ebd., S. 15f). Aus diesem Grund kann Wissen nicht einfach von einem Menschen auf den anderen übertragen werden, sondern sollte optimalerweise durch selbsttätiges Handeln im Gehirn aufgebaut werden, da der Handelnde „Begriffe, Strukturen und Verfahrensweisen, Erkenntnisse und Einsichten, Emotionen und Haltungen“ (ebd., S. 16) bildet (vgl. ebd., S. 16).

3.3 Konstruktion des Lernprozesses

Eine weitere Begünstigung für die bessere Vernetzung, Speicherung und Abrufung von gelernten Informationen ist, wenn das Wissen durch den Schüler eigenständig aufgebaut ist, d. h. der Schüler soll den Lernstoff nicht nur aufnehmen, er soll ihn vielmehr entdecken (vgl. ebd., S. 16). Durch die Bewältigung von Problem- und Anwendungssituationen beschäftigt sich der Schüler intensiv mit dem zur Problemlösung benötigten Informationen und ruft das benötigte Wissen immer wieder ab, was zu einer besseren Vernetzung im Gedächtnis führt. Als weiterer Vorteil wird durch diesen, sich wiederholenden Vorgang der Problemlösungen die Kompetenz des Schülers erhöht, was ihn zusätzlich motiviert. Die Problemlösungen, Zusammenhänge, Begriffe, Handlungen etc. werden demnach im Lernvorgang konstruiert und können deswegen nicht einfach nur vom Lehrer an den Schüler weitergegeben werden, sondern er muss diese selbst aufbauen und verinnerlichen, was nur durch aktive Anwendung von Methoden und Wissen und durch vielfaches und möglichst ähnliches Wiederholen gelingen kann.

[...]

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Details

Titel
Die Besonderheiten des Planspiels
Untertitel
Vergleich mit traditionellen und anderen Unterrichtsmethoden
Hochschule
Universität Augsburg
Veranstaltung
Methodik, Didaktik der Pädagogik der Kindheit und Jugend
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
12
Katalognummer
V213858
ISBN (eBook)
9783656421603
ISBN (Buch)
9783656422594
Dateigröße
464 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
besonderheiten, planspiels, vergleich, unterrichtsmethoden
Arbeit zitieren
Regina Marsch (Autor), 2011, Die Besonderheiten des Planspiels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213858

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