Eine Form von Kapitalbeteiligungen multinationaler Unternehmen sind ausländische Direktinvestitionen. In der Regel sind dies längerfristig angelegte Kapitalzuflüsse an Standorte mit dem Ziel, Einfluss auf Märkte oder in Branchen zu gewinnen. Der Analyse politischer Länderrisiken liegt eine komplexe Thematik zugrunde. Diese übersichtlich und verständlich darzustellen ist ein Anliegen dieser Arbeit. Hauptziel dieser Untersuchung ist die Bewertung des Einflusses politischer Risikodeterminanten auf ausländische Direktinvestitionen in den Emerging Markets Lateinamerikas.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Forschungsstand, Fragestellungen und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit und methodische Vorgehensweise
2. Theoretische Grundlagen des Länderrisikos und ausländischer Direktinvestitionen
2.1 Das eklektische Paradigma als Erklärungsansatz für ADI
2.1.1 Hauptmotive für Direktinvestitionen
2.1.2 Theorie des eklektischen Paradigma
2.2 Theoretische Grundlagen des Länderrisikos
2.2.1 Der Begriff des Länderrisikos
2.2.2 Arten und Ausprägungen von Länderrisiken
2.2.3 Typologisierung politischer Risiken
2.2.4 Bestimmungsfaktoren von Länderrisiken
2.2.4.1 Wirtschaftliche Determinanten
2.2.4.2 Ökologische Determinanten
2.2.4.3 Soziokulturelle Determinanten
2.2.4.4 Politische Determinanten
2.2.5 Maßnahmen zur Abschwächung politischer Risiken
3. Analyse von Länderrisiken
3.1 Methodik der Risikoanalyse
3.2 Qualitative Analyseverfahren
3.3 Quantitative Analyseverfahren
3.3.1 Grundlagen des und Qualitätsanforderungen an das Länderrating
3.3.2 Business Risk Service (BRS)
3.3.3 International Country Risk Guide (ICRG)
3.3.4 Kritische Betrachtung von Länderratings
3.4 Makroökonomische und ökonometrische Analyseverfahren
3.5 Zum Einfluss politischer Risiken auf ADI
3.5.1 Umfragebasierte Studien
3.5.2 Ökonometrische Studien
3.5.3 Zusammenfassende Bemerkungen
4. Ausländische Direktinvestitionen und politische Risiken in Lateinamerika
4.1 Der Wirtschaftsraum Lateinamerika
4.1.1 Gesamtwirtschaftliche und sozioökonomische Faktoren
4.1.2 Ausländische Direktinvestitionen in Lateinamerika
4.2 Statistische Analyse des Einflusses von Risikodeterminanten auf ADI
4.2.1 Methodologie
4.2.2 Modell Spezifikation
4.2.3 Resultate
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss politischer Risikodeterminanten auf ausländische Direktinvestitionen (ADI) in den Emerging Markets Lateinamerikas. Ziel ist es, durch eine statistische Analyse zu bewerten, inwiefern politische Rahmenbedingungen und das institutionelle Umfeld die Investitionsentscheidungen multinationaler Unternehmen in dieser Region prägen.
- Einfluss politischer Risiken auf ADI
- Analyse der Rahmenbedingungen in Lateinamerika
- Methoden zur Länderrisikoanalyse
- Statistische Panelanalyse von 20 lateinamerikanischen Ländern (1996-2006)
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Der Begriff des Länderrisikos
Länderrisiken beruhen auf instabilen Faktoren der Rahmenbedingungen des Investitionsklimas eines Landes. Sie können definiert werden als Verluste, die bei internationalen Transaktionen entstehen, welche auf Ereignissen in einem bestimmten Land beruhen, die zumindest teilweise staatlicher Kontrolle unterliegen, aber in jedem Fall nicht der Kontrolle privater Unternehmen oder Individuen unterliegen (vgl. MOOSA 2002:132). Jede internationale Transaktion, egal ob staatlich, gewerblich oder privat, kann Gegenstand von Länderrisiken sein. Angenommen die Zweigstelle eines Unternehmens meldet Insolvenz an und geht bankrott, so zählt die Ursache als Länderrisiko, wenn sie durch wirtschaftspolitisches Missmanagement der Regierung hervorgerufen wurde. Sind aber unternehmerische Fehlentscheidungen für den Bankrott verantwortlich, war es betriebswirtschaftliches Risiko.
Länderrisiken besitzen einen wirtschaftlichen, soziokulturellen, politisch- rechtlichen oder physisch- geographischen Ursprung. Eine Gemeinsamkeit verschiedener Definitionen zum Begriff des Länderrisikos besteht darin, physisch- geographische Risikodeterminanten eines Standortes trotz wachsender Relevanz für die Geschäftstüchtigkeit von internationalen Unternehmungen nicht zu berücksichtigen (vgl. HAAS/NEUMAYR 2006:717). Lediglich bei periodischem Auftreten und unterlassenen Vorsorgemaßnahmen staatlicherseits finden sie intensivere Betrachtung in Analysen. Dabei sollten sie aufgrund einer weltweit beobachtbaren Zunahme von Naturkatastrophen zumindest in die Nähe von Länderrisiken gerückt werden. In der vorliegenden Arbeit werden physisch- geographische Bestimmungsfaktoren kurz thematisiert. Den Schwerpunkt der Betrachtung bilden jedoch wirtschaftliche, soziokulturelle und/oder politische Faktoren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die globale wirtschaftliche Verflechtung ein und definiert die Fragestellung sowie die Zielsetzung der Arbeit bezüglich des Einflusses von Länderrisiken auf ADI.
2. Theoretische Grundlagen des Länderrisikos und ausländischer Direktinvestitionen: Es werden zentrale Theorien wie das eklektische Paradigma vorgestellt und verschiedene Arten sowie Bestimmungsfaktoren von Länderrisiken in einem theoretischen Kontext abgegrenzt.
3. Analyse von Länderrisiken: Das Kapitel erläutert qualitative und quantitative Analysekonzepte, darunter Business Risk Service und ICRG, und diskutiert Ergebnisse früherer Studien zum Zusammenhang zwischen Risiko und Investitionen.
4. Ausländische Direktinvestitionen und politische Risiken in Lateinamerika: Dieser Teil enthält die empirische Analyse, wobei wirtschaftliche Rahmendaten Lateinamerikas beschrieben und mittels Panelanalyse der Einfluss politischer Risiken auf ADI quantitativ untersucht wird.
5. Fazit: Die wesentlichen Ergebnisse werden zusammengefasst und eine kritische Stellungnahme zu den Forschungsfragen sowie Handlungsempfehlungen für die Region abgegeben.
Schlüsselwörter
Ausländische Direktinvestitionen, ADI, Länderrisiko, Politisches Risiko, Emerging Markets, Lateinamerika, Investitionsklima, Regierungsstabilität, Korruption, Panelanalyse, Institutionelle Rahmenbedingungen, Wirtschaftsgeographie, Kapitalfluss, Standortwahl, Risikoanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen politischen Risikodeterminanten und dem Zufluss ausländischer Direktinvestitionen (ADI) in lateinamerikanischen Emerging Markets.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung von Länderrisiken, die Darstellung verschiedener Rating-Methoden sowie die empirische Untersuchung politischer Faktoren auf das Investitionsverhalten in Lateinamerika.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist die Bewertung des Einflusses politischer Risikodeterminanten auf die Höhe ausländischer Direktinvestitionen in lateinamerikanischen Ländern im Zeitraum 1996 bis 2006.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Analyse verwendet?
Der empirische Teil basiert auf einer Panelanalyse, die 20 lateinamerikanische Länder umfasst und verschiedene ökonometrische Kontrollvariablen nutzt.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (wie das eklektische Paradigma) und Messkonzepte (Rating-Systeme) erörtert, gefolgt von einer detaillierten statistischen Analyse spezifischer Risikodeterminanten in Lateinamerika.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Länderrisiko, Politische Risiken, Emerging Markets, Lateinamerika und institutionelle Rahmenbedingungen geprägt.
Warum ist die Unterscheidung zwischen dem "Investment Profile" und anderen Indikatoren relevant?
Das Investment Profile misst direkt unternehmensrelevante Faktoren wie Enteignungsrisiken oder Vertragsbrüche, was es zu einer besonders sensitiven Variable für die Entscheidungsprozesse multinationaler Unternehmen macht.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der institutionellen Qualität?
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass eine Verbesserung der institutionellen Rahmenbedingungen – insbesondere in den Bereichen Verwaltung, Korruptionsbekämpfung und demokratische Verantwortlichkeit – entscheidend ist, um das Investitionsklima und damit die ADI-Zuflüsse langfristig zu steigern.
- Arbeit zitieren
- Daniel Tristram (Autor:in), 2009, Die Abhängigkeit ausländischer Direktinvestitionen von Risikodeterminanten in Emerging Markets, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213884