Der Konkurrenzkampf unter den Unternehmen wird immer stärker. Viele
Kleinigkeiten können über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Jede
Teileinheit eines Industrieunternehmens muss perfekt funktionieren und ihren
Teil zum Gesamterfolg beitragen. Für den Gesamterfolg sind verschiedene
Dinge wichtig, die betrachtet und analysiert werden müssen. Die richtige
Koordination der verschiedenen Bereiche ist dabei zwingend notwendig. Was
tragen einzelne Abteilungen und Bereiche zum Gesamterfolg eines
Unternehmens bei? Wie kann ich die Leistungsfähigkeit und den Erfolg dieser
dezentralen Einheiten beeinflussen? Wie können entstehende Kosten in den
einzelnen Bereichen analysiert und eventuell übertragen werden?
Je größer ein Unternehmen oder ein Konzern ist bzw. je mehr organisatorisch
getrennte Unternehmensbereiche es gibt, desto unumgänglicher wird es, für
diese innerbetrieblichen Verrechnungsvorgänge sogenannte Verrechnungspreise
zu ermitteln.1 Ziel dieser Arbeit ist es, die wichtigsten Aufgaben und
Ziele von Verrechnungspreisen herauszuarbeiten, deren Typen vorzustellen
und das Ganze kritisch zu beleuchten.
In Kapitel zwei wird kurz erklärt, was unter Verrechnungspreisen zu verstehen
ist. Im dritten Kapitel wird untersucht, welche Aufgaben sie haben und welche
Ziele mit deren Einführung erfüllt werden sollen. Anschließend werden in
Kapitel vier die verschiedenen Typen von Verrechnungspreisen vorgestellt.
Bei der Einführung der Preise entstehen unterschiedlichste Probleme und
jeder Typ von Preis hat Vor- und Nachteile für die Unternehmung. Diese
werden anhand eines Bewertungsrasters analysiert:
Zunächst wird überprüft, ob die Ermittlung der Preise objektiv erfolgt und
somit auch die Akzeptanz der Preise unter den Beteiligten gewährleistet ist.
Dann wird auf die Ermittlung selbst eingegangen, um die Einfachheit dieser
zu überprüfen. Es folgt die Analyse, ob die zuvor herausgearbeiteten
wichtigsten Funktionen der Verrechnungspreise erfüllt werden. Abschließend erfolgt für jeden Verrechnungspreistyp eine Beurteilung anhand
von Entscheidungsorientierung und Praxisrelevanz.
Die Arbeit endet mit einer abschließenden Bewertung und Beurteilung der
unterschiedlichen Verrechnungspreistypen und einem persönlichen Fazit. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung und Gang der Untersuchung
2 Was sind Verrechnungspreise?
3 Funktionen von Verrechnungspreisen
3.1 Koordination
3.2 Erfolgsermittlung
3.3 Kostenanalyse
3.4 Zielkonflikte
4 Arten von Verrechnungspreisen
4.1 Marktorientierte Verrechnungspreise
4.1.1 Bewertung anhand des Bewertungsrasters
4.1.2 Beurteilung der marktorientierten Verrechnungspreise
4.2 Kostenorientierte Verrechnungspreise
4.2.1 Bewertung anhand des Bewertungsrasters
4.2.2 Beurteilung der kostenorientierten Verrechnungspreise
4.3 Verrechnungspreise durch Verhandeln
4.3.1 Bewertung anhand des Bewertungsrasters
4.3.2 Beurteilung der Verrechnungspreise durch Verhandeln
5 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Studienarbeit analysiert die grundlegende Bedeutung von Verrechnungspreisen in dezentral organisierten Unternehmen. Das primäre Ziel besteht darin, die wichtigsten Aufgaben und Funktionen von Verrechnungspreisen zu identifizieren, verschiedene Preismodelle kritisch zu bewerten und deren Eignung im Hinblick auf Koordinations- und Erfolgsermittlungsziele zu untersuchen.
- Methodische Einordnung der Verrechnungspreisarten (marktorientiert, kostenorientiert, verhandelt).
- Analyse der Koordinationsfunktion zur Ausrichtung dezentraler Bereiche auf Gesamtunternehmensziele.
- Untersuchung der Erfolgsermittlungsfunktion innerhalb von Profit-Center-Strukturen.
- Kritische Beurteilung der Anreizsysteme und Motivationswirkungen durch interne Preise.
- Identifikation von Zielkonflikten bei der praktischen Anwendung von Verrechnungspreissystemen.
Auszug aus dem Buch
4.1.2 Beurteilung der marktorientierten Verrechnungspreise
Entscheidungsorientierung / Praxisrelevanz
Je näher man an der Marktvollkommenheit für eine Leistung ist, desto besser eignet sich die Marktorientierung, um Entscheidungen im Unternehmen zu treffen. Existieren weiter auch keine bedeutenden Synergieeffekte, überwiegen die Vorteile dieser Möglichkeit der Ermittlung. Man erkennt schnell, wo im Vergleich zum Markt effizient gearbeitet wird und wo Kostenabweichungen existieren.
Wenn es dagegen keine vollkommenen Märkte gibt, so wird der Preis nicht mehr nur unternehmensextern vorgegeben, vielmehr beeinflussen interne Vorgänge die Preisbildung. Der ökonomische Sinn einer Unternehmung entsteht auch erst durch die Unvollkommenheit der Märkte und die sich ergebenden Synergien. Und je unvollkommener der Markt ist, desto notwendiger wird eine andere Methode für die gesamtzielorientierte Koordination. Auch die Erfolgsermittlung wird schwieriger. Außerdem existieren oft unterschiedliche Marktpreise oder sie werden erst von Lieferant und Abnehmer bestimmt. Von daher ist dieser Typ von Verrechnungspreisen nur unter genannten Einschränkungen für die Praxis zu empfehlen.
In der Praxis wird auf diese Problematik häufig mit modifizierten Marktpreisen reagiert, wo unternehmensspezifisch interne Kosten noch verrechnet werden, um vom Marktpreis zum Verrechnungspreis bzw. Transferpreis zu gelangen, damit die Aufgaben besser erfüllt werden können. Hierbei gilt es dann zu beachten, dass der abgebende Bereich nicht schlechter gestellt werden soll als beim Verkauf an Dritte. Außerdem soll der aufnehmende Bereich gegenüber den Marktverhältnissen nicht benachteiligt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung und Gang der Untersuchung: Einführung in die Notwendigkeit von Verrechnungspreisen bei zunehmendem Konkurrenzdruck und dezentralen Unternehmensstrukturen.
2 Was sind Verrechnungspreise?: Definition von Verrechnungspreisen als Wertansätze für innerbetriebliche Leistungen zur Steuerung dezentraler Einheiten.
3 Funktionen von Verrechnungspreisen: Darstellung der zentralen Aufgaben wie Koordination, Erfolgsermittlung und Kostenanalyse zur Unterstützung der Gesamtunternehmensziele.
4 Arten von Verrechnungspreisen: Differenzierte Betrachtung und Bewertung der drei Kategorien (markt-, kostenorientiert und verhandelt) anhand eines Bewertungsrasters.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der verschiedenen Typen unter Betonung, dass keine allgemeingültige Empfehlung existiert und unternehmensspezifische Anpassungen erforderlich sind.
Schlüsselwörter
Verrechnungspreise, Transferpreise, Koordination, Erfolgsermittlung, Kostenorientierung, Marktorientierung, Profit Center, Lenkungspreise, Interne Leistungsverrechnung, Bereichserfolg, Unternehmenssteuerung, Kostenanalyse, Zielkonflikte, Verhandlungsbasierte Preise.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle, den Funktionen und den verschiedenen Ausgestaltungsmöglichkeiten von Verrechnungspreisen in industriellen Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Steuerung dezentraler Einheiten durch Lenkungspreise, der Erfolgsabgrenzung und der Problematik von Zielkonflikten in Konzernen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Beleuchtung, welche Verrechnungspreistypen zur Koordination und Erfolgsermittlung unter welchen Bedingungen am besten geeignet sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturgestützte Analyse durchgeführt, die verschiedene Preistypen anhand eines Bewertungsrasters (Objektivität, Akzeptanz, Einfachheit, Koordinations- und Erfolgsermittlungsfunktion) untersucht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert drei Typen: marktorientierte Preise, kostenorientierte Preise (Grenz- und Vollkosten) sowie verhandelte Verrechnungspreise.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Verrechnungspreise, Profit Center, Koordination, Erfolgsermittlung und Lenkungspreise.
Warum sind marktorientierte Preise nur eingeschränkt anwendbar?
Sie setzen vollkommene Märkte und homogene Leistungen voraus, die in der betrieblichen Praxis für interne Güter selten exakt vorliegen.
Was ist das Hauptproblem bei verhandelten Preisen?
Der Hauptnachteil liegt in der hohen Zeitintensität sowie der Gefahr, dass Verhandlungsgeschick statt Wirtschaftlichkeit den Preis bestimmt, was das Betriebsklima belasten kann.
- Quote paper
- Jochen Laufer (Author), 2003, Typen und Ziele von Verrechnungspreisen und deren kritische Beurteilung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21390